Beiträge von Oehrling

    Hallo Sebastian,

    ich wollte noch ergänzen, dass du trotz allem was gesagt wurde sicherlich auf einem zielführenden Weg bist. Bitte stelle daher weiter deine Anfragen, und wenn dich mal der Rappel packt, ins nördliche Baden-Württemberg zu kommen, dann können wir auch gerne mal zusammen losziehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen, Hallo Amy,

    mich würde jetzt aber doch noch mal interessieren Amy was genau dein Anliegen war, die Frage nach der Knolle zu stellen. Meldest du dich nochmal, oder bist du schon wieder im All verschwunden?

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    du hast dir mal wieder sehr viel Mühe mit einem Täubling gegeben. Die Fotos der Präparate sind technisch richtig gut. Aber es wird Zeit, dass du lernst, auf welche Merkmale es bei der Griseinae-Bestimmung überhaupt ankommt. Deine Anfragen würden dadurch noch mal gewinnen.

    So hätte z. B. ein einziges Bild von den Sporenornamenten genügt, und da auch nur vier, fünf einzelne Sporen, und die dann richtig groß. Die Bilder von den Lamellenschneiden sind in bezug auf die Bestimmungsaufgabe, um die es geht, irrelevant. Und bei Aufnahmen, die mit Karbolfuchsin angefärbte uninkrustierte Dermatozystiden-Keulen zeigen, denke ich mir (ich bin ein Freund klarer Worte): schade um das Karbolfuchsin. Zumal du ja zuvor mit den Sulfovanillin-Aufnahmen dies vorher schon nachgewiesen hattest: dass dieser Täubling keulige Dermatozystiden hat. Die hättest du freilich auch schon in Kongorot gesehen. Dafür hättest du in Kongorot gestochen scharfe Aufnahmen der Haare (wie bei Claus zu sehen) gehabt, deren Form bei Griseinae ein super-wichtiges Merkmal ist.

    Makrochemikalien tut man übrigens auf die Stielrinde, nicht auf das innere Stielfleisch.

    Aber jetzt das wichtigste (Claus hat das auch schon mit anderen Worten geschrieben):

    mMn ist es grundsätzlich mühsam, das Mikroskop anzuwerfen, zu präparieren, zu schauen, zu zeichnen, was man gesehen hat, und schließlich die Literatur nach Referenzangaben zu durchforsten. Im Idealfall sollte man daher einen Täubling makroskopisch erraten können, und das Mikroskop nur dazu benutzen, den anfänglichen Verdacht zu beweisen/zu widerlegen. Klar geht das nur mit viel Erfahrung. Aber man sollte, noch ehe man das Mikroskop einschaltet, eine ungefähre Ahnung davon haben, was man da gleich zu sehen bekommt. Zumindest auf was man da jetzt gleich, wenn das Bild erscheint zu achten hat bzw. nach was genau man suchen soll. Und das geht nur mit guter, wirklich sehr guter Literatur - oder mit dem Wissen, das man sich auf einem Täublingsmikroskopierkurs erworben hat.

    Wenn du jetzt im Schlüssel zu R. medullata gelangst, kann dies eigentlich nur aufgrund der Sporenpulverfarbe, in der du IIIa siehst, erfolgt sein. Warum hast du dann eigentlich mikroskopiert? Mit den Mikrofotos und dem darinsteckenden Aufwand hast du der Sporenpulverfarbe kein weiteres Beweismaterial hinzugefügt, mit dem man R. medullata dingfest machen könnte. Im Gegenteil: das, was sich auf deinen Mikrofotos erkennen lässt, führt eher von R. medullata weg und hin zu R. grisea, was Claus ja auch schon bemerkt hat. Für R. medullata sind viel zu viel Verbindungslinien zwischen den Sporenwarzen, außerdem vermisst man in den Fotos der Huthaut die für den Nachweis von R. medullata ganz wichtigen Tönnchenketten. Stattdessen sieht man (mit etwas Spekulation, da nicht in Kongorot) lange, spitz auslaufende Endglieder, die R. medullata nun mal nicht hat. Übrigens: wenn es wirklich R. medullata sein sollte, brauchst du nötigerweise eine Pappel am Fundort.

    Abschließend wollte ich darauf hinweisen: falls das Posting dir nichts bringt oder dich in irgendeiner Form verärgert, ignoriere es einfach. So wichtig ist es nun auch wieder nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Tiuzzini,

    schön dass du dich jetzt mit Pilzen beschäftigen und sie zum Essen sammeln willst. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

    Leider kann man dir hier im Forum nicht sagen, ob du deine gefundenen Pilze essen kannst. Das würde sich niemand trauen, denn wenn sich derjenige irrt, und das kann schnell passieren, und du isst die Pilze dann auf seinen Ratschlag und vergiftest dich, was dann?

