Hallo Cognacmeister,
ja, der sieht so aus wie meine Lindtneria von der vorigen Woche. Bzgl. Namen will ich mich noch zurückhalten. Siehe Diskussion bei meinem Fund.
Gruẞ Armin
Hallo Cognacmeister,
ja, der sieht so aus wie meine Lindtneria von der vorigen Woche. Bzgl. Namen will ich mich noch zurückhalten. Siehe Diskussion bei meinem Fund.
Gruẞ Armin
Wie angekündigt, jedoch mit etwas Verspätung😌:
Meine Überprüfung der Basidien zum Abgleich mit der Lindtneria Bearbeitung von "Fraiture" im kritischen Umfeld leucobryophila.
Kurzergebnis: keine größere Erkenntnisse, aber zumindest weitere Details zum Fund.
5 Präparate und N=30 im Vergleich mit den Angaben bei Andre Fraiture
Basidien (µm) Q
Eigener Fund (N=30): 28-38 x 8-11(12) 2,5-4,3 (4,8) / Qm = 3,4
Fraiture:
leucobryophila 30-45(55) x (6)7-10 / 4,7-5,6
panphyliense 20-25 x 9-11 /2,25 (<2,7)
flava 28-38(47) x (8)9-13 / 3-4,2
> flava i.O., wird jedoch mit porigem Hymenophor beschrieben
> panphyliense hat zu kleine, stark gedrungene Basidien
> leucobryophila zu länglich, Q zu groß
Leucobryophila (Aphyllo.net): 30-50 x 7-10 > siehe Anmerkung
Anmerkungen:
Eine gute Übereinstimmung besteht mit L. flava. Jedoch passt die für L. flava angesagte porige Oberfläche nicht zu meiner Lindtneria.
Keine Übereinstimmung habe ich mit den nach "Fraiture" sehr kleinen, gestauchten Basidien zu panphyliense mit Q =2,25. Aber auch die sowie mit größeren, länglichen Basidien von leucobryophila mit einem Q von 4,7-5,6 passen nicht.
Im Gegensatz zu meiner ersten mikroskopischen Überprüfung, wo ich kein besonderes Augenmerk auf die genauen Basidienverhältnisse gelegt habe, wird nun deutlich, dass speziell die Basidien von meinem Fund auch nicht so richtig mit der Beschreibung, inklusive Skizze bei Aphyllo.net übereinstimmen.
Elia Martini beschreibt und skizziert die Basidien zu leucobryophila als schmal, keulenförmig von 30-50x7-10 ym.
Wie auch auf den angefügten Fotos ersichtlich, sind die Basidien bei meiner Lindtneria etwas kleiner, breiter bzw. gedrungener.
Zur Basidienform noch der Hinweis, dass die Basidien in der Mitte öfters eingeschnürt, manchmal etwas verbogen und junge Basidien stark gedrungen sind.
Ich lass das einfach mal so stehen. Evt. ergibt sich später noch einen sinnvollen Bezug (oder auch nicht🙄) zur Abhandlung im neuen Band von Larsson und Ryvarden und einem Résumé zu meiner Lindtneria.
Gruß Armin
Hallo Frank,
ja, das ist alles etwas zu "schwammig" für ein belastbares Ergebnis.
Wenn zudem die Sporen (und andere mikroskp. Elemente) keine Unterschiede aufzeigen, ist
L. leucobryophila (inkl. Syn. panphyliensis)
sinnvoll und vernünftig.
Aber schauen wir mal wie Larsson +Ray das Thema abhandeln (DNA?).
Bis dahin versuche ich noch die Basidienverhältnisse nach Fraiture abzuklären, weil nach dieser Aufschlüsselung, noch flava möglich wäre (?)
