Hallo Thiemo,
so rein makroskopisch hätte ich zuerst an eine stark ausgeblasste R. vesca (Fleischroter Speisetäubling) gedacht. Die erfrecht sich oft, so auszusehen. Auf deinen Mikrobildern von der Huthaut sind auch gewisse Elemente zu erahnen, die man so von R. vesca kennt. Die Sporen sehen auch, mit Restunsicherheit wegen Darstellungsungenauigkeit, von der Größe und vom Ornament durchaus vesca-mäßig aus.
Jetzt komme ich aber mit zwei deiner Angaben nicht klar:
1) du schreibst: Sporenpulver weiß (IIb). Das ist ein Widerspruch in sich. IIb ist nicht weiß, sondern creme. Wenn IIb zutrifft, kann es nicht R. vesca sein. Dann müsste es wohl eine Griseinae sein, aber die Griseinae haben nun mal gut sichtbare, gut anfärbbare, keulige Dermatozystiden. Ohne diese würde man also im Bestimmungs-Nirwana landen.
2) du schreibst: Eisensulfat ockergelb. Eisensulfat auf einer Täublingsstielrinde macht nie ockergelb, sondern (wenn positiv) schmutzig blassrosa bis lachsorange, oder dann gleich meergrün (bei Heringstäublingen). Wenn dein Eisensulfat wirklich ockergelb macht, ist es wohl kaputt, oder es ist nicht FeSO4, sondern ein anderes Eisensulfat.
Wie auch immer: R. vesca zeichnet sich durch roßhaarartige Huthautelemente aus (Crins). Die Crins befinden sich nahe der Hutmitte. Zupfe also aus dem inneren Drittel des Hutes etwas Haut raus, betrachte sie in Kongorot und suche nach Crins. Hast du zwei bis drei gefunden, bist du mit der Bestimmung fertig.
FG
Oehrling