    Viel besser ist es, sich anderen erfahrenen Pilzsammlern anzuschließen, mit denen mitzugehen und von ihnen zu lernen. Die zeigen dir vielleicht auch gute Pilzstellen. So ist das zumindest in unserem örtlichen Pilzverein. Vielleicht gibt es in deiner Gegend auch so etwas? Oder vielleicht gibt es einen Pilzberater, dem du deine Funde zeigen kannst?

    Zur Frage, welche Pilzart das hier sein könnte, hat Wutzi schon was geschrieben, da wüsste ich jetzt auch nichts Gescheiteres. Champignons scheinen mir das jedenfalls nicht zu sein.

    FG

    Oehrling

    Hallo Kersten,

    deine Irritation wegen des Fundortes ist gerechtfertigt, denn das sind keine Nelkenschwindlinge. Nelkenschwindlinge hätten einen weißlichen Stiel, lange nicht so dunkel gefärbt wie hier, und außerdem entfernt stehende Lamellen, lange nicht so dicht stehend wie hier. Hier handelt es sich um Pilze aus der Waldfreundrüblings-Gruppe, also eine andere Gattung.

    Tipp von mir: wenn du Nelkenschwindlinge zum Essen sammelst, zeige sie am besten vorher einem Pilzberater.

    Das mit dem Geruch nach Blausäure stimmt aus meiner Sicht nicht, diesen Geruch habe ich an Nelkenschwindlingen noch nie wahrgenommen. Nelkenschwindlinge haben meiner Erfahrung nach überhaupt keinen auffallenden Geruch, na ja gut, vielleicht haben andere eine feinere Nase, aber zumindest das mit der Blausäure scheint mir auf Einbildung zu beruhen.

    FG

    Oehrling

    Sehr gut, dass du noch ein Schlüsselwerk dabei hast, denn in den Russularum Icones (so schön die Bilder auch sind) ist kein spezieller Griseinae-Schlüssel drin (dafür ist jeder mögliche Täubling drin). So wärest du gezwungen, den Abschnitt in Band 1 von S. 152 bis 205 Seite für Seite durchzugehen und Merkmal für Merkmal zu vergleichen. In #5 hatte ich ja schon geschrieben, auf welche Merkmale es bei Griseinae ankommt.

    FG

    Oehrling

    Hallo HotSaw,

    bei dem zweiten Pilz könnte man durch eine kleine Kostprobe (ca. 15 Sekunden kauen, danach wieder ausspucken) feststellen, wonach es schmeckt - bitter, medizinisch... Das würde hier weiterhelfen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Gena,


    Phallogaster saccatus ist ein sehr kleiner, recht graziler Pilz, insgesamt nur 2 bis 3 Zentimeter hoch. Der Fruchtkörper besitzt eine schlanken, dünnen Stiel, auf dem eine etwas breitere Kugel sitzt. Im Reifezustand verflüssigt sich das Innere der Kugel und stinkt, die äußere Hülle wird löcherig, bleibt aber erhalten. Er ist sehr selten, in 45 Jahren Pilzesuchen habe ich den nur ein einziges Mal gefunden.


    Das hier ist dagegen ein Hexenei, also vermutlich eine Stinkmorchel im Jungzustand. Stinkmorchel und Phallogaster sind ziemlich nahe Verwandte.


    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    also ich sehe da Eisensulfat-positiv, damit ist der Frauentäubling raus aus dem Geschäft. Das dürfte eher eine Griseinae sein, erkennbar an den unseptierten, keuligen Dermatozystiden. Womit die Bestimmungsprobleme anfangen: Form der Haare, Sporenpulverfarbe (werden wir hier nicht bekommen), Sporenornament, Stärke der Eisensulfatreaktion...

    Als nächstes solltest du dich mithilfe der Literatur (welche hast du eigentlich zur Verfügung?) schlau machen, was man alles prüfen muss, nachdem man in die Griseinae-Sektion gelangt ist. Hutfarbe und Stielfarbe eher nicht, alle können so ziemlich alles.

    FG

    Oehrling

    Hallo Peter,


    ich denk mal schon. Unsere Herbergseltern haben für Ende August schon grünes Licht gegeben.


