Grilltread

Es gibt 60 Antworten in diesem Thema, welches 12.360 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von JanMV.

  • Gegrillte Haxe mit Maipilzen und Tagliatelle


    Hier eine kleine Anregung, hab' ich gestern ausprobiert. Ihr braucht folgendendes:


    Eine Schweinshaxe (roh, gepökelt oder unbehandelt, ich hab' ein ungehandeltes 1,3-kg-Aggregat genommen)
    1 Karotte
    1 Zwiebel
    4 Knobizehen
    Rosmarin (ein frischer Zweig oder getrocknet)
    Salz und Pfeffer
    Maipilze (oder eben Pilze der Saison)
    Brühwürfel oder Instant-Brühe
    etwas Speisestärke oder Soßenbinder
    250 g Tagliatelle
    eine Tropfschale
    Fleischthermometer


    Die Schwarte der Haxe wird zunächst rautenförmig aufgeschnitten. Am besten geht das mit einem Teppichmesser. Nicht zu tief schneiden sonst bekommt man die Schwarte nicht mehr gut festgehalten. Die Haxe wird nun rundherum großzügig gesalzen. Die Zwiebel wird in mehrere Teile geschnitten und kommt zusammen mit den Knoblauchzehen, dem Rosmarin und der in Scheiben geschnittenen Möhre in die Tropfschale. Noch etwas Wasser rein und ab in den Grill. Die Haxe wird nach Möglichkeit mit der Schwarte nach oben über der Tropfschale plaziert.


    Zum Grillen: gegrillt wird indirekt mit Briketts. 2 1/2 Std. sollte man sich schon Zeit nehmen. Ich grille nur noch mit Grillis von ProFagus "Der Sommer Hit". Ich hatte vorher die französischen von Aldi Süd. Die brennen zwar gut, riechen aber seltsam, ist irgend so ein Braunkohlezeugs. Grillis haben eben den typischen (Buchen)Holzgeruch, das gehört irgendwie dazu.


    Das Gemüße in der Tropfschale soll etwas Farbe bekommen aber nicht verbrennen. Wenn man nach der ersten Stunde Briketts auffüllt, sollten Zwiebelchen und Co schon etwas angeröstet sein. Jetzt kann man mit etwa 200 ml Wasser auffüllen. Die Briketts werden behutsam einzeln nachgelegt um keine Asche aufzuwirbeln, die in der Tropfschale landen könnte. Nach einer weiteren Stunde werden wieder Briketts aufgefüllt und der Wasserstand in der Tropfschale kontrolliert. Die Kerntemperatur liegt jetzt bei 76 ° C. Noch etwa 10 Minuten, dann wird es Zeit sich so langsam um die Pilze zu kümmern. Zur Zubereitung von Pilzen brauche ich ja nicht viel zu sagen ;). Die können langsam vor sich hin schmoren. Gewürzt wird nach Gusto. Pfeffer, Oregano, was auch immer und die Instant-Brühe. Nur salzen sollte man noch nicht. Je nachdem wie die Haxe gesalzen wurde, hat der Fleischsaft schon genügend Salzanteil.


    Die Nudeln nicht vergessen. Die brauchen bei mir knapp 15 Minuten. So, die Pilze blubbern schön vor sich hin, also kontrollieren wir wieder die Kerntemperatur. 85 ° C, kein schlechtes Timing, die Haxe kann runter und wird noch in Alufolie eingepackt. Natürlich hab' ich es mir nicht nehmen lassen, zuerst die Schwarte zu testen, richtig schön knusprig. Die Tropfschale vorsichtig herausnehmen und den Inhalt durch ein Sieb zu den Pilzen geben. Ich habe noch die Karottenscheiben herausgefummelt und zu der Soße getan. Bei den Pilzen ist jetzt u. U. recht viel Flüssigkeit. Zum Abbinden einen Eßlöffel Speisestärke in eine Tasse mit kaltem Wasser einrühren und die Hälfte schon mal zu den Pilzen geben. Man kann natürlich auch mit Mehlschwitze oder fertigem Soßenbinder arbeiten, wie auch immer. Wichtig ist nur, daß es nach der Zugabe noch einmal aufkochen muß, damit der mehlige Geschmack verschwindet. Ggf. noch etwas einkochen lassen und fertig. Nudeln fertig, Soße fertig, Haxe noch aufschneiden und - fertig!