Ausgehend von der Oberflächenstruktur im Schlüssel Fraitur, passt mein Fund aber nur zu der Beschreibung "panphyliensis" (Hymenophore papillate to odontioid)
Gruß Armin
Kurzes Zwischenergebnis:
Vermessen habe ich noch nichts aber,
....mir ist aufgefallen, dass beim Artikel von Fraiture L. panphyliensis ohne Schnallen geschlüsselt wird und bei Bernicchia eindeutig mit Schnallen, was auch bei Fraiture erwähnt wird. Hhm, Wat nu ??
Ich habe eindeutig Schnallen an den Basidien (siehe Mikrofoto), dann wäre L. panphylieniss schon mal raus (nach Fraiture)? 🤔
Gruß Armin
Hallo Christoph,
danke für deine Ausführungen.
Über Bernicchia bin ich in die Gattung Lindtneria eingestiegen und hier passten die 5-6ym breiten, schwach ornamentierten Sporen von flava nicht zu meinem Bild, wie aber auch nicht die abgebildeten Sporen zu L.leucobryophila.
L. panphylienis kommt da gut hin genau wie auch bei bei Elia Martini, allerdings synonymisiert mit L. leucobryophila.
Danke für den Link👍, Fraiture kannte ich nicht, solch ein Abhandlung habe ich gesucht. Ich werde mir das in Ruhe anschauen und evtl. nochmals gezielt mikroskopieren (..Basidien etc). An die anderen Paper komme ich leider auch nicht.
Und ja, ich übertreibe es manchmal mit der Farbe. Bei den Cortis ist das oft nicht so schlimm, bei den Ascos wäre es eine No-Go. Versuche mich zu bessern🫡
Gruß Armin
Hallo zusammen,
Lindtneria, eine für mich neue Gattung, mit gleichzeitig stark warzigen aber auch glatten Sporen in derselben Art.
20.04.26 St. Wendel (neu für Saarl.?) an Laubholzast.
Anhand der Dokumentation von Elia Martini in aphyllo.net ist es
Lindtneria leucobryophila (Henn.) Jülich (1977), der L. panphyliensis Bernicchia&Larsen (1990) als Synonym aufführt.
Fundbeschreibung:
Frkp auf bodenliegendem Laubholzast mit Moos, frisch leuchtend gelb- schwefelgelb (nicht weißcreme), dünn, weichhäutig, weichwarzig- odontoid bis schwach kleinstachelig (kaum glatt), schwach filzig und leicht vom Substrat zu lösen.Mit bräunlichen Rhizomorphen, Subikulum spinnwebartig.
Zur Farbewiedergabe: Mein Smartphone brachte den gelben Farbton nicht richtig rüber, so dass ich korrigieren musste, wie man unschwer sieht. Trotzdem fehlt hier noch etwas an dem richtig leuchtenden Schwefelgelb des Frkp. (Exsikkat bleibt gelb).
Mikro:
Sporen 6,6-8,5(10)x3,5-4,5(5) µm, cyanophil, elliptisch bis schmalelliptisch, von unregelmäßig grobwarzig stachelig, schwach gratig bis nur rau oder auch glatt.
In den Rhizomorphen gelegentlich große wurstförmige, aber auch kugelige blasige Zellen (siehe Fotos).
Basidien mit klein-bis großkörnigem cyanophilen Inhalt, mit Schnallen
Hyphen mit Schnallen hyalin, dünnwandig 3-8 µm, wobei ich subhymenialen und subikulären Hyphen nicht eindeutig zuordnen konnte (> siehe Mikrofotos u.a. mit dem spinnwebenartigen Subiculum)
Zu Synonym L. panphyliensis
Über den Artrang scheint es in Fachkreisen verschiedene Meinungen zu geben.
Wenn Merkmale (> aus Internet-Dokus) wie:
weißlich bis cremefarbene Frkp, alt meruloid bis porig, gleichmäßig feinwarzige Sporen ohne Grate, für L. leucobryophila sprechen, wäre mein Fund eigentlich L. panphyliensis zuzuordnen. Eine einheitliche klare Trennung über Hyphen konnte ich bei Bernicchia oder auch im Schlüssel von Alick Henrici nicht ersehen. Ist die variable Artauffassung, wie aufgeführt bei Pi.-Deutschland.de, der aktuelle Stand oder gibt es etwas Neues dazu?
