Beiträge von Oehrling

    Der Geschmack war nicht wirklich überzeugend, er hat ungefähr so geschmeckt wie vorher die Geschmacksprobe im rohen Zustand.

    War auch irgendwie fies vor der Optik des FK und der Konsistenz.

    Na ja, das hatten dir die Leute hier ja schon angekündigt. Den Schwefelporling finde ich auch nur im Jungzustand wirklich gut, wenn er die Hutkosolen noch nicht richtig ausgebildet hat. Also schau, dass du nächstes mal einen jüngeren erwischst.

    Noch mal wegen dem Doppelgänger aus dem Hochgebirge: vor Jahren, auf einer Mykologen-Tagung im Salzburger Land, fand mein Herbergsvater, der an diesem Tag mitkam, auf ca. 1700 m ü.NN an Fichte einen "Schwefelporling", der später vom Tagungsleiter W. Dämon ziemlich zielsicher und routinemäßig als Hochgebirgs-Schwefelporling bestimmt wurde. Es muss also einen mikroskopischen Unterschied geben zum normalen Schwefelporling. Makroskopisch war dagegen kein Unterschied festzustellen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    bei dem letzten Pilz, der so seltsam gelb ist, könnte ich mir den Brennenden Rübling (Collybia/Rhodocollybia(?) peronata) vorstellen. Wäre gut gewesen, wenn in den jemand reingebissen und den eventuell vorhandenen scharfen Geschmack gestestet hätte. Beim dunklen Waldfreundrübling (Pseudo-Panzerrasling) hänge ich mich an Werners Vorschlag dran.

    FG

    Oehrling

    Ha, bei deinem violetten Täubling brauchst du halt die Sporenpulverfarbe. Wenn die cremefarben ist, sollte das in Richtung R. grisea gehen. Ein anderer violetter mit cremefarbenem Spp wäre R. brunneoviolacea. Wenn die Spp-farbe weiß wäre, kämest du um den Frauentäubling fast nicht herum. Aber mit der Combo aus mildem Fleisch & schärflichen Lamellen müsste das eigentlich R. grisea sein.

    FG

    Oehrling

    Ist jetzt nur noch für mich abzuklären, wie weit lässt sich eine Hh bei R. curtipes tatsächlich abziehen.

    Hallo Claus,

    wenn ich das nächste Mal wieder eine R. curtipes sehe (und sei es nur auf einer Pilzausstellung :whistling:), werde ich eben das testen.

    FG

    Oehrling

    Hallo gena,

    du musst auch nicht jeden Pilz auf die Art bestimmen können. Wir sind uns ja alle einig, dass das ein Träuschling sein muss, und das ist nicht nichts. Ob das jetzt ein Krönchenträuschling oder ein Riesenträuschling oder ein anderer Träuschling ist, da braucht es schon etwas Erfahrung in der Träuschlingsbestimmung, die halt nur ganz wenige haben. Wer weiß, vielleicht wirst du später mal ein Träuschlings-Crack, der die wesentlichen Merkmalsunterschiede der einzelnen Träuschlingsarten ganz genau kennt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Craterelle,

    nussig im Sinne des "Nussaromas" bei Süßspeisen assoziiere ich beim rohen Stielring des Parasols. Doch heute morgen habe ich mal wieder in einen rohen Speisetäubling gebissen und den Abbiss gekaut - doch vergebens, keinerlei Nussaroma. Ich schmeck's einfach nicht. Für mich schmeckt das einfach mild-wässrig-fade.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    nur weil hier vorhin angezweifelt wurde, dass jetzt noch Maipilze vorkommen: heute mittag war ich im Mainfränkischen auf Pilzsuche, und was fand ich? Junge, knackige, frisch gewachsene Maipilze.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    sorry wenn ich schon wieder Wasser in den Wein gieße, aber meine "Bestimmungs-Bibel", der SARNARI, gibt für das Sporenpulver von R. adusta 1a an, und der EINHELLINGER ("Bibel Nr. 2"), mag da auch kein anderes Urteil abgeben. Scheint, als liegen BREITENBACH/KRÄNZLIN mit der Sporenpulverfarbe bei R. adusta daneben. Vielleicht war das auch gar nicht R. adusta, was sie da untersucht hatten, sondern es war der gleiche Pilz wie deiner (mit nicht weißem, sondern gefärbtem Sporenpulver, und ansonsten adustamäßigem Aussehen).

