Beiträge von Chorknabe

    ...Frauentäubling...

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    Mich interessiert einfach, ob das Symptom bei den Pilz-Profis vielleicht bekannt ist.

    Mir sind keine Vergiftungsfälle bekannt. Und das, obwohl der Frauentäubling als hervorragender Speisepilz gilt, und vermutlich von versierten Pilzsammlern häufig gesammelt und verzehrt wird.

    Mir fallen zu Deiner Erläuterung spontan vier Möglichkeiten ein:
    1) Du hast schlicht eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Frauentäublingen. So etwas kommt ab und an vor. Bspw. sind individuelle Unverträglichkeiten gegen Steinpilzen und weiteren bekannten Speisepilzen bekannt und dokumentiert. Die Lösung ist schlicht, den besagten Pilz nicht mehr zu verzehren.


    2) Du hast die Pilze nicht gründlich erhitzt. Mit Vergiftungen durch unzureichend erhitzten Pilze werden Pilzsachverständige häufiger konfrontiert. Ob der Frauentäubling eine Art ist, die roh giftig ist, entzieht sich aber meiner Erkenntnis. Grundsätzlich gelten aber alle Wildpilze roh als giftig bzw. giftverdächtig (mit einigen ganz wenigen Ausnahmen).

    3) Du hast den Frauentäubling mit einer anderen giftigen bzw. unverträglichen Art verwechselt. In der Täublings-Gruppe der "Griseinae" gibt es Arten, die sich makroskopisch sehr ähneln. Aber Verwechslungen kommen auch mit völlig anderen Pilzarten vor. Bspw. gab es schon häufiger Verwechslungen zwischen einem der grünen Täublinge und dem Grünen Knollenblätterpilz - mit fatalem Ausgang. Wie versiert Deine Kenntnisse sind und wie sicher Du den Frauentäubling von anderen Pilzen unterscheiden kannst, weißt aber nur Du.


    4) Es könnte ein Fremdbefall Deiner Pilzfunde passiert sein. Der Verzehr von bspw. verschimmelten Pilze sind der häufigste Grund für die Vorstellung in der Notaufnahme - die sogenannte "unechte Pilzvergiftung". Dass Dir das aber zig mal hintereinander passiert sein sollte, halte ich für eher unwahrscheinlich.


    Als Pilzsachverständiger halte ich die Möglichkeit 3) für nicht ganz unwahrscheinlich. Die PSVs werden sehr häufig mit den wahrscheinlichsten und unwahrscheinlichsten Verwechslungen konfrontiert. Da wir Dich bzw. Deine Pilzkenntnisse nicht kennen, muss man diese Möglichkeit zumindest in Betracht ziehen. Hast Du Deine mutmaßlichen Frauentäublinge auch mal einem Experten - also Pilzsachverständigen - vorgeführt und abgesegnet bekommen?


    Noch eine letzte Frage zu Deinen "Vergiftungen": wurden diese von mal zu mal schlimmer und waren die Symptome bei jedem Verzehr stets in etwa gleich?

    Telamonien sind der Endgegner unter den LBMs (little brown mushroom) :P Konntest Du bei Deinem Fund einen bestimmten Geruch wahrnehmen?

    Dankeschön! Ja er hat wirklich sehr...merkwürdig gerochen :)

    Den Kartoffelkeller-Geruch kennt heute kaum noch jemand. Daher eine kurze Erklärung:

    Was im Kartoffelkeller durchaus häufiger passiert ist: die eine oder andere Kartoffel hat gekeimt. Und genauso riecht auch der Gelbe Knollenblätterpilz - wie frische Keimlinge, bspw. Sojasprossen ;)

    Hallo,


    folgende Bilder bekam ich von einem Bekanntem zugesendet. Viele Informationen zum Fund gab es nicht; außer Fundort in Thüringen, an Schwarz-Pappel. Ich habe diese Art selbst noch nie zu Gesicht bekommen; die graubraunen Lamellen lenken mich aber Richtung Ackerlinge - eine Gattung um die ich bislang einen Bogen gemacht habe. Bei einer ersten Suche mit einem synoptischen Schlüssel stößt man auf den Südlicher Ackerling (Agrocybe Cylindracea), der rein optisch gut zum Fund passt. Kann das hinkommen?







