Schicke Schleimer und mehr

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 49 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Hallo zusammen,

    mit aufziehendem Nebel und endlich Feuchtigkeit in den Wäldern kommen die Schleimer doch noch. Eine Sache, die mir aber heute aufgefallen ist: Während die Fichtenbegleiter eigentlich ganz gut dastehen, vermisse ich fast sämtliche Tannenbegleiter, die hier sonst eigentlich häufig sind. Mehrere Tannen begleitende Schnecklinge und Schleierlinge, sowie auch Lachsreizker, Lactarius albocarneus und Lactarius intermedius fehlen noch praktisch komplett. Oft kommen die bei mir tatsächlich auch später als die Fichtenbegleiter aber langsam wirds spät im Jahr.

    1. Das mit wirklich abstrusem Abstand häufigste Phlegmacium ist der Ziegelgelbe Schleimkopf. Ich habe keine Ahnung wie die das anstellen, wenn so gut wie alle anderen Phlegmacien ein schlechtes Jahr haben, wirklich absolut überall in diesen Mengen rumzustehen. Die kommen seit 3 Wochen völlig ununterbrochen frisch, mit prächtigen Exemplaren.

    2. An den produktivsten Standorten des Ziegelgelben gesellt sich mit Glück der Goldstaubklumpfuß, Cortinarius aureopulverulentus dazu. Eine schöne Art mit sehr eigentümlicher Hutfarbe, goldgelbem Velum und toller KOH Reaktion

    3. Noch seltener kommt dann noch Cortinarius pseudoglaucopus, der Violettgrüne Klumpfuß (völlig unpassender Name) dazu. Diese immerhin als RL1 gelistete Art scheint in "meinem" Wald ein nettes Refugium gefunden zu haben, ich konnte dort schon etwa 10 Myzelien feststellen.

    3b Die Art präsentiert sich bei mir gern sehr gelb aber da es mit C. anaunianus noch eine Schwesterart bei Weißtanne gibt, muss ich vielleicht doch noch einen zur Sequenz schicken. Die Literatur berichtet nämlich weder von stark gelben Hutfarben, noch von der eigentümlich orangen KOH Reaktion

    4. So jung eine sehr schicke Art ist Cortinarius terpsichores, der Pracht-Klumpfuß, der seinem deutschen Namen tatsächlich mal gerecht wird

    5. Und recht nah verwandt aber leider nicht so prächtig ist ein kräftiger Fichtenbegleiter, der auf den Namen Cortinarius caesiocanescens hört

    6. Eine.tolle Art, die in diesen Wäldern erfreulicherweise recht häufig ist und die Nase rettet, nachdem mans mal wieder nicht lassen konnte, an einem Schwefelritterling zu schnüffeln: Der Marzipanschneckling, Hygrophorus agathosmus

    7. Und noch ein weiterer Nadelwaldschneckling, jung mit schicker, sattbrauner Hutfarbe, Hygrophorus discoideus

    8. Direkt am Bach dann doch noch ein Tannenbegleiter, Hygrophorus abieticola, der Terpentinschneckling

    9. Diesen Ritterling gabs heute bei Fichte häufig, da weiß ich nicht ganz wo hin damit, falls wer Ideen hat:

    10. Und dann gabs noch ein Bisschen Beifang unkommentiert. Tatsächlich noch gar nicht so wenige frische Steinpilze

    11. Maronen

    12. Fliegenpilze

    In Gelb:

    13. Ein paar wenige Trompetenpfiffis

    14. Immer noch fahle Röhrlinge, die ein extrem gutes Jahr haben

    15. Collybia personata

    16. Einige junge Parasole

    17. Pholiota sect. Adiposae

    18. Ein Speier

    19. Eine schicke Thelephora

    20. Macrolepiota mastoidea, seinem Namen alle Ehre machend

    21. Überraschend viele Orangebecherlinge

    22. Und zum Abschluss noch 2 Killer. Galerina sect. Naucoriopsis, einer der Gifthäublinge

    23. Und noch einen grünen Knolli, der bei mir dieses Jahr weit hinter seinem gelben Bruder zurückbleibt.

    Wenn jetzt noch meine Tannenbegleiter kommen geh ich versöhnlich aus der Pilzsaison, sonst war sie wirklich übel unterm Strich.

    Viele Grüße

  • Ist doch ein bisserl was zusammengekommen 🙂


    Den Ritterling (Nr.9) kannst Du mal mit Tricholoma vaccinum, em Bärtigen Ritterling vergleichen. Der Name ist selbsterklärend 😉


    Bei uns in Thüringen ist die Saison auch eigenartig. Im Nadelwald (wo ich nie unterwegs bin) geht es , auch wenn sich nicht viele Röhrlinge blicken lassen. Im Laubwald dagegen ist teils tote Hose. Gestern lief durch meinen Kalkbuchenwald und fand neben einigen Graugrünen Milchlingen und vereinzelten anderen Arten nur Unmengen von Brennenden Rüblingen, die bekanntermaßen ewig im Wald stehen bis sie vergammeln. Dazu kommt, dass die Laubfärbung der Buchen gerade erst begonnen hat - arg spät im Jahr.


    Ich hoffe auf eine späte Saison bis in den November hinein, denn da werde ich in Goslar bei Andreas Gminder am Schleierlingskurs teilnehmen.

  • Den Ritterling (Nr.9) kannst Du mal mit Tricholoma vaccinum, em Bärtigen Ritterling vergleichen. Der Name ist selbsterklärend 😉

    Danke,

    da sieht man mal was für Schwächen ich in manchen Gattungen habe, für mich war der Birkenbegleiter :haue:

    Dass meine Laubwälder völlig unzuverlässig sind bin ich ja gewohnt aber die Nadelwälder sind eigentlich das Gegenteil...

    Viele Grüße