Telamonie mit roten Flecken unter Fichte

  • Hallo zusammen,


    bei der Alme-Tagung haben Jan-Arne, Markus und ich am Samstag Nachmittag (10.10.2026) noch eine extra Exkursion zum Totengrund bei Haaren gemacht. Hierbei handelt es sich überwiegend um Buchenwald auf lehmik-kalkhaltigen Boden, wo u.a. auch Herkuleskeule und Totentrompeten wachsen können. Eingestreut ist eine kleine Fichtenparzelle, in der wir eine Gruppe von Telamonien gefunden haben. Normalerweise lasse ich so etwas ja direkt links liegen, aber Jan-Arne meinte, daß man mit den rostroten Flecken am Stiel ja vielleicht eine Chance auf Bestimmung haben kann. Ich habe also mal Material eingesteckt und zu Hause mikroskopiert. Auffallend waren dabei die subglobosen Sporen, die 6.8±0.3 µm × 5.7±0.3 µm, Q=1.2±0.1 bzw. 6.2-7.5 µm × 5.2-6.2 µm, Q=1.1-1.3 messen. Nimmt man sich dann den Kibbey-Band über Cortinarien zur Hand und entscheidet sich im Telamonien-Schlüssel für Teilschlüssel A wegen der rostroten Flecken kommt man dank der subglobosen Sporen sehr direkt zu Cortinarius spilomeus. Im Bildvergleich sieht das nicht unpassend aus, neben den roten Flecken am Stiel würden auch die relativ hellen, grauen Lamellen passen. Alleine bei der Ökologie hapert es, denn C: spilomeus soll auf sauren Böden wachsen. Nun kann natürlich durch die Fichten der Boden auch oberflächlich versauert sein, ob das dann schon ausreicht? Ich würde mich auf jeden Fall über Feedback der Cortinariologen freuen. Cortinarius  Mykollege_Günter


    Fruchtkörper am Fundort


    Sporen in KOH


    Huthaut in Wasser


    Lamelle mit Kongorot gefärbt


    Björn