Verschiedene unbestimmte Pilze, bitte um etwas Hilfe

Es gibt 35 Antworten in diesem Thema, welches 2.245 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Syntaxys.

  • Servus Achim,


    Spongipellis spumeus glaube ich nicht - der hat eine abstehend haarige Hutpberseite (oder hat er die - kann ich auf dem Foto nicht klar erkennen). Climacocystis kann man völlig ausschließen (Substrat und Makroskopie). Generell: Pilzbestimmung ist schwierig bis unmöglich ohne Detailinformationen. Oben (Beitrag #15) der Lamellenpilz (schon eingetrocknet) nur von oben fotografiert. Null Info zu Lamellenanwuchs, Lamellenfarbe etc. Du nennst sogar einen Artnamen (Entoloma vernum), hast also die Lamellen-/Sporenpulverfarbe geprüft und dich eingehend mit Rötlingen im Frühjahr beschäftigt? Oder hast du schnell eine KI gefragt, was das sein könnte? Aber egal auf welchem Weg du zu dem Namen gekommen bist, ohne uns Details zu nennen, kann man kaum helfen (oft selbst dann nicht).

    Der Birkenporling (auch #15) ist eine Ausnahme, der ist so markant, dass er auch auf dem Foto oben als alter Schlappen klar erkennbar ist. Der Rotrandporling sowieso. Dein aktueller Porling aber – man erkennt die äußere Form und das sehr helle Poren hat. Sind die Poren kreisrund, eckig, labyrinthisch? Nur eine Röhrenschicht oder mehrere geschichtet? Ist der FK eher weich oder zäh? Schmeckt er mild oder bitter? Ist das Holz unter dem Fruchtkörper braun- oder weißfaul? Hutoberseite glatt, filzig oder abstehend haarig?


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,
    herzlichen Dank für Dein Feedback! Ich weiß schon, bei manchen meiner Bilder fehlen elementare Informationen dazu. Inzwischen versuche ich möglichst viel zu erfassen und mitzuteilen, was für die Bestimmung nützlich wäre. Geschmacksproben mache ich in der Regel nicht, getreu dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Manche Bilder sind aus der meiner Anfangszeit mit dem Thema Makrofotografie und ich sehe alles eher mit dem fotografischen Auge, als mit dem mykologischen 😅

    Normalerweise frage ich zuerst mal Google und zweifle das grundsätzlich an, heißt also ich recherchiere weiter so gut es geht. Wenn ich den Pilz nicht identfizieren kann, zumindest hinsichtlich der Gattung, dann versuche ich hier Hilfe zu finden. In erster Line geht's mir darum, nicht alle Bilder in der Kategorie „Unidentified fungi of Rhineland-Palatinate“ bei Commons einsortieren zu müssen. Mikroskopische Aufnahmen kann ich weder erstellen, noch interpretieren. Den Porling werde ich versuchen wieder zu finden, ich meine mich an die Stelle erinnern zu können. Dann kann ich bessere Aufnahmen machen und mehr Eigenschaften ermitteln.

    LG
    Achim

  • Guten Morgen zusammen,

    schade daß die schönen Tage zumindest hier in der Südpfalz gerade eine Pause eingelegt haben. Ich kümmere mich daher mal wieder um das Bildarchiv und die Funde, bei denen ich nicht weiter kam:


    #7 aus dem letzten November, meine makroskopische Recherche hat mich in Richtung Galerina geführt:



    Er Pilz stand einzeln in einer Ecke mit vielen Douglasien auf einem komplett bemoosten Baumstumpf, ich konnte keine anderen ähnliche Exemplare finden. Durchmesser der Kappe ca. 4-5 cm, Farbe rostbraun, Höhe 7-8 cm, Stiel leicht faseriges Muster, Geruch war normal/pilzig.


    Was meint Ihr? Vielen Dank für Eure Hilfe!

    LG
    Achim

  • #8: Ein weiterer Fund im letzten November, dessen Bilder ich noch nicht bearbeitet habe und den ich jedoch selbst auf Basis der Merkmale dem Pluteus cervinus agg. zuordnen würde. Bei der Recherche wurde mir weiter noch der Butter-Rübling von Google genannt, begründet mit der Häufigkeit des Vorkommens:


    Lässt sich dieser Pilz anhand der Merkmale identfizieren? Fundort im Mischwald (überwiegend Buche und Kiefer, vereinzelt Birke und Douglasie) in der Südpfalz an einer hellen größeren Fläche (gerodet) im November, einzelnes Exemplar am Waldboden, Durchmesser der Kappe ca. 10-12 cm, mittelbraun, Lamellen weiß in unterschiedlicher Höhe dicht stehend, Höhe des Pilzes etwa 15 cm