    Das nächste mal nehme ich eine gepökelte Haxe.


    Anmerkung zum Thema "Gepökeltes soll man nicht grillen": Es gibt eine Studie von 2004, nach der kein Zusammenhang zwischen gepökeltem Grillgut bzw. den dabei entstehenden Nitrosaminen und Krebs nachweisbar ist. Vielleicht gibt es aber auch aktuellere Erkenntnisse. Ich lasse mich da gerne belehren.

    Grüße aus dem Saarland, Holger smilie_ga_006.gif        Pilzchips: 100 (10 gingen an Ingo wegen verräterischem Braunhäubling)

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  • Hallo, irgendwie ist hier nicht viel los im Frettchen - na dann wollen wir das mal ändern.


    Tandoori-Hühnerröllchen mit mexikanischem Reissalat


    Indisch und mexikanisch in einem Gericht? Beides hat in etwa die gleiche Farbgebung, Inder wie Mexikaner sind beides Capsaicin-Fetischisten und ich verstehe beide nicht wenn sie in ihrer Heimatsprache sprechen :D. Bei so vielen Gemeinsamkeiten muß das einfach passen.


    Die Zutaten für das Hauptgericht (drei hungrige Personen):
    ca 1 kg Hähnchenschnitzel
    2 EL Tandoori-Paste (gibt's entweder im Asia-Shop oder auch von Bamboo Garden im Discounter)
    1 Becher (200 g) Naturjoghurt - am bestem den griechischen mit 10 % Fett
    1 EL Honig.


    die Zubereitung ist einfach. Die Tandoori-Paste, der Joghurt und der Honig werden gemischt und ergeben eine würzige, nicht zu scharfe Marinade. Zunächst wird der Boden einer Auflaufform damit eingestrichen, dann eine Lage Hähnchenschnitzel drauf, wieder Marinade, wieder Schnitzel usw.. Zuletzt sollte wieder Marinade drauf, bevor die Auflaufform mit Alu- oder Frischhaltefolie abgedeckt wird. Das erledigt man am besten schon am Vorabend, damit alles schön durchziehen kann. Wenn es dann soweit ist, werden die Schnitzel gerollt und mit einem Zahnstocher fixiert. Jetzt hat man die Wahl: entweder man legt die Röllchen direkt auf den Rost oder um nicht durch unzählige Wendemanöver zu viel Marinade zu verlieren, in eine Alu-Grillschale. Ich habe mich für die Grillschale entschieden und die Röllchen indirekt 45 Minuten lang gegart. Die restliche Marinade habe ich vorher noch über die Röllchen getan.


    Zutaten für den mexikanischen Reissalat:
    2 Tassen Reis (ungekocht)
    1 Dose Mais-Kidneybohnen-Mischung 400 g
    2 EL Zitronensaft
    250 ml "Thousand Island"-Dressing (hier hat man auch die Wahl zwischen Tomatendressing oder French Dressing)
    2 Tomaten
    ein paar kleingehackte Chilies oder max. 1/2 EL Habanerosoße - Schärfegrad beachten!
    Salz
    Pfeffer
    Instant-Brühe


    Zunächst wird der Reis gekocht. Ich bevorzuge die Quellreis-Methode: 2 Tassen Reis in vier Tassen kochendem Wasser mit zwei TL Instant-Brühe bei geschlossenem Deckel knapp 15 min garen. Nach dem Abkühlen etwas salzen und pfeffern. Die Mais-Bohnen-Mischung in einem Sieb abtropfen lassen und unter fließendem Wasser noch etwas spülen und zu dem Reis geben. Die Tomaten in Stücke schneiden und mit den restlichen Zutaten zu dem Reis geben. Noch kräftig durchrühren und fertig. Ich habe einen EL selbstgebraute Habanerosoße dazu gegeben. Hot Mamas Nr. 14 ist auch zu empfehlen, an die Dosierung muß man sich aber langsam heranpirschen. Besser zwei mal mehr abgeschmeckt als rot glühende Gäste neben sich s(chw)itzen zu haben, die einem mit heiserer Stimme übelste Schimpfwörter entgegenhauchen :evil:.


