Hallo zusammen,
jetzt will ich aber schon noch mal was dazu sagen.
1) ganz grundsätzlich: wer eine Anfrage in ein DISKUSSIONS-Forum stellt,
sollte mit allem rechnen, auch mit Diskussionsbeiträgen, die nicht gefallen
bzw. gefällig sind. Und sollte sich vorher überlegen, ob er das in der Lage ist
seelisch auszuhalten oder nicht. Es ist zu viel verlangt vom
Diskussionspartner, jederzeit erkennen zu können, welche Bemerkung ausgehalten wird und
welche nicht. Von den hier gefallenen Bemerkungen war keine einzige
unerträglich im Sinne der Forumsregeln, die Unerträglichkeit entstand lediglich
im Kopf des Anfragestellers, weil möglicherweise ein lange kultiviertes Weltbild
ins Wanken geriet. Dass man vorhabe, aus diesem Fall ein monströses Beispiel
für Vorträge zu machen, wenngleich es auch inhaltlich legitim sein mag, das
hätte man freilich nicht unbedingt vor dem Anfragenden ankündigen müssen, das
konnte von ihm mMn durchaus als hämischer Angriff interpretiert werden.
2) auch grundsätzlich: In einer Beratung muss es erlaubt sein, für den zu
Beratenden unangenehme Sachverhalte klar ansprechen zu dürfen, denn das gehört
zwingend zu einer qualifizierten Beratung dazu und unterscheidet die Beratung
vom oberflächlich-gefälligen Kaffeehaus- bzw. Stammtischgeschwätz (welches die
meisten Leute möglicherweise lieber mögen als qualifizierte Beratung).
Vielleicht nimmt der Anfrager trotz seines Rückzugs aus der Diskussion doch für
sich mit, seine in dieser Problematik zweifelhafte Grundanschauung zumindest zu
hinterfragen, dann wäre doch noch etwas gewonnen. In dieser Beratung ging es
auch nicht primär um das Verzehren der gefundenen Mönchsköpfe, sondern wie im
Verlauf deutlich wurde, um eine im buchstäblichen Sinne ungesunde Einstellung zum
Risiko und um den subtilen Versuch des Abwälzens von Verantwortung. Leider
wurde auch in dieser Diskussion wieder deutlich, dass es Leute gibt, die in
einer positiven und die eigene Meinung bestärkenden Beratung einen Gewinn, dagegen
in einer persönlich unerfreulichen Beratung eine Pejorisierung, also eine „Pseudo-Beratung“
in Form eines Niedermachens sehen, wobei nicht selten dem Berater fälschlich unterstellt
wird, das Niedermachen, also die negative Beratung zum Zwecke persönlicher
Befriedigung und eines Lustgewinns wegen zu betreiben. Ich selber habe das als
Berater leider schon mehrfach erleben müssen, und habe für mich entschieden,
solche Leute dann eben nicht mehr zu beraten und als beratungsresistent zu betrachten.
3) zum Vorwurf der "Breitwand" bzw. der "Breitseite":
wenn ich eine Anfrage in ein offenes Diskussionsforum stelle, das gut
frequentiert wird, dann ist erwartbar, dass sich dazu mehr als ein Antworter
meldet. Was ja auch im Kern gut ist, da man dadurch eine
"Mehrheitsmeinung" und keine isolierte Einzelmeinung erhält. Wenn
jetzt alle Antworter sich negativ äußern, sollte dies nicht als
"Breitwand" zum Zwecke des Niedermachens (nennt man das nicht
Shitstorm?) interpretiert werden, sondern so, dass der
Anfrager sich mit seiner Meinung eher im Abseits befindet oder gar seine
Meinung exklusiv hat, und die passenden Schlüsse daraus gezogen werden. Das
allerdings ist alles andere als leicht für eine unsichere Persönlichkeit, und
kann dazu führen, dass man sich aus der Diskussion ganz zurückzieht, um der
Konfrontation mit der Exklusivität/Abseitigkeit der eigenen Meinung bzw. gar
der dahinter stehenden Grundanschauung zu entgehen (was dann für manchen
nach "Vergraulen" aussehen kann, es aber in Wirklichkeit nicht ist -
mit welchem Ziel bzw. zu welchem Zweck denn auch?). Daher allerbesten Dank an
den User Mischa für seinen Beitrag, den man nur voll unterschreiben kann.
4) zum Eindruck der mangelnden Sensibilität: Der betreffende User erschien
mir (und sicher nicht nur mir) als hochgebildeter Mensch mit einem
hervorragenden Deutsch und ausgereifter Persönlichkeit. Ich empfand ihn auch
als freundlich und interessiert, so dass ich mich GERNE dazu entschloss, mit
ihm in Kommunikation zu treten. Ich habe meine Beiträge bestimmt vier, fünfmal
editiert, weil ich mir ständig dachte: uh-oh, das kannst du doch so hart nicht
schreiben, was soll der denn, gerade als Forumsneuling, von dir denken. Ich habe meine Beiträge daher
Schritt für Schritt abgemildert, bis es wirklich nicht mehr weiter abzumildern
ging, damit ein Rest Aussagekraft übrigblieb. Was also von mir als Beitrag
letztlich zu lesen war, war schon Ausdruck der höchsten Sensibilität, zu der
ich fähig bin, und entsprach kaum noch der ursprünglich von mir verfassten
kernigen "Urversion", von der ich letztlich froh bin, dass sie so niemals erschien.
und 5) ich hoffe aufrichtig (dass man das so betonen muss?), dass der betreffende User weiterhin tolle Pilzfunde macht und für ihn befriedigerendere Kommunikationspartner findet.
FG
Oehrling