Vielleicht kann Frank Dämmrich zu diesem Thema etwas sagen.
Übrigens gibt es seit paar Tagen den 2ten Band von Corticioid fungi of Europe, von KH Larsson & Leif Ryvarden, der auch Lindtneria beinhalten müsste. Wäre interessant zu wissen, wie dort die beiden „Arten“ abgehandelt werden. Vielleicht hat schon jemand Zugriff auf den Band? ![]()
Gruß Armin
Hallo zusammen,
Amaurodon viridis (Alb.&Schwein)J.Schröt.
Zufälliger Fund am 07.04. 2026 in Marpingen MTB 6508.1 auf alten abgelagerten Holzresten (sp.).
Eine seltene tomentelloide Art mit eindeutigen, leicht zu identifizierenden Merkmalen:
Blaugrauer körnig-warziger (bis stacheliger laut Lit.) Rindenpilz mit rundlichen warzigen Sporen, die sich auffallend blauviolett bis grünlich verfärbend in KOH zeigen.Mein erster Gedanke war ein Filzrindenpilz Byssocorticium.
Der Blick ins Mikroskop in ein KOH-Präparat brachte dann einen Wow Effekt, den man nicht mehr vergisst und auch manchmal braucht, vor allem wenn man nicht damit rechnet.
Diese beeindruckenden violett bis grünlichen Farbkombinationen in KOH sieht man selten, auch wenn es hier auf meinen Mikrofotos nicht so rüberkommt.
Meine Macro Vorort Handyaufnahme ist leider sehr dürftig.
Björn boccaccio hat diese Art im Dezember 2025 besser und detaillierter dokumentiert:
Gruß Armin
Hallo zusammen,
3 Rindenpilze und ein Pyrenomycet auf einem Laubholzast.
Teamwork, Konkurrenten oder sogar feindliche Übernahme?
Bis auf den Pyreno haben sie sich zumindest auf Abstand gehalten.
Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen. Auch Berichtigungen oder Zweifel an den Ergebnissen sind wie immer erwünscht.
Gruß Armin
Hallo Cognacmeister,
vergleiche mal mit Peniophora laeta, dann solltest du aber auffällige Zystiden sehen.
Gruß Armin
Hallo Frank,
freut mich, dass es passt.
Dann müssen es auch nicht immer die auffälligen "fetten"Gloeozystiden sein, wie sie bei Bernicchia abgebildet sind.
Danke für deine Einschätzung, dann werde ich die Sistotrema auch so ablegen.
Gruß Armin
Hallo zusammen,
bei dieser mehrsporigen Sistotrema konnte ich Basidien mit 4,6 und 8 Sporen eindeutig (2sp. +/-) sehen. Eine 8sporige Basidie konnte ich auch mit etwas Glück abbilden (>Foto).
Die Sistotrema breitete sich auf der Rinde eines alten, feuchten Holzklotzes Prunus sp. aus und überzog noch ein darunterliegendes Walnussholz. Den Pilz beobachtete ich im eigenen Garten und er war zumindest im kompletten Februar vital.
Mit typisch urniformen Basidien, schwach allantoiden Sporen, Hyphen mit Öltröpfchen, Verdickungen an den Schnallen, Gloeozystiden(*) und weißem Frkp. (auch als Exsikkat) bin ich hier bei Sistotrema coroniferum angekommen.
Mein vorläufiges Ergebnis war S. octosporum, weil ich keine Gloeozystiden sah. Jedoch die schwach allantoiden Sporen passten nicht richtig zu S. octosporum. Erst bei Nachprüfungen am Exsikkat fand ich sehr vereinzelte, schlecht differenzierbare Gloeozystiden, eingebettet im Hymenium.