    FG

    Oehrling

    O. k., dann wird er eben aufgegessen, wenn er sich schon nicht eindeutig benennen lässt:D. Ich habe aus dieser tollen Diskussion auch was neues gelernt, nämlich dass P. leoninus und P. roseipes von LUDWIG zusammengeschmissen werden - und dass wir also irgendwie alle recht hatten<3. Ist doch auch was tolles.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    toll dass du den Fleischroten Speisetäubling hast dingfest machen können. Die Sporengröße liegt im Rahmen der Erwartung. Aber dein Bild von der Huthaut zeigt gar keine Endglieder. Wahrscheinlich hatte das Stück Huthaut mit der Unterseite nach oben, also falsch herum, auf dem Objektträger gelegen. Dann sieht man nicht die für die Bestimmung notwendigen Elemente, nur kreuz und quer liegende Hyphen. Das Huthautbild muss etwa so aussehen wie eine Strubbelfrisur oder Stromschlagfrisur, damit man die relevanten Elemente gut sieht.

    FG

    Oehrling

    ... bin ich ... gezwungen, Russula curtipes oder Russula spec. zu sagen.


    Huthautfarbe hin oder Huthautfarbe her.

    Hallo Claus,

    Russula spec. brauchen wir aufgrund deiner hervorragenden Dokumentation nicht mehr zu sagen. Wir sind uns glaube ich einig, dass es sich entweder um R. curtipes oder um R. romellii handelt, je nach persönlicher Sichtweise und Gewichtung der Bedeutung einzelner Merkmale. Du gewichtest die Form der Huthautelemente höher, ich die Hutfarbe und die Sporenpulverfarbe. Du bestimmst nach MARXMÜLLER/EINHELLINGER, ich nach SARNARI. Da ist es kein Wunder, dass wir jeweils bei der anderen Alternative herauskommen.

    Bei allen Pilzen auf deinen neuen Fotos würde ich dem Aussehen nach R. romellii vermuten, bei keinem R. curtipes. Dagegen entsprechen die Pilze auf Karls Foto meinem Bild von R. curtipes.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schupfnudel,

    super dass das mit dem Foto von der Täublingsoberseite noch geklappt hat. Man kann hier aufgrund des stark gerieften Hutrandes, des augenscheinlich gelben Sporenpulvers und der Kleinheit und Zerbrechlichkeit des Pilzes auf eine Tenellae spekulieren, von denen es ein paar rot- bzw. violetthütige gibt (die freilich eher im Nadelwald vorkommen:rolleyes:). Aufgrund des speziellen Auwald-Biotops kann das aber auch was richtig Seltenes sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claus,


    ein rein optisch wirklich krasser Fund. Aber R. curtipes? Ich habe noch nie R. curtipes anders als mit der typischen Zweifarbigkeit des Hutes (innen, d. h. im Trichtergrund grünlichgelb, gegen den Rand zu weinrot) gesehen. Das heißt für sich natürlich noch nichts.

    Die Farbe des zuallererst gezeigten Exemplars passt mMn dagegen nicht. Der Pilz ist auf dem Hut bläulich rosa und sieht ja fast wie ein Frauentäubling aus, d. h. bei dem müssen blaue Pigmente in der Huthaut sein. So was kann mMn R. curtipes beim besten Willen nicht.


