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letzter Beitrag von Haselhexe am

Plädoyer für den Hexenröhrling

  • Also ich ziehe den Hexenröhrling (in der Dresdener Region wird er Tannenzaschel genannt) dem Steinpilz vor, allerdings kommt es auch bei uns häufig vor das man die abgeschnittenen Hexen im Wald findet :veryannoyed:
    Zum Abtrocknen nehmen wir die Tannenzaschel genauso gerne wie die Steinis.
    Im Kollegenkreis gibt es einen Bekannten der die Tannenzaschel gar nicht verträgt.

  • Moinsens, aus dem Nordschwarzwald!


    Mann, spannt mir der Ranzen von den vielen Pilzen heute Mittag....:)))
    Volles Lob für die Flockis!
    Mindestens genausogut wie Steinis.
    Es kommt schliesslich auch noch ein kleines bisschen auf die Zubereitung an!


    Also, guten Appetit und ein viel Spass bei der Pilzjagd...


    oder so ähnlich oder auch anders...


    Gruß, evileggman!

  • Es ist der Flockenstielige Hexenröhrling (Boletus erythropus).


    Hallo Andreas,


    Danke dir.
    Ich sammle schon lange Pilze, aber halt nach dem Motto nur was der Bauer kennt das frisst er auch........ :shy:
    Deshalb kreis ich da wirklich schon lange rum.
    Habe davon schon Exemplare mit 20cm Durchmesser gefunden.
    Meist völlig unverwurmt und gesund - was mich dann auch eher wieder verunsichert hat (den mögen ja nichtmal die Schnecken und Würmer)


    Nur nochmals zur Nachfrage, als Verwechslungsgefahr gibt es hier nur den Netzstieligen Hexenröhrling - der aber auch nur ungenießbar/bitter ist und nicht giftig. (außer evtl. mit Alkohol)
    Der Satanspilz hat ja eine viel hellere Kappe und die zu Verwechseln ist schon sehr schwer.


    Anders gesagt, Röhrenpilze mit Netzzeichnung ist alle giftig/ungenießbar.


    Ich versuche grad mein Wissen zu erweitern, und Bücher antworten leider nicht.


    Liebe Grüsse
    sabine
    - der nachtvogel -

  • Hallo Sabine,


    der Netzstielige Hexenröhrling ist weder bitter noch ungenießbar. Er soll in Verbindung mit Alkohol bei einigen Leuten Unwohlsein auslösen. Ich persönlich würde es da auf einen Versuch ankommen lassen.
    Giftig ist er jedenfalls nicht.


    Ich denke auch das man ihn nicht unbedingt mit dem Satanspilz verwechseln kann. Aber mir ist in den ganzen Jahren auch noch keiner untergekommen. Er ist wohl odch recht selten.


    Übrigens habe ich in meinem Pilzbuch letztens gelesen, das der Satanspilz gut abgekocht durchaus essbar wäre. In Gegenden wo er häufig ist wird er von manchen Leuten wenn sie noch klein sind gegessen.
    Das war mir neu und das habe ich auch so noch nie gelesen. Ich glaube darauf würde ich es auch nicht ankommen lassen.
    Kann denn das irgend jemand bestätigen der es so hält mit den satanischen Pilzen?


    einen schönen Tag wünscht


    Jens

  • Hallo Jens,


    ja bei dem netzstieligen Hexenröhrling gehen die Bücher auseinander.
    in einem wird er als eßbar angegeben mit dem Hinweiß auf gekocht und ohne Alkohol, beim anderen wird davon abgeraten.
    Ich find es dann für mich auch immer wichtig das ich weiß mit was ich den Pilz verwechseln könnte und wie giftig der dann ist.


    lach - ja zu dem alles essen......
    ich erinnere mich da an meinen Vater, er gehörte noch zur Kriegsgefangenengeneration. In Russland wurde nach seiner Aussage alles gesammelt, abgekocht und verspeist. :eek:
    Nun ja, so muß ich es auch nicht haben. Wenn ich hier für 6 Leute Pilze mache, ich möcht ungern meine Kinder vergiften.
    Und bei den ganzen Pilzvergiftungsmeldungen, die haben auch alle gedacht der Pilz wäre gut.


