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letzter Beitrag von Nosozia am

Hilfe bei Rindenpilz

  • Liebe Forumsmitglieder,

    ich habe heute einen Rindenpilz gefunden, bei dem ich nicht weiterkomme. Wahrscheinlich ist es für euch kein großes Problem, deshalb bitte ich um Eure Hilfe.


    Es handelt sich um einen Laubholzast, der in einer Hecke lag. Ich glaube nicht, dass er zu einem der in der Nähe stehenden Platanen gehört, sondern eher, dass ihn jemand dort hineinwarf.

    Die Oberfläche ist hellbraun, die helleren, fast weißlichen Ränder sind aufgebogen, Der Ast mit Pilz ist sehr trocken.

    Bin mir auch nicht sicher, ob in Bild 5 Schnallen zu sehen sind. Das ist jedenfalls das was ich am ehesten als solche ansprechen könnte. Sporen habe ich keine gefunden.


    Bild 1: der Ast hat einen Durchmesser von 2cm


    Bild 2:


    Bild 3: Querschnitt durch den Pilz


    Bild 4: Hymenium



    Bild 5: Hymenium (mit Schnallen?)



    Bild 6: Hymenium


    Bild 7: Skeletthyphen sehr dickwandig


    Bild 8: generative Hyphen, stark inkrustiert


    Ich hoffe, ich habe die Strukturen richtig benannt und vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, auch wenn die Bilder nicht besonders scharf sind. Falls noch weitere Details für eine Bestimmung nötig wären, kann ich diese eventuell noch nachliefern.

    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo, Erich!


    Das ist Byssomerulius corium (Gemeiner Lederfältling).

    Wenn Hyphen sich direkt vor eine Septe verzweigen, dann sieht das im LM manchmal fast wie eine Schnalle aus, vor allem wenn die efferente Hyphe dann abknickt oder eben erst in der Entstehung ist (also nur einen kleinen Knubbel direkt vor der septe bildet). Erkennbar aber unter anderem daran: Eine Schnalle geht von der distalen Hyphe aus, gehört also zur distalen Zelle. Dann hat man idR. die Zellwand zwischen distaler und proximaler Zelle am proximalen ende der Schnalle, also umgekehrt wie hier.
    Die Hyphenstruktur bei Byssomerulius corium ist schwer zu beurteilen, weil gerade im Subikulum / Kontext oft sklerifizierte Hyphen zu finden sind, also stark dickwandig, aber eben dennoch meiner Ansicht nach als monomitisch zu interpretieren, weil die bei genauem Untersuchen eben doch auch septiert sind.



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen. Mir ist die Situation auch nicht wie eine typische Schnallenbildung erschienen, aber mir fehlt noch die Erfahrung um dies sicher zu unterscheiden. Aufgrund der Abbildungen in verschiedenen Bücher dachte ich aber, dass die Schnalle zur proximalen Hyphe gehören, also von proximal die distale Zelle überragen.

    Ich werde auf jeden Fall gezielter nach diesen Strukturen suchen, um sie in Zukunft besser zu erkennen.

    Wieder etwas dazugelernt!

    Das heißt aber, dass das in Bild 7 gar keine Skletthyphen sind. Stimmt das?

    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo Erich,


    den habe ich auch gerade gefunden. Wie hast du denn das super Bild von den inkrustierten Hyphen hinbekommen?

    Ist das angefärbt?


    Gruß Nosozia

  • Salve!


    Das mit den Skeletthyphen ist schwer zu sagen, finde ich. Es gibt halt dickwandige Hyphen, die keine Skeletthyphen sind (weil septiert). Manchmal ist es schwer, diese Septen zu finden - dann kann man das gar nicht so gut beurteilen. In dem Fall ist es aber nicht so wichtig, weil die übrigen Details (auch makroskopisch) schon sehr für den Lederfältling sprechen. Mit ein paar Sporen könnte es noch deutlicher werden, aber der Fruchtkörper scheint schon recht alt und verwittert zu sein, da sind dann oft keine Sporen mehr zu finden.



    LG, Pablo.

  • @ Pablo: Also danke nochmals für die einleuchtenden Erklärungen. Die Septen sind wirklich gut zu erkennen.


    @ Nosozia: es ist ein einfaches Quetschpräparat in Wasser. Diese Hyphen sind so stark inkrustiert und so häufig, dass es nicht schwierig ist sie darzustellen.


    Ich bin froh in diesem Forum so viel Unterstützung zu bekommen und dadurch dazulernen zu können.


    Liebe Grüße

    Erich

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