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letzter Beitrag von Wühlmull am

Ein unbekannter Rötling

  • Hallo Pilzfreunde,


    bei meiner Aufarbeitung der letztjährigen Funde bin ich aktuell bei einem Rötling hängenbgeblieben. Der einzige, der bei meinen Recherchen in Frage käme wäre Entoloma olorinum. Dazu finde ich aber außer einer Erwähnung in den PdS keine Infos. Ähnlich ist der Mattweise Rötling (E. sericellum), der aber grundsätzlich ohne gerieften Hutrand daher kommen soll.


    Hutdurchmesser: 20-30 mm

    Hutoberfläche: Zur Hutmitte hin zunehmend graubeige/grauocker fein flockig. Hutrand deutlich gerieft.

    Fleisch: wäßrig, weiß, ohne Geruch

    Stiel: weiß, fein gepudert

    Fundort: Am grasigen Wegrand im Kalk-Buchenwald mit eingestreuten Eschen.

    Fundzeit: letzter August

    Mikroskopiert habe ich ihn nicht zu Hause und habe nur Notizen: Sporen 6,5-8,2x8,9-10,5, Zystiden habe ich keine gefunden (was ja nix heißen soll).






  • Hallo Jürgen, das waren schon die typisch eckigen Rötlingssporen unter'm Mikroskop, auch wenn ich jetzt keine Bilder habe. Dachpilze haben auch freistehende Lamellen, die hier sind ausgebuchtet angewachsen.

  • Ich dachte zuerst auch an den Verschiedenfarbigen Dachpilz. wenn der jetzt die Proben vertauscht hat, muß ich mich glaube ich übergeben. Da lag nämlich einiges auf dem Tisch. Wenn viele Leute viele Pilze mikroskopieren. Das wäre der Fail des Jahres. Ich komme jetzt echt ins Grübeln.

  • Hallo Holger,


    für mich makroskopisch ebenfalls ein Dachpilz, und zwar wegen der feinen bräunlichen Hutschüppchen, dem Habitus eines zarten Tintlings und der deutlichen Stielbereifung der von Dir bereits genannte Verschiedenfarbige Dachpilz = Geriefter Dachpilz (Pluteus plautus = depauperatus).

    Dein Bild 4 zeigt m.E. freie Lamellen und keine ausgebuchtet angewachsenen.

    Die Abbildungen in Ludwig, Bd. 2, Tafel 354, 97.22.F und 97.22.H ähneln Deinen Fotos auffallend.

    Vergleiche auch mit Saarpilz.de.


    Liebe Grüße vom Nobi

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  • Hallo Nobi,


    bei meinem verlinkten Saarpilz-Dachpilz interpretiere ich die Lamellen auch eindeutig als freistehend. Wenn ich unter dem Mikroskop die eckigen Sporen nicht gesehen hätte, dann hätte ich den August-Fund auch nicht ohne weiteres als Rötling abgehakt. Bei dem Mikroskopierabend letztes Jahr hat jemand von uns mehrere Objektträger mit Material vorbereitet, unter anderem das eines braunen, stämmigen Rötlings, der neben anderen Arten auf dem Tisch lag. Einer dieser Objektträger wurde mir als mein kleiner weißer Pilz in die Hand gedrückt - und tataaa - schöne, eckige Rötlingssporen. Seitdem suche ich immer mal wieder nach in Frage kommenden Arten.


    Den Ludwig habe ich nicht, aber ich denke mittlerweile, daß damals etwas gewaltig schief gelaufen sein muß und daß Jürgen und Du mit Eurer Vermutung recht habt. Von wegen Entoloma olorinum. Sind aber der Geriefte Dachpilz (Pluteus depauperatus) und Verschiedenfarbiger Dachpilz (Pluteus plautus) jetzt eine Art?



    Und da habe ich noch zwei Rötlinge in der Schublade.... Aber ohne Mikrobilder, da muß ich aber erst warten, bis die wieder kommen.






  • Wo kommen denn jetzt die Striche da unten her? Oh, leck.

  • Hi,


    je nach Bestimmungsliteratur ist das eine oder zwei Arten. Ich müsste mal nachsehen, wie Mykis und der Gröger beide Arten führen. Übrigens bin ich auch bei der Dachpilzfraktion; falls das noch von Interesse sein sollte, hab mich aber erstmal noch nicht zu Wort gemeldet. ;)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • für mich makroskopisch ebenfalls ein Dachpilz, und zwar wegen der feinen bräunlichen Hutschüppchen, dem Habitus eines zarten Tintlings und der deutlichen Stielbereifung der von Dir bereits genannte Verschiedenfarbige Dachpilz = Geriefter Dachpilz (Pluteus plautus = depauperatus).

    Da bin ich vollkommen d'accord.

    :thumbup:

    Beste Grüße

    Harald

  • Ok, Dank an Euch, Rötling ist vom Tisch. Das Ding ist also ein Dachpilz. Ich werde ihn unter Pluteus depauperatus einordnen, unabhängig davon, ob er jetzt von Pluteus plautus getrennt wird.

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