Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,

    T. imbricatum ist das sicher nicht, denn der hätte einen blassbraun getönten und nicht reinweißen Stiel wie der hier gezeigte Pilz. Von einem Burggraben ist hier auch nicht wirklich was zu sehen.

    Dagegen halte ich L. gentianeus für eine sehr gute Idee. Das angegebene Habitat passt genau.

    Wastl hast du den mal probiert, ob er auch wirklich bitter ist?

    @Beli irgendwie sehen deine Pilze genauso aus wie die von Wastl, also warum sollte das nicht L. gentianeus sein?

    FG

    Oehrling

    Hallo Thomas,

    Fund 1 scheint viel weiß(lich)es Velum auf dem Hut zu haben, das könnte dann eventuell in Richtung Cortinarius langei gehen. Bei Nr. 2 und 3 sieht man leider die Lamellenfarbe gar nicht bzw. unzureichend, d. h. zumindest ich habe dann nicht mal die Chance auf eine Idee. Nr. 4 ist augenscheinlich ein Calochroi, welcher um KOH für seine Huthaut und den Knollenrand geradezu bettelt und dann vielleicht so was wie C. catharinae oder C. parvus sein könnte. Der leicht muffig riechende könnte sich, sofern das Fleisch mit KOH gelb oder gelbbraun reagiert, als C. variicolor herausstellen.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    noch eine kurze Ergänzung. KOH3-5% erhöht bei Cortinariussporen den Kontrast des Ornaments, sodass man Grob- oder Feinwarzigkeit der Sporen leichter beurteilen kann. Es färbt Zystidenwände etlicher Risspilzarten gelb an, das ist bei Inocybe ein maßgebliches Bestimmungsmerkmal.

    Mit starkem KOH20-30% erhält man z. T. leuchtendfarbige Reaktionen auf dem Velum in bestimmten Gattungen (z. B. Kamm-/Stinktäublinge, Schnecklinge, Zimtfarbiger Weichporling, Phlegmacien... ), manchmal auch in der Trama (im "Fleisch").

    Insgesamt dürfte KOH die Chemikalie mit dem breitesten Einsatzbereich in der Pilzbestimmung sein. NaOH funktioniert meist genauso, ist aber als Gefahrstoff noch gefährlicher als KOH, Salmiakgeist (NH4OH) leistet ebenfalls ganz oft das Gleiche, stinkt aber grauslich bzw. verströmt ätzenden Dampf.

    FG

    Oehrling

    Hallo LieLi,

    Täublinge als solche zu identifizieren ist nicht schwierig. Zuerst versuchst du den Stiel vom Hut abzubrechen. Bricht der glatt und vielleicht sogar mit einem Knack ab und kommt KEINE Milch heraus, sieht es schon sehr nach Täubling aus (ansonsten nach Milchling). Dann versuchst du vom Stiel, den du in der Hand hast, wie aus einem Styroporblock kleine Stückchen herauszubrechen. Geht das ohne dass das Fleisch auffasert, ist es ein Täubling.

    FG

    Oehrling

    Hallo Michl1211,

    einfacher Bauerntrick für den Hausgebrauch: Lamellen lassen sich mit dem Daumennagel relativ leicht wegschieben, Leisten dagegen nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Thomas,

    das denke ich auch: bei euch kommt jetzt eben alles gleichzeitig raus. Der Riesenrötling hätte vielleicht schon eher rausgewollt, aber es ging halt beim besten Willen und diesem miesen Schietwetter (also trocken und sonnig 8o) nicht. Da dachte er sich, bevor das jetzt kalt wird und es dieses Jahr gar nix mehr wird, dann halt jetzt.

    Bei uns habe ich übrigens gestern einen Sommersteinpilz gefunden.

    FG

    Oehrling

    Hallo LieLi,

    hier noch meine Ideen:

    die Täublinge... Täublinge halt (gestern hatte ich ja schon was zu dem Problem geschrieben, vielleicht liest du das noch mal?).

    Nr. 6 wäre mein Tipp Cortinarius venetus oder was drumherum, kannst ja mal vergleichen.

    Für den letzten, nachgeschobenen wäre mein Tipp der Kaffeebraune Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis).

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    unter Tanne: immer L. salmonicolor

    im Fichtenforst am Wegesrand, aber auch mittendrin: immer L. deterrimus

    im dichtwachsenden Kiefernwald mit eher basischem als saurem Untergrund: meistens L. deliciosus, manchmal L. quieticolor (gut erkennbar an der düsteren Hutfarbe)

    auf der lichten Kiefernheide: ja, da wirds richtig schwierig. Ganz oft L. semisanguifluus, eher seltener L. deliciosus und sanguifluus.

