Beiträge von Oehrling

    Hallo Tarik,

    bitte noch etwas Geduld. Der Juli ist in unserem Lande nicht gerade als Pilzhauptsaison bekannt, wie du sicher weißt. Auch ich muss im Juli oft kilometerlang wandern, um dann zwei bis drei anschauenswerte Pilze zu finden. In Pilzforen entsteht dann oft der falsche Eindruck, es gebe massenhaft Pilze. Auf Youtube und Facebook wird auch oft geschummelt, da werden schon mal Bilder und Videos aus dem letzten Jahr hochgeladen und als aktuell verkauft. Frag mich nicht, warum Leute so etwas tun, aber sie tun es.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sophie,

    die Tintlinge leben von der Blumenerde, die du draufgehäufelt hast und haben mit deiner Pilzzucht nichts zu tun. Die Austernseitlinge brauchen wohl noch etwas mehr Zeit. Übrigens habe ich das noch nie gehört, dass man Blumenerde auf das Substrat häufeln soll, in der Natur wachsen Austernseitlinge auch frei auf Baumstämmen, ohne dass irgendeine Erde drauf wäre, und brechen einfach aus der Rinde hervor. Wenn bis zum kommenden Winter noch keine Austernseitlinge erschienen sind, rate ich dir, die Blumenerde wegzumachen.

    FG

    Oehrling

    Hallo schönpilze,

    mach doch bitte mal einen Längsschnitt von ganz oben bis ganz unten in die äußerste Stielbasis, warte 5 Minuten wegen eventueller Blaufärbung, mache dann ein Foto und stelle dieses ein. Zur Beurteilung braucht man freie Sicht auf das Innere des Pilzes.

    FG

    Oehrling

    Hallo Nemrod,

    wenn das ein Ackerling sein soll, müsste er eine hymeniforme Huthaut haben. Das könntest du ja mal testen.

    Wenn es dagegen ein Freiblättler wäre, in welche Gattung würdest du ihn stecken wollen? Zwergchampignon ja nicht, denn die gilben stark und riechen marzipanartig.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    kleiner Nachtrag: zu den rotbraunen Täublingen 06 und 07 gibt es ein Bestimmungsergebnis. Tuppie war so freundlich, mir drei Stück zu schicken. Es handelt sich, wie ich nach den Fotos schon vermutet hatte, tatsächlich um Russula sericatula und damit um einen schönen, ziemlich seltenen Fund.

    FG

    Oehrling

    Hallo Wunjo,

    wenn du was für deine Pilzpfanne suchst, wäre die bessere Idee, mit den Pilzen zu einem Pilzberater zu gehen. Pilzberatung im engeren Sinne kann hier leider nicht geleistet werden, da hier niemand die Verantwortung für eine Fehlbestimmung übernehmen möchte.

    FG

    Oehrling.

    Hallo Beli,

    es gibt keinen bekannten Täubling, der so schmale und gleichzeitig so dichtstehende Lamellen hat. Von den halbwegs ähnlich aussehenden Weißtäublingen (Compactae) ist auch keiner wirklich scharf. Das ist schon einer der Pfeffermilchlinge. Die spärliche bzw. gar nicht vorhandene Milch und erträgliche Schärfe muss durch fehlende Frische des Pilzes verursacht sein.

    Hallo Werner,

    bist du sicher, dass die Pfefferröhrlinge zu den Lactifluus gehören? Ich dachte, das wären die Brätlinge.

    FG

    Oehrling

    Also in meinen Augen bedeutet das einfach, dass R. incarnata so unerforscht ist, dass man aufgrund der vorliegenden Literaturreferenz nicht zu einem befriedigenden Bestimmungsergebnis kommt.==Gnolm7


    Ich habe gerade im SARNARI noch ein paar sehr interessante Dinge gelesen:

    Danach zeichnet sich eine Roseinae (also auch R. velutipes) nicht nur dadurch aus, dass es mit SV eine eosinrote Reaktion gibt, sondern dass sie mit Guajak gänzlich negativ (SARNARI nennt das "subnullo") ist. Claus schrieb aber: Guajak innerhalb von 2 Sekunden positiv. Man sieht auch den blaugrünen Guajakfleck auf der Stielrinde. Glaubt man SARNARI, müsste man sich hier von einer Roseinae verabschieden.