    An den Beringten Zirbenröhrling hatte ich gedacht, weil der am Hutrand rötliches Velum zu haben scheint - zumindest auf meinem Monitor. Aber das kommt auf dem Foto vielleicht auch nur so rüber.

    Und bei nicht splitternden Lamellen wirds dann doch der Frauentäubling sein.


    Dass du auf Tschurtschn aus bist, wusste ich noch gar nicht. Verschnapselst du die selber, oder gibst du sie weiter?


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich finde die Idee (mehr als eine Idee kann es freilich aufgrund der Informationslage nicht sein) mit dem Ziegelroten Risspilz nicht schlecht. Auf Foto 2 meine ich eine ziegelrote Verfärbung auf dem Hutscheitel und am linken Hutrand zu sehen. Für Inocybe godeyi oder Inocybe whitei sind diese Pilze definitiv zu dick.

    Inocybe fraudans ist als Idee nicht ganz aus der Welt, aber dass Maria als Finderin diesen markanten Geruch nach Billigparfüm nicht wahrgenommen hätte, sprengt meine Vorstellungskraft.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    das macht ja auch nicht wirklich jemand, oder wer sollte davon etwas haben?

    Es ist halt nicht so - und das ist halt ganz anders als bei Blütenpflanzen oder Käfern - dass man gschwind einen Pilz aus ein, zwei Perspektiven fotografiert, den gschwind ins Pilzforum stellt und gschwind eine verlässliche Artdiagnose erhält. Zumindest nicht bei solchen Pilzen, die du meistens einstellst - wir reden hier ja nicht von Perlpilzen oder Maronen, sondern von richtig schwierigen Dingern. Dass da gewisse Rückfragen kommen, ist klar. Dass bei Lamellenpilzen als erstes die Frage nach dem Sporenabwurf kommt, auch. Denn ohne das lohnt es sich nicht, einen Gedanken über den Pilz zu verschwenden. Hier in diesem Fall ist ohne das nicht mal die Gattung klar. Ich selber schlage mich zwar auf die Dachpilz-Seite, aber dass man da auch einen Erdritterling sehen kann, erkenne ich an.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Beli,

    viele Bilder, aber leider taugen sie alle für die Bestimmung nichts. Bei Filzröhrlingen brauchst du immer ein Längsschnittbild vom Hutscheitel bis in die äußerste Stielbasis (eines sofort nach dem Anschneiden, eines nach ca. 5 Minuten Wartezeit wegen der Blaufärbung), sowie eine Aufnahme von der gesamten Stielaußenseite, welche möglichst unberührt sein sollte. Schade, dass es von dem ganz kleinen Exemplar auf Bild 2 keine entsprechenden Detailaufnahmen gibt, das hätte wahrscheinlich zur Erhellung beigetragen.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo,

    ich glaube, bei diesen Pilzen handelt es sich um eine Mischung aus Chloropyllum rhacodes (zur Hauptsache) und Chlorophyllum olivieri (einige wenige). Weil da eine Serviette und ein Pilzmesser herumliegt und die Pilze alle schon vorgeputzt sind: falls du vorhast, die halbverwesten Dinger zu essen - ein guter Rat: lass das! Das könnte mit ein bis zwei Nächten auf dem Klo enden.

    FG

    Oehrling

    Ähm, zumindest auf meinem Monitor ist ein Schnittbild zu sehen, als Bild Nr. 3...

    Die Diagnose Flocki ist angesichts der gelben Poren recht verwegen. Auf jeden Fall hat dieser Pilz seine natürlichen Farben nicht mehr (vielleicht weil er lange zuvor schon ausgerupft wurde?), da wird jedwede Fotobestimmung zur Raterei. Ein frischer Flocki sieht auf jeden Fall nicht so aus, d. h. wenn das jetzt tatsächlich ein Flocki wäre, brächte die Erkenntnis, dass es wirklich ein Flocki wäre, für spätere Flocki-Funde so gut wie nichts.

    Edit: ich sehe da eher einen Schönfußröhrling als einen Flocki, auch weil die Hutoberfläche so gar nichts Braunes an sich hat und ein Flocki typischerweise sich nicht dermaßen viele Maden fängt. Ein Schwarzblauender Röhrling wird nach Anschnitt halt wirklich schwarzblau und nicht nur so himmelblau wie hier.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,

    leider haben ganz viele Schleierlinge blaues/violettes Fleisch, so dass ich aufgrund dieses Merkmales allein noch nicht zu einer gescheiten Idee komme. Bei Schleierlingen kommt es stark auf die Hutoberfläche an. War diese feucht/schmierig, trocken seidig, glimmerig oder vielleicht körnelig rau? Weitere Frage: hatten die größeren Exemplare so etwas wie einen Stielgürtel/Stielring?

