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letzter Beitrag von Gelöschter Nutzer am

Eichen Filzröhrling ?

  • Guten Abend,
    heute fand ich mitten auf einem Waldweg in einem alten Eichenwald diesen Pilz. Bisher habe ich so einen noch nicht gesehen, da bei uns in der Gegend kaum Eichen wachsen. Kann es sich hierbei um einen Eichen Filzröhrling handeln?


    Der Pilz ist leicht blauend bei Berührung der Poren bzw. beim Zerschneiden auch am Stil. Geruch ist leicht obstartig und di Hutoberfläche fühlt sich samtig an.


    Bin gespannt auf eure Antworten.


    Schöne Grüße



  • Hallo Zakaria,
    an den Blutroten Röhrling habe ich gedacht. Wenn man in Google sucht findet man bei beiden ähnliche Bilder. Die Stielfarbe war anfangs rötlicher. Habe den Pilz am Stiel aus dem Wald getragen und dadurch anscheinend etwas zu fest gedrückt, so dass sich der Stiel bräunlich verfärbte.
    Gibt es zwischen dem Eichen Filzröhling und dem Blutroten Röhling eindeutige Unterscheidungsmerkmale?

  • Ich weiss nicht ob es an meinem Monitor liegt.
    Auf Bild 3 kommt der Hut so sehr rot rüber.
    rinnert mich an einen Pilz den ich in meiner Kindheit ( 5-9 J. )
    oft mit Opa heimgetragen habe. Opa nannte den "Rotkappe"


    Hast Du den auch mal an einer Stelle feucht gemacht ???


  • Gibt es zwischen dem Eichen Filzröhling und dem Blutroten Röhling eindeutige Unterscheidungsmerkmale?


    Die Hutfarbe passt zu dem Eichen Filzröhrling nicht, und beim kratzen an der Haut der Basis bekommt der Eichen Filzröhrling orange-rote punkte....
    Was nehme ich an, nicht der Fall ist?
    Gruss
    Zakaria
    p.s.
    ich warte aber noch auf den richtigen, den besten Röhrlings-Experten hier.....

  • Hallo.



    ich warte aber noch auf den richtigen, den besten Röhrlings-Experten hier.....


    Damit kann ich zwar nicht gemeint sein, aber rote Punkte an und in der Stielbasis können beide Arten haben. Also sowohl X. communis / engelii als auch X. rubellus.
    Wie man die makroskopisch sicher unterscheiden kann, da bin ich überfragt. Ich hätte auch gesagt, daß der Hut hier reichlich rot für communis ist, aber ohne ausreichend Funderfahrung ist das Spekulation.


    Ob Jürgen da einen Tip zur makroskopischen Unterscheidung weiß, wäre schon interessant.



    LG, Pablo.

  • Hallo in die Runde,


    ich halte den Fund ebenfalls für den Eichen-Rotfußröhrling (Xerocomellus engelii). Die meist braune Hutfarbe ist kein konstantes Unterscheidungsmerkmal zum Blutroten Rotfußröhrling (X. rubellus), anders als die rot getönte Stielrinde bei ausgewachsenen Fruchtkörpern der letztgenannten Art. Die orangen, oft punktförmigen Verfärbungen in der Stielbasis kann bei beiden Spezies vorkommen oder fehlen. Mal schauen, was Jürgen dazu meint.


    bbgreiter
    Bitte beim nächsten Foto eines Längsschnitts die Stielsbasis dranlassen.


    Gruß, Andreas

  • Hallo zusammen,


    wenn man X. rubellus und X. communis trennen will, dann würde ich diesen Fund (wie auch den von "Karen" im Vorjahresthread) makroskopisch unter X. rubellus einsortieren, v.a. wegen der freudig roten Hutfarbe, des kräftig gelben Stielfleisches, des schlanken Habitus und des Wuchsorts (grasiger Waldweg). Wichtig wäre zu wissen, ob auch jüngere Fruchtkörper dort schon das freudige Rot zeigen.


    Die Aussage von Noordeloos auf seiner entoloma-Website "Trama stark blauend" für X. rubellus halte ich für einen groben Fehler - eher trifft das Gegenteil zu. X. rubellus blaut im Schnitt längst nicht so stark wie z.B. X. cisalpinus oder X. armeniacus. Es trifft allerdings zu, dass Poren und Stieloberfläche bei rubellus ss. str. merklich druckempfindlicher sind als bei communis und hier deshalb oft eine relativ starke Blauverfärbung zu beobachten ist.


    Grüße, Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    als ich damals den Fund von Karen, in dem benannten Vorjahresthread, als rubellus aufgrund der freudig roten Hutfarbe ansprach, habe ich ordentlich Prügel bezogen. Da wurden sogar Fotos von dir gezeigt, die in diesem Fall für communis argumentieren sollten (wurden aber inzwischen entfernt). Ausführungen und Abbildungen aus GPBW oder von Georg Müller wurden als schlecht recherchiert und unseriös ausgelegt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir folgende Passage eines Users:


    –ž(1) Wer lesen kann und nicht nur –žBildvergleiche–œ zitiert ist von Vorteil und wird mir zustimmen, dass man –žX. rubellus–œ (beachte Stielfarbe und Blauen) ausschließen kann.


    (2) Mein Dank geht an (a) –žPilzner–œ, der –žX. communis–œ als Alternative vorgeschlagen hat und (b) –žBjörn (bwergen)–œ, der hartnäckig und für mich nachvollziehbar die –žX. communis–œ-Einschätzung begründet hat.


