Lac de Châteaupré 06.08.2026

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 483 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von AlexanderK.

  • Hallo zusammen


    Eines meiner Lieblings-Gebiete trotzt der elendiglichen Dürre, und bringt jede Menge spannende Pilze hervor.

    Habitat: Kalkboden auf ca. 2350 m.ü.NN, meistens bei Salix herbacea oder reticulata.


    1:

    Ein kleiner Nabeling auf Sand mit Moos und Pionier-Vegetation. Mein Arbeitsname ist Arrhenia griseopallida.

    Allerdings ist in der Gattung eine morphologische Bestimmung im Moment unrealistisch.


    Sporen typisch für Arrhenia, tropfenförmig mit kräftigem Apikulum.


    HDS grob inkrustiert, Endelemente zylindrisch oder angedeutet keulig.



    2:

    Ein schwieriger Rötling im Sand zwischen Steinen. Meine Hoffnung ruht auf dem neuen Entoloma-Band, der bald herauskommt.

    Vielleicht Entoloma nitriolens?


    Sporen isodiametrisch mit mehr oder wenig ausgeprägten Ecken.

    Basidien viersporig, Schnallen überall vorhanden.


    HDS-Pigment rein intrazellulär.



    3:

    Ein Häubling in Moos, den ich nach langem Hin und Her zu Galerina alpina ernenne.

    Die Art ist irgendwie in Vergessenheit geraten, passt aber sehr gut.


    Die Sporen sind recht klein, deutlich warzig und dextrinoid.


    Cheilozystiden lageniform, wie bei vielen Galerinas. Pleurozystiden ähnlich, spärlich.



    4:

    Eine mickrige Erdzuge auf Sandboden zwischen Pionier-Vegetation. Es scheint Geoglossum umbratile zu sein.

    Sie standen da zu hunderten.


    Sporen braun, mit sieben Septen.


    Paraphysen mit zylindrischen oder leicht keuligen Endzellen.



    5:

    Ein Risspilz, der ausnahmsweise leicht bestimmbar ist: Inocybe egenula.

    An dem Standort hatte ich sie schon zweimal.


    Die Sporen sind sehr unregelmässig zwischen eckig und höckerig.


    Cheilozystiden gelb in KOH. Pleurozystiden ähnlich. Kaulozystiden überall vorhanden.



    6:

    Legaliana badia



    7:

    Eine auffallend dunkle Mallocybe. Hier kann vielleicht Ditte helfen, bis dahin nenne ich sie Mallocybe umbrinofusca.


    Die Sporen sind auffallend kurz, 7.1-8.6-10.2 x 5.8-6.2-7.1 µm, Q = 1.15-1.39-1.59


    Cheilozystiden zahlreich, zylindrisch oder keulig, meist nicht septiert.



    8:

    Winzige Ascomyceten im trockenen Sand.

    Es kann eigentlich nur eine kümmerliche Form von Sarcoleotia globosa sein, die kenne ich viel grösser und in feuchten Habitaten.


    Sporen passend zu Sarcoleotia.



    9-13:

    Die Telamonien nur als Foto mit Bestimmungsvorschlag. Bei Interesse einfach fragen für mehr Details.


    Cortinarius inops


    Cortinarius impolitus


    Cortinarius pulchripes


    Cortinarius subtilior


    Cortinarius spec., ein unbestimmbarer Winzling mit Pelargonium-Geruch aus der Gruppe um C. flexipes.



    Gruss Raphael

  • Servus Raphael,


    den letzten Cortinarius (so ein hübscher!) könntest du mal mit C. comatus vergleichen. Eine sequenzierte Aufsammlung von Eyssartier sieht ziemlich ähnlich aus. Der gehört zu den Flexipedes und wurde schon mit Pelargonium-Geruch berichtet.


    Grüße

    Matthias

  • Servus Raphael,

    Wow, du findest ja Großascomyceten.

    Die Geoglossum sieht einer Aufsammlung (2024)

    von mir sehr ähnlich, evtl. könnte es sich um eine andere Art handeln.

    A.Karich AlexanderK hat sich damals damit beschäfftigt, vielleicht ist er ja an deiner Aufsammlung interessiert.


    Die S. globosa konnte ich bis dato nicht finden- :(

    Grüße

    Felli

  • Hallo,


    an G. umbratile (sensu stricto nach auct. plur.) glaube ich nicht ganz. Da gibt es noch ein paar ähnliche Kandidaten, aber es könnte natürlich auch was anderes sein, da ja alpin.

    Raphael, wenn Du magst leg es für mich beiseite. Da kommen demnächst doch bestimmt noch weitere Funde von Dir, die mich interessieren werden...


    LG,

    Alex

  • den letzten Cortinarius (so ein hübscher!) könntest du mal mit C. comatus vergleichen.

    Hallo Matthias


    C. comatus hatte ich auf dem Radar, der hat aber deutlich breitere Sporen (6-7 µm).

    Meine Kollektion hatte Sporen von 7.8-8.6-9.3 x 4.8-5.2-5.8 µm.

    Ich habe mit Armada et al., FN, FAN und Moser geschlüsselt, und auch das neue alpine Buch von Bizio et al. durchstöbert.

    Leider überall Sackgassen. Vielleicht sind die Fruchtkörper noch zu jung.


    an G. umbratile (sensu stricto nach auct. plur.) glaube ich nicht ganz.

    Hallo Alex


    Naja es passt recht gut zu dem, was z.B. bei Jamoni oder Bizio als alpines Geoglossum umbratile gezeigt wird.

    Aber du hast schon recht, mich überzeugt die Bestimmung auch nicht.

    Wie wir ja wissen, gibt es da noch einige namenslose Arten.


    Die Kollektion ist eh für eine Sequenzierung vorgemerkt. Wenn ich dann irgendwann im Winter Ergebnisse habe, melde ich mich.


    Die S. globosa konnte ich bis dato nicht finden

    Die Kollektion letztes Jahr war völlig anders. Sie wuchs im Sumpf bei Moos und war etwa zehnmal grösser:


    Schwer vorstellbar, dass das das gleiche sein soll, wie diese mickrigen Dinger im Sand, also in einem völlig anderem Habitat.

    Aber mikroskopisch passt es. Mal schauen, auch das geht in die Sequenzierung.


    LG Raphael