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letzter Beitrag von Marcel am

Russula Minutula?

  • Hallo Freunde,


    Liege ich mit meiner Vermutung, Russula minitula richtig?

    Es war ein Mischwald mit Buchen, Eichen, Fichten. Geruch war sehr mild bis aromatisch pilizig (sehr wohlriechend) Geschmack leider nicht probiert.

    Ich weiß ja das täubling bei der bestimmung ein spezialkandiat ist. Wie muss ich nächstes mal vorgehen um die bestimmung hier im forum noch einfacher zu machen?

    Würde mich freuen wenn ihr trotzdem eine einschätzung abgibt

  • Hallo Steinpilzscout,

    leider funktioniert die Täublingsbestimmung so nicht. Es gibt in Deutschland an die 150 Täublinge, davon etwa 50 rothütige.

    Wenn du Täublinge außerhalb der gängigsten Arten anfragst (R. minutula ist eine relativ seltene Art), musst du mindestens folgende Daten liefern, sonst hat man keine realistische Chance:

    Geschmack (dazu hast du was geschrieben: mild; dadurch schränkt sich der Kreis auf knapp 100 mögliche Arten ein)

    Sporenpulverfarbe

    Geruch (ist bei deinem Pilz banal)

    Standort und mögliche Baumpartner (ist bei deinem Pilz nichtssagend, da zu viele Optionen offen)

    Größe

    Festigkeit des Fleisches

    Verfärbungsverhalten des Fleisches über Nacht

    (mit makrochemischen Reaktionen will ich jetzt gar nicht anfangen)...


    ... und dazu Beweisfotos, die mehr als Banalitäten zeigen. Abziehbare Huthaut ist bei Täublingen banal, das im Längsschnitt sichtbare Pilzinnere meistens auch, es sei denn, das Stielinnere wäre gekammert.


    Zum Pilz selber kann ich nur sagen, dass R. minutula nicht gänzlich unmöglich, aber wenig wahrscheinlich ist. Um R. minutula tatsächlich nachweisen zu können, müsstest du erst einmal Sulfovanillin parat haben.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Stimmt, deshalb werden ja sogar einwöchige Täublingsbestimmungsseminare angeboten. Die bräuchte man sicher nicht, wenn Täublingsbestimmung einfach wäre. Auch wenn man Täublinge nur zu Speisezwecken sammelt, ist es nützlich, ein paar Arten zu kennen, um zu Kostprobezwecken nicht immer wieder in knallescharfe Täublinge reinbeißen zu müssen. Langfristiges Ziel muss es sein, einem Täubling "anzusehen", ob er scharf oder mild ist. Z. B. sind blauhütige Täublinge nie scharf. Gelb- und rothütige sind dagegen oft scharf.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Oehrling,

    Du schreibst:

    Z. B. sind blauhütige Täublinge nie scharf.

    In meiner Kindheit (1960er Jahre) wuchsen in den Anlagen wechselfarbige Speitäublinge. Die waren wunderschön blau gefärbt.

    Ich habe die seitdem niemals mehr irgendwo gesehen und damals konnte ich sie nicht bestimmen - ich bin Jahrgang 1961.

    Ich kann mich aber noch an den Geschmack erinnern, typisch nach Russula emetica Sippe, wie ich heute weiß.

    Hallo Steinpilzscout,

    nach dem was bei mir an Farbe ankommt, wäre ich auch bei vesca, aber meine Erfahrung ist: Alle Versuche vesca farbecht zu fotografieren scheitern.

    Ich sehe da auch das bekannte zu kurze Röckchen und eine halb abziehbare Huthaut.

    Mich würde da mal interessieren auf Grund welcher Merkmal Du da zu Russula minitula kommst, nachdem Du noch nicht einmal den Geschmack geprüft hast.

    Das hätte die Auswahl schon mal erheblich reduziert.

    Ich weiß auch nicht, was ich mir unter einem milden Geruch vorzustellen habe. Im allgemeinen riechen mild schmeckende Täublinge eher nach nichts und scharfe irgendwie fruchtig, aber diese Regel hat Ausnahmen. Ich jedenfalls habe bei einem mild schmeckenden Täubling noch keinen angenehmen Geruch festgestellt.

    Aber wer kann schon von sich behaupten da alles zu kennen.

    Gruß,

    Marcel

  • Hallo Marcel,

    du hast recht. Bei "blauhütigen Täublingen" hatte ich nicht an den Wechselfarbigen Speitäubling gedacht, da ich ihn gedanklich zu den violetthütigen gesteckt hatte, ohne zu bedenken, dass der auch zumindest in Teilen des Hutes blau sein kann.

    FG

    Oehrling

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  • Hallo Oehrling,

    die wechselfarbigen in meiner Kindheit hatten nichts violettes an sich:

    Die waren in der Mitte rein blau, außen weißlich und insgesamt noch mit ein paar dunklen Flecken dekoriert.

    Deswegen konnte ich die damals auch nicht bestimmen:

    Die Buchautoren hatten die auch als violett beschrieben, andere Farbmöglichkeiten waren auch beschrieben - blau nicht.

    Erst als ich Jahre später ein Buch in die Hand bekam, in dem erwähnt war, dass der auch blau kann, ging mir ein Licht auf.

    Oder wie ein bösartiger Bekannter immer sagt:

    Da fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren.

    Seitdem achte ich weniger auf die Grundfarben, sondern mehr auf die Farbstruktur:

    Beim Wechselfarbigen:

    Auffällig konzentrischer Farbverlauf.

    Die erwähnten zufällig verteilten dunklen Punkte

    Gruß,

    Marcel

  • Hallo Karl,

    leider entsinne ich mich nach ca. 50 Jahren zwar noch daran, wie die Pilze aussahen und wie sie geschmeckt haben, aber leider nicht mehr exakt daran, wo ich was gelesen habe.

    Das Buch ohne Erwähnung der Farbe blau war:

    Pilze Mitteleuropas von Haas Gossner 1971

    Die erste Erwähnung von blau für den Pilz finde ich in

    Flück: Welcher Pilz ist das? 1995

    Irgendwie habe ich noch irgendwas dazwischen im Kopf, das finde ich aber nicht mehr. Ich dachte an Laux, der sagt aber nichts dergleichen.

    Ich habe aber eine erkleckliche Anzahl von Pilzbüchern und kann die jetzt nicht alle durchsehen.

    In meiner Kindheit gab es 15 Taschenbuchverlage und jeder hatte ein eigenes Pilzbuch, in dem ca. 100 Arten beschrieben waren, dazu noch einiges über Pilzvergiftungen und Zubereitungstipps für die essbaren.

    Ich habe die damals fast alle erworben, in einige aber nur hinein gesehen. Gar so viel gab mein Taschengeld doch nicht her., obwohl man die für 5 Mark 99 erwerben konnte.

    Gruß,

    Marcel

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    Einmal editiert, zuletzt von Marcel ()

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