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letzter Beitrag von Clavaria am

Fragiler Risspilz (alpin)

  • Hallo zusammen


    Habe hier noch einen Risspilz, den ich gestern auf 2300 m.ü.M gefunden habe.

    Alle meine Bestimmungsversuche laufen ins Leere.


    Angaben:

    - Masse: Hut 15-20 mm. Stiel kurz, 20-30x4-6 mm.

    - Velum: Mit der Lupe erkennt man fädige, weisse Reste auf dem Hut. Leider war kein ganz junger FK dabei.

    - Geruch: Sehr schwach, aromatisch

    - Stiel auffallend fragil, löst sich beim Anfassen schnell in Fasern auf. Oberes Drittel mehlig.

    - An einem Fruchtkörper hat der Stiel eine klar farblich abgetrennte Zone, wie man es manchmal bei Hygrocybe sieht.

    - Kaulozystiden: Sehr vielgestaltig. Zuoberst einige metuloid, bis unter die Mitte nur noch andere in diverser Form, unten keine mehr

    - Sporen: 8.8-10.8 x 5.3-6.5 µm. Mittelwerte: 9.7x5.8 µm.

    - Cheilozystiden: 47-52 x 12-18 µm, Wände 2.8-4.5 µm dick.


    Diese zwei Bilder habe ich während eines Gewitters gemacht, da wirken sie glänzend, was sie gar nicht sind:



    Das hier dann zu Hause nachdem die Fruchtkörper etwas abgetrocknet waren:


    Sporen in KOH, 1000x:


    Cheilozystiden in KOH, 400x:



    Pleurozystiden in KOH, 400x (spärlich):


    Kaulozystiden an der Stielspitze:


    Kaulozystiden Stielmitte:


    Viele Grüsse

    Raphael

  • Hi,


    ich bin gespannt. Zu alpinen Arten sag ich nix. Ich bin "Flachlandtiroler". Über 800-900 m komme ich nicht hinaus.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Raphael, der abrupte Farbwechsel außen am Stiel in Verbindung mit dieser seltsamen Wässerigkeit im Stiel ist ein klares Zeichen dafür, dass der Pilz Frost gekriegt hat, was in der Höhe ja auch jederzeit möglich ist. Damit aber verändert sich auch die Huttextur, und aufgrund dessen und des unnatürlichen Glänzens ist die überhaupt nicht mehr richtig einzuschätzen.

    Ich schick dir privat für deine alpinen Funde das wichtigste Buch, nämlich Favre. Da sind zumindest viele Arten drin und auch wenn es auf französisch ist, kommt man da mit den Mikrozeichnungen und den Maßangaben und google Translator auch wenn man kein Französisch kann, klar. Hinten sind auch Tafeln von den neuen Arten.


    Herzlich, Ditte

  • Hallo Ditte,


    Danke fürs Feedback, gut zu wissen.

    Ja, der Favre wäre wohl eine grosse Hilfe für mich, vielen Dank. Zum Glück kann ich ganz gut Französisch.

    Ich habe schon überlegt ob ich das Buch von Jamoni über alpine Pilze kaufen soll. Kennt das jemand, lohnt sich das?


    Ich habe noch eine weitere Kollektion von Risspilzen vom gleichen Tag, bei denen es sich vermutlich um dieselbe Art handelt, aber ohne Frostschaden.

    Ich untersuche die nochmal gründlich und melde mich bei Bedarf wieder.


    Viele Grüsse

    Raphael

  • Hallo Björn


    Ich konnte es nicht lassen, und habe das Buch von Jamoni gekauft.

    Nach einer ersten Durchsicht und im Test mit drei alpinen Arten folgender Eindruck:

    - Von den 190 gezeigten Arten hatte ich von 39 noch keine Abbildung in meiner Literatur

    - Bilder und Mikrozeichnungen sind sehr gut

    - Texte auf italienisch und englisch, recht präzise, man kommt gut zurecht

    - Fokus auf Ascomyceten (primär Becherlinge) und Lamellenpilze

    - Leider nicht mal ansatzweise vollständig. Meine drei alpinen Testpilze waren schlussendlich alle nicht drin.

    Schwierige, grosse Gattungen wie Inocybe, Cortinarius oder Hebeloma werden nur kurz gestreift.


    Fazit: Ein Gewinn was die mir zugängliche Artenvielfalt angeht, aber Preis/Leistungverhältnis (145 CHF!) nicht wirklich ideal.

    Egal, ich mag es dem guten Herrn Jamoni gönnen, und es ist ja Spezialliteratur und er wird sicher nicht reich damit.

    Jetzt wo ich es habe, werde ich das Buch regelmässig konsultieren.


    Viele Grüsse

    Raphael

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