    Was meint Ihr? Vielen Dank für Eure Tipps!
    LG/A

  • Bei der Recherche wurde mir weiter noch der Butter-Rübling von Google genannt, begründet mit der Häufigkeit des Vorkommens:

    Hallo Syntaxys,

    Rüblinge und Dachpilze lassen sich u.a. am Lamellenansatz unterscheiden. Bevor Du mit jeder Frage die Community bemühst, könntest Du Dir auch ein minimales Gattungsverständnis aneignen. Das Merkmal ist auf dem liegenden Fruchtkörper perfekt erkennbar.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo Achim,

    du bist da schon auf einem guten Weg, lass dich nicht entmutigen- Neugierde und drann bleiben ist das Wichtigste und Fehlbestimmung gehört dazu. Du brauchst gerade einfach nur ein besseres Konzept fürs Lernen, damit du eine Übersicht bekommst.

    Ich stimme Wolfgang zu, es macht wahrscheinlich sehr viel mehr Sinn, wenn du erstmal nur Gattungen bestimmt und Artebene vernächlässigst. Wenn du das eine Weile machst, wird alles schnell klarer. Einfach nur 2-4 Leitmerkmale der Gattungen lernen.


    ZB. zum groben Unterschied von Dachpilzen und Rüblingen:


    Dachpilze (Pluteus):

    Lamellen frei (nicht am Stiel angewachsen, mit Sollbruchstelle, Hut bricht leicht vom Stiel)

    Sporenpulver rosa

    Wachstum auf Holz (Stämme, Äste, Holzreste)

    Fleisch meist weich, nicht zäh


    Rüblinge (verschiedene Gattungen):

    Lamellen meist angewachsen (nicht frei, Hut bricht nicht so gut vom Stiel ab)

    Sporenpulver weiß

    Wachstum meist auf Boden oder Pflanzenresten (nicht zwingend Holz)

    Fleisch und Stiel oft zäh-elastisch


    Wenn du das beherrscht, dann ist es gut dir einfache Gattungen bzw. Familien herauszusuchen und auf Artebene bestimmen zu lernen. Da lernst du dann später die Ausnahmen und die kleinen Unterschiede.

    Liebe Grüße

    Ria

  • Ich kann den Text wegen der Länge leider nicht in meinem Profil ablegen:


    Hallo zusammen,

    als Hobbyfotograf engagiere ich mich in der Wiki und produziere qualitativ höherwertige Aufnahmen mit pädagogischem Wert in den Themenbereichen Natur, Umwelt, Denkmäler, etc.

    Ich beschäftige mich auch gerne mit Close-Ups und Makros i. B. z. botanischen Themen, meine Bilder zum Thema „Fungi“ sind hier zu finden:

    Category:Syntaxys/Natur/Pilze - Wikimedia Commons


    Meine Kenntnisse zu Pilzen sind aktuell eher noch als gering einzustufen, aber ich bin neugierig und lerne sehr gerne. Ich kann etwa 2-3 Dutzend Arten problemlos bestimmen und etwa 5 davon esse ich gerne mal: Steinpilze, Maronenröhrlinge, Pfifferlinge, Champignons und die Krause Glucke. Ich bräuchte daher gelegentlich Hilfe bei der Taxonomie von den Objekten, die ich fotografiere aber nicht kenne und in der Wikimedia zur Verfügung stellen möchte. Dass die Bestimmung anhand von Bildern schwierig bis unmöglich ist, dessen bin ich mir bewusst. Ich versuche daher möglichst viele Informationen zu geben, die man in den Bildern nicht sehen kann. Falls die Art eines Objekts gar nicht ermittelbar ist, reicht mir auf alle Fälle mal die Gattung.


    Ich kann Euch also als Gegenleistung eher gute Tipps für die Fotografie bieten, da ich mich seit über 33 Jahren damit beschäftige.


    Die Mykologie wird nicht mein Hobby werden, obwohl ich das Thema interessant finde. Ich bin leidenschaftlicher Fotograf, der nicht alles kennt, was er fotografiert und daher gerne an den richtigen Stellen die richtigen Fragen dazu stellt. Wenn mir jemand diese Fragen trotz besseren Wissens nicht beantworten möchte, ist das ok für mich. Ich erwarte auch keine ausführlichen Erklärungen, mir reicht es, wenn mir jemand meine eigene Recherche bestätigt oder mich kurz korrigiert. Herzlichen Dank dafür!


    Ich mache mir übrigens die ganze Arbeit und investiere Geld in Ausrüstung, um das freie Wissen zu unterstützen und möchte Falschinformation natürlich vermeiden. Ich hoffe, daß das verständlich ist.

  • Liebe Ria,
    vielen Dank für's Feedback. Ein bisschen hab ich ja schon dazu gelernt und Pluteus auch ohne Google vermutet. Mir ging's nur um die Bestätigung.


    LG
    Achim