Beiträge von Chorknabe

    Hallo Eric,


    kennst Du noch die weißen Stinker aus dem Jenaer Forst und hast den Geruch in der Nase? Eine Mischung aus ranzig süßlich mit einer widerlichen stechenden Unternote. Mal überwiegt der süßliche Anteil, mal der stechende chemische Geruch. Unter Buchen+Eichen. Demzufolge T.album?

    Hallo,


    an der Westküste der Südinsel fließt der Pororari-River in den Pazifik. Am Fluss entlang gibt es einen wundervollen Wanderweg, und wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ab es bei unserem Ausflug auch viele Pilze.


    Zunächst einige Eindrücke wie es dort aussah: eine eng in die Berge eingeschnittenes Tal mit üppiger Vegetation. Neben vielen exotischen Laubhölzern gab es dort auch die in Neuseeland allgegenwärtigen Baumfarne. Der Wasserstand des Flusses veränderte sich übrigens im Laufe des Tage, weil die Tide des Pazifik das Wasser vermutlich staut oder gar zurück drückt.










    Aber nun wieder zu den Pilzen:


    1) erinnerte mich an einen Dachpilz




    2) ein profaner Schwärzender Saftling?!




    3) direkt an der Wegböschung ein wundervoll gefärbter Täubling




    4) Ein weiterer Täubling, der an einen Stachenbeertäubling erinnert




    5) ein Pilz, der wieder an einen Buchenschleimrübling erinnert




    6) die gleiche Art wie Pilz 1)?




    7) leider sehr unscharf abgebildet, aber ich fand den Fund sehr interessant. Ein Schleimpilz?



    8) offensichtlich ein Schwindling



    9) dazu fällt mir gar nichts ein. Aber ohne Frage sehr hübsch anzuschauen




    10) erneut ein Saftling?



    11) ohne eine Idee




    12) eine kleine Tintlingsart



    13) kleine lamellige Pilze an Laubholz



    14) ein hellsporiger Freiblättler - Ideen zur Gattung?




    Zum Abschluss noch einige florale Impressionen:


    eine unbekannte Beere



    Ein junger Trieb eines Baumfarns. Schaut aus wie aus einer anderen Welt.



    So schaut ein Baumfarn-Stamm im Inneren aus :huh:


    Früchte einer palmartigen Pflanze


    Soweit die Eindrücke vom Pororari River :)

    Hallo Stefan,


    ich gehe mit, das rein optisch T.ustaloides nicht zu passen scheint. Aber die Bitterkeit ist so ausgeprägt, dass man sie eigentlich nicht ignorieren kann?!


    Die Pilze liegen seit Mittwoch im Kühlschrank und könnten heute Abend auf den Dörrex. Aber was dann damit anfangen?

    Hallo,


    ich fand vor einigen Tagen im Mischwald einen braunen Ritterling. Der Hut ist hellbraun, in der gebuckelten Mitte dunkler, am gerippten Hutrand deutlich heller; Huthaut leicht überhängend. Lamellen weiß, ebenso die Stielspitze. Darunter relativ jäh in eine bräunliche Natterung übergehend, die bis zur Stielbasis reicht. Geruch unauffällig, Geschmack gallenbitter: Zunge an die Huthaut halten reicht bereits, Geschmackstest der Huthaut regelrecht widerlich bitter. Fundort war ein Wegrand an einer Frostschutz-geschotterten Straße unter Buche, Pappel, Kiefer und möglicherweise auch Eiche.


    Laut der FN gibt es unter den braunhütigen Ritterlingen eigentlich nur eine derart bittere Art: den Bitteren Eichenritterling (Tricholoma ustaloides). Kann das hinkommen?


    Das ist C.dionysae Agg. Nach neuesten Erkenntnissen heißt die Art C.olivaceodionysae. Habe ich auch erst letzte Woche auf der Cortinarientagung gelernt

    Hallo Uwe,


    super, ich freue mich sowohl über den Fund als auch das Erfolgserlebnis beim schlüsseln. Soweit ich Dich verstanden habe, gibt es nun statt C. dionysae nun mehrere Arten, die alle mehling riechen/schmecken? Wie bekommt man die nun auseinander?

    Hallo Uwe,


    danke Dir für Deine Einschätzung. Der Geruch war übrigens so prägnant, dass er auch von mykologisch Unerfahrenen nachvollzogen werden konnte und teils sogar ohne Hilfe erkannt wurde.


    Gibt es eine weitere Möglichkeit, die beiden Arten auseinander zu halten? Die Sporenmaße und die KOH-Reaktion scheinen nahezu gleich zu sein?

