Beiträge von Oehrling

    Hallo Lukas,

    ich weiß nur, dass der Wiesenchampignon (Agaricus campester) KOH-negativ ist. Das hier ist also definitiv nicht Agaricus campester (wie manch einer schon an der Stielform erkennen zu können glaubt). Wenn er wirklich nicht nach Anis/Marzipan riecht, was du hier angibst, bleibt eigentlich nur die Sektion Karbol übrig. Ich habe gehört, dass es Karbolis gibt, die wie Wiesenchampignons aussehen und nicht nach Karbol riechen sollen.

    Falls du Anilinwasser und HNO3 hättest, könntest du noch den Schaeffertest machen, oder du könntest spaßeshalber mal ein paar dieser Teile im Kochtopf erhitzen und prüfen, ob sie dann nach Karbol riechen und/oder leuchtend gelb verfärben, genau das machen nämlich "echte" Karbolis.

    FG

    Oehrling

    Hannes2

    ==Gnolm7 Das finde ich dermaßen unfreiwillig komisch, wenn einer mit seinem vermeintlich tollen Pilzkorb prahlt und es sind lauter dreckige alte Schlappen drin. Oder einer seinen 600-Gramm-Steinpilz zeigt, aus dem man die Maden förmlich herauskriechen sieht. Oder der fußballgroße Riesenbovist, der nach geschnetzeltem Pappedeckel schmeckt. Könnte mich jedesmal kringeln!

    Claudia

    Allerbesten Dank für deine tollen Tipps, die du da gibst. Ich wünsche dir wie jedem anderen Tippgeber, dass die Leute das auch würdigen und nicht wie ganz oft bei gegebenen Tipps motzig reagieren. Irgendwann vergeht dem Tippgeber nämlich die Lust am Tippgeben, und dann gibt es halt keine Tipps mehr.

    FG

    Oehrling

    Es ist genau, wie ich geschrieben habe. Immer im Herbst zeigen Pilzbegeisterte stolz ihre Funde. Und sehr sehr oft ist zu sehen, dass Pilze einfach so in den Korb gelegt wurden, wie sie aus dem Waldboden herausgedreht worden sind. Ebenso häufig werden die so transportierten Exemplare dann auf dem Küchentisch fotografiert.

    Aber genau das soll man doch, damit der Auskenner möglichst alle Merkmale des Pilzes sieht. Putzt man den Pilz bevor man ihn anfragt, heißt es oft: anzufragende Pilze dürfen nicht geputzt werden, lies dir mal "das hier" durch! Gut: es ist nicht immer klar, ob Pilze angefragt werden oder ob lediglich mit ihnen geprahlt wird. Angefragte Pilze hätte ich gerne mit Stumpf und Stiel (evtl. auch mit Dreck dran, auch aus dem Dreck lässt sich manches ermitteln!). Bei Prahl-Pilzkörben ist der Prahleffekt selbstverständlich noch größer, wenn die Pilze geputzt sind.

    FG

    Oehrling

    Kommt drauf an, wo und für was ich sammle. Beim Sammeln von Ausstellungspilzen einen sperrig-starren viereckigen Plastikkorb mit festen Wänden im XXXL-Format, darin die ganzen Schalen und Döschen, dass die Kollektionen zusammenbleiben. Beim privaten Sammeln von Morcheln z. B. ein Rucksack aus undurchsichtigem Material, bei dem die oberste Schicht aus etwas Obst und einer Wurstbrötchentüte besteht ;). Für die normale Steinisuche verwende ich einen kleinen Weidenflechtkorb, in den ca. 2 kg Pilze reinpassen. Auch wenn der Tag der Tage ist, sammle ich normalerweise keine Großmengen, schließlich muss man das Zeug ja auch putzen und essen.

    FG

    Oehrling

    Ja, da steht was drüber. Bei beiden Arten bleibt die Milch isoliert vom Fleisch weiß. Beide Arten schmecken leicht bitter. Bei L. violascens soll die Lilaverfärbung des Fleisches eher lebhaft, bei L. luridus eher trüb sein. Aber was soll man mit dieser Info anfangen, wenn man beide Arten nicht kennt?