Sp: Abwurf 02.Febr. in Wasser: 4,5-6 x 2-2,5
Neuer Frkp. 3 Wochen später: Sporen im Durchschnitt etwas größer und bis 6,5 (7) µm, sowie vermehrt 2sp. Basidien. Zumindest sah es oft aus nach Sterigmen kleiner gleich 4. >siehe Fotos Präparat 2 in Phloxin und Kongo.
Sp >> 4,5-6,5 x 2-2,5 µm / Basidien urniform 15-22 x 4-7 µm
*Gloeozystiden ca. 20-70 x 4-10µm waren eher spärlich vorhanden und schlecht differenzierbar. Am besten konnte ich sie noch in Phloxin und Kongo sehen (Exsikkat).
Wenn meine Gloezystiden Fotocollage von einem Präparat wäre, hätte ich weniger Bedenken für S. coroniferum, jedoch ist es ist ein Zusammenschnitt von mehreren Exsikkat-Präparaten, wobei ich Schwierigkeiten hatte zwischen Gloeozystiden und gloeopleren Hyphen zu unterscheiden. Dieses Problem wird auch in der Anmerkung zu S. coroniferum bei CoNE beschrieben.
Die Hyphen bis 6 µm sind +/-dünnwandig, mit Schnallen, oft mit Öltropfen und auch mit deutlichen Verdickungen im Bereich der Schnallen.
Geschlüsselt mit Sistotrem aphyllo.net und in CoNe
Sistotrema resinicystidum, auch mit Gloeozystiden, habe ich wegen ihrer kleineren und weniger allantoiden Sporen ausgeschlossen.
Die Sporengröße entspricht auch der Angabe von Elia Martini in aphyllo.net., wobei die Sporen in der Sporenskizze von Elia Martini im Durchschnitt länglicher sind als die Sp. von meinem Abwurf.
Übrigens wird auch bei Pi. d . Schw. BK 2 Nr 190 auf verschiedene Sporenmasse/ Sporengröße bei gleicher Koll. hingewiesen.
Ich hoffe, dass Frank Tomentella
zu den Punkten Gloeozystiden, Sporen sowie zu meinem Ergebnis sein Fachwissen beisteuert .
Gruß Armin
Hallo zusammen,
passend zu meinem „kleinen Stacheling“ mit rundl. Sp. und „Gloeozystiden“ vor ein paar Tagen hier im Forum, nun auch an Prunus, der
Spitzstachelige Zähnchenrindenpilz Hyphodontia arguta.
Makroskopisch konnte ich an den Stacheln kaum einen Unterschied zwischen den beiden Arten ausmachen. Mikroskopisch aber sind die Merkmale der beiden Arten grundverschieden. Im Gegensatz zum ersten, der leider noch keinen festen Namen hat und ich wohl als spec, bzw. xylodon spathulatus cf. ablegen werde, sind die mikroskopischen Merkmale für Hyhodontia arguta eindeutig. Abgeglichen u.a. mit dem eher höckerig-warzigen H. alutaria.
Die makroskopischen Fotos sind leider sehr schwach (von beiden Arten).
Gruß Armin
Hallo zusammen, diesen kleinen „Stacheling“ vom Januar hatte ich ohne Ergebnis abgelegt, jetzt wieder bearbeitet, jedoch ohne ein zufriedenstellendes Endergebnis.
Mit Sp. amyloid (schwache Reaktion in Melzer) kam ich zu keinem vernünftigen Ergebnis.
Mit Sp. inamyloid, weiß-gelben 1-1,5 (2?) mm langen Stacheln auf Laubholz, stark rundlichen Sporen um 5µm, kopfigen Endhyphen und dünnwandigen Gloeozystiden wäre
Xylodon spathulata eine Möglichkeit.
Aber: Inkrustationen am Kopfteil (Halozystiden?) nur 1x schwach gesehen. Die Gloeozystiden waren etwas größer (1x sehr groß) und oft breit abgerundet und weniger spitz zulaufend wie z.B. bei CoNE skizziert. Kleinere Kristalle waren im Hymenium zu sehen, aber stark inkrustierte Endhyphen, wie z.B. abgebildet bei Bernicchia und CoNE waren eher wenig vorhanden > siehe Fotos und Beschreibung.
