Pluteus sp. auf Holz (Eichen-Buchenmischwald) >>> Pluteus brunneidiscus clade

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 1.928 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von thorben96.

  • Hallo zusammen,


    das Jahr neigt sich zum Ende und wie jedes Jahr hoffe ich (vergeblich), dass alle noch unbestimmten Funde von diesem Jahr, fertig bearbeitet werden.

    In diesem Fall hält mich ein Pluteus sp. auf Trapp, den ich am 28.10.23 auf Quercus oder Fagus Holz finden durfte.

    Eigentlich hatte ich mich vor Ort schon auf Pluteus cervinus festgelegt und wollte das ganze "nur" noch Mikroskopisch festlegen.

    Leider hat es dann doch nicht so geklappt, denn Pluteus cervinus hat keine Schnallen in der HDS.

    Dann schaut man weiter und liest im Internet von einer Pluteus brunneoradiatus, die Schnallen in der HDS haben soll und ähnlich wie die Pluteus cervinus ist.

    Schaut man dann weiter, dann bemerkt man, dass die einen Pluteus brunneoradiatus als Synonym für P. cervinus verwenden wird, was theoretisch nicht möglich ist, wenn doch P. cervinus Schnallen in der HDS hat und P. brunneoradiatus eben nicht.

    Es wäre noch Pluteus salicinus eine Möglichkeit, aber die sieht Makroskopisch anders aus und auch das Habitat ist dafür eher ungewöhnlich.

    Kurz gesagt, ich bin ratlos, aber vielleicht habt ihr eine dazu ?

    Hier sind die Bilder:

    1.0


    1.1


    1.2


    1.3 Pleurozystiden


    1.4 Cheilozystiden mit Schnallen


    1.5


    VG : Thorben

  • Hallo Thorben


    Nach Justo et al. 2014 kommt man auf Pluteus brunneodiscus oder Pluteus kovalenkoi. Allerdings wurden seitdem weitere Arten in der Gruppe beschrieben, die habe ich gerade nicht präsent.


    Gruss Raphael

  • thorben96

    Hat den Titel des Themas von „Pluteus sp. auf Holz (Eichen-Buchenmischwald)“ zu „Pluteus sp. auf Holz (Eichen-Buchenmischwald) >>> Pluteus brunneidiscus clade“ geändert.
  • Hallo zusammen,


    ich habe den Pilz jetzt als Pluteus brunneidiscus clade abgelegt.

    Folgende Maße haben sich bei den Pleuro- und Cheilozystiden ergeben:

    Cheilozystiden:

    28,1 - 53,5 - 78,9 x 8,8 - 13,9 - 19 µm


    Pleurozystiden:

    53,1 - 73,3 - 93,5 x 9,9 - 15,2 - 20,5 µm


    VG : Thorben

  • Hallo,

    ich habe gerade das Thema gefunden und finde es recht interessant. Ich finde nämlich gerade des öfteren Dachpilze mit überwiegenden Grau- als auch leichten Brauntönen im Wald. Der Wald ist ein recht trockener Kalkblaubwald am Südhang, daher finde ich das Habitat etwas komisch für salicinus. Außerdem sind die recht zierlich und wenig gefasert am Hut, was wohl auch gegen salicinus spricht. Mikroskopisch sind aber Hakenzystiden da und vor allem werden die über Nacht am Stiel teilweise recht stark grün. Ich habe gelesen P. brunneidiscus kann diese Färbung auch haben, könnte das auch in die Richtung gehen? P. cyanopus sollte ja makroskopisch rausfallen, meine Bücher kennen mit der Färbung aber sonst nur salicinus. Ich finde zu brunneidiscus fast gar nix, außer dass es eine Amerikanische Art ist, die schon in Europa gesehen wurde und den für die Grünfärbung verantwortlichen Stoff enthält.

    Hier die deutlichen Grüntöne bei eingetrockneten Fruchtkörpern.

    Viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    jetzt bin ich auch dazugekommen diesen Fund vom 09.08.25 zu bearbeiten.

    Der Fund stammt auch wieder aus dem Laubwald und dieselbe Gegend wie vor 2 Jahren der Fund.

    Hier sind die Bilder:
    2.0


    2.1


    2.2


    2.3 Cheilozystiden


    2.4 Pleurozystiden



    2.5 HDS mit Schnallen



    2.6



    VG : Thorben

  • Hallo Schrumz,

    ich habe gerade das Thema gefunden und finde es recht interessant. Ich finde nämlich gerade des öfteren Dachpilze mit überwiegenden Grau- als auch leichten Brauntönen im Wald. Der Wald ist ein recht trockener Kalkblaubwald am Südhang, daher finde ich das Habitat etwas komisch für salicinus. Außerdem sind die recht zierlich und wenig gefasert am Hut, was wohl auch gegen salicinus spricht. Mikroskopisch sind aber Hakenzystiden da und vor allem werden die über Nacht am Stiel teilweise recht stark grün. Ich habe gelesen P. brunneidiscus kann diese Färbung auch haben, könnte das auch in die Richtung gehen? P. cyanopus sollte ja makroskopisch rausfallen, meine Bücher kennen mit der Färbung aber sonst nur salicinus. Ich finde zu brunneidiscus fast gar nix, außer dass es eine Amerikanische Art ist, die schon in Europa gesehen wurde und den für die Grünfärbung verantwortlichen Stoff enthält.

    Ich fürchte Makroskopisch lässt sich da nicht viel bestimmen oder eingrenzen.

    Erst mir Mikromerkmalen wird der Fund spannender und lässt sich besser eingrenzen.

    Es kann also durchaus sein, dass der Fund zu P. brunneidiscus clade gehört, aber etwas anderes ist genauso wahrscheinlich.

    Die P. brunneidiscus clade ist hier auch nur eine Idee und dient vorerst als realistischer Arbeitsname, die zukünftig durch Sequenzierung geklärt werden muss.


    VG : Thorben

  • Hallo Thorben,

    ich könnte mir vorstellen, dass das einfach Pluteus salicinus ist.

    Deine Kollektion stimmt gut mit meiner MD2020-Pluteaceae-06 überein, und die gehört gemäß ITS-Sequenz und Justo et al. (2014) zu P. salicinus, obwohl man mit dem Schlüssel in der erwähnten Arbeit auf P. brunneidiscus käme.


    Beste Grüße

    Matthias

  • Hallo Matthias,


    dein Fund passt perfekt zu meinem Fund.

    Da scheint der Schlüssel wohl nichts zu taugen.

    Ich denke da werden noch ein paar andere auf den Schlüssel reingefallen sein :(

    Gut das du deinen Fund sequenziert hast.

    Jetzt bin ich mir sicher, dass meine beiden Funde einfach "nur" P. salicinus sind.


    VG : Thorben

  • Salicinus blaut bei mir meist ziemlich kräftig (nach so 2h), wodurch der recht leicht bestimmbar ist. Gerade bei nassem Wetter scheint die Hutfarbe recht variabel; was bei mir konstant ist, ist der recht markante, süßliche Geruch. Einen der bräunlichen auf Buche habe ich sequenzieren lassen, ist auch einfach salicinus s.str. . Hatte da auf etwas besonderes gehofft, da das in Nordamerika und Asien eine größere Clade ist.


    Viele Grüße

  • Hallo Schrumz,


    das wäre natürlich schön gewesen, eine Art aus Nordamerika und Asien zu bekommen.

    Trotzdem finde ich es auch gut, dass du ebenfalls auf P. salicinus kommst.

    So lässt sich das ganze doch einfacher bestimmen.


    VG : Thorben