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letzter Beitrag von Sebastian_RLP am

Melanoleuca cognata

  • Hallo zusammen,


    ich habe gestern drei frische Fruchtkörper eines Weichritterlings finden können. Aufgrund der Farben des Stiels, des Hutes und der Erscheinungszeit habe ich direkt auf den Frühjahrsweichritterling Melanoleuca cognata getippt. Die Mikroskopie bestätigt die Art. Ein wirklich interessante Gattung. Neulich wurde hier von Stefan. M. brevipes präsentiert, welcher ebenso zu dieser Jahreszeit wächst allerdings statt großer dickbauchiger lageniformer Zystiden kleinere Brennhaarzystiden zeigt. Dazu weiter unten mehr ...


    Zuerst also die Eckdaten zu M. cognata.


    Stattlich am Wegrand zwischen Schotter ragten drei Fruchtkörper hervor. Unter dem Schotter sicher altes Holz (Art?), welches zur Befestigung der Wegböschung dort eingebracht ist. Bäume eher sehr entfernt: Douglasie und Buche, noch weiter Esche.


    Auffällig waren die schönen Farben, der Stiel schon fast dezent leuchtend orange. Hüte Orangebräunlich mit dunklerer Mitte und typischer Form. Lamellen creme bis blassgelb. SPP jedoch weiß!

    Stielfleisch im Grunde weiß bis zur Basis. Lamellen ausgebuchtet angewachsen, eng.



    Sporen: ellipsoid ((ovoid)), rauh bis warzig mit Ölkern.

    Sporenmaße:

    # Länge Breite Q. Fläche (L*B)

    min 7,51 4,48 1,52 34,92

    max 9,72 5,66 1,82 52,39

    mittel 8,37 4,97 1,69 41,69



    Mikromerkmale:


    Hymenialzystiden ca. 55µm Länge, unseptiert, dünnwandig (0,2µm), dickbauchig (bis 18µm), deutlich beschopft.



    Basidien 4-sporig:



    Stielspitze deutlich bereift, so zeigen sich dort zahlreiche Kaulozystiden:


    Herzliche Grüße

    Sebastian

  • P.S.: Bei Interesse - Stefan hatte mir einen Fruchtkörper von M.brevipes zugesandt, welchen ich bestätigen konnte. Dieser erscheint auch früh im Jahr, weist aber eher graue Farben auf und zeigt mikroskopisch Brennhaarzystiden. Zu Diskussion und Bildern siehe hier: Kleiner grauer Lamellenpilz


    LG Sebastian

  • Sehr gut aufbereitet Sebastian!

    Ich käme jetzt gar nicht auf die Idee, eine Art, die makroskopisch doch recht einfach zu erkennen ist, nochmal unters Mikro zu werfen.

    Dank dir Harald, für mich spielen da tatsächlich zwei weitere Aspekte eine Rolle. Zum einen sind die Mikrostrukturen bei der Gattung ja durchaus ein Erlebnis. Das hat schon etwas Ästhetisches. Andererseits finde ich es gerade gut, sichere Arten mal zu mikroskopieren zu Lernzwecken. So kann man das Beschriebene sicher mit dem Gesehenen abgleichen und hat später eine bessere Vorstellung bei weniger leicht zu trennenden Arten.


    LG Sebastian

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    Einmal editiert, zuletzt von Sebastian_RLP ()

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