Beschreibung
13.Jan. 2026, liegender, morscher feuchter Laubholzast, wahrscheinlich Prunus (neben Erle und Pappel) an einem feuchten Hang neben einem Weiher.
Frkp. 5x2 cm, ca. 1-1,5 mm lange weiß-gelbe Stacheln, einzeln bis dicht, ausgehend von einem dünnen weißlichen Subikulum.
Stacheln +/- zylindrisch bis konisch, apikal meistens abgerundet, aber nicht spitz, mit sehr feinem weißem Flaum. Ältere Stacheln reißen z.T. apikal auf, bzw. die Spitze bricht ab.
Mikroskopisch:
Sporen in Melzer schwach gefärbt, jedoch eher nicht amyloid, glatt, manche erscheinen +/- dickwandig vor allem in Kongo, Melzer und BWblau.
4,5-5,5 x 3,5-4,5µm, überwiegend stark rundlich, nicht breitelliptisch. Q. ca.1.1-1.4
„Gloeozystiden“: sehr vielfältig bzgl. Form und Größe. Dünnwandig, Inhalt matt, ölig-trüb homogen (nicht klein tröpfchenartig), grau bis schwach gelb. Keulenförmig, zylindrisch, apikal überwiegend abgerundet, manchmal kopfig, aber auch spitz zulaufend oder flaschenförmig mit verlängertem Hals und auch mit Einschnürungen. Die Gloeozystiden waren im Hymenium nicht immer deutlich zu orten. Am besten waren sie in Melzer und Kongo zu sehen. BWblau keine besondere Reaktion, SV löste das Präparat auf.
20-70 x 4-8µm, aber auch wenige große, gelblich, ölige Teile bis 130 x 13µm.
Endhyphen apikal kopfig von 3-6µm und Schnallen. Halozystiden bzw. Inkrustationen am Kopfteil (in Wasser) habe ich 1x schwach gesehen (> Foto).
Hyphen ca. 2-3,5 µm dünn- bis dickwandig mit Schnallen. In der sterilen Stachelspitze parallel verlaufend. Kleine Kristalle waren vorhanden, jedoch stark inkrustierte Hyphen konnte ich nicht feststellen.
Lit: CFE1 Larsson+Ryv2021 / Bernicchia / Dokus Fr. Dr. Maser/ 73(2) / CoNoE
Vielleicht hat jemand einen Vorschlag.
Danke für die Zeit und eventuelle Rückmeldungen.
Gruß Armin
Hallo Vitus,
Vielleicht hilft dir dieses Mikrofoto von R. rickii deinem Basidienproblem:
Hallo Vitus,
zu deiner Rückfrage "3-4sporig":
Für mich interpretiere ich das Bild als viersporig (auf meinem Smartphone), aber da kann man auch anderer Meinung sein. Wenn du die Basidie als 3sporig durchfokusierst hast, wird es auch so sein.
Gruß Armin
Hallo Vitus,
vergleiche mal mit
Radulomyces confluens.
Dann müsstes du aber auch Schnallen finden.
Übrigens deine "scheinbar" 3sporige ist aber 4sporig.
Gruß Armin
Hallo zusammen,
zumindest diejenigen, die sich meinen Beitrag Leptosporomyces fuscostratus vor
2 Wochen angesehen habe möchte ich informieren, dass ich das Thema in Leptosporomyces
fuscostratus mutabilis abgeändert habe. Weiteres hier im
Ursprungsbeitrag.
Ich hoffe, dass es jetzt besser passt ![]()
Gruß Armin
Nachtrag / Berichtigung 02.03.26
Nach Rücksprache mit Frank Dämmrich, hat er darauf hingewiesen, dass er keine „braun inkrustierten Basalhyphen“, erkennen kann, die für Leptosporomyces fuscostratus bestimmungsrelevant sind. Nach Überprüfung kann ich das bestätigen und stimme auch seinem Vorschlag
Leptosporomyces mutabilis zu, was nun auch besser zu meinen minimal größeren Sporen passt.