    FG

    Oehrling

    Hallo romana,

    L. uvidus würde ich ausschließen, der ist am Hut blasser und schleimiger, stattdessen kann man noch L. luridus in die Auswahl nehmen. Nach dem Durchlesen der beiden Artbeschreibungen in HEILMANN-CLAUSEN (FNE2) ist mir nicht ganz klar, wie sich die beiden Arten ohne vorherige Funderfahrung voneinander trennen lassen. Die mikroskopischen und makroskopischen Merkmalsunterschiede sind alle mehr oder weniger qualitativ, z. B. die größere Schleimdicke der Hutdeckschicht oder das höhere und dichtere Sporenornament und etwas größere Sporen bei L. violascens.

    Vor ein paar Jahren fand ich selber in den österreichischen Alpen wie ich meinte L. violascens, das wurde mir später als L. luridus bestimmt.

    FG

    Oehrling

    Ein Schnittbild gibt es leider nicht, das Fleisch war aber gleichmäßig weißlich, auch in der Basis nicht erkennbar dunkler.

    Hallo Emil,

    das passt dann exakt ins Bild von S. versipellis. Also zumindest ich habe den noch nie gefunden, obwohl ich seit 15 Jahren immer mal an Stachelings-Hotspots in den Alpen vorbeischaue. Wenn mir jetzt noch jemand einen verlässliches Foto von Sarcodon leucopus zeigt, schieße ich emotional durch die Decke.

    FG

    Oehrling

    Hallo liebe Stachelingsfreunde,

    in letzter Zeit sind hier ja einige Stachelingsfunde diskutiert und dabei auch die Art Sarcodon versipellis ins Spiel gebracht worden. Daher ist es einfach nur HAMMERGEIL, dass wir endlich mal ein gutes Bild von Sarcodon versipellis haben, auf dem klar wird, was schuppenlose Hutoberfläche und orangebraune Farbtönung in der Realität bedeuten. Schon beim ersten Betrachten des Fotos dachte ich: DAS muss er sein! Zum 100% sicheren "Eintüten" der Art bräuchte man vielleicht noch ein Längsschnittbild, das das Fehlen des Stielbasis-Graugrüns zeigt, gibt es ein solches?

    Begeistert und von den Socken grüßt

    Oehrling

    Nach dem ersten Aussehen hätte ich auf den Fleischroten Speisetäubling (Russula vesca) getippt. Der Wieseltäubling hat exakt die gleiche Hutfarbe wie der Herbst-Steinpilz (Boletus edulis), das erkenne ich hier nicht.

    FG

    Oehrling

    Nr. 1 kann auch was anderes sein als L. scrobiculatus. Es gibt noch ein paar andere, deren Milch das gleiche macht wie bei L. scrobiculatus (erst weiß, dann nach ein paar Sekunden plötzlich nach gelb umschlagend), und die als Pilz nicht so gelb sind wie L. scrobiculatus, z. B. L. citriolens, L. intermedius, L. aquizonatus etc. Da brauchts aber Fachliteratur, in welcher alle diese Arten drin stehen, in "normalen" Pilzbüchern stehen die eigentlich nicht drin.

    FG

    Oehrling

    Redest du von dem linken der beiden (dunkelroter Hut)? Da hätte ich als Idee den Zedernholztäubling bzw. Heimtückischen Täubling (Russula badia).

    Bei Täublingen testet man die Schärfe, indem man mit der Zunge kurz über die Lamellen leckt. Bei scharfen Täublingen fängt es dann an leicht zu prickeln. Aber mir ist das auch schon passiert, dass nach dem Verkosten des Heimtückischen Täublings die Zunge taub war und ich im Spiegel nach der Brandblase auf der Zunge geschaut habe:D.

    FG

    Oehrling

    Hallo Elke,

    mit solchen Funden kann man zum Pilzberater gehen, der kennt die Pilze und ihren Speisewert. Er kann dir die gewünschte Sicherheit geben. Schau mal auf der DGfM-Seite, ob in deiner Nähe einer wohnt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Matthias,

    Reizker sind per Definiton mehr oder weniger orangefarbige, bei Nadelbäumen wachsende, orangefarbigen oder weinroten Milchsaft abgebende Pilze.