    Aber es geht ja nicht nur ums verspeisen, es ist auch schön giftige zu erkennen und zu deuten. Einfach zu wissen was man so alles findet.


    Liebe Grüsse
    sabine
    - der nachtvogel -

  • Ich bin nach dem Speiseversuch vom letzten Donnerstag bekehrt. Pro Schusterpilz.
    Mischpilzragout von Steinpilzen, Flockenstieligem Hexenröhrling und ganz jungen Birkenpilzen an Schweinelendchen - ja, weiß Gott, sehr DELIKAT!!!
    Ganz ohne Verdauungsprobleme oder sonstige Malessen.
    Ich nehme auch nur die festen, jungen Pilze.

  • O.k., 4 Flockenstielige Hexenröhrlinge mit Gesamtgewicht von ca. 1/3 kg im Öl scharf angebraten, danach eine 1/4 Stunde lang unterm Deckel gegart. Dann gehackte Zwiebel, frische Pfifferlinge und vorgekochte Kartoffeln (was eben zur Verfügung gestanden ist) dazugegeben. Weiter gebraten.



    ... Den Ton haben zuerst die Pfifferlinge angegeben. Dann kam es zu einer Art Betäubung der Zunge und des Gaumens. Das Resultat war ein Geschmack, der mich an den Fisch namens Drachenkopf erinnerte.


    Also dieser Pilz hat was in sich. Ganz bestimmt.

  • Hallo,
    sammle mit kurzen oder teilweise längeren Unterbrechungen schon über 30 Jahre Pilze, bis zum letzten Jahr allerdings überweigend Maronen, Sand- und Butterpilze usw..


    Den netzstieligen habe ich das letzte Jahr zum ersten Mal gefunden (dafür ca. 20 Exemplare auf einem Fleck, dann nicht mehr), heuer mehrmals an verschiedenen Stellen, aber niemals direkt im Wald, sondern an (teilweise Wald-)Wegen. Letztes Jahr war von den 20 kein einziger madig. Heuer habe ich sehr viele an verschiedenen Stellen gefunden (aber kein einziges Mal an der Stelle, wo sie voriges Jahr wuchsen, obwohl ich 2-3 mal pro Woche nachgeschaut habe). Aber fast alle waren sehr madig, sogar die ganz jungen Exemplare. Mußte sehr viel wegschneiden. Zum Trocknen eignen sie sich meiner Meinung nach nicht so, zu wenig Eigengeschmack, und sie neigen dazu, etwas ledrig zu werden. Aber in einer Pilzmischpfanne finde ich sie hervorragend.


    Die flockenstieligen habe ich dieses Jahr zum ersten mal gefunden, meine Familie und ich sind begeistert, auch wir halten diesen Pilz dem Steinpilz fast ebenbürtig. Maden habe ich wesentlich seltener beim Flocki erlebt, Schecken und ein großer, runder, schwarzblauer Käfer (kennt jemand dessen Namen? Nein, auf die Namen Karl und Herbie hat er nicht reagiert ...) lassen sich gerne die Röhren schmecken, aber die entferne ich bei ausnahmslos allen Pilzen sowieso, außer bei den ganz jungen Exemplaren (sogar bei den Steinis). Doch auch bei unserer äußerst niedrigen Röhrentoleranzgrenze schneidet der Flocki besser als der Steini ab.
    Getrocknet sieht besonders der Stiel äußerst schick im Glas neben der Glucke und den Morcheln aus. Entwickelt auch meiner Meinung nach mehr Eigengeschmack als der netzstieleige und wird auch nicht so zäh.


    Ganz allgemein favorisieren wir sowohl in der Pfanne als auch getrocknet Pilzmischungen, auch wenn der spezielle Eigengeschmack von Steinpilzen etwas ganz besonderes ist. Die trocknen wir fast ausnahmslos und lagern sie separat.


    Allgemeine oder Alkoholunverträglichkeit konnten wir bei keinem der beiden Hexenarten feststellen.


    Fazit, beides sehr gute (Netzstieliger) bis hervorragender (Flocki) Speisepilze.