    Klar können das nur Bauernregeln sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    du hast anscheinend ein Talent für Phlegmacien, das dringend ausgebaut gehört, gerade auch in Bezug auf deinen Wohnsitz. Viele Pilzfreunde quer durch Europa würden sich die Finger nach deinen Cortinarienwäldern lecken. Du bekommst in wenigen Kilometern Umkreis so viele schöne Cortinarien live zu sehen, da wäre es wirklich schade, wenn man da nicht eine Art Sport draus machen könnte.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    ein so großer Auskenner bei Phlegmacien bin ich nicht, dass ich was über KOH-Reaktionen an den Lamellen wüsste. In meiner Literatur steht immer nur was über die KOH-Reaktion an Huthaut, Knollenvelum, Knollenunterseite (!), Hutfleisch und Stielfleisch, danach richte ich mich halt.

    Das Problem ist: selbst wenn man mit seinen Chemikalien-Experimenten glaubt was herausgefunden zu haben, hilft das erstmal nicht weiter, wenn es nicht in der Literatur beschrieben ist.

    FG

    Oehrling

    Mir geht es in erster Linie um eine grobe Einordnung, mehr wird es bei den allermeisten Cortinarien bei mir wohl eh nicht werden.

    Hallo Maria,

    bei mir ist das genauso, da gibt es kein Vertun. Aber die grobe Einordnung, die will ich dann schon wirklich hinkriegen. Also z. B. einen Calochroi als Calochroi erkennen.

    Pilz 1 wäre für mich ganz unbefangen der gleiche wie Pilz 3 (bestätigen könnte man das durch die erwähnten KOH-Proben, aber halt nur durch die - wie ist das eigentlich: du hast so viele Cortinarien in deinem Wald, willst du dir nicht für 4 Euro mal ein Fläschchen KOH zulegen?). Bei Pilz 2 würde ich spontan etwas aus der Caerulescentes-Gruppe vermuten, vielleicht C. terpsichores im Sinne der Funga Nordica interpretiert (ein älteres Artkonzept sieht in C. terpsichores einen wesentlich kräftiger blau gefärbten Pilz, also beim Googeln nicht irre machen lassen!). Auch in der Caerulescentes-Gruppe kann man mit KOH unter Umständen markante Farbeffekte auf der Huthaut und dem Knollenvelum erzielen.

    Vielleicht schaut der Uwe Winkler Cortinarius nochmals kurz drüber, der kennt sich ja richtig gut aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    bestimmen tut man Pilze nach den in der Literatur angegebenen Bestimmungsmerkmalen - die (genau die) werden abgecheckt, und dann landet man entweder schon im Bestimmungsnirwana oder hat ein zufriedenstellendes Ergebnis. Fallen einem dann noch ganz andere Sachen auf, kann man natürlich sein erstes Bestimmungsergebnis nachträglich in Zweifel ziehen. Mit dem Resultat, dass man so gut wie immer im Bestimmungsnirwana landet. Man muss für sich festlegen, was man will.

    Dass das Exemplar 1 von L. semisanguifluus "irgendwie" anders aussieht als das Exemplar 2, ist normal, sonst wäre Reizkerbestimmung ja nicht schwierig. So wie z. B. Blumenbestimmung anhand der Blüte - da sieht wirklich jede Blüte tupfengleich aus. Das ist bei Pilzen leider nicht so.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    leider sehe auch ich nur den dritten Pilz.

    Es handelt sich um etwas aus der Calochroi-Gruppe (mit Cortinarius calochrous als Leitart). Kennzeichnend hierfür sind gelblich-bräunliche Huthaut in Kombination mit schönvioletten Lamellen, eher geringe Größe und eine sehr stark abgeplattete, gerandete Knolle, das haben die alle.

    Wenn man weiter beim Bestimmen vorgehen möchte, bräuchte man nun KOH 20/30 %, das man auf die Huthaut und das Knollenvelum tropfen müsste, um eventuelle Verfärbungen nach braun, rot oder gar pink zu erhalten. Ohne das bleibt es beim "etwas aus der Calochroi-Gruppe".

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Nr. 2 und Nr. 3 sehe ich so wie Rudi, bei Nr. 1 bin ich mir unsicher, tendiere aber eher zu L. semisanguifluus.

    L. sanguifluus hat von Anfang an weinrote Milch, bei L. semisanguifluus färbt sie nach etwa 10 bis 15 Minuten von orange nach weinrot um, bei L. deliciosus und L. quieticolor ist sie nach 30 Minuten immer noch orange und nicht weinrot. Der Vollständigkeit halber: bei L. salmonicolor und L. deterrimus (die hier nicht zur Debatte stehen) würde die Milch ebenfalls umfärben. Am besten ist dies natürlich live zu beobachten.

    Dann noch die von Maria angefragten zusätzlichen Erläuterungen bei Reizkern (Bestimmungskriterien):

    - Baumpartner (Fichte, Kiefer, Tanne?)