    Auch für mich ein typischer Riesenrötling. Beachte die gelblichen Lamellen, die im Alter nach fleischrosa umfärben. Auch die Jahreszeit passt gut.

    Zitat

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    Tatsächlich blockierte der Farbstoff die toxische Wirkung von AMA auf die Humanzellen und erhöhte darüber hinaus die Überlebenswahrscheinlichkeit der Mäuse – allerdings nur, wenn man ihn innerhalb von vier Stunden nach dem Pilzgift verabreichte. Nach acht oder zwölf Stunden war die rettende Wirkung dahin.

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    Ein interessanter Ansatz, aber für die Therapie in der Praxis vermutlich nur sehr eingeschränkt brauchbar. Die Latenzzeit bei Grünen Knollenblätterpilz ist ja mit 4..10 Stunden ungewöhnlich groß - d.h. in der Regel werden Vergiftete erst weit nach vier Stunden im Krankhaus vorstellig..

    Hallo Markus,


    noch ein Gedanke von mir zum Husten. Dazu greife ich eine Kommentar von Stefan auf:

    Monatelanger Husten muss nicht zwingend mit Schimmelbefall in der Wohnung einhergehen!

    Wir hatten gerade erst in der Familie (Kind) einen Fall von (Para)Keuchhusten. Laut Kinderarzt und Allgemeinarzt gibt es zur Zeit eine starke Häufung der Fälle. Unbehandelt hustet man durchaus monatelang vor sich hin. Leider lassen sich die Erreger nach einigen Wochen nicht mehr durch Abstrich oder Tests nachweisen. Aber auch sonst gehen gerade viele Erkältungserreger herum. Eltern von Kindergartenbesuchenden Kindern können da gerade ein Lied von singen..

    Alles Gute für Euch.

    Lasst euch das auf der Zunge zergehen. Lärchenschneckling. Fulminant.

    Geht sehr fluffig über die Lippen. Aber sprachlich unerreicht ist natürlich das Hakentragende Eschenblattstielstengelbecherchen. Man braucht etwas, bis man das flüssig rausbekommt. Aber wenn dann im Bekanntenkreis mal über das Eschensterben geplaudert wird, ist Dein großer Moment gekommen: "Ja, das liegt am Hakentragenden....". Bämm! ^^

    Für mich sieht das aus wie einer der weißen Ritterlinge. Welcher da nach Gurken duften darf, kann ich aber nicht sagen. Die Gerüche Gurke und (nasses!) Mehl sind aber nah beieinander - könnte der Fund auch mehlig gerochen haben? Mehlgeruch wäre bei Ritterlingen weit verbreitet.

    Hallo an alle,

    im flächenmäßig größeren Teil von Europa werden Arten mit scharfer weißer Milch gegessen (ggf. nach Vorbehandlung).

    Unsere Sicht auf die Essbarkeit ist kulturell geprägt.

    Hallo Wolfgang,


    ich kenne nur eine Art, um scharfe Milchlinge essbar zu machen: silieren. Also einsalzen und im eigenen Saft gären lassen - was der Zubereitung von Sauerkraut nicht unähnlich ist. Das Ergebnis sind schlabberige Pilze mit äußerst gewöhnungsbedürftigem Geschmack und Konsistenz, die allerdings derart aufbereitet recht lange haltbar sind.


    Nur gibt es für diese Methode bei uns aber keine Tradition. Das hat sicher (auch) mit der zuverlässigen Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel im Handel zu tun. Wer diese Methode kennt und ausprobieren mag, kann das gerne tun - dann kann er so ziemlich jeden Milchling ins Salzfass stecken (außer L.turpis wegen seiner krebserregenden Inhaltsstoffe). Im Regelfall wollen sich die Leute hierzulande die Pilze direkt in die Pfanne hauen oder trocknen.


    Insofern hast Du mit Deinem Einwurf zur kulturellen Prägung nicht ganz Unrecht.