    ---> Und wer weiterhin ein Problem mit –žX. communis–œ hat, dem empfehle ich dringend, dubiose –žInternet–œ-Quellen–œ (da wird inkl. Tante –žWicki–œ viel Mist verbreitet) zu ignorieren und ernsthaft seriöse Quellen (ich wiederhole nachfolgend auch bereits gebrachte Links) unvoreingenommen zu studieren–œ


    Das betrifft dann wohl außer mir auch dich. Also lies dich mal ein. :D Eigentlich wollte ich damals schon Thomas L. kontaktieren, weil der des Öfteren unseren Exkursionen beiwohnte. Habe es dann aber wieder vergessen.


    Wie steht es denn nun eigentlich um die Stielverfärbung. Ich kann mich an Kollektionen von Exkursionen erinnern, bei denen ebenfalls keine intensive Rotverfärbung des Stiels zu erkennen war und die trotzdem als rubellus angesprochen wurden, eben genauso wie hier. Inwiefern spielt die denn nun eine Rolle?


    Gruß
    Buliz

  • Hallo Buliz,


    ---> Und wer weiterhin ein Problem mit –žX. communis–œ hat, dem empfehle ich dringend, dubiose –žInternet–œ-Quellen–œ (da wird inkl. Tante –žWicki–œ viel Mist verbreitet) zu ignorieren


    meinst Du "Tante Wiki", also die Wikipedia? Dann ist die Lösung simpel: Leg einfach selbst Hand an und verbessere den/die Wikipedia-Artikel. Dazu brauchst Du Dich noch nicht mal registrieren, Du musst lediglich auf der gewünschten Seite den [Bearbeiten]-Karteireiter anklicken und kannst dann gleich loslegen. Dass die Änderungen mit seriösen Quellen, und damit meine ich keine Forenbeiträge, zu referenzieren sind, versteht sich von selbst. Also nicht nörgeln, sondern aktiv mitarbeiten.


    Zitat

    Wie steht es denn nun eigentlich um die Stielverfärbung.


    Der Frage schließe ich mich an. Darüber hinaus würde ich gerne von Jürgen wissen wollen, ob er X. engelii für eine eigenständige Art hält oder das Taxon als Synonym von X. rubellus sieht.


    @alle
    Hier noch die Seite aus den Großpilzen Baden-Württembergs zum Reinlesen, wer das Buch nicht im Regal stehen hat:
    http://www.libreka.de/97838001…+AND+ISBN%3d9783800135318


    Gruß, Andreas

  • Hallo,


    es wird uns wahrscheinlich nicht endgültig zum Ziel führen, anhand eines abgegriffenen Einzelfruchtkörpers eine verbindliche Entscheidung bzgl. rubellus vs. communis zu treffen. Am besten wäre einfach, vom selben Standort noch weitere, auch jüngere, Fruchtkörper zu sehen.


    Ob man communis/engelii und rubellus auf Artebene trennen sollte, kann ich euch ehrlicherweise nicht endgültig beantworten. In der Regel gelingt das, aber - wie in diesem Fall - halt nicht immer eindeutig. Mikroskopisch ist die Trennung schwierig. Der echte rubellus sollte etwas kürzere und breitere Sporen haben, aber die Frage ist, ob dieses Merkmal für sich allein signifikant genug ist. Ich denke eher nicht. Ladurner & Simonini (2003) haben aus all dem letztlich ja die Konsequenz gezogen und alles zusammengeworfen. Vielleicht bringt die DNA-Analytik noch Erhellendes - in den mir präsenten Studien ist das Aggregat rubellus jedoch bisher nicht in einem Cladogramm aufgedröselt worden.


    Wer rubellus ss. str. abtrennt, sollte nicht der Versuchung erliegen, dessen Variationsbreite zu eng zu fassen, so dass alles was nicht 100-prozentig auf die Beschreibung passt, umgehend bei dem "Chamäleon" communis/engelii "abgeladen" wird. Selbst jung knallrote Exemplare können beim Reifen stark nach gelbbräunlich ausblassen. Es macht dann keinen Sinn, womöglich sogar innerhalb einer Kollektion zwischen rubellus und communis zu splitten.


    Anbei eine Kollektion unter einer Solitäreiche. Die roten Exemplare standen etwa drei bis vier Meter neben den braunen. Im Anschnitt (nicht im Bild) war jedenfalls kein auffälliger Unterschied bzgl. der Blauverfärbung festzustellen. Man erkennt aber, dass die roten (rubellus ss. str.) eine weichere Konsistenz haben und druckempfindlicher sind als die braunen.



    P.S.: Die rubellus-Fotos im alten Thread wurden auf meinen Wunsch entfernt, wobei dies auch noch nach Abschluss des aktuellen Threads ausgereicht hätte.

  • Hallo Buliz,



    Lies genau und beachte mal die äußeren Anführungszeichen. Ich habe da aus dem alten Thread zitiert. War also nicht ich, der da genörgelt hat.


    Asche auf mein Haupt: Du hast recht, sorry für die Verdächtigung. Künftig würde es sich bei zitierten Stellen jedoch anbieten, den Text in quote-Tags zu setzen, um sie deutlicher als Zitate zu kennzeichnen. Dadurch kämen keine solchen Missverständnisse auf.


    Unabhängig davon bist Du natürlich trotzdem dazu eingeladen, in der Wikipedia mitzuarbeiten. :)


    Gruß, Andreas

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