    Hallo Chris,


    den zweiten Fund mit seinen wirklichen sehr düsteren (dunklen)Lamellen hätte ich auch C.infractus genannt. Beim ersten Fund traue ich mir aber keine Aussage zu.


    C.infractus ist mittlerweile ein Aggregat aus mehreren, makroskopisch kaum zu trennenden Arten.

    Wegen des stark gelben Velumbandes oberhalb der Knolle hätte ich jetzt an Cortinarius aureopulverulentus gedacht - nur der riecht halt nicht mehlig. Dafür reagiert er aber mit KOH auf diesem gelben Velum leuchtend tintenrot, C. dionysae dagegen meines Wissens nicht. Also ohne die KOH-Probe gemacht zu haben würde ich mir hier keine Artdiagnose zutrauen.

    Hallo Stephan,


    C. aureopulverulentus kenne ich mit einer anderen Hutfarbe dem reinen Kalknadelwald unter Fichte. Und das Velum sollte eher leuchtend gelblich ("Goldstaub" = namensgebend) sein? Aber Du hast recht - KOH würde mehr Klarheit schaffen. Ich schaue mal ob die Fruchtkörper bis Sonntag im Kühlschrank überleben, dann bin ich wieder zu Hause und kann mit KOH testen.


    Mal sehen was Cortinarius dazu sagt.

    Cortinarius melanotus müsste allerdings ja diese olivbraunen Velumbänder am Stiel haben ("Braunnetziger" Raukopf).
    Bei Cortinarius venetus (Grünfaseriger Raukopf) wäre das Velum am Stiel gelblich. Gut durchfeuchtet kann C. venetus auch mal recht dunkel ausschauen, und hätte halt auch diese Grüntöne.

    Hallo Pablo,


    danke für Deine Hinweise. Es ist doch hilfreich, wenn man die doch sehr ähnlichen Arten mal persönlich in der Hand hatte. Ich füge hier mal einen Bildausschnitt bei, auf dem man an einigen Stielen mehrere bräunliche Velumbänder erkennen kann. Die Frage ist nun: reicht das um es als "braunnetzig" zu bezeichnen? Die Stiele scheinen sich durch Berühren sehr schnell umzufärben - beim nächsten Fund muss ich wohl etwas vorsichtiger zu Werke gehen.


    Mal sehen was Cortinarius dazu sagt.


    Hallo,


    gestern fand ich in einem sauren Mischwald an der Wegböschung eines Forstweges eine Gruppe Cortinarien, die ich zu den Rauköpfen sortieren würde.


    Der Hut ist olivgrün bis leicht olivebräunlich gefärbt und weist eine rauhe bis feinschuppige Hutstruktur auf. Der Hutrand ist dunkler gefärbt, der unmittelbare Hutrand heller. Die Lamellen haben den gleichen düsteren olive-bräunlichen Farbton wie der Hut. Der Stiel kontrastiert dazu deutlich heller. Dieser sieht aus wie hell bereift, weist aber tatsächlich unter der Stielhaut eingeschlossene Luft auf, welche man "wegdrücken" kann, wodurch dunklere Spuren beim Anfassen entstehen (ähnlich wie bei der Huthaut der Bleiweißen Trichterlinge). Das Fleisch ist trübe ockerlich bis olive-grün. Auffällig ist der Geruch: eindeutig nach frisch geschnittener Petersilie, mit ganz leichter Fruchtnote. Fundort war wie schon geschrieben eine Wegböschung unter Kiefern, in unmittelbarer Nähe gab es aber auch auch Buchen und Pappeln.


    Da wir gerade auf Reisen sind, habe ich leider kein KOH oder Mikroskop zur Verfügung. Glücklicherweise gibt es nicht so viele grüne Rauköpfe. Gemäß der FN kommt aufgrund des kräftigen Petersilien-Geruchs eigentlich nur der Braunnetzige Raukopf (Cortinarius melanotus) in Frage, denn nur dort wird dieser Geruch explizit erwähnt. Soweit ich die FN verstehe, bekäme man mit KOH die verschiedenen Arten der Sektion Veneti ganz gut auseinander. Ob aber meine Funde bis zur Heimreise am Sonntag durchhalten, ist fraglich. Die Sporenmaße werde ich in jedem Fall nachreichen.


    Kann meine Bestimmung hinkommen? Wie kann ich den Fund sauber zu den anderen Arten der Sektion Veneti abgrenzen?



    Hallo Paula,


    leider hast Du zu den Funden keinerlei Detials geschrieben, deswegen kann man nur anhand der Bilder allenfalls raten:

    1) einer der Lacktrichterlinge

    2) ?

    3) ?

    4) ein Täubling (welche Bäume stehen am Fundort?)

