Phlegmacium oder Thaxterogaster?

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 707 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mykollege_Günter.

  • Hallo Freunde der Pilzkunst,

    ich brauche mal wieder eure Hilfe. Dieser Klumpfuß bereitet mir Kopfzerbrechen. Bei meiner makroskopischen Recherche bin ich bei Phlegmacium eucaeruleum und Thaxterogaster purpurascens hängen geblieben. Bei Thaxterogaster stört mich das Schnittbild, es sollte auch blauviolett sein, ist aber weißlich.

    Bei Phlegmacium stört mich das Gesamtbild und die nicht vorhandene „schönblaue“ Farbe.

    Bitte um Hilfe Cortinarius  Mykollege_Günter  Schrumz

    Henrik

  • Die Hutoberfläche war in meiner Erinnerung eher bräunlich-blau-violett. Das KOH hatte ich da noch nicht zu Hand, Bleppo halt. Beide FK waren direkt neben einander, so dass ich von einer Art ausgegangen bin. Mangels Fachkenntnisse sind die FK vor Ort verblieben.

    Grüße

  • Hallo,

    nimms bitte nicht persönlich aber so wird Phlegmacienbestimmung schwierig, wenn nicht mal ein Bild der Hutoberfläche dabei ist. Ich halte hier Calonarius sodagnitus für wahrscheinlich; eine der Arten die bei den Phlegmacien eigentlich sehr leicht zu bestimmen ist. Wichtig sind hier die lila Wasserflecken am Hut und die knallrosa KOH Reaktion, beides Merkmale, die man hier nicht sieht.

    Wenns dann an die schwierigeren Arten geht kommst du so praktisch nirgends hin.

    Viele Grüße

  • Mein erster Gedanke ist ebenfalls C. sodagnitus. Die KOH-Reaktion klärt die Bestimmung dann ab. So eine Pulle KOH kostet keine 5 EUR, hält Jahre und ist gut investiert, wenn man sich mit Schleierlingen (und anderen Gattungen) befassen möchte.

  • Calonarius sodagnitus hatte ich ausgeschlossen, da dieser in Brandenburg nicht kartiert ist. Das wäre natürlich phantastisch, einen so seltenen Pilz zu finden. Schrumz Ich nehme fast nichts persönlich und finde konstruktive Kritik immer gut. Fange gerade erst mit den Cortinarien an und finde das alles extrem spannend.

    Grüße

    Henrik

  • Calonarius sodagnitus hatte ich ausgeschlossen, da dieser in Brandenburg nicht kartiert ist. Das wäre natürlich phantastisch, einen so seltenen Pilz zu finden.

    Die Art ist zumindest in entsprechenden Wäldern durchaus häufig. Zumindest hier an der Saale auf Muschelkalk kann man ihn jedes Jahr an den gleichen Stellen finden. Gibt es am Fundort kalkhaltigen Boden? Oder wurde in unmittelbarer Umgebung ein Forstweg geschottert?

  • Ja Calonarius sodagnitus ist, obwohl natürlich trotzdem ein toller Fund, eine der eher häufigeren Phlegmacien in Kalkbuchenwäldern und in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an geeigneten Stellen durchaus auch kartiert.

    Viele Grüße

  • auf den ersten Blick sieht das schon nach C.sodagnitus aus.
    Allerdings braucht es ein Bild von der Hutoberfläche, C.sodagnitus hat quasi immer diese typischen "Wasserflecken"
    Endgültige Sicherheit bringt der Laugentest, mit der extremstarken Reaktion nach Magenta-Rot.
    Gruss

    Uwe

  • Hallo,

    ist hart für mich, ständig hin und her zu wechseln; auf manchen internationalen Seiten kommt nicht so super an wenn man zu allem Cortinarius sagt, hier ist es andersrum :haue:. Mykollege_Günter ich verstehe allerdings nicht ganz, warum man die Gattung überhaupt nicht aufspalten sollte. Ich finde die neuen Gattungskonzepte bringen Übersicht (und erleichtern mir das Lernen). Eventuell waren Liimatainen et al. etwas voreilig (was ja auch der Hauptpunkt der revidierenden Studie ist; nicht dass die Aufteilung grundsätzlich keinen Sinn ergibt) aber gerade Phlegmacium gab es ja schon mal als Gattungskonzept und morphologisch und phylogenetisch ergeben zumindest manche der Gattungskonzepte (gerade Phlegmacium und Calonarius) meiner Meinung nach durchaus Sinn. Dagegen kann an einigen Konzepten wie Subgenus Leprocybe wie es oft benutzt wird phylogenetisch nicht unbedingt festgehalten werden. Zum Beispiel mit Thaxterogaster als Gattungskonzept tu ich mir allerdings auch noch schwer.

    Viele Grüße

  • Genau, Thaxterogaster haben sie sozusagen als "Restmülltonne" genommen und alles reingepackt, was in die sonstigen Gattungs-Konzepte nicht gut passt. Dabei sind viele der dortigen Arten als sogenannte Lone Riders zu betrachten, die zu keiner Sektion gehören bzw. mit evtl. Nicht-Europäischen Arten eine Sektion bilden würden.

    Ich sehe Cortinarius als EINE Gattung mit vielen Sektionen (Anomali, Brunnei, Calochroi, Purpurascentes, Riederi,.....) wie das in anderen Gattungen auch üblich ist. Auch den Begriff Untergattungen ( nur weil das früher zu Moser's Zeiten so gehandhabt wurde) vermeide ich, weil ich nicht einsehe, wieso manche Gruppen/Clades als Untergattung, andere "nur" als Sektion bezeichnet werden.

    Fazit: EINE Gattung mit vielen Sektionen und vielen LoneRiders, so stellt sich mir die Gattung Cortinarius dar.

    Grüße

    Günter