Verschiedene unbestimmte Pilze, bitte um etwas Hilfe

Es gibt 32 Antworten in diesem Thema, welches 2.169 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Ria.

  • Servus Achim,


    Spongipellis spumeus glaube ich nicht - der hat eine abstehend haarige Hutpberseite (oder hat er die - kann ich auf dem Foto nicht klar erkennen). Climacocystis kann man völlig ausschließen (Substrat und Makroskopie). Generell: Pilzbestimmung ist schwierig bis unmöglich ohne Detailinformationen. Oben (Beitrag #15) der Lamellenpilz (schon eingetrocknet) nur von oben fotografiert. Null Info zu Lamellenanwuchs, Lamellenfarbe etc. Du nennst sogar einen Artnamen (Entoloma vernum), hast also die Lamellen-/Sporenpulverfarbe geprüft und dich eingehend mit Rötlingen im Frühjahr beschäftigt? Oder hast du schnell eine KI gefragt, was das sein könnte? Aber egal auf welchem Weg du zu dem Namen gekommen bist, ohne uns Details zu nennen, kann man kaum helfen (oft selbst dann nicht).

    Der Birkenporling (auch #15) ist eine Ausnahme, der ist so markant, dass er auch auf dem Foto oben als alter Schlappen klar erkennbar ist. Der Rotrandporling sowieso. Dein aktueller Porling aber – man erkennt die äußere Form und das sehr helle Poren hat. Sind die Poren kreisrund, eckig, labyrinthisch? Nur eine Röhrenschicht oder mehrere geschichtet? Ist der FK eher weich oder zäh? Schmeckt er mild oder bitter? Ist das Holz unter dem Fruchtkörper braun- oder weißfaul? Hutoberseite glatt, filzig oder abstehend haarig?


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,
    herzlichen Dank für Dein Feedback! Ich weiß schon, bei manchen meiner Bilder fehlen elementare Informationen dazu. Inzwischen versuche ich möglichst viel zu erfassen und mitzuteilen, was für die Bestimmung nützlich wäre. Geschmacksproben mache ich in der Regel nicht, getreu dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Manche Bilder sind aus der meiner Anfangszeit mit dem Thema Makrofotografie und ich sehe alles eher mit dem fotografischen Auge, als mit dem mykologischen 😅

    Normalerweise frage ich zuerst mal Google und zweifle das grundsätzlich an, heißt also ich recherchiere weiter so gut es geht. Wenn ich den Pilz nicht identfizieren kann, zumindest hinsichtlich der Gattung, dann versuche ich hier Hilfe zu finden. In erster Line geht's mir darum, nicht alle Bilder in der Kategorie „Unidentified fungi of Rhineland-Palatinate“ bei Commons einsortieren zu müssen. Mikroskopische Aufnahmen kann ich weder erstellen, noch interpretieren. Den Porling werde ich versuchen wieder zu finden, ich meine mich an die Stelle erinnern zu können. Dann kann ich bessere Aufnahmen machen und mehr Eigenschaften ermitteln.

    LG
    Achim

  • Guten Morgen zusammen,

    schade daß die schönen Tage zumindest hier in der Südpfalz gerade eine Pause eingelegt haben. Ich kümmere mich daher mal wieder um das Bildarchiv und die Funde, bei denen ich nicht weiter kam:


    #7 aus dem letzten November, meine makroskopische Recherche hat mich in Richtung Galerina geführt:



    Er Pilz stand einzeln in einer Ecke mit vielen Douglasien auf einem komplett bemoosten Baumstumpf, ich konnte keine anderen ähnliche Exemplare finden. Durchmesser der Kappe ca. 4-5 cm, Farbe rostbraun, Höhe 7-8 cm, Stiel leicht faseriges Muster, Geruch war normal/pilzig.


    Was meint Ihr? Vielen Dank für Eure Hilfe!

    LG
    Achim

  • #8: Ein weiterer Fund im letzten November, dessen Bilder ich noch nicht bearbeitet habe und den ich jedoch selbst auf Basis der Merkmale dem Pluteus cervinus agg. zuordnen würde. Bei der Recherche wurde mir weiter noch der Butter-Rübling von Google genannt, begründet mit der Häufigkeit des Vorkommens:


    Lässt sich dieser Pilz anhand der Merkmale identfizieren? Fundort im Mischwald (überwiegend Buche und Kiefer, vereinzelt Birke und Douglasie) in der Südpfalz an einer hellen größeren Fläche (gerodet) im November, einzelnes Exemplar am Waldboden, Durchmesser der Kappe ca. 10-12 cm, mittelbraun, Lamellen weiß in unterschiedlicher Höhe dicht stehend, Höhe des Pilzes etwa 15 cm

    Was meint Ihr? Vielen Dank für Eure Tipps!
    LG/A

  • Bei der Recherche wurde mir weiter noch der Butter-Rübling von Google genannt, begründet mit der Häufigkeit des Vorkommens:

    Hallo Syntaxys,

    Rüblinge und Dachpilze lassen sich u.a. am Lamellenansatz unterscheiden. Bevor Du mit jeder Frage die Community bemühst, könntest Du Dir auch ein minimales Gattungsverständnis aneignen. Das Merkmal ist auf dem liegenden Fruchtkörper perfekt erkennbar.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo Achim,

    du bist da schon auf einem guten Weg, lass dich nicht entmutigen- Neugierde und drann bleiben ist das Wichtigste und Fehlbestimmung gehört dazu. Du brauchst gerade einfach nur ein besseres Konzept fürs Lernen, damit du eine Übersicht bekommst.

    Ich stimme Wolfgang zu, es macht wahrscheinlich sehr viel mehr Sinn, wenn du erstmal nur Gattungen bestimmt und Artebene vernächlässigst. Wenn du das eine Weile machst, wird alles schnell klarer. Einfach nur 2-4 Leitmerkmale der Gattungen lernen.


    ZB. zum groben Unterschied von Dachpilzen und Rüblingen:


    Dachpilze (Pluteus):

    Lamellen frei (nicht am Stiel angewachsen, mit Sollbruchstelle, Hut bricht leicht vom Stiel)

    Sporenpulver rosa

    Wachstum auf Holz (Stämme, Äste, Holzreste)

    Fleisch meist weich, nicht zäh


    Rüblinge (verschiedene Gattungen):

    Lamellen meist angewachsen (nicht frei, Hut bricht nicht so gut vom Stiel ab)

    Sporenpulver weiß

    Wachstum meist auf Boden oder Pflanzenresten (nicht zwingend Holz)

    Fleisch und Stiel oft zäh-elastisch


    Wenn du das beherrscht, dann ist es gut dir einfache Gattungen bzw. Familien herauszusuchen und auf Artebene bestimmen zu lernen. Da lernst du dann später die Ausnahmen und die kleinen Unterschiede.

    Liebe Grüße

    Ria