    - Stielgrübchen oder keine Stielgrübchen (L. deterrimus keine, alle anderen können)

    - Grünverfärbung des Fleisches (L. salmonicolor gar nicht, L. deliciosus, quieticolor und sanguifluus wenig, L. deterrimus und semisanguifluus stark)

    - Geschmack älterer Exemplare (L. deterrimus ziemlich bitter, L. sanguifluus und salmonicolor leicht bitter, L. deliciosus und quieticolor nicht bitter)

    Insgesamt sind Reizker nicht so einfach und ohne Fachliteratur auf die Art zu bestimmen. Da alle Arten ungiftig sind, ist dies für den Speisepilzsammler freilich unproblematisch.

    FG

    Oehrling

    Hallo LieLi,

    Täublinge auf die Art zu bestimmen ist sauschwierig. Es gibt in Deutschland an die 150 Täublingsarten, davon allein ca. 50 rothütige. Ohne zusätzliche Angaben zu den Fotos lässt sich in 95% der Anfragen nichts belastbares sagen, nur mit Foto allein ist nur bei ganz wenigen immer gleich aussehenden Arten was drin. Sogar ein so schönes auffälliges Exemplar wie das in Beitrag Nr. 34 kann ohne Angabe zu Geschmack, Geruch und Sporenpulverfarbe vieles sein.

    Entweder man taucht voll und ganz in die Täublinge ein, oder man belässt es bei der bei Speisepilzsammlern üblichen Einteilung "gute Deiberl" vs. "schlechte Deiberl". Damit bei der dafür erforderlichen Geschmacksprobe die Zunge nicht zu sehr leidet, kann man die sechs, sieben wirklich guten Täublingsarten auswendig lernen. Gute Hilfe hierbei leistet z. B. das neu herausgekommene Pilzbuch "Schwammerlsuche in Bayern" von GRIESBACHER mit einem ausführlichen Täublingsteil, das ein jeder, der Täublinge zum Essen sammelt, kennen sollte.

    FG

    Oehrling

    Hallo Jim,

    den Hallimasch kann man eigentlich nicht mit Gifthäublingen, Schüpplingen und dergleichen verwechseln, wenn man auf den weißwattigen Stielring und die auch im Alter hellen oder höchstens fleischbräunlichen Lamellen achtet. Dagegen stellt sich bei Hallimaschen immer die Qualitätsfrage. Die mit den erwähnten fleischbräunlichen Lamellen oder gar die mit hochgeklappten Huträndern würde ich z. B. nicht mehr sammeln, da diese mMn schon zu alt sind.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich müsste euch noch kurz stören. Mir sehen diese Teile durchaus nicht wie typische T. batschii aus. Ich kenne T. batschii mit einer anderen, warm rotbraunen Hutfarbe. Diese hier würde ich dagegen als trüb rosabraun bezeichnen. Auch der Farbübergang am Stiel auf Foto 2 sieht gar nicht nach T. batschii aus, es fehlt komplett das rotbraune (Pseudo-)häutchen, auch auf Foto 3 ist es nicht wirklich deutlich zu sehen. Auch irritieren mich die vielen braunen Flecken auf den Lamellen. Über die Größe der Fruchtkörper wurde bisher noch nichts geschrieben, aber das scheinen eher kleine, schmächtige Pilze zu sein, nicht so fleischig und stramm wie T. batschii.

    Kann sein, dass ich später widerlegt werde, aber so rein von der Optik wäre ich bei T. albobrunneum oder vielleicht noch T. stans, aber nicht bei T. batschii.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    das frage ich mich auch. Ökologie passt, Hut- und Lamellenfarbe passt, sogar die leichte Schärfe in den Lamellen passt. Bei der momentanen Datenlage komme ich auch beim Grasgrünen Täubling raus. Der Grasgrüne Täubling ist nur selten wirklich grasgrün, keine Ahnung wie man auf diesen Namen kam.

    FG

    Oehrling

    Na ja, das meinte ich eben: der "echte" Wiesenchampignon sollte eine verjüngte und keine erweiterte Stielbasis haben. Wenn bei Kochen kein Gilben und kein Phenolgeruch auftraten, bin auch ich ratlos.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    für mich sind das Dünnschalige Kartoffelboviste (Scleroderma bovista). Typisch für Kartoffelboviste ist, dass sich das Innere (Gleba) mit der Alterung von Weiß über Neutralgrau bis hin zu Schwarzgrau verfärbt, wobei die Exoperidie im Anschnitt hell bleibt. Erst, wenn sie zu stäuben beginnen, mischt sich ein leichter Olivton dazu. Der Geruch ist typisch sclerodermatoid bzw. cristatoid, also wie z. B. der Stinkschirmling oder der Spitzschuppige Stachelschirmling. Kartoffelboviste sind grundsätzlich giftig und nicht für Speisezwecke geeignet mit Ausnahme des reifen Sporenpulvers, welches man angeblich unter Butter rühren und aufs Brot schmieren und obendrein als Babypuder verwenden könne.

    Soll heißen: Finger weg von den Dingern.

    FG

    Oehrling