Ich war hier durch die sehr auffälligen gelben Rhizomorphen mit den braungelblichen, inkrustierten Hyphenbündel im Bernicchia-Schlüssel (Basalhyphen pale brown) falsch abgebogen, die direkt zu L. fuscostratus führen. Aber L. mutabilis ist später im Schlüssel auch mit +/- Rhizomorphen beschrieben (wenn auch schwächer).
Meine nachfolgende ursprüngliche Fundbeschreibung habe ich nicht verändert bis auf die mit rot gekennzeichneten Textstellen.
-diese Richtigstellung muss sein, danke Frank
-
Gruß Armin
Hallo zusammen,
ein atheloider Rindenpilz mit auffälligen, gelben, dicken, (bestimmungsrelevanten) Rhizomorphen.
Mit den passenden Sporen* und Hyphen inkl. Schnallen etc. war mein Ergebnis:
Leptosporomyces fuscostratus bzw. Confertobasidium olivaceoalbum (BK2 Nr.56).
07.02.26 (Daniel Groß) Rubenheim / Saarland an morschem Nadelholz mit Braunfäule.
Dünn, locker, leicht ablösbar, cremefarben. Auffällig sind die bis über 0,2mm dicken gelben Rhizomorphen, umgeben von dünnen, weißen, spinnwebenartigen Hyphen, die tief das Substrat durchdringen.
Foto1
Mikro
Basidien 4sp. ca. 13-17x4µm, mit Basalschnalle.
Sporen-Abwurf in Wasser: elliptisch bis subzylindrisch 4-5 x 2-2.3µm [(3,5) 4-5(5.5) x 1,8-2,5 (2,8)]
*siehe auch Bemerkung zu den Sporen (am Schluss)
Foto2/3
Hyphen:
Gerade, lange Hyphen 2-4µm dünn- dickwandig (?) mit kräftigen Schnallen und, dünnwandige Hyphen ca. 2-3µm.
Rhizomorphen aus gelbbräunlichen Hyphen bis 4µm mit körnigen Auflagerungen und jungen dünnen hyalinen Hyphen.
Ob der gelbbräunliche Farbstoff in oder an den Hyphen bzw. sich an den Auflagerungen befindet, kann ich nicht sicher beurteilen.
Hyphenauflagerungen und der gelbe Farbstoff werden mit 3% KOH rel. schnell ab-, bzw. ausgewaschen (siehe Foto). Einen Hinweis in der Literatur habe ich dazu nicht gesehen.
Foto4/5/6
*Bemerkung zu den Sporen in der Literatur zu L.fuscostratus:
In der Literatur werden die Sporen oft etwas kleiner angegeben:
z.B. Bernicchia und FTE: 3,5- 4 x 1,5-2(-2,5), BK2 Nr. 56 als C. olivaceoalbum: 3,5-4,5x 2-2,5.
Aber Elia Martini (aphyllo.net): gibt mit: 3,5-5 x 1,7-2,5µm, größere Sporen an, also in etwa die gleiche Größe wie meine.
Auch die Sporen in der Skizze bei E. Martini entsprechen sehr gut meinem Sporenbild vom Abwurf in Wasser.
Zur Vollständigkeit:
Es soll noch einen Leptosporomyces montanus mit größeren Sporen von 5-6,5 µm geben, der jedoch nicht in Frage kommt, auch wenn ich selten eine Spore bis 5,5 und sogar einen Ausreißer bis 6ym µm gemessen habe.
>> Sporen i.o. wie angegeben in der Lit. zu Leptosporomyces mutabilis !
Wenn kein Veto kommt, werde ich den Fund als Leptosporomyces fuscostratus mutabilis ablegen, aber auch Zustimmung oder Hinweise nehme ich dankend an. ![]()
Gruß Armin
Hallo Frank, danke für deine Expertise.
