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letzter Beitrag von Beorn am

Unbekannter Lamellenpilz an Holz-Tectella patellaris

  • Hallo,

    Gestern war es mal nicht so windig , also geh ich wandern...

    Ist hier allerdings etwas schwierig


    Also man sieht , weit kam ich nicht.

    Aber im Laubmischwald am Wegrand ein liegender Ast (Kirsche) mit unbekannten Pilzchen.

    Kein Foto dabei , also nur Handybilder :



    Etwas mitgenommen die kleinen , aber durchaus noch lebendig.

    Sporenstaub weiß , kleine Sporen , hyalin , allantoid , amyloid.


    Und ich komme einfach nicht darauf , was das nun sein könnte.

    Kann mir da jemand vom Schlauch helfen ??

    Grüße

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Norbert,


    das hast Du was seltenes gefunden!

    Solche Fruchtkörper ohne Stiel, in Verbindung mit amyloiden, hyalinen, allantoiden Sporen deuten eigentlich auf die Gattung Panellus hin, also die Zwergknäuelinge.

    Der den Du da hast stellt LUDWIG im Pilzkompendium auch in diese Gattung, für gewöhnlich ist er aber aufgrund seines jung sehr deutlichen Velums eine eigene Gattung:

    Klebriger Schleierseitling - Tectella patellaris


    Ist etwas in Zunahme begriffen und nicht mehr die große Rarität wie noch vor 30 Jahren, aber dennoch ein seltener schöner Fund!


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    Danke , das passt sehr gut.

    Kein Wunder , dass ich da nicht drauf kam - obwohl Pablo ja hier ein sehr schönes Portrait hat :

    Tectella patellaris = Klebriger Schleierseitling

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
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  • Norbert.S

    Hat den Titel des Themas von „Unbekannter Lamellenpilz an Holz“ zu „Unbekannter Lamellenpilz an Holz-Tectella patellaris“ geändert.
  • Hallo Norbert,


    übrigens: Zur besseren Darstellung der Messwerte im Screenshot ist es okay wenn Du Länge und Breite an unterschiedlichen Sporen misst. Wenn es aber um das Ermitteln der Messwerte an sich geht, dann müssen Länge und Breite immer an der jeweils selben Spore gemessen werden. Nur so kann man dann den oft wichtigen und aussagekräftige(re)n Q-Wert (= Länge : Breite) ermitteln!


    Ich vermute ja, Du weißt das, aber damit bei Mitlesenden mit weniger Erfahrung nicht unbewusst ein falscher Eindruck entsteht wollte ich das festhalten.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Ihr zwei, da hänge ich mich gleich einmal an mit meinen Funden. Ich dachte letztens, für diese Findlinge an Laubholz käme eigentlich nur der Klebrige Schleierseitling infrage. Im Bon wurde er allerdings als Pilz von maximal 1 cm Durchmesser beschrieben. Die hier waren deutlich größer. Ansonsten hat alles gepasst. Ich hab das dann aus den Augen verloren und das Porträt von Pablo hatte ich bislang eben no hc nicht entdeckt.

    Inzwischen bin ich ziemlich sicher, dass es doch dieser Pilz ist und dass Pilzbüchern (oder Pilzen?) nicht 100%ig zu trauen ist.

    Lustig finde ich, dass die Pilze mitunter an der Hutoberseite mittig angewachsen sind. Beim oberen Foto rechts zu sehen



    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo Claudia,


    ja, das ist er, und er kann deutlich größer werden - 3 cm ist keine Seltenheit.


    Man muss aber BON zugute halten, dass die Art beim Zeitpunkt des Entstehens seines Buches noch extrem selten war und sich erst in späterer Zeit ausgebreitet hat. Und vielleicht führte diese Vitalitätszunahme nicht nur zu einer geographischen und quantitativen Ausbreitung sowie in einer Zunahme der besiedelten Wirtshölzer, sondern vielleicht auch zur Bildung üppigerer Fruchtkörper?


    beste Grüße,

    Andreas

  • Danke für die Erklärung, Andreas. Ich hatte schon befürchtet, dass der Pilzspürhund eine Aktie an dem üppigen Wachstum haben könnte, da der Zweig mit den Pilzen gleich hinterm Haus am Weg liegt.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Liebe Claudia,

    da Tectella patellaris nicht als nitrophil bekannt ist und auch kaum in nitrophiler Umgebung gefunden wird, dürfte der Gremlin nicht schuld sein :-)


    beste Grüße,

    Andreas

  • da Tectella patellaris nicht als nitrophil bekannt ist und auch kaum in nitrophiler Umgebung gefunden wird, dürfte der Gremlin nicht schuld sein :-)

    Gut zu wissen, dass das Tier diesmal ausnahmsweise nicht Verursacher von komisch aussehenden Pilzen ist.😂

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Salve!


    ich glaube, daß dem auch Stickstoff werte im Boden recht egal sind. Ebenso wie ob's basisch oder sauer ist. Auch in komplett mit brenesseln und ähnlich nitrophilem Kraut zugewucherten Wäldern taucht der bei mir regelmäßig auf, dort gerne an Spätblühender Traubenkirsche (und wie gehabt meistens zusammen mit Plicatura crispa).
    Die Beobachtung ist richtig, daß die Fruchtkörper "dorsal" am Substrat ansitzen, habe ich jedenfalls noch nie anders gesehen. Anders ausgedrückt: Die sind immer komplett ungestielt (im Gegensatz zu Crepidotus - Arten zB, wo der stiel verkümmert ist, aber doch meistens rudimentär vorhanden).



    Lg; Pablo.

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