    Im SARNARI (hast du den?) wird als Sporenpulverfarbe für R. curtipes 3c bis 4a angegeben, das von dir gemessene 4c ist also zu dunkel. R. romellii hat dagegen 4c bis 4d, das passt besser. Die Mikroskopie weist für R. curtipes neben langen, zugespitzten Haar-Endgliedern auch reichlich verbreiterte, kurze Endglieder aus, während die bei R. romellii vorwiegend lang, dünn und zugespitzt sind. Ich würde dir R. curtipes viel leichter glauben, wenn du auch kurze, verbreiterte und nicht nur lange dünne, zugespitzte Haarglieder zeigen würdest. Zu den Dermatozystiden hätte ich noch die Anmerkung, dass die von dir gezeigten eine charakteristische Zebrierung zeigen (z. B. auf dem Bild mit dem Sulfovanillin haben sie regelrechte "Zebra-" bzw. "Tiger-Streifen"). Letztes Jahr hatte ich eine von den sonstigen Merkmalen "bombensichere" R. romellii, bei der mir diese "Zebrastreifen" der Dermatozystiden zum ersten Mal so richtig aufgefallen sind. Was dagegen für R. curtipes und gegen R. romellii sprechen würde, sind die Divertikel an den Huthautelementen, die du anscheinend gesehen hast.


    Fazit: Mit R. curtipes könntest du recht haben. Ich für meinen Teil tue mich dagegen schwer, weil ich weiß, dass R. romellii von weinrot über violettrot über hellgrün bis gelb alle Farben kann (ich habe sogar mal eine wunderliche bläuliche Form aufgesammelt, die makroskopisch als "gelbsporiger Frauentäubling" =Odaherkam und sich später duch einen winzigdünnen brombeerroten Hutrand verriet!), R. curtipes andererseits immer gleichfarbig daherkommt bzw. sich mir immer gleichfarbig präsentiert hat. Daher wäre für mich R. romellii Kandidat Nr. 1.


    Aber das hier ist auf jeden Fall eine ergebnisoffene Diskussion, und wunderschön und diskussionswürdig ist der Täubling allemal.


    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    ich möchte dir ein großes Lob machen - die letzten drei Präparate der IPH sind dir aus meiner Sicht sehr gut gelungen. Es sind - so wie es sein soll - die dunkel pinkfarbenen Inkrustationen zu sehen, alles andere ist sehr blass bis farblos. Sehr gut ist auch, dass durch die schonende Behandlung die Inkrustationen auf den Hyphen draufgeblieben sind und sich nicht abgelöst haben. Dass die IPH auf diesen Bildern "kurz" rüberkommen, liegt meiner Meinung nach an der geringen Tiefenschärfe der Bilder. Drehte man am Schärfenregler des Mikroskops, würde man schon sehen, dass die IPH tatsächlich lang sind.

    Ich bin mir jedenfalls sicher, dass, wenn dein Täubling mal wieder IPH hat, du sie identifizieren könntest.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    endlich sagt es mal jemand deutlich:daumen:. Dafür dass das Wetter jetzt seit fast zwei Wochen extrem pilzfreundlich ist, gibt es in unserer Region noch enttäuschend wenige Pilze. Ein paar Täublinge und Pfifferlinge sind zwar schon da, aber die Sommersteinpilze oder Hexenröhrlinge machen sich ziemlich rar. Waren die vielleicht alle schon Ende Mai draußen, und ich Penner habe es nur nicht mitbekommen?

    Der Champignon mit dem angeschnittenen Fuß und dem stark rötenden (oder eher orangenden) Fleisch ist garantiert nicht Agaricus campestris, sondern kommt mir eher wie Agaricus bernardii vor. Vielleicht bekommt die Wiese im Winter regelmäßig Streusalz ab?

