Hallo Funginator,
unter Ausbildungsprogramm verstehe ich das von der DGfM aufgestellte Kompendium der Fähigkeiten und Fertigkeiten, über die ein Pilzsachverständiger verfügen muss, damit er als DGfM-geprüfter Pilzsachverständiger gelten kann. So etwas muss festgelegt sein, bevor die Ausbildung starten kann bzw. Prüfungen durchgeführt werden können. Dadurch soll unter anderem verhindert werden, dass in der Prüfung plötzlich Fragen über Gott und die Welt gestellt werden, für die die Prüflinge nicht in der vorangegangenen Ausbildung fit gemacht wurden. Natürlich soll damit auch ein bestimmtes praxisrelevantes Kompetenzbündel der Pilzberatertätigkeit definiert werden.
Ob dies bei der DGfM Ausbildungsprogramm oder vielleicht Ausbildungsinhalte oder Ausbildungsrichtlinien oder Kompetenzbeschreibung genannt wird, weiß ich jetzt nicht, da ich nicht in der DGfM-Ausbildung tätig bin.
Hallo zusammen,
besten Dank für das treffende Beispiel Auricularia mesenterica. Manche finden ihn im Auwald, andere woanders. Ob Auricularia mesenterica ein "speziell im Auwald vorkommender Pilz" ist oder nicht, ist subjektive Einschätzung oder bestenfalls zu untersuchende Arbeitshypothese, aber keinesfalls gesicherter Stand der Wissenschaft oder gar "ökologisches Grundwissen". Die hier diskutierte Prüfungsfrage 288 suggeriert dies jedoch, ohne belastbare Belege dazu zu liefern. Stattdessen wird so getan, als handele es sich um einen Grundwissensbestand des Pilzsachverständigen. Hätte die Frage gelautet: "Nennen Sie drei Charakterarten der Auwaldgesellschaften.", gäbe es einen gut definierten Lösungshorizont, denn Auricularia mesenterica gilt in der Literatur p. p. durchaus als Auwald-Charakterart (so z. B. in Großpilze Baden-Württembergs, Band 1). Wie schon gesagt müssten in der PSV-Ausbildung dann die Konzepte "Waldgesellschaft", "Auwald" und "Charakterart" abgehandelt werden, wenn so etwas in der Prüfung gefragt wird. Andernfalls: Finger weg von solchen Fragen und lieber welche stellen, die die theoretischen und praktischen Fähigkeiten des PSV besser und praxisnäher abbilden, etwa eine Frage wie "Was versteht man in der Ökosoziologie unter Pflanzen-/Waldgesellschaft und unter Charakterart, und welche praktische Bedeutung hat dies für die Pilzberatung?".
FG
Oehrling