Stöckchen im Winter

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 451 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Servus,

    Kalte Temperaturen und Stöckchen gehören doch irgendwie zur Winterpilzsuche. ;)


    Also dann mal raus und schauen was man so finden kann.

    An einer Weide wuchsen ein paar Porlinge und Schichtpilze

    1. Phellinus cf. conchatus



    Als nächstes schaute ich mir eine abgestorbene Jungfichte an.

    Am entrindetem Stamm wuchsen ein paar schwarze Punkte. Zu Hause unterm Bino konnte man die Beerenform des Pilzes deutlich erkennen.

    2. Bertia moriformis





    Weiterhin fand ich kleine Fleckchen mit Konidien;

    hier steh ich aber auf dem Schlauch, wenn also jemand so etwas kennt - immer raus damit

    3 Konidien Spec


    Hier mit IKI


    Ein paar Schritte weiter lag ein abgestorbener Laubbaum,

    Das Substrat hab ich nicht ermittelt, sah etwas nach Hasel aus - egal.

    Größere, schwarze, kreisförmige Vertiefungen - vermutich

    4 Biscognauxia marginata

    Unterm Bino

    Hier der Schnitt

    Die Keimspalte ist s-förmig gebogen

    Die Sporen ca 15µ lang



    Weiter ging es mit einer abgestorbenen Zitterpappel, an deren Zweigen
    5

    Melogramma bulliardii / Melogramma campylosporum wuchs





    Auf diesen Pyrenomyceten waren außerdem noch Nectria´s,

    leider hab ich bisher kein reifes Exemplar entdeckt.


    Bei viel Totholz findet man auch viel.

    Etliche abgestorbene Jung-Eschen sind ein absolut lohnendes Substrat.

    An einem ca. 20cm langem Zweiglein konnte ich gleich 3- Arten finden.


    Der Erste kommt mit seinen lippenförmigen Fruchtkörpern und den großen mauerförmigen Sporen sehr auffällig daher.

    6 Hysterographium fraxinii.

    Leider noch nicht ganz reif




    Daneben kleine, schwarze Pusteln die in kleinen Gruppen durch die Rinde brechen.

    Womöglich eine Botryosphaeria / Diplodia

    7 Diplodia spec


    angefeuchtet dringt eine weiße, schaumig wirkende Sporenmasse an die Oberfäche

    Einne Probe davon


    Bei diesen Sporengrößen fall ich aber aus dem Diplodia-Schlüssel raus.

    Die Sporenbreite gibt mir zu denken.

    Interssanter Weise waren in keinem der untersuchten Fruchtkörper irgendwelche braune

    oder septierte Sporen zu sehen.


    Der Dritte im Bunde überraschte mich etwas, und die winzigen schwarzen Ostiolenmündungen verheimlichten zunächst die relativ großen Perithecienkörper.

    8. Cryptosphaeria eunomia var. fraxini



    Asci mit sehr langen Stielen

    Mit IKI kleine blaue Punkte zu erkennen

    Sporen braun, mit helleren Polen und bis zu 7 Septen


    Auf dem Rückweg waren noch winzige abgestorbene Haselzweigchen am Strauch mit irgend etwas Hellem besetzt.

    Unterm Bino sah man dann kleine Büschel eingetrockneter Becherchen.

    9. Calycina cf. vulgaris

    Rehydriert sah das so aus.

    Die frostigen Temperaturen sind an den Becherchen nicht spurlos vorrüber gegangen, es waren kaum brauchbare Strukturen zu erkennen





    So, das wars

    Komentare und Bestimmungs- bzw. Verbesserungsvorschläge sind erwünscht !

    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,


    eine schöne Sammlung!

    Der Phellinus wird wohl auf den Namen Phellinus conchatus hören.


    Beste Grüße

    Jan-Arne


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  • Danke Felli, für die Anregung ! Ich werde nächste Woche dann auch mal "Stöckchen drehen" :daumen:

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • GriasDi Bernd'

    der Feuerschwamm an Weide passt makroskopisch perfekt zu Ph. conchatus.

    Ich könnt mir beim Substrat von deiner B. marginata gut das stark bevorzugte Sorbus aucuparia vorstellen. Die konzentrischen Rindenrunzeln am jungen Astansatz schaun sehr danach aus.

    An liabn Gruaß

    Werner

  • Servus Werner,

    ch könnt mir beim Substrat von deiner B. marginata gut das stark bevorzugte Sorbus aucuparia vorstellen

    Das ist durchaus möglich. Ich hab mir das nicht näher angeschaut sondern nur die Fruchtkörper entfernt.

    Ich könnt mir gut vorstellen das du da recht hast.


    Grüße

    Felli