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letzter Beitrag von dermatze am

Pilze in Ecuador (1)

  • Hallo liebe Pilzfreunde!


    Am vergangen Wochenende hatte ich mal wieder Gelegenheit, die hiesige Funga zu erkunden. Unterwegs war ich wieder in Papallacta, aber diesmal auch etwas weiter östlich in der Nähe von Mospa. Während ich die Gegend bei Papallacta eher als Übergang zwischen Paramo und Nebelwald (Bergregenwald) bezeichen würde, ist die Gegend um Mospa deutlich durch Nebenwald mit hoher und üppiger Vegetation gezeichnet.


    An dieser Stelle stelle ich einen meiner Funde vor, bei Interesse werde ich weitere Funde hier einstellen.



    Hut: Olivbraun, jung dunkel mit mehr Braunanteilen, glänzemd, ca. 1 cm Durchmesser, durch flache Form und deutlich überhängende Huthaut fast reifenförmig; Hutmitte dunkel genabelt


    Hymenium: das interessanteste an diesem Pilz, weder Röhren noch Lamellen, sondern eine flache Schicht aus sehr feinen Poren, glatt, creme-gelblich, mit flachem Übergang am Stiel


    Stiel: 3 x 0,5 cm, Farbe creme-gelblich, ähnlich wie Hymenium


    Geruch: unbestimmt pilzig


    Substrat: mitten auf einem Waldweg auf teilweise vergrabenem Holz (Totholz oder lebende Wurzel)


    Vorkommen: Nebelwald auf ca. 2700 m üNN, gesellig












    Mir fällt keine mitteleuropäische Gattung ein, die solch ein Aussehen hat. Natürlich gibt es auch daheim gestielte Porlinge, diese sind jedoch eher größer, anders gefärbt und haben nicht diese charakteristische überhängende Huthaut und Nabelung.


    Beste Grüsse,


    matze

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    Einmal editiert, zuletzt von dermatze ()

  • dermatze, Danke fürs Zeigen. Als ich mir Fotos angeschaut habe, fragte ich mich wie soll man diese Pilze zuordnen. Sehe ich richtig, dass sie weder Lamelen, noch Röhren, noch sonst was haben. Unter dem Hut sieht es so glatt aus. Irre. Zeige bitte auch weitere Funde aus diesem fernen Land, es fasziniert mich immer wieder, welche Vielfalt Pilze haben und ich werde immer wieder daran bestätigt, wie wenig ich über diese geheimnisvolle Welt kenne.
    Vielen Dank
    Lara

  • Hallo.


    Ich denke doch, der Pilz hat Poren?
    Eben sehr feine, so wie zB Polyporus Badius. Das würde zu einem Stielporling führen. Eine Möglichkeit. Allerdings ist die Porenfarbe ja nun creme - gelblich und auch der Hutrand ist - wie Matze auch schreibt - etwas ungewöhnlich für die Gattung. Da gibt es noch mehr Punkte, aber klar war: Da muss was anderes her.


    Jetzt ist es echt schade, kein Schnittbild zu haben.


    Trotzdem habe ich etwas gefunden, eine Gattung die lt. Krieglsteiner in Europa mit einer Art, weltweit jedoch mit acht Arten vertreten ist. Eine Art ist wohl in Brasilien zu finden. Leider verläuft meine Suche danach im Web ergebnislos. Noch nicht mal ein verlässliches Bild kann ich finden. :crying:
    Nur ein Eintrag bei SpeciesFungorum zu >Gyrodon Adisianus<. Ich bin frustriert. Ich will was über diesen Pilz wissen, ihn hier zumindest mal ausschließen können. Oder auch die ganze Gattung.


    Kennt irgendjemand die Art? Hat jemand Infos dazu?
    Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, das Thema in die Bestimmungsabteilung zu verschieben? Da hätten sicher mehr Kenner einen Blick drauf.


    LG, Pablo.

  • Kennt irgendjemand die Art? Hat jemand Infos dazu?
    Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, das Thema in die Bestimmungsabteilung zu verschieben? Da hätten sicher mehr Kenner einen Blick drauf.


    LG, Pablo.


    Pablo, echt eine gute Idee. Eventuell finden wir dort schneller eine Hilfe. Das finde ich schon spannend, diesen Pilz zu bestimmen.
    LG
    Lara

  • Hallo zusammen,


    tut mir leid Pablo, da habe ich glatt vergessen, den Pilz durchzuschneiden :/ Das nächste Mal aber :) Und vielleicht lässt sich noch etwas querschnittsmäßig herausfinden, wenn Pilzner13 ihn zum mikroskopieren auseinander nimmt ;)
    Eike, damit es sich lohnt würde ich dir gleich drei Arten schicken, allerdings nur die von denen ich mehr als 1 Exemplar habe, traue der ecuadorianischen Post nicht so recht ;)
    Die entsprechenden Pilze stelle ich dann hier noch ein (sind gattungstechnisch teilweise weniger "ausserirdisch" aber artentechnisch dennoch interessant).


    Beorn, interessanter Bestimmungsversuch, wenn es die Zeit erlaubt werde ich mich mal um Literatur zu den hiesigen Großpilzen kümmern. Allerdings kann man sowas wie einen (ausführlichen) Pilzführer, also Bestimmungsbuch, nicht erwarten (allein schon wegen der Artenvielfalt).
    Wissenschaftliche Artenbeschreibungen gibt es sicher. Bei Zeit wird mal gesichtet.



    Saludos,


    matze

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  • Hallo Matze,


    ich würde Dir empfehlen, die Pilze zu trocknen und so zu verschicken oder so mit auf die Heimreise zu nehmen. Zum Bestimmen ist das allemal besser, als ein verschimmeltes oder halb vergangenes Exemplar.


    Es ist aber fraglich, ob jemand die notwendige Bestimmungsliteratur hat, bzw. ob es sowas für Ecuadorianische Pilze gibt.


    Einen dankbaren und sicheren Abnehmer wüsste ich für Kernpilze. Da würde unser Björn sicher nicht Nein sagen. ;)


    PS. Wenn ich Deinen Thread in das Bestimmungsforum verschieben soll, sag Bescheid.


  • Hallo Rada,


    getrocknet sind die Pilze natürlich, anders könnte ich die auch kaum transportieren. Und über die Grenze ist es auch einfacher, wenn sie klein sind ;)


    Was die Bestimmung betrifft, entscheide du ob es ins Bestimmungsforum soll. Ich habe bewusst das Ausflugs-Unterforum gewählt, weil es eh schwer ist für die deutschen Experten, solche Pilze zu bestimmen.
    Wenn doch zumindest die Gattung rauskommt, auch mit Hilfe der Mikroskopierung von Eike, ist das natürlich schön. :alright:


    Beste Grüsse,


    matze

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  • Hallo,


    kleiner Nachtrag, die Art gehört höchstwahrscheinlich zur Gattung Filoboletus.


    Beste Grüsse,


    Matze

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