Beiträge von Oehrling

    Hallo Maria,

    Lactarius scrobiculatus ist im Farbton eigentlich noch gelber, vor allem am Stiel. Der Stiel kommt auf deinem letzten Foto dagegen ziemlich blass (weiß?) rüber. Ich glaube nicht, dass das nur am trockenen Wetter liegt. L. scrobiculatus ist eigentlich auch nicht so langstielig wie deine Pilze. Ganz typische scrobiculatus sind die, die im moosigen Fichtenwald als kleine leuchtend gelbe Knöpfe aus dem Moos rauskommen und sich dann zu ziemlich kurzstieligen tellerförmigen Schlappen entwickeln. Und selbst wenn sie keine Milch abgeben, sollte ihre Schnittfläche an der Luft nach wenigen Sekunden auffallend zitronengelb werden (letzteres übrigens auch bei L. intermedius oder citriolens). Ich habe eben noch mal im HEILMANN-CLAUSEN et al. nachgeschaut: Milchlinge mit flaumigem Hutrand und grubigem Stiel gibt es wirklich nicht viele, aber wenn es diese Gelbverfärbung nicht gab, wird es echt schwierig, im Buch was passendes zu finden.

    FG

    Oehrling

    Hallo Natalia,

    deine Pilze stammen aus montaner Lage, richtig? Das Habitat sieht aus wie eine Lärchenwiese in Tirol. Bei in der Berghöhe gewachsenen Goldröhrlingen habe ich schon oft festgestellt, dass die ziemlich stark blauen können. Die kann man aber trotzdem essen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Clyde Frog,

    es ist schwierig, über diesen Stiel zu diskutieren, da er erkennbar trockenheitsgeschädigt ist. So hat sich das Rot auf der Außenseite schon in ein indifferentes Ockerbraun verwandelt. Das viel Rot im Stielfleisch haben alle Suillellus, z. B. auch der Netzstielige und der Glattstielige HR.

    FG

    Oehrling

    Hallo Mikromeister,

    sehr gut, dass dir Hexenröhrlinge nicht schmecken, so bleibt für die anderen mehr übrig.^^

    Deine Gar- und Zubereitungstechniken sind vielleicht auch suboptimal und holen aus dem Hexenröhrling nicht das raus, was in ihm geschmacklich drinsteckt. Pilze roh in die Mikrowelle, na ja, was soll man dazu noch groß sagen.

    FG

    Oehrling

    Für eine "reine" Geschmacksprobe braucht es keine Hitze.

    Sondern lediglich die vier wichtigsten Geschmacksvermittler: Fett + Säure + Süße + Salz.

    Im Verhältnis 3 Tropfen Öl (z.B. von der Walnuss), 2 Tropfen Zitrone oder milder Essig, 1 Tropfen Honig und ein Mü Salz anrühren. Und dann auf Deine (wirklich hauchfeinen) Pilzscheiben pinseln. Carpaccio von rohen frischen Steinpilzen, Champignons, Seitlingen, ja, sogar schon von Pfifferlingen gehören zumindest in meiner Küche zum mykokulinarischen Repertoire.

    Nun sollen Hexen ja roh angeblich leicht giftig bzw. schwer verdaulich sein. In größeren Mengen würde auch ich das nicht zwingend ausprobieren. Aber ein paar Scheiben im Bereich von 5-10 Gramm für einen Rohgeschmackstest, dürfte wohl bei keinem ausgewiesenen Speisepilz zu nennenswerten Beschwerden führen.

    Vorsicht Leute, versucht das nicht zu Hause! Rohe Hexenröhrlinge gehen gar nicht, als Pilzsachverständiger muss ich das so klar sagen. Was du persönlich machst, Rübling, ist deine Sache, da möchte ich mit dir nicht rumdiskutieren, aber in die Breite tragen sollte man das nicht.

    Edit: hier wird der Begriff Speisepilz fehlinterpretiert, ein Speisepilz ist einer, der ausreichend gegart (beim Hexenröhrling ca. 15 min. Mindestgarzeit) ohne Beschwerden gegessen werden kann.

    FG

    Oehrling

    Hallo Frank,

    also sehr selten ist der nicht, vielleicht in Hessen, aber nicht in unserer Gegend. Ich habe ihn auch schon öfters zum Essen gesammelt, es ist nach meinem Geschmack einer der guten Reizker. Vielleicht wird er bei der Kartierung nicht immer richtig erkannt.

    FG

    Oehrling

    Liebe Leute, lasst doch dem Marcel seine Meinung. Die tut doch niemandem weh. Jeder von euch kann doch weiterhin seinen Kindern Rosskastanien zum Spielen geben, auch wenn das hier geschrieben wird. Immer diese Rechthaberei...