    Zur Frage, die folgerichtig im Raum stehenbleibt, ob auch Täublinge, die keine Roseinae sind, mit SV auf der Stielrinde rot machen können, habe ich auch was Interessantes gefunden. SARNARI listet in der Sektion Lilaceinae eine Russula einhellingeri, die mit SV "fuchsinrot" würde (vgl. S. 1300 f.). Im Diskussionsteil über die von ihm beschriebene Art Russula roseoaurantia wird auch über eine SV-Fuchsinrotfärbung bei dem unsicheren Taxon "Russula lactea" geschrieben, ohne dass ich mangels guter Italienischkenntnisse jeden einzelnen Satz in seiner Bedeutung voll erfassen könnte (vgl. S. 1322 f.). Es hört sich also durchaus so an, als ob außerhalb der Roseinae zumindest ein "Fuchsinrot", wenn schon kein "Eosinrot" bzw. "Magentarot", möglich wäre. Und zwar, das wird extra betont, nur am Exsikkat.

    Diese Literaturstellen habe ich mit einer gewissen Genugtuung rezipiert, da ich mich mit dem Bestimmungsergebnis R. velutipes für Clausens Pilz nicht wirklich anfreunden kann, oder klarer ausgedrückt: diese hellviolette Hutfarbe, die uns hier vom Pilz aufgetischt wird, kann R. velutipes einfach nicht haben. Die Hutfarbe von R. velutipes changiert zwischen rot, orange und gelb und macht dazwischen alles, geht aber nicht ins bläuliche.


    Claus, für mich ist das in seiner Vertracktheit ein Kandidat auf den Täubling des Jahres.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich habe es gerade mal im SARNARI nachgeschlagen: die mikroskopischen Merkmale passen wirklich sehr gut zu R. roseoaurantia. Vor allem die Form der Haare ist im SARNARI genau so gezeichnet, wie man das hier auf dem Foto sieht. Restunsicherheit muss aber bleiben, da R. roseoaurantia nach der Beschreibung der Hutfarbe aprikosenfarbig und nicht fliederfarbig sein soll. Das sind schon ziemlich unterschiedliche Farbtöne.

    Edit: von einem Grauen oder Bräunen des Fleisches beim Eintrocknen, wie man das hier gut sieht, wird im SARNARI auch nichts erwähnt. Stattdessen heißt es über das Fleisch ausdrücklich: wenig veränderlich.

    Wie auch immer: mit der Merkmalskombination aus IPH und weißem Sporenpulver gibt es ja wirklich nicht viele Alternativen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Jos,

    wenn es denn tatsächlich Boletus subappendiculatus ist, wirst du ihn dieses Jahr noch mal sehen, falls das Wetter mitspielt. Zum Beispiel in den Nadelwäldern des Ostschwarzwalds und des Schwäbisch-Fränkischen Waldes (basischer Untergrund) ist er relativ häufig anzutreffen. Wenn du ihn ausnahmsweise mal unverwurmt und unverschimmelt erwischst: er schmeckt ziemlich gut.

    FG

    Oehrling

    im Stielfleisch meine ich schon einen rosalichen / fleischbraunen Bereich erahnen zu können - das führt dann weg von der Gruppe um Butyriboletus appendiculatus und Butyriboletus subappendiculatus (Anhängselröhrling und Falscher Anhängselröhrling) und hin zu der Gruppe um Butyriboletus fechtneri und Butyriboletus fuscoroseus (Silberröhrling und Blauender Königsröhrling).

    Hallo Pablo,

    meiner Meinung nach führt der rosaliche, fleischbraune Bereich in der unteren Hälfte des Stielfleisches gerade hin zum Anhängselröhrling (bzw. zu den Anhängselröhrlingen).

    FG

    Oehrling

    Im Schnittbild 6/19 durch den Fruchtkörper in der App Pilze123 schaut die Röhrenschicht viel dicker und bauchiger aus als auf meinem Bild, wo es viel schmaler wirkt. Könnte aber auch sein, dass das verschieden ausfallen kann.