    FG

    Oehrling

    Hallo Jim,

    Eisensulfat kann man wohl auch bei der Bestimmung von Raufußröhrlingen verwenden. Hast du den BON/Pareys? Dann schau mal auf die Seiten mit den Raufußröhrlingen, was in der Gattung alles mit Eisensulfat angestellt werden kann.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schupfnudel,

    hast du vom Täubling noch ein Bild der Hutoberfläche? Oder weißt du noch, welche Farbe die Huthaut hatte? Dann kann man vielleicht was dazu sagen.

    Am Löwengelben Dachpilz möchte ich Zweifel anmelden, du hast ja selbst auch welche, weil das Habitat ganz offensichtlich nicht stimmt. Das ist schon ein Dachpilz, aber wohl nicht der Löwengelbe, denn er ist auf dem Hut gar nicht richtig gelb. Ich hätte jetzt eher ein stark ausgeblasstes Exemplar vom Rosastieligen Dachpilz (Pluteus roseipes) vermutet.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    welche zwei Raslingsarten du kennst, weiß ich jetzt nicht. Aber der Weiße und der Graue Büschelrasling wären keine Raslinge im engeren Sinne, u. a. da sie nicht schwärzen, wie echte Raslinge das zu tun pflegen. Der Weiße wurde glaube ich sogar schon aus der Gattung Lyophyllum ausgegliedert.

    Der zweite deiner Täublinge sieht aus wie der Fleischrote Speisetäubling (R. vesca). Makrochemisch kannst du ihn mit Eisensulfat (freudig lachsorange), mikroskopisch durch Crins-Haare in der Huthaut und besonders kleine Sporen schnell knacken. Außerdem zeigt er anscheinend seine Zähne, was R. vesca ja oft macht.

    FG

    Oehrling

    ja mit der Zuordnung der HDS Elemente tue ich mich noch schwer. Woran ihr jetzt genau IPH erkannt habt, bleibt mir verborgen.


    Hallo Sebastian,

    an der Form (nicht keulig, nicht spindelig, nicht wurstförmig..., halt keine typische DZY-Form, sondern eher dicke Haar-Form), und natürlich daran, dass die Elemente mit Sulfovanillin NICHT graublauschwarz werden. Hat der Pilz in seiner Huthaut keine DZY, hat er dafür allermeistens IPH. Auf einem der Fotos (9. Foto in Beitrag #1) meine ich sogar Inkrustationen an den Elementen zu sehen, und das in Sulfovanillin.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    zwei Fragen hätte ich zu diesem Täubling:

    1) ist der Stiel an der Hutanwachsstelle glatt oder leicht rau? (Lupe verwenden!)

    2) was passiert, wenn man den Pilz über Nacht liegen lässt und am nächsten Tag Sulfovanillin auf die Stielrinde schmiert?

    Bitte beides testen und dann berichten, vielleicht trifft meine Idee zu. Jedenfalls sehen mir die Huthautelemente eher nach Primordialhyphen als nach Dermatozystiden aus, da ist ja überhaupt nichts Grauschwarzes zu sehen. Man sollte noch mal ein Karbolfuchsin-Präparat mchen.

    FG

    Oehrling

    Mikroskopisch gibt es da nicht viel. Die Unterschiede bei den Sporen liegen im messstatistischen Bereich, sind wohl für den Hobby-Mikroskopierer aber nicht zu sehen. Man hat auf der Innenseite der Stielvolva bei A. umbrinolutea einige aufgeblasene, elliptische Zellen zwischen den fädigen Hyphen gefunden, die man bei A. battarrae nicht hat finden können (hat man lange genug danach gesucht? kann man da immer zurückfragen).

    Aber das Fehlen griffiger mikroskopischer Unterscheidungsmerkmale hat diese Artenkonfusion vielleicht erst hervorgerufen bzw. befördert.

    Makroskopisch liegen zwischen Michaels A. umbrinolutea und Uwes "echter" A. battarrae durchaus Welten. Da die "echte" A. battarrae in Deutschland so selten ist, kann sich halt fast niemand ein richtiges Bild von dieser Art machen.

    FG

    Oehrling