    FG

    Oehrling

    Hallo Elke,

    zumindest kann man definitiv sagen, dass das keine Wiesenchampignons (Agaricus campester) sind. Zu kompakter Ring, keine verjüngte Stielbasis, nicht auf der Wiese wachsend, und dann auch noch im Anschnitt verfärbend. All das passt nicht zum Wiesenchampignon. Leider kann man aufgrund der Fotos mangels Farbechtheit nicht mal sagen, ob die Verfärbungen nach rot oder gelb oder vielleicht in beide Richtungen gehen, was als Merkmal extrem wichtig wäre.

    Ob man mit Champignons sein oder das Leben der Kinder riskiert, wäre noch zu diskutieren, mit diesen hier eher nicht, ganz so schlimm sind die wohl nicht. Was jetzt nicht heißen soll, dass man die essen sollte.

    FG

    Oehrling

    Hallo Bernhard,

    der Reifpilz ist nach meinem Geschmack einer der leckersten Pilze. Dafür lasse ich jeden Steinpilz stehen, wenn der Platz im Korb gering ist. Zum Glück ist hier bei uns die Tschernobyl-Belastung nicht so groß. Ich muss aber auch gestehen, dass ich das noch nicht gehört habe, dass der Reifpilz wegen Radioaktivität bedenklich sei, von der Marone und auch vom Semmelstoppelpilz habe ich das dagegen gehört. Gibt es denn eine Literaturquelle für diese Aussage?

    FG

    Oehrling

    Hallo Jikela,

    zu den Kuhmäulern: das könnten durchaus welche sein. War denn der Stiel auch zweifarbig (oben weiß, unten gelb)? Auf deinem Foto sieht man das nicht.

    und zum Birkenporlings-Tee: ziemlich bitter, also nichts was man einfach so zum Spaß trinkt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    der Phenoltest bei R. olivacea hat das ganz vorschriftsmäßige Brombeer-Heidelbeersaftrot ergeben, genau so muss das bei R. olivacea aussehen. Bei der Frage R. nauseosa/laricina tut man sich am einfachsten, wenn am Fundort NUR Fichten oder NUR Lärchen waren. Gab es am Fundort aber beides, ist eine makroskopische Zuordnung schwierig. R. laricina soll olivbräunlich-gelblicher sein, R. nauseosa rosalicher bis ganz rosa. Es soll aber Farbübergangsformen geben. Bei Kiefern am Fundort käme als Option noch R. cessans dazu, aber auf deinen Fotos sieht man keine, also wohl nicht R. cessans.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Butyroboletus wäre auch mein Tipp, aber der hier liegt irgendwie zwischen appendiculatus und subappendiculatus, halt weder typisch appendiculatus noch typisch subappendiculatus. So etwas hat W. Pätzold sicherlich zu der Meinung veranlasst, dass appendiculatus und subappendiculatus das Gleiche sei, was er in seinen Kursen immer betont hat.

    Dass man hier im Schnittbild den gewohnten Übergang im Stielfleisch von gelblich zu bräunlich nicht sieht, kann daran liegen, dass der bräunliche Teil ganz abgeschnitten wurde.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    R. olivacea stimmt ganz sicher, R. nauseosa kann gut sein, aber R. laricina wäre auch eine Option (Lärchen gibt es da ja auch, das sieht man auf einem der Fotos), und bei dem unbekannten roten Täubling könnte man R. paludosa (Apfeltäubling) vermuten. Der mehr braun als blaue Cortinarius sieht mir nach C. variicolor-Aggregat aus (Erdigriechender Schleimkopf). Dieser hätte einen sehr auffallenden Rote-Beete-Geruch und würde im Fleisch mit KOH gelb bzw. gelbbräunlich verfärben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Rudi,

    meine Frau hat Bekannte am Ammersee, die wir immer mal besuchen (z. B. am nächsten verlängerten Wochenende vom 2. bis 6. Oktober, natürlich gehe ich da auch Pilze suchen, ist ja klar!). Dort sagen die Pilzsammler alle Braunkappe. Klar, so richtig viel von Bayern kenne ich nicht, aber dass im Großraum München Braunkappe zur Marone gesagt wird, wie Elisabeth schreibt, überrascht mich nicht. Ein Bekannter von mir aus der Oberpfalz sagt auch Braunkappe.

    Ich glaube, wer da Marone sagt, outet sich als Preiß.

    FG

    Oehrling