    Hallo Jos,

    genau das tut es. Dass ein Pilz auf einem Foto anders aussieht, ist kein Gegenbeweis. Ein Pilz ist ein Naturprodukt und keine Konfektionsware aus der Fabrik. Außerdem sind die Bestimmungsergebnisse mit der von dir zitierten App nicht immer verlässlich, d. h. was du auf dem Foto gesehen hast, kann auch eine andere Art gewesen sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    man hätte mal kurz auf die Poren drücken sollen, ob die blau werden, das wäre bei Boletus appendiculatus der Fall, genau so wie das Blauen über der Röhrenschicht beim Anschneiden. Beides ist hier nicht zu sehen.

    Boletus fechtneri blaut zum einen nach Anschnitt viel stärker als der hier gezeigte Pilz, der wird im Hut richtig himmelblau, außerdem hat er eine lange nicht so braune, sondern eher silbergraue Hutfarbe. Fällt also mMn ganz raus aus der Verlosung. Die relativ stark blauenden Caloboleten sind ebenfalls eher abwegig.

    Was B. roseogriseus und B. fuscoroseus sein sollen, weiß ich nicht. Falls mit diesen Namen der Blauende Königsröhrling gemeint ist, dieser blaut auch recht kräftig und kommt meines Wissens nicht in einem solchen Waldtyp vor, sondern im Laubwald über strammem Kalk.

    Aufgrund des völlig fehlenden Blauens würde ich hier auf B. subappendiculatus tippen, für den das Habitat und die Erscheinungszeit im Sommer auch perfekt passen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Bernhard,

    der Schwefelporling ist ein so aggressiver Parasit, dem ist grundsätzlich egal, welchen Baum er besiedelt. Findet man ihn auf Nadelholz im Gebirge, kann es auch diese spezielle Nebenart Hochgebirgs-Schwefelporling sein (den wissenschaftlichen Namen habe ich gerade nicht parat, ebensowenig worin die mikroskopischen Unterscheidungsmerkmale liegen). Vor Jahren fanden wir auch so einen am Prebersee bei Tamsweg (Grenzgebiet Salzburg - Steiermark), der wurde später auf der dazugehörigen Myko-Tagung von einem Experten als Hochgebirgs-Schwefelporling bestimmt.

    FG

    Oehrling

    Hallo Marcel,

    du hast recht. Bei "blauhütigen Täublingen" hatte ich nicht an den Wechselfarbigen Speitäubling gedacht, da ich ihn gedanklich zu den violetthütigen gesteckt hatte, ohne zu bedenken, dass der auch zumindest in Teilen des Hutes blau sein kann.

    FG

    Oehrling

    Hallo Daniela,

    kann sehr gut sein. Lass einen der Pilze doch einmal über Nacht liegen, ob die Lamellen rosa werden, wie es sich für einen Dachpilz gehört. Oder schneide den Hut genau in der Mitte durch und sieh nach, ob die Lamellen am Stiel angewachsen sind oder ob sie den Stiel gar nicht erreichen, sondern vorher abbiegen. Auch das wäre für einen Dachpilz typisch.

    FG

    Oehrling

    Na ja, was heißt auf die Nase gefallen? Immerhin kennst du jetzt den Unterschied zwischen dem Ockerbraunen und dem Kerbrandigen Trichterling.

    FG

    Oehrling

    Stimmt, deshalb werden ja sogar einwöchige Täublingsbestimmungsseminare angeboten. Die bräuchte man sicher nicht, wenn Täublingsbestimmung einfach wäre. Auch wenn man Täublinge nur zu Speisezwecken sammelt, ist es nützlich, ein paar Arten zu kennen, um zu Kostprobezwecken nicht immer wieder in knallescharfe Täublinge reinbeißen zu müssen. Langfristiges Ziel muss es sein, einem Täubling "anzusehen", ob er scharf oder mild ist. Z. B. sind blauhütige Täublinge nie scharf. Gelb- und rothütige sind dagegen oft scharf.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    das sind ja ganz tolle Täublinge, die du da auf den Tisch legst.

    R. violeipes kaufe ich sofort (auch wenn man, mit Verlaub, auf deinen beiden Huthautbildern praktisch nichts erkennt), ebenso die R. risigallina. Wenn du vorhast, R. risigallina noch zu mikroskopieren, dann achte auf die Primordialhyphen und ganz wichtig: auf kopfig-keulige Haarendglieder. Letzteres ist für diese Art ziemlich typisch.

