Russula aurea?

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 1.061 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von zuehli.

  • Hallo!


    Vor ca. 20 Jahren hatte ich einmal Gold-Täublinge in voll ausgereifem Zustand gefunden. Diesmal habe ich ein einziges junges Exemplar unter Buchen-Eichen-Mischwald gefunden, das ich ebenfalls für einen Gold-Täubling halte. Lamellenschneiden zwar nicht chromgelb, aber schon mit deutlichem Gelbstich. Geschmack völlig mild auch nach längerem Kauen.


    Laut Wikipedia soll Eisensulfat eine rosa bis blass brau-graue Farbreaktion verursachen, das dürfte passen (letztes Foto). Guajak und Phenol zur weiteren Absicherung habe ich leider nicht. Gibt es denn ersthafte Zweifel oder kann ich den für die Kartierung melden?


    Beste Grüße,


    Frank



  • Hallo Frank,

    makroskopisch identifiziert man den Goldtäubling, indem man die Huthaut abzieht und darunter eine chromgelbe Färbung feststellt. Die Huthaut hast du abgezogen, doch darunter war es violett statt chromgelb. Die blassrosa Eisensulfatreaktion ist leider banal, ca. 80 % aller Täublinge reagieren so. Meiner Meinung nach ist das kein Goldtäubling, ohne Kenntnis der Sporenpulverfarbe und Mikroskopiedaten kann ich leider nicht sagen, was es ist.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Danke für den Hinweis mit der goldgelben Farbe unter der Huthaut, diesen Test kannte ich noch nicht. Dass FeSO4 mit derart vielen Täublingen eine Farbreaktion ergibt, war mir ebenfalls unbekannt. Ich muss mir unbedingt Phenol und Guajak besorgen, damit ich zusätzliche Tests durchführen kann.


    Beste Grüße,


    Frank

  • Hallo Frank,

    man muss die Chemikalien aber zielgerichtet einsetzen. Zunächst bildet man eine Arbeitshypothese über den vorliegenden Täubling, danach macht man sich schlau, welche der Chemikalien man in dieser Untergattung/Sektion/Gruppe wie einsetzen muss, dann führt man genau das aus, zum Schluss interpretiert man mithilfe der guten Literatur. Es ist nicht so, dass man mit einer beliebigen Chemikalie eine Spur zieht und dann in Geheimschrift der Artname sichtbar wird.

    Soll heißen: bevor du dir Chemikalien zulegst, mach dich in der Literatur erst einmal schlau, wie man sie genau einsetzt und zu interpretieren hat. Z. B. die Eisensulfat-Reaktion ist nur interessant, wenn sie nicht blass- bzw. schmutzigrosa ausfällt. Oder eine Guajak-Reaktion ist dann besonders interessant, wenn sie nicht stattfindet.

    FG

    Oehrling

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  • So, gestern habe ich mit Zuehli zusammen einen richtigen Gold-Täubling gefunden. Beigefügt die Fotos mit dem gelben Hutfleisch, den chromgelben Lamellenschneiden und Stiel. Der zweite Fund dieser seltenen Art, mein Erstfund liegt viele Jahre zurück.


    Grüße,


    Frank