    5) ein Stäubling

    6) könnte ein junger Hallimasch sein

    7) möglicherweise ein Fälbling (Geruch nach Rettich?)

    8)

    Bei Erdritterlingen ist Geruch des unverletzten Fruchtkörpers und Geschmack wichtig. Ich finde die Stiele etwas düster für Tricholoma terreum (der weder nach Mehl riecht noch schmeckt) und würde eher an eine der Gilbenden Arten, vielleicht sogar an T. Squarrulosum denken.

    Hallo,


    gestern fand ich im eher sauren Mischwald direkt an einer Frostschutz-geschotterten Forstweg eine Phlegmatie. Der trockene Hut ist bräunlich mit gräulichem Touch, in der Hutmitte dunkler und am Hutrand heller; fein radialfaserig eingewachsen. Die Lamellen sind in jungem Zustand lilalich, entfärben dann aber schnell nach gräulich braun (mit lila Schimmer). Der Stiel ist bläulich weißlich mit metallischen Glanz, an der Stielspitze stärker blau gefärbt. Die leicht gerandete Knolle ist weißlich und teils mit bräunlichem Velum überzogen. Das Fleisch ist im Hut und Stiel eher weißlich gefärbt, im Stiel dazu kontrastierend bläulich. Markant ist der Geruch und Geschmack: kräftig nach Mehl. Meines Wissens nach gibt es nicht sooo viele Phlegmatien mit einem solchen Geruch?


    Weil wir als Familie gerade auf Reisen sind, habe ich leider keinen Zugriff auf Chemie (KOH) oder Mikroskop. Mit FN geschlüsselt (und bei Fragen zur Sporengröße beide Stränge verfolgend) lande ich beim Mehligriechenden Klumpfuß (Cortinarius dionysae), zu dem die Merkmale meines Funds gut zu passen scheinen. Passt meine Bestimmung?


    P.S.: Ich werde mir aber Sporen mit nach Hause nehmen und dort die Sporengröße nachreichen.



    Hallo,


    gestern fand ich in einem eher sauren Mischwald einen mir unbekannten seitlich gestielten Porling. Der Hut ist sehr dünnfleischig und zäh. Die Hutoberfläche hat auffälliges einen Farbenspiel: in der mitte ockerbräunlich, grün und gelb wild durchmischt und teils schorfig aufgerissen; am Rand eher weinrölich bis bräunlich. Die Porenschicht ist reinweiß. Der wellig verbogenen Hut geht in einen sehr zähen Stiel über; die Fruchtkörper scheinen büschelig zu wachsen. Einen besonderen Geruch konnte ich nicht feststellen; es gab auch keine Farbveränderungen. Der Fundort war die Böschung einer Frostschutz-geschotterten Forststraße unter Kiefern, aber es gab dort auch Laubbäume wie Pappel und vor allem Buche.


    Ich meine, hier den Gelbgrünen Kammporling (Laeticutis cristata) vor mir zu haben. Kommt das hin?




    Hallo Reinhard,


    von den Bildern her muss ich sofort an den Birnenrisspilz (Inocybe fraudans) denken. Der hat einen sehr starken Geruch nach Birnenschnaps, wobei ich das selbst nie nachvollziehen konnte. In jedem Fall aber säuerlich stechend und fruchtig.

    Hallo,


    dies ist eigentlich ein Thread für die Saure-Gurken-Zeit, aber mir war einfach danach. Vor nun schon drei Jahren nutzten wir als frisch gebackene Familie mit Baby die Elternzeit, und verbrachten gute sechs Wochen in Neuseeland. Die Landschaft war dort so abwechslungsreich wie atemberaubend. Neben neben Fjorden, Traumstränden, Hochgebirge, Gletschern oder Steppe gab es auch teils sehr feuchte Wälder - inklusive Pilzen. Während der Reise gab es keinerlei Zeit, sich mit Pilzen zu befassen, aber zumindest konnte ich den einen oder anderen Fund im Vorübergehen mit der Handy-Kamera ablichten. Viele Bilder sind daher teils unscharf oder verwackelt, aber ich dachte mir dass sie trotz der fotografischen Mängel für Euch interessant sein könnten.


    Unter vielen naturgemäß exotischen Pilzarten kann man teils gute alte Bekannte oder zumindest bekannte Gattungen entdecken. Dies hat einen einfachen Grund: nachdem Neuseeland im 18/19. Jahrhundert durch die Holzindustrie der Europäischen Siedler stark abgeholzt war, wurden schnell wachsende europäische Baumarten wie die Kiefer und Fichte in Neuseeland eingeführt - und mit ihnen (unbewusst) auch europäische Pilze. So kann man dort bspw. so profane Pilze finden wie den Butterpilz. Diese eingeschleppten Arten sind mittlerweile ein Fluch. In den zahlreichen Naturparks werden eingestreute Fichten oder Kiefern gezielt vergiftet, um sie zumindest an diesen Orten auszurotten.