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  • Heute gibt es mal ein etwas aufwändigeres, bzw. langwierigeres Grillgericht.
    Klassisches US BBQ, Pulled Pork.


    Dieses Mal kamen insgesamt 5,5Kg Schweinenacken in 2 Stücken zum Einsatz.
    Der Nacken wird mindestens 12h vor Beginn des Garvorgangs mit Dryrup eingerieben und einvakuumiert (notfalls kann man auch Frischhaltefolie verwenden um die Nacken einzuwickeln) in diesem Fall mit Magic Dust.


    Nach der Dryrupphase kommen die Nacken über ein Wasserbad in den Grill bei etwa 115 ° GT (Garraumtemperatur).
    Dort bleibt das Fleisch bis zum Erreichen von 88-95 ° KT (Kerntemperatur).
    In der Endphase wird das Fleisch zusätzlich mit einer Mischung aus BBQ Soße und Wysky gemoppt. Man kann auch Apfelsaft pur nutzen, je nach Geschmack.


    Ich nutze keinen Smoker und auch keinen Rauch, diesen Geschmack bekommt man bei Bedarf auch mit Räücherpallets oder passenden BBQ Soßen oder Liquid Smoke an das Fleisch. Wir mögen das PP aber lieber ohne Raucharoma.


    Gegessen wird das Ganze mit Cole Slaw und South Carolina Mustad Soße im Brötchen.


    Hier Mal ein paar Bilder:


    Noch im Vakuumbeutel nach der Dryrup Phase


    Ausgepackt in der Edelstahlschale.


    Los gehts gestern 20 Uhr.


    Um 04 Uhr hat mich mein Maverick geweckt weil die GT auf 130 ° gestiegen ist. Wasserbad verdampft, also raus und Auffüllen. Bei der Gelegenheit das Fleisch Gewendet und Gemoppt. KT 79 °.


    Nach dem Wenden und Moppen.



    Aktuell 87 ° KT.
    Fast fertig :), gleich wird noch einmal gemoppt und bei erreichen von 90 ° kommen die beiden in Alufolie und ruhen mindestens eine Stunde bei 50 ° im Backofen, länger geht auch, je nach dem wann der Besuch kommt :).

  • Hallo, so was wünsch' ich mir jetzt zum Frühstück :D. Da muß doch das Messer schon von alleine durchgefallen sein.

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  • Lecker!!!!
    Der Besuch kann kommen!!!! ;)


    Da die Kometen diesmal unerwartet "schnell" fertig geworden sind, haben wir natürlich alle vorher noch gefrühstückt und wollen ERST in die Pilze. Essen gibts dann am Nachmittag.


    Kann es auch kaum erwarten!!!


    Allerdings wird es mit dem "aufschneiden" schwer, da PULLED Pork nicht geschnitten sondern eher gezupft wird. Da gibt es nichts mehr zu schneiden.. das ist sooo dermaßen zart, dass es fast vom ansehen auseinander fällt.


    WO bleibt unser Besuch???

  • Pulled Pork... der Hammer, wird Zeit, das ich in ne neue Wohnung mit Garten ziehe.. meine Weber Kugel steht seit 1,5 Jahren im Keller..... Würd so gern mal wieder n schönes Briscet machen....



    AndreL, seh ich das richtig auf deinen Kanu Bildern, das du das GSV Logo aufm Shirt hast?
    Schön das es hier Gleichgesinnte gibt :)


    Top Vergrillung zeigst du da!


    Hoffe gibt auch Bilder von gezupften Fleisch.


    Allerdings wird es mit dem "aufschneiden" schwer, da PULLED Pork nicht geschnitten sondern eher gezupft wird. Da gibt es nichts mehr zu schneiden.. das ist sooo dermaßen zart, dass es fast vom ansehen auseinander fällt.


    WO bleibt unser Besuch???


    Daher ja auch der Name, Pulled Pork ;)



    Zupfst du das Fleisch frisch vorm Verzehr? Ich hab es immer gezupft und dann noch einige Stunden im Sud aus der Aufwangwanne eingelegt. Hammer aufm Sandwich mit Coleslaw und ner Kobi Soße :D

  • Oh mann, ich bis so unwissend - Pulled Pork und Messer - :rolleyes: na ja, vor 35 Jahren kannte ich auch nur fünf Pilze :D.

