Neuer Versuch (Schwarze Köddel am Weg)

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 453 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von TonioS.

  • Hallo zusammen,

    Ich hatte den Beitrag bereits unter der Rubrik „Dungpilze“ eingestellt, aber nur eine vage Antwort von Jürgen-M erhalten. Deshalb versuche ich es hier nochmal. Diese auffälligen Hyphos könnte doch jemand kennen. Geht das evtl. in Richtung Peronospora/Pseudoperonospora? Dann wären möglicherweise die schwarzen Kugeln gar keine Köddel gewesen, sondern etwas pflanzliches. Aber was, mitten auf einem geschotterten Fahrweg.


    Vormaliger Beitrag:

    bei einem Waldspaziergang sah ich mehrfach kleine schwarze Köddel am Weg liegen. Einige beförderte ich in ein Döschen. Ich vergaß das Döschen und öffnete es erst nach ca. 2 Monaten. Die Köddel waren von einem weißen Flaum überzogen. Das Mikroskopieren ergab Formen, die ich nicht bestimmen konnte [Konidien hyalin, rau, ca. (8)9-10(11) µm] . Über einen Hinweis zur Bestimmung würde ich mich sehr freuen.

    VG, Tonio

  • Hm, einen falschen Mehltau mit rauhen Sporen? Hab ich noch nie gesehen, aber möglich. Deine Mikros sind gut, ich würde Dir als Tip für noch bessere Mikrofotos empfehlen, das Baumwollblau auszuwaschen.


    hier ein falscher Mehltau: Bremia lactucae an Stachellattich

  • Hallo zusammen,

    Ich hatte schon früher eine ähnliche Form hier nachgefragt (5.4.2026 „Scodosporium-ähnlich“. Thorben hatte diese Art als „ Anamorphe einer Botryobasidium-Art“ bestimmt. Könnte das auch hier zutreffen?

    Tonio

  • Hallo zusammen,


    nur kurz:

    Es ist keine Botryobasidium (die Konidien wachsen an "Noppen") und auch wie Björn schon schrieb kein Mehltau.

    Der gefundene Pilz ist auch schon ausgereift.

    Die Konidienträger sind geschwungen und verzweigt, da müsst ihr eine Gattung finden, die genau das hat.


    VG : Thorben

  • Hallo Juergen,

    ich habe jetzt die Knödel mikroskopiert. Aber nur Pflanzenreste gesehen. Wenn die "Köddel" vom Hasen stammen, wäre es wohl nicht verwunderlich, wenn dort Pflanzenreste zu finden sind. Aber auch, falls es doch pflanzliche Proben sind. Die "Köddel" waren nach so langer Zeit sehr hart. Ich musste erst etwas davon einweichen.

    Tonio

  • Hallo Tonio,

    ich glaube, dass das ein Hyphomycet ist, der wohl auf Dung oder Kadeverresten wächst. Ich schau mal in meinem "Hyphomycetes" von Seifert et. al. nach, obs da was Vergleichbares gibt. Hyphos ist ein schwieriges Feld!


    Grüßle

    Jürgen

  • Hallo Tonio,


    ich hab da mal einen Arbeits-Namen für Dich: Amphichorda coprophila (kommt auf Hasenköttel vor). Diese zugespitzen Konidienträger passen da gut zu Deiner Abbildung, in der Gattung gibts noch ein paar andere Vertreter - da müsstest Du eventuell schlüsseln, wenn das überhaupt geht.

    Google mal mit diesem Namen, dann wirst Du auf ein, zwei Publikationen stoßen, die man frei runterladen kann.

    Die Gattung hieß wohl früher - wie ich Dir im ersten Post schon geschrieben hatte - Onychophora (google da lieber nicht danach, es gibt da nämlich fast nur Abbildungen von "Stummelfüßlern", die den gleichen Gattungsnamen besitzen;-)


    Grüßle

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    Ich suchte in den Büchern von Seifert, Ellis, Doveri und Richardson, wurde aber nicht fündig. Aufgrund Deiner Empfehlung googelte ich nach Amphichorda und Onychophora. Bei Amphichorda spp. sah ich gewisse Ähnlichkeiten, z.B. bei den geschwungenen Konidiophoren. Aber auch deutliche Unterschiede zu meinem Fund, z.B. sind dort bei allen Arten die Konidien nicht größer als 3,5-5,5 x 2-3 µm, hier aber 8-11 µm. Zumidest habe ich jetzt einen Arbeitsnamen. Danke für deine Unterstützung!

    Grüße nach dem schönen Ulm, Tonio