    Gruß
    AuroraS

  • Moin...ich finde die Hexen einfach nur schön :cool: Geschmacklich sind beide nicht mein Ding deshalb lasse ich sie stehen freue mich aber immer über ihre schönen Farben :D...was mir nur dieses Jahr aufgefallen ist das ich ganz extrem wenige von ihnen sehe..selbst an Stellen wo sie sonst jedes Jahr fruktoziert haben sind keine zu sehen...

  • Guten Morgen


    wir sammeln seit Jahrzehnten Hexen , egal ob flockig oder netzstiehlig, den einzelnen Geschmacksunterschied kann ich jedoch nicht widergeben, die landen bei uns in der Mischpilzpfanne. :plate: Lecker
    Probleme bezüglich Verdauungsschwierigkeiten ect kann ich auch keine berichten.


    Zum punkto Satansröhrling ich finde auch das man die von ner Hexe gut unterscheiden kann. Der Hut ist so hell, der gleicht of fast nem grauen Stein (auch diese hab ich dies Jahr schon gesichtet) Drauf ankommen lassen will ich es auch nicht . Die bleiben da wo sie sind ;)

  • Ja Takumi ,


    ich muss da etwas weiter ausholen , also :
    Ich geh seit meiner Kindheit mit meinen Eltern auf Pilzjagd und das es von der Hexe 2 versch. gibt weis ich auch erst seit ca 1 Jahr :shy:, wir ham die ganzen Jahre davor immer beide eingepackt und verspeist, vielleicht hab ich auch nen "Saumagen"? :hmmm:


    Jedenfalls haben meine Eltern auch erstmal rümpfend geschaut als ich ihnen von 2 versch Arten des Hexers erzählte.


    Haben die immer gut vertragen


    Ps. Möchte aber nicht das durch meine Aussage Experimente gemacht werden, iss ja nicht jeder Magen gleich.


    LG Manu

  • Wer weis , das frag ich mich manchmal auch ernsthaft, wenn ich schau was im Körbchen meines Opas oft so landete :eek:


    Und der hat mit seinen 87 Jahren Organe wie ein Jungspund, laut der Ärzte , obs wohl an den ganzen Pilzgiften liegt die er früher genüsslich runtermampfte ? :D *kleines Scherzchen*

  • Oh, ein altes Thema hochgegraben.....


    gestehe, war etwas schreibfaul in letzter Zeit, (Stress, Krankheit)
    aber trotzdem sammelfleissig. Gute Steinpilzausbeute dieses Jahr.


    Nachdem ich mich ja auch hier lang und ausführlich dem Hexenröhrling gewidmet habe, gibts den nun fest in unseren Speiseplan.


    Ich habe mir grundsätzlich angefangen Pilzgerichte mind. 15 min. köcheln zu lassen. Mit dabei auch die Hexe, und muß doch sagen, Gerichte mit Hexe haben wesentlich mehr Geschmack, Biss und kochen sämiger zusammen. Gibt wunderbare Schwammerlsupp ´n.
    Übrings eine Netzstielige habe ich hier noch nirgends gefunden.
    Zum Glück sind wir hier im Umkreis (wah die sind ja giftig) die einzigen die Hexen mitnehmen.
    Verträglichkeit ganz wunderbar.


    Ich trockne sie auch gerne, da sie hier zu 99% absolut Wurmfrei sind.


    Tschüssi Sabine

  • Ich habe mir heute ein Loch in die Mütze gefreut weil ich (so nebenbei beim Gassigehen) 2 Steinpilze und 5 Hexen Gefunden hab!!! Ich bin auch bekennender Hexenfan;) Weil die so schön zu bestimmen sindd einer meiner ersten Pilzsorten die ich probiert hab.
    Das schöne daran in der Eichenalle stehen noch junge Pilze die ich stehen gelassen hab, ich geh die Tage nochmal schauen;) Hier in der Gegend gibt es anscheinend wenig Leute gibt die auch Pilze sammeln...und wenn sie weg sind hab ich pech gehabt :crying:

    "Hexen stehen immer zwischen Birken" (Walter Moers)
    und "Pilze wachsen nie da wo man selbst als Pilz wachsen wollen würde!" Hää?

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