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letzter Beitrag von MarionS am

Pilzbestimmung für Neuling

  • Hallo, ich bin heute spontan mit Körbchen spazieren gegangen und hatte Lust, Pilze zu sammeln. Was Pilze sammeln angeht, bin ich komplett unerfahren... und so würde ich gerne wissen, ob ihr spontan Pilze erkennt, die essbar wären und welche giftig, bzw. ungenießbar.

    Habe heute selber so eine Pilzapp benutzt, aber ehrlich gesagt bin ich daraus nicht schlauer geworden.


    Vielen Dank im Voraus! Gruß



  • Servus "neuerpilz",


    wie Bibilothekar bei dienem Parallelthread schon schrieb: Pilzberatung online ist viel zu gefährlich. Ich rate auch dringend ab, Pilz-Apps für die Bestimmung zu nutzen.


    Pilzbestimmung ist etwas sehr Komplexes - will man die bestimmten Pilze auch essen, so muss man mühsam und von Anfang an as Bestimmen lernen. Dafür gibt es geführte Exkursionen, Kurse usw. (von Fachleuten sich anleiten zu lassen ist das A und O).


    Ich kann zwar einige Pilze auf deinen Bildern per Foto bestimmen, was dann aber nicht heißen muss, dass die, die ich als richtig bestimmt erachte, essbar sind (Pilze können Befallsanzeichen haben, die man als Laie nicht gleich erkennt - und isst man sie dann, kann es eine Lebensmittelvergiftung geben).


    Einer der Pilze auf deinem Tisch hat vor nicht langer Zeit einem Menschen im Raum Nürnberg das Leben gekostet und eine zweite Person hat nur knapp überlebt.


    Beim Bestimmen von Pilzen kannst du viel Unterstützung bekommen, auch hier im Forum. Willst du die Pilze aber essen, muss die Bestimmung 100%ig richtig sein. Bei Fotos ist das oft nicht möglich - es gibt zu viele Pilzarten und viele sind sich zu ähnlich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo und willkommen in Forum


    Hübsch, ziemlich wilde Mischung :-)

    Leider ist Pilzbestimmung nicht immer so einfach. Von vielen bräuchten wir detailliertere Aufnahmen und ein Schnittbild.

    Und ganz gemein: mehr als Anhaltspunkte wird es auch leider nicht geben - schon gar keine Essensfreigabe.


    Ein paar Milchlinge scheinen dabeizusein, ein paar Röhrlinge, ein möglicher Perli/Panther, ein Tintling.

  • Einer der Pilze auf deinem Tisch hat vor nicht langer Zeit einem Menschen im Raum Nürnberg das Leben gekostet und eine zweite Person hat nur knapp überlebt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Moin Christoph,


    Lag es an Karl ?!

    Kannst du dazu etwas genaueres schreiben oder eine Quelle angeben? Wäre sehr interessiert!


    Alex

  • Danke für die schnelle Antwort!

    Ich gebe selbst zu, dass das hier alles sehr unüberlegt und spontan war, aber mir war mal einfach danach.

    Weiß ich dann in Zukunft Bescheid

  • Servus Alex,


    inwiefern soll etwas an Karl liegen?


    Nein, es geht um zwei Vergiftungen mit dem Kahlen Krempling, bei denen das Kremplingssyndrom auftrat. Ein Patient verstarb trotz rascher, intesivmedizischer Betreuung. Bei einem zweiten Fall hat es der Betroffene nur knapp überlebt.


    Siehe: Kremplingssyndrom aufgetreten


    Es ist eine Fachpublikation in einem medizinischen Journal in Arbeit, weshalb ich im Moment nur die beteiligte Pilzberaterin und den Giftnotruf München als Quelle angeben kann. Bis dahin sind andere Publikationen wie z.B. in der Mycol. Bav. leider nicht möglich.


    Ich sammle übrigens im BMG-Forum Vergiftungsfälle, von denen ich direkt höre oder lese - siehe der Link oben.


    Liebe Grüße,

    Christoph


  • War sowieso nicht geplant, diese Pilze heute zuzubereiten.

    Darf man wissen, welche Pilze du damit ansprichst?


    Gruß

  • Hallo Christoph,


    danke für die Info. Äußerst spannend, dass mal wieder ein Paxillus-Syndrom aufgetreten ist. Der Todesfall ist natürlich tragisch. Auf die Publikation bin ich sehr gespannt. :)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • ...

    Ich gebe selbst zu, dass das hier alles sehr unüberlegt und spontan war, aber mir war mal einfach danach.

    Weiß ich dann in Zukunft Bescheid

    Du scheinst ja tatsächlich eine gewisse Lust auf Pilze zu haben.

    Vielleicht gehst du mal in eine Bücherei, holst dir ein Bestimmungsbuch für 10-20 Euro und machst dich damit in aller Ruhe ganz gemach auf die Suche.

    Zu Anfang beschränke ich dich auf die Röhrlinge und versuche sie zu identifizieren mit Hilfe der Angaben im Buch.

    Und am besten du machst zugleich Fotos die die jeweiligen Pilze möglichst vollständig widergeben. Oben, unten, Stiel und Stielbasis. Schauen ob der Pilz sich irgendwo durch Druck verfärbt und versuchen zu erschnüffeln wonach er wohl riecht. Auch der Ort wo der Pilz wächst ist oft von Interesse. Welche Bäume ? Boden kalkhaltig oder vielleicht sauer? Anhand gewisser Pflanzen könnte man das z.B. erkennen.

    Mit all diesen Informationen kannst du dem Namen deiner Pilze auf die Schliche kommen.

    Und um zu sehen ob du richtig liegst kannst du gerne hier die einzelnen Pilze als Bestimmungsanfrage einstellen. Da werden wir dir tatkräftig zur Seite stehen.

    Und so lernst du hier sehr schnell viele Pilze kennen. Und mit den Röhrlingen bist du dann auch gleich in der Ecke von Pilzen wo vieles essbar ist und nur wenige Gefahren lauern, abgesehen von der Lebensmittelvergiftung, der häufigsten Vergiftung bei Pilzsammlern.


    Ich schätze, du könntest dann wirklich auf den Geschmack kommen und evtl. tiefer in die Geheimnisse der Mykologie vordringen wollen.

    Und auch dann sind wir da. g:-)

  • War sowieso nicht geplant, diese Pilze heute zuzubereiten.

    Darf man wissen, welche Pilze du damit ansprichst?


    Die Röhrlinge sind die, die einen Schwamm haben statt Lamellen. Der kräftig rote zum Beispiel. Die meisten von diesen leben in Symbiose mit Bäumen und sind deswegen entsprechend gastfreundlichen oder bestimmten Bäumen zuzuordnen.

    Für einen Tintling halte ich den grauen mit dem weißen Stiel unten links auf dem Bild mit den durchgestrichenen Kremplingen. Diese Pilze zerfließen buchstäblich zu Tinte und wurden früher auch dafür verwendet. Diese Pilze räumen den Boden auf und vernaschen gern altes Holz.


    Die Perlpilz/Pantherpilz-Frage würde sich hier stellen:

    Das sind Geschwister aus der Familie der Amanita, zu der auch Knollenblätterpilz und Fliegenpilz gehören. Sie sind Symbiosepilze.

    Der Perlpilz ist ein guter Speisepilz und der Pantherpilz sein tödlicher Verwechlungspartner. Ich tendiere zum Perli, würde mir die Pilze dafür aber lieber ganz genau ansehen. Dem linken fehlt mit der Knolle zudem ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, und ob die leichte Röte, die man bei beiden sieht, so reicht, ist mir zu vage.

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