Einer der Boviste Scleroderma

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 662 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Kücki.

  • Hallo zusammen,


    aus unserem Hausgarten habe ich noch einen Bovist aus dem Mitte/Ende Juni, dem ich noch keinen Namen gegeben habe.

    Nach meinem Eindruck handelt es sich dabei nicht um einen gewöhnlichen Dickschaligen Kartoffelbovist.

    Ich lass mal die gefertigten Fotos sprechen.


    Bild 1: Zwei Fruchtkörper von oben, der linke kugelförmig, der rechte unregelmäßig geformt und aufgerissen


    Bild 2: Die beiden FK von unten bzw. seitlich, stellenweise rötend


    Bild 3: Durchgeschnittener FK mit weißem Fleisch, flächig purpur oder lila gefärbt, dünne Peridie (Hülle)


    Bild 4: Der andere FK durchschnitten mit weißer Aderung in der purpurnen Fläche


    Bild 5: Noch ein Querschnitt


    Ich wäre dankbar, wenn mir ein Experte Hilfestellung bei der Namensgebung geben könnte.

    Ich selbst faforisiere den Leopardenfell-Hartbovist Scleroderma sareolatum.

    Vielen Dank für eure Beiträge im Voraus.


    Viele Grüße

    Reinhard

    Einmal editiert, zuletzt von Kücki () aus folgendem Grund: Tippfehler im lat. Namen

  • Hi,


    musst du mikroskopieren und Reifen Sporen erwischen.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen,


    ich stimme zuehli da völlig zu; ich durfte diesen Sommer auch Bekanntschaft mit Hartbovisten machen und habe mich damit intensiv auseinandergesetzt. Ich hänge mal ein sehr detailliertes Pilzportrait von Scleroderma verrucosum an, wo ich auch auf die Unterschiede zwischen den Arten eingehe. Hier eine Übersicht, die ich aus der Literatur zusammengesammelt habe:


    Scleroderma verrucosum Scleroderma areolatum
    Größe der Fruchtkörper mittelgroß (3–7 cm) klein (1–3,5 cm)
    Länge des Scheinstiels lang (3–6 cm) kurz (1–2 cm)
    Beschaffenheit des Scheinstiels mit Hohlräumen größtenteils ausgefüllt
    Beschaffenheit der Schuppen ungleichmäßig, ohne Areolen regelmäßig, mit Areolen
    Grundfarbe der Exoperidie gelbbraun bis rotbraun rötlich-gelb (heller)
    Sporendurchmesser (7)8–10(11) µm (8)9–12(–14) µm
    Sporenornamente bis 1,4 µm hoch 1,5–2,5 µm hoch


    Aufgrund der hohen Variabilität der Exoperidien und Pseudorhizen ist eine sichere Unterscheidung nur anhand der mikroskopischen Merkmale – und hier besonders anhand der Länge der Stacheln – möglich.


    Herzliche Grüße,

    Vitus

  • Hallo zusammen,


    ich hatte schon befürchtet, dass die Bestimmung anhand der Fotos nicht sicher möglich ist, weil ich mich bereits eingehend mit den verschiedenen Arten beschäftigt hatte. Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass jemand Merkmale erkennen und benennen könnte, die auf eine bestimmte Art hindeuten.

    Die Fotos werde ich entsprechend benamsen.

    Vielen lieben Dank für eure Beiträge und alles Gute für das bald beginnende neue Jahr.


    Liebe Grüße

    Reinhard

  • Eine tolle Zusammenstellung, Vitus!

    Herzlichen Dank für's Teilen!

    Viele Grüße

    Vroni

    Es gibt noch einen 3. dünnschaligen mit S. bovista.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Servus Reinhard,


    Scleroderma verrucosum würde ich hier makroskopisch ausschließen. Der hat, wie Vitus sehr schön zusammengestellt hat, einen sehr deutlichen, langen Pseudostiel. Die Peridie hat auch nicht dieses sehr dunkle, kontrastreiche fein areolierte Oberfläche.

    Makroskopisch bin ich hier bei Scleroderme areolatum, dem Leopardenfell-Bovist. Allerdings ist die Abgrenzung zu Scleroderma bovista nicht immer einfach. Der ist nicht so fein areoliert, aber so ganz klar ist mir das nicht. Man braucht da wirklich reife Fruchtkörfper, um die echten, reifen Sporenmaße zu haben. Die Sporen von jungen FK sind oft zu klein und dann schlüsslt man sich ins Nirvana.

    Scleroderma cepa wiederum kann man ausschließen, denn der hat eine dickere Peridie (es gibt mehr Scleroderma-Arten als man erstmal denken würde). Scleroderme cepa und Sc. bovista werden bei mir immer häufiger. Früher waren das Raritäten.


    Als Feldbestimmung wäre ich bei deinem Foto bei Scleroderma areolatum.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Konstantin, Stefan und Christoph,


    vielen Dank für eure weiteren Hinweise, die bestätigen, dass es bei diesen Bovisten wirklich nicht einfach ist, zumindest nicht makroskopisch.

    Diese Boviste sind bereits seit mehreren Jahren an gleicher Stelle in unserem Garten zu finden.

    Vielleicht kann ich im neuen Jahr mal Sporen mikroskopisch anschauen, wobei ich leider keine Möglichkeit zur Ausmessung habe. Aber vielleicht sorgen die Ornamente dann für Klarheit.

    Auch die Größe der Fruchtkörper werde ich dann genauer in Augenschein nehmen. Nach meiner Erinnerung waren diese alle recht klein, was für S. areolatum sprechen würde.


    Liebe Grüße und einen guten Rutsch wünscht euch

    Reinhard