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  • Booaaahhh... war DAS lecker!!!
    Zwar -wie immer- viel zu viel, aber es hat anscheinend allen geschmeckt, denn es ist kaum was übrig geblieben!!!!!


    Hier das "Rupf-Foto":


    Vielen Dank für den tollen Samstag!!!!
    Mit Waldspaziergang im Sonnenschein, tollen Pilzfunden und PulledPork-Schlemmerei... und das alles mit gaaanz lieben Freunden!


    Was für ein schönes Wochenende. Dankeschön!!


  • Vielen Dank für den tollen Samstag!!!!
    Mit Waldspaziergang im Sonnenschein, tollen Pilzfunden und PulledPork-Schlemmerei... und das alles mit gaaanz lieben Freunden!


    Was für ein schönes Wochenende. Dankeschön!!


    Stimmt, es war wirklich toll und unglaublich lecker!! :thumbup:
    GG war auch total aus dem Häuschen und wir sitzen hier noch mit Schnappatmung :D

  • Hallo Jürgen, gegrillte Tintenfische sind was richtig Leckeres. Ich hab' meine mit Hackfleisch gefüllt. Dummerweise brauchte das Hackfleisch ungleich länger als die Tintenfische, weshalb die armen Fischis am Schluß die Beschaffenheit von Hartgummi hatten. Das nächste mal brate ich das Hackfleisch vor, länger als 10 Minuten brauchen die Fische nicht.


    Das ist Kaumuskel-Bodybuilding, mir tut heute noch der Kiefer weh, wenn ich auch nur daran denke


    Einen ganzen "richtigen" Fisch hab' ich erst ein mal gegrillt. Es war eine Dorade. Geschmacklich war das Teil genial, vor allem mit der Füllung aus Rosmarin, Zitrone und Knoblauch, richtig saftig und lecker. Aber das Ding hat neben den großen dicken Gräten viele fiese kleine Fitzelgräten, die zumindest mir die Freude daran verderben. Ich komme mit dem richtigen Abheben der Fleischstücke einfach nicht klar, das ist mein Problem. Trotzdem ist Wasserviehzeug grillen genial. So ein lecker Thunfisch- oder Schwertfischsteak :P:P. Die Nur-Fleisch-Griller wissen nicht, was sie alles verpassen :cool:.

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  • Hähnchen-Pilz-Spieße


    Hallo, eigentlich wollte ich heute bunte Täublingsspieße machen und war gestern schon auf Pilztour. Außer einer Hexe und drei Lacktrichterlingen konnte ich allerdings nichts finden und so gab es eben Kräuterseitlinge aus dem Kaufland.


    Zur Zubereitung: man benötigt zwei Marinaden, eine für die Pilze und eine für das Federvieh.


    Marinade 1 (Huhn): Currypaste und Olivenöl. Das Öl benötigt man nur um die Marinade etwas geschmeidiger zu machen. Die Currypaste von Kattus (Bamboo Garden) ist eher flüssig und vom Schärfegrad her mehr auf deutsche Geschmacksnerven kalibriert. Paste aus dem Asia-Shop ist schon ein Stück schärfer aber auch dicker und braucht so etwas mehr Öl. Man kann Hähnchenbrust oder auch Hähnchenchnitzel nehmen. Die meist dünnen Schnitzel schneidet man am besten in Streifen, die man beim Aufspießen doppelt legen kann. Es reicht, wenn man die Hähnchenbrust ein paar Stunden vor der Zubereitung mariniert.


    Marinade 2 (Pilze): Zwei Zehen Knoblauch (gepreßt oder gehackt), etwas Oregano und Olivenöl, mehr brauchts nicht. Die in Scheiben geschnittenen Stiele der Kräuterseitlinge sind sehr saugaktiv und sollten erst kurz vor dem Aufspießen mariniert werden. Waldpilze sollte man auf keinen Fall wässern.


    Ist alles vorbereitet, wird alles aufgespießt. Das Ergebnis sieht dann so aus:


    20 min bei direkter Hitze auf dem Grill und es kann geschlemmt werden:

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  • Irgendwie ist es zwar nicht wirklich grillen, aber ich finde hier passt es am besten rein.
    Da ich kürzlich meinen neuen Räucherschrank fertig gestellt habe musste natürlich auch zeitnah einiges Veredelt werden....


    Sehr selbst.