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    huiii wie geil ist das, Pilze von der Insel Krk. Da muss es ja ordentlich geregnet haben. Bitte bitte, lieber Nonntal, suche fleißig weiter und stelle fleißig weiter ein!

    Auf der Westseite der Insel, am Cap Glavotok, gibt es weitere schöne Wälder, in denen die Suche sicherlich lohnt. Wenn es Netzis gibt, gibt es vielleicht noch andere Boleten.


    Aus meiner Sicht sind die Schmierröhrlinge am ehesten Suillus mediterraneensis. Ich kenne den Pilz vom Kroatien-Pilzkurs bei A. Gminder. S. collinitus gibt es dort auch, aber diese Art hätte eine eingewachsen faserige Huthaut und rosafarbene Stielbasis. S. granulatus würde ich wegen der schwarzbraunen Drüsenpunkte am Stiel (bei den älteren Exemplaren gut zu sehen) ausschließen. In einem parallel laufenden Thread wird gerade ein S. granulatus (Körnchenröhrling) gezeigt, mit ganz blassen Drüsenpunkten. S. bellinii, der dort auch vorkommt, kann man auch ausschließen, denn der hat lachsorangene Drüsenpunkte und weniger leuchtend gelbe Poren. S. luteus, der Butterpilz, kommt lt. A. Gminder dort gar nicht vor, zumindest hat er in den langen Jahren der Kroatien-Pilzkurse noch keinen gefunden. Der Boden dort ist zu kalkhaltig für den Butterpilz.


    FG

    Oehrling

    Auf jeden Fall! Deine Exemplare sehen genau so aus, wie madenzerfressene Knollen beim Graune Wulstling auszusehen haben. Das ist jedenfalls nicht das Perlpilz-Weinrot.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    den Wieseltäubling kaufe ich dir ab, auch wegen der starken Eisensulfat-Reaktion. Die Sporen werden ohne Ornament und in Wasser gemessen. Ich bin selber nicht so ein Messfanatiker und schaue nur, ob die Sporen auffallend klein oder groß sind und ob sie eher rund oder elliptisch sind. Da ich außerdem von Haus aus faul bin, lasse ich sie zum Messen meist in Melzers, in welchem sie wegen des Ornamentes ohnehin liegen, ich schäme mich aber deswegen. Dafür nehme ich für die Huthaut grundsätzlich Kongorot statt Wasser, da sieht man die Zellwände und Septen einfach am besten.

    FG

    Oehrling

    Bei einem Pilzbestimmungsbuch geht es für mich als Bestimmer letztlich auch nur darum, ob ich mit des Buches Hilfe oft zum befriedigenden Bestimmungsergebnis komme. Ist das der Fall, taugt mir das Buch etwas. Ist das nicht der Fall, taugt mir das Buch nicht viel, ganz egal, wie richtig und hochwissenschaftlich das sein mag, was drinsteht. Im konkreten Fall Pilze der Schweiz kann ich nicht weiter mitreden, da ich das Werk nicht habe, und auch bestimmungstechnisch noch nie vermisst habe.

    FG

    Oehrling

    Hallo Phillip,

    falls du mit "Gammeln" Madenbefall meinst: die Madengänge beim Grauen Wulstling sind von gelbbräunlicher Farbe, wohingegen sie beim Perlpilz deutlich weinrot oder fleischrot sind. Mich wundert nur etwas, dass du die Farben gammliger oder madenbefallener Pilze wissen willst - zum Essen taugen die dann eh nicht mehr.

    FG

    Oehrling

    Hallo Karolin,

    hier noch mal meine Namensvorschläge:

    1) Russula parazurea (Blaugrüner Reiftäubling)

    2) und 3) Marasmius oreades (Nelkenschwindling)

    4) Agrocybe praecox (Voreilender Ackerling)

    5) Pluteus spec. (irgendein Dachpilz, auf die Art möchte ich mich nicht festlegen)

    6) Amanita rubescens (Perlpilz)

    Beim Nelkenschwindling solltest du im Pilzbuch mal nach dem Speisewert schauen, es lohnt sich.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    von Hygrophanität spricht man nur, wenn die Hutoberfläche beim Ausblassen begrenzt verschiedenfarbig wird, also verschiedenfarbige Zonen mit klarer Begrenzung entstehen. Ansonsten nennt man das einfach Ausblassen.

    FG

    Oehrling