    Ein Kumpel von ihm weilt in Frankreich und hat Pilze gegessen. Vor nicht langer Zeit. Bisher keine Symptome, aber aus irgendeinem Grund ist er auf die Idee gekommen, dass die womöglich giftig sein können.

    Ein geradezu klassischer Fall, der nicht selten mit einer eingebildeten Pilzvergiftung mit echten Symptomen im Krankenhaus landet. Wegen der Unbedarftheit solcher Menschen schlagen sich dann Ärzte, Pfleger und Sachverständige die Nächte um die Ohren. :haue:

    Für den Anfänger und selbst den fortgeschrittenen Pilzsammler könnte man folgende Regel formulieren: Alle Milchlinge mit weißer oder klarer Milch bleiben im Wald.

    Besser als reine Behauptungen fände ich Argumente [..]

    Der allergrößte Teil der (europäischen) Milchlinge hat weiße bzw. seltener auch klare Milch. Unter diesen sehr vielen Arten gibt es hierzulande nur zwei relevante Speisepilze: den Brätling und den Mohrenkopfmilchling. Nahezu alle anderen Arten haben einen scharfe, kratzige, zusamnenziehende oder bittere Milch. Manchmal bemerkt man dies erst nach längeren Kauversuchen.


    Nun sind Milchlinge eine häufige Gattung in allen Arten von Wäldern, teilweise und örtlich treten einige Arten gar in Massen auf. Die Wahrscheinlichkeit also, dass der gefundene weiß/klar milchende Pilze einer der beiden oben erwähnten Speisepilze ist, ist also eher ziemlich gering. Der Mohrenkopfmilchling wächst in montanen Wäldern, den Brätling hatte ich persönlich noch nie in der Hand.


    Insofern ist die postulierte Regel für den Anfänger durchaus hilfreich: meide weiß/klar milchende Pilze.

    Leider kann ich von keinen weiteren Pilzfunde aus Neuseeland berichten, aber ich zeige zum Abschluss einfach noch ein paar andere Bilder aus diesem wunderschönen Land.


    Zunächst das (abgesehen von den Erfahrungen und Erinnerungen) wichtigste und wertvollste Mitbringsel von der Reise:



    Ich hatte mehrere analoge Kameras dabei und habe damit "einige "Filme" belichtet. Diese für mich einmaligen fotografischen Erinnerungen unbesehenen über die gesamte Reise anzuhäufen, dann über diverse Flugplätze nach Hause zu schleusen und erst nach der Entwicklung und Scan der Negative zu erfahren wie die Bilder geworden sind, ist ein unbeschreiblicher Nervenkitzel :) Aber die riesige Freude, die Bilder nach der Reise endlich das erste mal sehen zu können, wiegt das alles mehrfach auf.


    Hier also einige analoge Impressionen aus Neuseeland:


    Der wundervolle Lake Wanaka auf der Südinsel Neuseelands, am Rande der Southern Alps.


    Eine bekannte Tageswanderung auf der Nordinsel ist der Tongariro Alpine Crossing, bei dem man am höchsten Punkt direkt am Rand eines mehr oder weniger aktiven Vulkankraters steht, und einen krassen Ausblick auf die Emerald Lakes. Baden ist übrigens nicht empfehlenswert - die Seen sind extrem sauer.


    Der Ausblick über das weite Flusstal des Tasman River hinauf zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands.


    Direkt neben dem Lake Wanaka liegt ein weiterer See - der Lake Hawea. Während am Lake Wanaka der Tourismus tobt, ist es am Lake Hawea ganz still und friedlich.


    Die Sonnenuntergänge am Pacifik sind grandios. Hier aufgenommen am Punakaiki Beach, übrigens nur einen Kilometer entfernt vom oben erwähnten Pororari River Track.


    Vielen Dank fürs Betrachten :)

    Kann ich aufgrund der starken Anastomosen, die sehr auffällig waren davon ausgehen das das acCerRimus ist?

    Meiner Ansicht nach korrekt bestimmt. Offensichtlich hast Du Dich um die eindrückliche Erfahrung eines Kostversuchs gebracht. "acerrimus" heißt so viel wie "der Allerschärfste" :P