    Die ersten Bilder entstanden auf der Südinsel in einem sehr feuchten Wald an den südlichen Ausläufern der "Southern Alps": ein regelrecht uriger aber bestens gepflegter Wanderpfad führt durch einen Urwald zu den Blue Pools.


    Zunächst ein paar Eindrücke vom Wald: urig und exotisch mit mir völlig unbekannten Bäumen und Pflanzen; unbekannte Vogelstimmen rufen durch den Wald. Aber die Idylle trügt: der Wald ist voll von Milliarden winziger und seeehr hungriger Sandmücken, welche einem den Waldspaziergang nachhaltig verderben. Die Bisse jucken übel, und wenn man der Versuchung nachgibt zu kratzen, hat wochenlang etwas davon. =O








    Das Wanderziel: die Blue Pools.


    Aber nun zu den Pilzen:


    1) Offenkundlich eine Koralle



    2)



    3) Ein Porlinge an stark vermorschtem Laubholz



    4) ein Vertreter der Gattung Russula


    5) erneut eine Russula, die mich an einen Weißtäubling erinnerte




    6) vermutlich ein Braunsporer - vielleicht sogar eine Cortinarie?




    7) ein leider schon stark in Mitleidenschaft gezogener Milchling




    8) eine Pilzart, die mich irgendwie an den hiesigen Buchenschleimrübling erinnerte




    9) Baumpilze, die auf mich wie eine Mischung aus Stockschwämmchen und Schwefelköpfen wirkten.




    10) rein optisch ein schnöder Kartoffelbowist



    11) mir kam bei dem Fund die Gattung Gymnopilus in den Sinn




    12) ein Porling



    13) Mycena? Marasmius? ...?


    Ich hoffe die kleine Tour hat Euch gefallen. Demnächst gibt es Nachschub :cool:

    Hallo,


    folgenden Öhrlings-artigen Pilz fand ich bei einem Familienausflug bei Buche auf Kalk. Relativ groß, Durchmesser locker 3..5cm. Innen hell ockerlich bräunlich gefärbt, außen deutlich geblicher; teils eng aneinander gedrängt mehrere Fruchtkörper. Beim Pusten auf die Fruchtkörper stand man regelrecht in einer Sporenstaubwolke (sehr zur Freude meiner Tochter). Ich habe keine Exemplar mitgenommen, weil aktuell zu Hause einfach keine Zeit ist, sich damit intensiver auseinander zusetzen. Kann man den Fund dennoch optisch grob oder gar genauer eingrenzen?



    Hallo,


    mag noch jemand zum Abschluss etwas zu dem Fund schreiben? Die Sporen habe ich noch mit Melzer traktiert (mit H2O mikroskopiert, dann Melzer seitlich eingeleitet), konnte aber keine merkliche Farbveränderung feststellen. Bei braunen Sporen ist das vielleicht auch schwer zu erkennen?

    Ich werde dieses Jahr auch mit Beratungsanfragen überschwemmt. Dabei habe ich es allerdings mit einer Klientel zu tun, die durchaus nicht beratungsresistent ist - sonst würden sie ja nicht zur Beratung kommen. Die ganz schlimmen Pilzsucher bekomme ich also in der Regel gar nicht zu Gesicht. Beim Giftnotruf bin ich aktuell nicht gelistet - das könnte ich auch zeitlich gar nicht leisten.

    Allerdings würde mich interessieren, ob weiches Fleisch eines Steinpilzes an sich schon ein Merkmal des Verwesungsprozesses ist. Ich würde sagen, nein. Es macht natürlich die Zersetzung wahrscheinlicher, aber für sich allein genommen ist es nur das Merkmal eines ausgewachsenen Fruchtkörpers. Oder sehe ich das falsch?

    Die Schwierigkeit ist schlicht die, dass ein Pilzberater für seine Beratung "geradestehen" muss. Denn wenn ein Pilz vom PSV freigegeben wurde, darf der Beratende auch erwarten dass die Pilz dann einwandfrei verzehrbar ist. Einem Pilz sieht man leider nicht an, wann die Grenze zwischen "geht noch" zu "definitiv lebensmittelgiftig" erreicht ist. Pilzberater achten daher auf Konsistenz-, Geruchs- und Farbveränderungen. Wenn Steinpilzhüte sich eher wie Tafelschwamm statt nach klopffestem Pilz anfühlen, muss ich schlicht davon ausegehen dass da bereits wie auch immer geartete Zerfallsprozesse am Laufen sind.