    Zu Pilz Nr. 2: der Spp-Abwurf, den du zeigst, finde ich für 2a zu hell, das ist eher 1b. Nun hat R.lilacea als Spp-Farbe 1a, das passt also nicht 100%ig. Daher ist es möglich, dass es etwas noch Besseres ist, nämlich R. zvarae, welche der R. lilacea sehr ähnlich ist. R. zvarae hat 1b, und was noch wichtiger ist, kein rein isoliertwarziges Ornament, sondern einige Verbindungslinien zwischen den Warzen.

    Noch zum letzten Pilz: makroskopisch kommt R. laeta in Frage. Da habe ich aber mit deinem Sporenfoto ein Problem: es hat anscheinend die Sporen mehrerer Arten durcheinandergewürfelt. Man sieht relativ grobwarzige und gleichzeitig sehr feinwarzige Sporen, was eigentlich nicht sein kann. Wie auch immer, wenn es wirklich R. laeta sein sollte, und du die Huthaut mikroskopierst, kannst du dich auf was gefasst machen. R. laeta hat die wüsteste, unordentlichste Huthaut aller Täublinge, wie ein unaufgeräumtes Zimmer. Es liegen inkrustierte PH, dicke tennisschlägerförmige Dzy, keulige Dzy, dünne lange Dzy, inkrustierte Dzy und Haare wild durcheinander, so dass man erstmal nur Chaos empfindet.

    FG

    Oehrling

    Hallo Steinpilzscout,

    leider funktioniert die Täublingsbestimmung so nicht. Es gibt in Deutschland an die 150 Täublinge, davon etwa 50 rothütige.

    Wenn du Täublinge außerhalb der gängigsten Arten anfragst (R. minutula ist eine relativ seltene Art), musst du mindestens folgende Daten liefern, sonst hat man keine realistische Chance:

    Geschmack (dazu hast du was geschrieben: mild; dadurch schränkt sich der Kreis auf knapp 100 mögliche Arten ein)

    Sporenpulverfarbe

    Geruch (ist bei deinem Pilz banal)

    Standort und mögliche Baumpartner (ist bei deinem Pilz nichtssagend, da zu viele Optionen offen)

    Größe

    Festigkeit des Fleisches

    Verfärbungsverhalten des Fleisches über Nacht

    (mit makrochemischen Reaktionen will ich jetzt gar nicht anfangen)...


    ... und dazu Beweisfotos, die mehr als Banalitäten zeigen. Abziehbare Huthaut ist bei Täublingen banal, das im Längsschnitt sichtbare Pilzinnere meistens auch, es sei denn, das Stielinnere wäre gekammert.


    Zum Pilz selber kann ich nur sagen, dass R. minutula nicht gänzlich unmöglich, aber wenig wahrscheinlich ist. Um R. minutula tatsächlich nachweisen zu können, müsstest du erst einmal Sulfovanillin parat haben.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    meine bescheidenen Tipps für die beiden wären R. aeruginea (Nr. 1) und R. exalbicans/pulchella (Nr. 2).

    Das wären beides Arten mit der Birke als Baumpartner.

    FG

    Oehrling

    Hallo Michael,


    mit den Hutfarben ist das bei vielen Täublingen so eine Sache. Wohl gibt es Täublinge, die immer gleich aussehen, aber hier fällt mir jetzt keiner ein, bei dem ich aufgrund der Datenlage, dazu zählen auch die Fotos, mich auf einen Vorschlag festlegen könnte. Ich vermute, dass dieses Exemplar Farbabweichung zur typischen Form zeigt, und dann braucht es Zusatzinformationen. Sporenpulverfarbe wäre mal super-wichtig, dann aber auch solche Angaben wie Größe, Festigkeit des Fleisches, möglicher Baumpartner, Bodenverhältnisse, Geruch... Oder du findest in unmittelbarer Umgebung noch zwei, drei andere Exemplare. Schon aus einer Kollektion von drei bis vier Exemplaren lässt sich mehr herauslesen als aus einem Einzelstück.


    FG

    Oehrling