Ich habe schon gemerkt, dass Oxyporus kein einfaches Umfeld ist, zumal wenn man vorher die Gattung noch nicht kannte.
Makroskopisch kommt man wahrscheinlich nur mit viel Erfahrung zu einem vernünftigen Ergebnis.
Im Internet findet man dazu auch rel. wenig an Vergleichsmaterial bzgl. Mikrofotos. Um so mehr freut es mich, dass die Richtung (dank gutem Schlüssel👍) gestimmt hat.
Gruß Armin
Hallo zusammen,
Oxyporus corticola cf, ist mein Arbeitsergebnis bei diesem Porling, das jedoch einige Fragen offen lässt.
An Arten von Physisporinus und Rigidoporus (nach Ryv. +Melo / Fungiflora 37) denke ich eher nicht, u.a. wegen der Sporenform.
Das Umfeld Oxyporus ist für mich neu, sodass vielleicht noch eine andere Gattung infrage kommen könnte.
Beschreibung:
Anfang Februar, resupinat, frisch weich, auf einem liegenden Pappelast neben einem Bachlauf. Kleinporig ca.3-5 /mm, jung weiß, später creme-ocker. Der Randbereich besteht aus einem grauen, später weiß-wattigen, baumwollartigen Filz.
Die jung rundlich bis unrunden, dünnwandigen Poren reißen z.T. lateral deutlich geschlitzt und länglich auf (> Foto 1+2).
Eine Porenschicht überwuchs seitlich eine ältere Porenschicht. Ob man dies als mehrjährig deuten soll oder der Ast nur durch Veränderung der Lage neu überwachsen wurde, kann ich nicht beurteilen.
Foto1 und 2:
Mikro
Sp: 4,5-5,5(6) x 2-3,5 (4) µm, J-, elliptisch bis breitelliptisch oft mit einem großen Wassertropfen.
Basidien breitkeulig ca, 10-17 x 4-µm
Hyphen und Zystiden
Hyphen ohne Schnallen, dünn- bis dickwandig (2)2,5-4µm. Subikularhyphen 2,5-4µm (!) dünn-u. dickwandig.
Auffallend die vielen großen und kleinen Kristalle, die u.a. auf und an dünn- bis dickwandigen Zystiden (Hyphenenden?) angedockt sind. Diese stark inkrustierten Elemente ließen sich kaum freistellen bzw. sauber abbilden. Meistens waren nur die Kristallkappen oder Kristallgerippe zu erkennen, ohne die dazugehörigen Zystidenstruktur (Foto 4/5/6). Die wenigen freien inkrustierten Elemente sahen aus wie ein dünner Stiel mit Kristallkappe. So richtig konnte ich den Ursprung dieser Zystiden nicht verfolgen, weil sie stark mit den Hyphen verklebt waren.
Foto 4/5/6
Aufschlüsselung
Mit dem Oxiporus Schlüssel von Frank Dämmrich in tomentella.de kommt man zu Punkt 5, wo zwischen a) Zystiden auffallend dickwandig bis 2,5µm und b) dünnwandig mit elliptischen Sporen aufgetrennt wird.
a) Stark inkrustiert ja, z.T. auch dickwandig, aber eher nicht auffallend dickwandig, was für O. corticola sprechen würde.
Ob die Abbildung in Foto 5 eine Gloeozystiden ist, bin ich mir nicht sicher (sollen laut Frank Dämmrich rel. schwierig zu finden sein ).
O. latemarginatus mit bis 8µm breiten Subikularhyphen entfällt (Foto 6).
b) O. obducens wäre die Alternative mit etwas kleineren Sporen (bis subglobose nach Ryv. +Melo) und oft mit Konidien (keine gesehen).
Bei den Sporen liege ich im Überschneidungsbereich von O. corticola und den O. oducens, wobei die Sporen im Durchschnitt mit 5x3µm und einige bis 5,5(6)µm für O. corticola sprechen würden (nach Ryv. + Melo). Elliptisch bis breitelliptisch sind die Sporen, aber eher nicht subglobose wie beschrieben bei O,obducens.
