Hallo zusammen,
mit aufziehendem Nebel und endlich Feuchtigkeit in den Wäldern kommen die Schleimer doch noch. Eine Sache, die mir aber heute aufgefallen ist: Während die Fichtenbegleiter eigentlich ganz gut dastehen, vermisse ich fast sämtliche Tannenbegleiter, die hier sonst eigentlich häufig sind. Mehrere Tannen begleitende Schnecklinge und Schleierlinge, sowie auch Lachsreizker, Lactarius albocarneus und Lactarius intermedius fehlen noch praktisch komplett. Oft kommen die bei mir tatsächlich auch später als die Fichtenbegleiter aber langsam wirds spät im Jahr.
1. Das mit wirklich abstrusem Abstand häufigste Phlegmacium ist der Ziegelgelbe Schleimkopf. Ich habe keine Ahnung wie die das anstellen, wenn so gut wie alle anderen Phlegmacien ein schlechtes Jahr haben, wirklich absolut überall in diesen Mengen rumzustehen. Die kommen seit 3 Wochen völlig ununterbrochen frisch, mit prächtigen Exemplaren.
2. An den produktivsten Standorten des Ziegelgelben gesellt sich mit Glück der Goldstaubklumpfuß, Cortinarius aureopulverulentus dazu. Eine schöne Art mit sehr eigentümlicher Hutfarbe, goldgelbem Velum und toller KOH Reaktion
3. Noch seltener kommt dann noch Cortinarius pseudoglaucopus, der Violettgrüne Klumpfuß (völlig unpassender Name) dazu. Diese immerhin als RL1 gelistete Art scheint in "meinem" Wald ein nettes Refugium gefunden zu haben, ich konnte dort schon etwa 10 Myzelien feststellen.
3b Die Art präsentiert sich bei mir gern sehr gelb aber da es mit C. anaunianus noch eine Schwesterart bei Weißtanne gibt, muss ich vielleicht doch noch einen zur Sequenz schicken. Die Literatur berichtet nämlich weder von stark gelben Hutfarben, noch von der eigentümlich orangen KOH Reaktion
4. So jung eine sehr schicke Art ist Cortinarius terpsichores, der Pracht-Klumpfuß, der seinem deutschen Namen tatsächlich mal gerecht wird
5. Und recht nah verwandt aber leider nicht so prächtig ist ein kräftiger Fichtenbegleiter, der auf den Namen Cortinarius caesiocanescens hört
6. Eine.tolle Art, die in diesen Wäldern erfreulicherweise recht häufig ist und die Nase rettet, nachdem mans mal wieder nicht lassen konnte, an einem Schwefelritterling zu schnüffeln: Der Marzipanschneckling, Hygrophorus agathosmus
7. Und noch ein weiterer Nadelwaldschneckling, jung mit schicker, sattbrauner Hutfarbe, Hygrophorus discoideus
8. Direkt am Bach dann doch noch ein Tannenbegleiter, Hygrophorus abieticola, der Terpentinschneckling
9. Diesen Ritterling gabs heute bei Fichte häufig, da weiß ich nicht ganz wo hin damit, falls wer Ideen hat:
10. Und dann gabs noch ein Bisschen Beifang unkommentiert. Tatsächlich noch gar nicht so wenige frische Steinpilze
11. Maronen
12. Fliegenpilze
In Gelb:
13. Ein paar wenige Trompetenpfiffis
14. Immer noch fahle Röhrlinge, die ein extrem gutes Jahr haben
16. Einige junge Parasole
17. Pholiota sect. Adiposae
19. Eine schicke Thelephora
20. Macrolepiota mastoidea, seinem Namen alle Ehre machend
21. Überraschend viele Orangebecherlinge
22. Und zum Abschluss noch 2 Killer. Galerina sect. Naucoriopsis, einer der Gifthäublinge
23. Und noch einen grünen Knolli, der bei mir dieses Jahr weit hinter seinem gelben Bruder zurückbleibt.
Wenn jetzt noch meine Tannenbegleiter kommen geh ich versöhnlich aus der Pilzsaison, sonst war sie wirklich übel unterm Strich.
Viele Grüße
