Lentaria

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 553 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von AlexanderK.

  • Servus Miteinander,

    Gestern konnte ich auf einem alten, liegendem, finalmorschen Nadelholzstamm schöne korallenartige verweigte Pilzlein finden.

    Die Fruchtkörper waren nicht höher als 2 cm, weißlich-cremeweiß und geweihartig verzweigt.


    beim Abtrocknen verfärbten sichdie Astspitzen ins bräunliche.

    Mit viel Anstrengung könnte man etwas violettliches hinein interpretieren

    Im Schnitt x 400 findet man immer wieder solche Kristalle

    Basidien+ Basidiolen

    Hyphen

    Die Sporen sind zylindrisch-ellipsoid, glatt. Eswaren nur sehr wenige Sporen in den Proben enthalten,

    auch ein Sporenabwurf war negativ

    hier in Kongorot

    Mit Melzer´s Reagenz gibt es eine feine Grauverfärbung

    Und Schnallen waren auch vorhanden


    Nach meinen Recherchen komme ich auf Lentaria subcaulescens.

    Die Hyphendicke nur bis 18µ ( im Ausnahmefall) die kleinen Sporen, das Verfärben der Astspitzen,

    und das Nicht verfärben des Fruchtkörpers würden m.M.n dafürsprechen.


    Was meint ihr dazu ?


    Grüße

    Felli

  • Servus Bernd,


    hast Du die Frk. mal ins Dunkle gesperrt? Nur im Dunklen werden die Äste von L. albovinacea (= der Verwechslungskandidat) violett, im Hellen geht die Verfärbung wieder weg.


    Ob L. subcaulescens und L. albovinacea was verschiedenes oder gleiches ist, ist ja umstritten. Zumindest vor 1,5 Jahren war das auch genetisch (noch) nicht klar. Du hast doch die MycBav – im Band 22 (2022) ist ein ausführlicher Artikel über L. subcaulescens und deren Abgrenzung drin. Von der dort beschriebenen Aufsammlung wollten wir ja Sequenzen checken, leider haben beide Exsikkate nicht gefunzt. Meine L. albovinacea hat genetisch immerhin Überseinstimmung mit weiteren als L.a. benamsten Funden gezeigt. Von L. s. gab es damals noch keine Sequenzen.


    Du kannst ja mal einen KOH-Check machen – falls Du noch frische Fkr. hast: meine habe ich mal frisch in KOH 20% gebadet ––> violett, bei den Getrockneten passierte dies nicht. Das ist aber nix Offizielles, nur mein Versuch/Beobachtung, siehe Fotos. Es würde mich aber interessieren, ob das vielleicht (falls L.s. eine eigene Art ist) zur Unterscheidung funktionieren würde...


    Herzliche Grüße – Rika





  • Servus Rika,

    Ja, den Artikel hab ich gelesen und die Beschreibung darin passt meiner Meinung nach auf diesen Fund recht gut.


    Ich hielt die Fruchtkörper in einer lichtdichten Dose über Nacht im Freien. Es war danach aber keine Farbveränderung an den Fruchtkörpern erkennbar.

    Vielleicht hätte ich sie bei Zimmertemperatur lagern sollen?


    Auch hab ich hier verglichen:


    Hatte deine Kollektion schon frisch diese violetten Töne?

    Auf dem Bild sieht es so aus.


    Nun zur KOH-Reaktion:

    ich hab einen frischen Fruchtkörper geteilt und eine Hälfte mit 20% KOH beträufelt.

    Die Reaktion verblüffte mich etwas.

    Nach kurzem leichten Grau schlug die Farbe in kräftiges Ockergelb um. Auch färbte sich die Flüssigkeit leicht gelbbräunlich.


    Aber 1 Versuch ist kein Versuch und ich verdünnte die Konzentration des KOH´s

    und ei verbibbsch


    hat man plötzlich einen rosa Fruchtkörper vor sich liegen.


    Der nach ca.: 1 Std wieder langsam an Farbe verlor.


    Was das nun wirklich heißt , - mal sehen


    Bin nun halt wieder mal beinahe bei 0 angelangt.


    Grüße

    Felli

  • Servus Felli,


    he – Du bist doch nicht bei (fast) Null angelangt! Du weißt doch, dass Du sicher eine Lentaria und sehr wahrscheinlich L. subcaulescens gefunden hast. Wie wenn das nix wäre ;)


    Meine Frk. waren rosa/violett, wenn ich sie aus dem Kühlschrank holte = dunkel + kalt. Also dürfte es auch nicht geschadet haben, dass Du sie im Freien hattest.

    Tja, die KOH-Geschichten sind ja schon interessant, aber anscheinend nicht zielführend, nachdem sich Dein Frk. mit KOH 20% gelb und KOH 10% vorübergehend rosa/lila verfärbt.


    Jetzt sehe ich 2 Möglichkeiten: Entweder sind Lentaria albovinacea und L. subcaulescens zwei Arten – dann ist Dein Fund sehr wahrscheinlich L. subcaulescens, und Du solltest ihn sequenzieren lassen, damit wir endlich den Unterschied zu L. albovinacea nachvollziehen können. Oder es ist nur eine Art – dann ist ganze Färberei mit hell/dunkel und KOH ist nicht konstant und damit für die Bestimmung hinfällig, was in diesem Fall dann eh wurscht wäre.


    Der L.-a.-Fund von Armin, den Du verlinkt hast, war übrigens der Dritte in der Lentaria-Runde, die ich 2024 zum Sequenzieren geschickt hatte = identisch zu meinen + den 4 Sequenzen aus Tübingen, die ich vorher schon erwähnt hatte.


    Gute Nacht – Rika

  • Servus Rika,

    war heut nochmal mit Josef am Fundort.

    Mal schauen was dabei rauskommt.

    Und die KOH-Reaktion sollte man nicht vernachlässigen / unbeachtet lassen. Danke nochmal für den bebilderten Hinweis.

    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,

    bei meinem Fund von deinem Link , waren meine frischen Frkp. (wie schon in meiner Fundbeschreibung erwähnt) vor Ort weißlich mit einem sehr schwachen Lilareflex. Nach 2-3 Stunden zuhause, nach Transport in Papiertüte, schon mit deutlichem Lilaton, der sich nach 1-2 Tagen (frisch, kühl ohne Kühlschrank) noch verstärkte. Im späteren Exsikkat dunkelten sich die Spitzen zu dunkelbraun bis schwärzlich und der Lilaton war verschwunden.

    Gruß Armin

  • Servus Felli,

    lass bitte wissen, wenn es was Neues gibt!

    Ich hatte ja meinen Fund + die Sequenziererei mit Josef besprochen. Eigentlich war vereinbart, dass Elfriede schaut, ob sie noch mal die Lentaria cf. subcaulescens an ihrem Fundort findet und sie ggf. sorgfältig reinigt + korrekt trocknet ––> für einen neuen Sequenzierversuch. Du könntest bei dieser Gelegenheit ja mal bei Josef nachfragen, ob es mit einer neuen Elfriede-Aufsammlung gelkappt hat (Herbst 2025 + 2026).

    Viele Grüße – Rika