Weichritterling - kann man sowas bestimmen?

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 2.158 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von zuehli.

  • Hallo Zusammen,


    ich habe am Wochenede diesen Pilz gefunden, bei dem erst überhaupt nicht klar war, was es sein könnte.

    Nach der Mikroskopieren stand dann zumindest fest - es ist ein Weichritterling. Aber welcher?


    Hut: 10 cm, fein samtig, trocken; Hutrand: wellig-flattrig

    Stiel: 7 x 1,2 cm, längsfaserig

    Lamellen: eng, mit Zahn herablaufend; Schneiden: glatt

    Fleisch: dünn - in der Mitte dicker, creme, Stiel bräunlich

    Geruch: pilzig aber nicht mehlig

    Geschmack: mild

    Fundort: Wegrand Mischwald

    Wachstum: einzeln

    SPP: weiß

    Sporen: rauh-grob warzig, J+






    Zystiden Brennhaarförmig, meist septiert und mit Kristallen; Länge ca 31.2 - 51.8µm



    Sporenabwurf in Melzer: 8.5 × 6.1 µm ; Q = 1.4; (7.8) 8 - 9 (9.5) × (5.4) 5.7 - 6.6 (6.9) µm; Q = (1.3) 1.33 - 1.5 (1.6) ; N = 30

    Sporen in Lamellenpräparat (Kongorot NH3): 7.9 × 5.6 µm ; Q = 1.4; (6.7) 7.1 - 8.7 (9.9) × (4.8) 5 - 6.4 (6.9) µm; Q = (1.3) 1.32 - 1.5 (1.7) ; N = 25


    Momentan komme ich bei M. grammopodia raus. Alternativ gäbe es noch M. subbrevipes (nicht klar ob es eine eigenständige Art ist oder nicht) und M. brevipes.

    Was denkt ihr?


    Gruß Nosozia

  • Hallo Beli,


    Weichritterling sollte schon passen, wegen der warzigen Sporen. Ritterlinge haben glatte Sporen.

    Auch die Brennhaarförmigen Zystiden sind charakteristisch für Weichritterlinge. Das haben Ritterlinge nicht.

    Die Sporen von Ritterlingen sind J-, meine hier J+.


    Gruß Nosozia

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    was sagt denn der Gröger zu deinem Pilz? Ansonsten hast du für mich einen Weichritterling aus der Gruppe mit Brennhaarzystiden mit scheinbarem Frostschaden gefunden. Für mich zumindest nicht bestimmbar, wobei ich auch nur im Gröger oder der FN schlüsseln könnte.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Nosozia,

    Du bist aufjeden Fall im richtigen Formenkreis, wobei man mit Gröger zunächst bei M. grammopus landet und dann diverse Erläuterungen zu den von Dir genannten Arten führen. Die Funga Nordica geht da etwas weiter, aber ob die Namen so Bestand haben ist ebenfalls fraglich.
    Mit der Minimonographie von Thomas Münzmay im Tintling kommt man zu grammopus und subbrevipes allerdings unter den Arten ohne gefärbtes Stielfleisch. Widersprüche wohin man sieht.
    Es soll eine Monnographie der Gattung durch Antonin in Arbeit sein, wegen der auch Ludwig die Gattung im Band 3 nicht behandelt hat. Vor Erscheinen einer gründlichen Neubearbeitung der Gattung bleiben meine Funde namenlos und ich dokumentiere sie nur so genau wie möglich.

    LG Karl

  • Danke Stefan, Karl,


    ja, genau in das Problem bin ich gelaufen.

    Bei FN komme ich bei M. subbrevipes raus. Beim Horak komme ich bei M. grammopus/grammopodia raus der in Klammern (subbrevipes) genannt wird.

    Gröger leitet mich zu M. grammopodia mit den schon erwähnten Ergänzungen.

    Also warten wir auf eine neue Monographie.


    Gruß Nosozia

  • Ja, genau das ist das Dilemma bei den Weichritterlingen, je nach Literatur kommt was anderes dabei raus.

    Vor ziemlich genau drei Jahren hatte ich mal Vladimir Antonin auch wegen der zu erwartenden Monografie angeschrieben. Bei der Antwort hat er sich nicht auf einen Zeitplan festgelegt, sondern erstmal auf Einzelpublikationen hingewiesen. Scheint eine ziemlich komplizierte Baustelle zu sein, die jahrelange Arbeit erfordert.

    Umso gespannter darf man sein, wenn denn irgendwann mal etwas vorliegt.

    Ansonsten kann man sich neben der bekannten Literatur auch damit beschäftigen (wers noch nicht kennt):

    FND- Melanoleuca


    Beste Grüße

    Harald