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letzter Beitrag von Beorn am

Bruchwald 03.11.2020

  • Hallo zusammen


    Letzte Woche gab es nochmal einen Ausflug in meinen Lieblings-Bruchwald.

    Da war noch immer richtig viel los, und es trauten sich ein paar Raritäten an die Oberfläche:


    1: Clitocybe collina

    Mehlgeruch, kombiniert mit winzigen Sporen (selten länger als 5 µm) und den praktisch weissen Lamellen.
    Nicht hygrophan, wuchs auf Sandboden. Ich finde nichts was besser passt.


    2: Clitocybe foetens

    Dieser Trichterling machte seinem Namen alle Ehre ("Stink-Trichterling"). Ein übler mehlig-ranziger Geruch.

    Der für die Gattung untypische Lamellenansatz ist gemäss Ludwig für genau diese Art typisch.

    Und ich dachte erst an ein Graublatt, ist es aber nicht. Sogar diesen Irrtum erwähnt Ludwig.


    3: Galerina similis

    Ein kleiner Häubling im Moos. Neben der Zystidenform halfen mir die recht breiten, fast glatten, nicht dextrinoiden und leicht kollabierenden Sporen bei der Bestimmung.


    4: Leucopaxillus gentianeus

    In Massen kurz vor dem Bruchwald, unter Föhren.


    5: Simocybe sumptuosa

    Über die habe ich mich besonders gefreut. Hatte noch nie eine Simocybe gefunden.


    6: Tricholoma inocybeoides

    Bestimmt nach FNE4 mit gewisser Restunsicherheit - ich kann ihn zwar nicht sequenzieren, aber alles andere passt perfekt.

    Wobei die morphologischen Unterschiede zu Tr. argygraceum halt schon minim sind.


    So das war's. Danke fürs Lesen und Anschauen.


    Lg, Raphael

  • Hallo, Raphael!


    Ich würde sogar mal vermuten, daß dein Ritterlingsfund Tricholoma argyraceum ist. Auch wenn die Sporen da bei meinen Aufsammlungen noch einen Tick "elliptischer" waren - wobei ich da immer einen Abwurf mache, ebenso wie bei Röhrlingen wird's sonst leicht mal diffus bei den Sporenmaßen. Aber die sind wirklcih schwer zu trennen. Von der Struktur und Farbe der Hutschuppen wäre ich bei deinem Fund eher zu argyraceum gekommen, die Fruchtkörperform scheint auch in die Richtung zu deuten. Wichtig wären noch die Velumverhältnisse - aber dazu brauchst du halt wirklcih ganz junge, noch fast geschlossene Fruchtkörper. Gilbungsverhalten ist manchmal noch ein kleiner Bonushinweis, argyraceum gilbt oft fast gar nicht, inocyboides aber recht kräftig wie auch scalpturatum.
    Die makroskopischen merkmale insgesamt sind vermutlich sogar sicherer zur Unterscheidung als diese winzige Nuance in der Sporenbreite / Sporenform zwischen inocyboides und argyraceum.



    LG; Pablo.

  • Hallo, Raphael!


    Ich würde sogar mal vermuten, daß dein Ritterlingsfund Tricholoma argyraceum ist. Auch wenn die Sporen da bei meinen Aufsammlungen noch einen Tick "elliptischer" waren - wobei ich da immer einen Abwurf mache, ebenso wie bei Röhrlingen wird's sonst leicht mal diffus bei den Sporenmaßen. Aber die sind wirklcih schwer zu trennen. Von der Struktur und Farbe der Hutschuppen wäre ich bei deinem Fund eher zu argyraceum gekommen, die Fruchtkörperform scheint auch in die Richtung zu deuten. Wichtig wären noch die Velumverhältnisse - aber dazu brauchst du halt wirklcih ganz junge, noch fast geschlossene Fruchtkörper. Gilbungsverhalten ist manchmal noch ein kleiner Bonushinweis, argyraceum gilbt oft fast gar nicht, inocyboides aber recht kräftig wie auch scalpturatum.
    Die makroskopischen merkmale insgesamt sind vermutlich sogar sicherer zur Unterscheidung als diese winzige Nuance in der Sporenbreite / Sporenform zwischen inocyboides und argyraceum.



    LG; Pablo.

    Hallo Pablo,


    Gut möglich... leider gab es keine jungen FK. Ich schaue nächsten Herbst nochmal.

    Das Bild bei FNE4 von Tr. inocybeoides fand ich passend wie die Faust aufs Auge zu meinem Fund, die FK dort haben auch diese aufgebogenen Ränder. Tr. argyraceum fand ich bisher nie so, aber das muss natürlich auch nichts heissen.


    Lg, Raphael

  • MoinMoin!


    Tricholoma argyraceum mit ähnlichem Erscheinungsbild:




    Tricholoma inocyboides dagegen bei mir meistens eher so:




    ...ob die erstaunlich unterschiedliche Guajak - Reaktion auch konstant (und damit für die Bestimmung interessant) ist, bedarf weiterer Überprüfungen. Das ist noch sehr unsicher.



    LG; pablo.

  • Hallo Pablo


    Ich war heute mal wieder an dem Standort, und meine vermeintlichen Tricholoma inocybeoides waren wieder da (exakt am gleichen Ort).

    Dieses Mal sahen sie eher wie die zweite Kollektion aus, die du letztes Jahr gezeigt hast:


    Der Hut ist insgesamt eher samtig-faserig als feinschuppig und hellgrau.

    Leider wieder keine ganz jungen FK vorhanden. Der kleinste rechts hatte keine sichtbaren Velumreste.

    Die Stiele verfärbten sich bei Berührung rasch von gelblich zu grau.

    Geruch sehr schwach mehlig, Geschmack mild und mehlig.


    Hier sieht man die HDS-Struktur besser.



    Die Sporen sind gleich wie letztes Mal, eher breit elliptisch.


    Hier noch die Guajak-Reaktion nach ca. 3 Minuten.


    Besteht eine Chance anhand dieser Infos zwischen Tr. argyraceum und Tr. inocybeoides zu unterscheiden?


    Gruss Raphael

  • Hallo, Raphael!


    Mit gaanz jungen fruchtkörpern dabei wäre es noch einfacher, weil man dann auch die Velumausprägung besser beurteilen kann, aber ich würde diesen Fund von dir schon eher für T. inocyboides halten, wegen der weitgehend unschuppigen, hellen Hutoberfläche, dem deutlichen Buckel, starkem Gilben, kein "Haarschleier" erkennbar... Sporen würden auch passen, was aber nicht so einfach zu beurteilen ist. Birke scheint ja acuh vorhanden zu sein, also: Kein Einspruch gegen inocyboides. :thumbup:



    LG; Pablo.

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