Zum Thema dickwandige Zystiden hat mich die Abhandlung von Petre Pampola in Ceska Mykologie 46 (3-4) 1992 (https://czechmycology.org/cm/CM46307.pdf) etwas irritiert, wo überwiegend dünnwandig inkrustierte Zystiden zu O. obducens gezeigt werden, mit ähnlichen Kristallen, wie bei meinem Fund.
Liege ich richtig mit Oxyporus corticola und dünnwandigen Zystiden oder doch mit dickwandigen Zyst. als O. obducens mit etwas zu großen Sporen richtig.
Kommt evtl. noch was anderes in Frage?
Gruß Armin
Danke Frank für die Zustimmung.
Sind eigentlich Funde aus Deutschland oder Europa von dieser Sistotremastrum chilensis bekannt?
.........
Bei meiner Recherche hat mir hier im Forum die Diskussion zum Sistotremastrum Beitrag von Matthias sehr geholfen.
Aufgefallen ist mir dabei ein geniales Foto von Matthias Mreul von mehrsporigen Sistotremastrum Basidien. Aufgenommen mit Aufllicht. Beim schnellen Überfliegen des Beitrags sieht das Foto im ersten Moment eher unscheinbar aus und man übersieht die Details.
Schade dass es diese tolle Beiträge von Matthias nicht mehr gibt.
Gruß Armin
Hier nochmal für alle zum Genießen(>zoomen!)
Hallo zusammen, Gruß aus dem Saarland.
Bei diesem mehrsporigen Rindenpilz bin ich über Sistotrema zu der mir bis jetzt unbekannten Gattung Sistotremastrum gekommen.
Für Sistotrema passten u.a. die Kombination Sporen u. Schnallen sowie vor allem die für Sistotrema typischen urnenförmigen Basidien nicht.
Mit dem Sistotremastrum Schlüssel von Frank Dämmrich, Bernicchia, M.Teresa Telleria (a new spec..) und 3 Beiträgen hier im Forum (!)
ist mein Ergebnis:
Sistotremastrum guttuliferum
Fund 26.01.26 bei Fechingen (Saarl.):
Laubholz, Ast, 3cm, morsch, feucht.
Resupinat, grauweiß bis creme, dünn, weich, porös bis feinwarzig-knubbelig.
Mik:
Sp: 5-7x2,5-3µm, J-, elliptisch bis zylindrisch, einige schwach gekrümmt, oft mit einer geraden Seite.
Bas: 3-6(8~)sp., ca. 15-25µm x 4-5(6)µm, mit Schnallen, keulig-zylindrisch bis lang-zylindrisch, teils verbogen, manche schwach eingeschnürt, nicht urnenförmig (bis auf sehr wenige Ausnahmen). Auch der Hinweis von Frank Dämmrich, hier im Forum, auf das Zusammenfallen der Sterigmen nach Sporenabwurf war auffallend zu sehen.
Keine Zystiden.
Subikulum-Hyphen: 4-6 (8)µm, +/-dickwandig, überwiegend kurzzellig und unregelmäßig verdickt, oft unregelmäßig verzweigt, mit deutlichen Öltropfen und Schnallen, wobei öfters mit Verdickungen an den Septen.
Obwohl mir mein Ergebnis schlüssig erscheint, wäre mir eine Bestätigung oder Berichtigung bzw. Hinweise von jemandem, der schon mit dieser Gattung zu tun hatte, hilfreich.
Gruß Armin
Hallo Stefan,
danke für die Info.
Ich hatte es über die Bearbeitungsfunktion probiert. Nach Upload >Cursor-Platzierung > Anworten (evtl. falscher Button 🤔) war das Foto in einem neuen Beitrag (den ich dann gelöscht habe) und nicht im Original. Ich lasse es jetzt wie es ist.
Gruß Armin