    Hallo Alexander,

    meine Tipps zu den Pilzen 7 bis 10:

    7) Kiefern-Steinpilz; sieht sehr typisch aus

    8) eine Tricholomopsis-Art; möglicherweise T. decora, aber vielleicht auch was besseres; T. rutilans auf keinen Fall

    9) Igel-Wulstling; deine Fotos sind halt für die Darstellung einer Amanita nicht perfekt, zumindest die Stielknolle muss man bei Amanita immer im Detail aufnehmen, ebenso die Lamellen, damit man sieht, ob sie vielleicht grünlich sind

    10) Stinktäubling (Russula foetens); der Morsetäubling ist violetter im Farbton; "die "Morsezeichen" auf den Lamellenschneiden sind kein Alleinstellungsmerkmal des Morsetäublings, das können andere Stinktäublinge auch haben.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    was sollen die Kenner bei einem rothütigen Täubling, bei dem Geschmack und Sporenpulverfarbe nicht feststehen, ausrichten? Falls der Anfrager guwi den Pilz benannt haben möchte, muss er eine Lamelle kosten (scharf oder mild?) und einen Sporenpulverabwurf nehmen (weiß oder gelb?), damit es überhaupt eine Diskussionsausgangslage gibt. Dann sehr gern.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich schreibe es noch mal: KOH-postiv bedeutet eine definitive Änderung des Farbtons. Beim Kahlen Krempling also z. B. so was wie grün oder blau oder violett, vielleicht auch pink oder magentarot. Aber nur braunrot würde mir nicht langen. Dagegen wäre genau dieses Braunrot auf weißem oder zitronengelbem Kontext positiv, weil sich da echt der Farbton ändert

    Die andere Sache: ich habe mitbekommen, das ihr immerzu euer KOH auf alles mögliche schmiert. Ihr solltet vorher in der Literatur einmal nachlesen, bei welchen Pilzen überhaupt eine KOH-Probe gemacht wird. Nicht dass ihr euer KOH verschwendet und dann nirgends in der Literatur eine Referenz über die bestimmungsrelevanten Reaktionen findet. Dazu ist das KOH eigentlich zu schade.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    das ist ein Kahler Krempling im weiten Sinne. Er hat nirgends Spinnwebfäden, und die Lamellen sind herablaufend statt burggrabenartig.

    Man sieht, dass er KOH-negativ ist - der vorhandene blassbraune Farbton wird durch das KOH lediglich verstärkt/verdunkelt, analog zu deinem Stacheling.

    Schau mal bitte in deine Konversationen, ich habe dir was geschickt.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Sharie hatte ja schon geschrieben, dass ihre Kastanien Rosskastanien waren. Zuehli hat also recht, wenn er schreibt, dass da noch andere Bäume als potenzielle Partner vorhanden gewesen sein müssen. Aber das können wohl alle möglichen mykorrhizabildenden Laubbäume sein. Linde mag der WuBi z. B. auch sehr gern. Bin mal gespannt, wann der erste WuBi unter einem Nadelbaum gefunden wird...

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    ein Netzstieliger Hexenröhrling mit einem ganz kurzen Netz (etwas unterhalb des Stielansatzes als Ringzone sichtbar!), aber diesmal wirklich deutlich rotem Röhrenboden. Der Glattstielige Hexenröhrling hätte einen ziegel- über braun- bis weinroten Hut, der hier ist dagegen olivlich-ledergelb und damit genau der Vorschrift für den Netzi entsprechend.

    FG

    Oehrling

    Hallo Ben,

    ein aktuelles preisgünstiges Pilzbuch, das einen erstaunlich guten und ausführlichen Täublingsteil hat, wäre "Schwammerlsuche in Bayern" von N. GRIESBACHER. Ansonsten wäre auch das Buch "The Genus Russula in Britain" von R. KIBBY noch zu empfehlen, ist halt auf Englisch. Wie auch LAESSOE/PETERSEN, Fungi of Temperate Europe, Band 1, da sind auch sehr viele Täublinge "drin". Werke wie EINHELLINGER, MARXMÜLLER oder SARNARI sind leider vergriffen und nur zu astronomischen Preisen erwerbbar und bringen auch nur in Verbindung mit mikroskopischer Ausstattung etwas.

    FG

    Oehrling

    Die Hutfarbe deutet schon auf ungewöhnliche Netzhexen hin ist aber das ist auch schon das einzige Merkmal. Kein rötlicher Röhrenboden, keinerlei rot an der Stielbasis

    Hallo Jörg,

    auf meinem Monitor ist die Stielbasis außen weinrot, und das nicht nur bei einem Exemplar. Auf deinem Monitor nicht? Und der Röhrenboden wird mit graurosa beschrieben, also irgendwie auch rötlich.

    Ich gönne den Findern dieser Pilze einen außergewöhnlichen Fund, das ganz ohne Frage, aber so richtig überzeugt bin ich anhand der präsentierten Fotos davon noch nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Mischa,

    es gibt von Amanita citrina/mappa auch eine var. alba, die muss Rudi gemeint haben. Amanita citrina hat laut Literatur halt Kartoffelgeruch statt Rettichgeruch, vielleicht wurde der Geruch vom Finder auch nicht richtig registriert, das kommt schnell mal vor. Wenn das Amanita citrina var. alba sein sollte, fehlt auf jeden Fall ein großer Teil der Knolle.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    der Stiel des ursprünglich angefragten Pilzes hat mMn ein Netz und eine weinrote Stielbasis genau wie Suillellus luridus. Auch die Hutfarben finde ich zu Suillellus luridus einigermaßen passend. Das Verfärbungsverhalten entspricht auch dem eines Hexenröhrlings. Wahrscheinlich würde jeder diesen Pilz Suillellus luridus nennen, wenn die Poren rot statt gelb wären.

    Wurde denn überprüft oder diskutiert, ob eine Bataille-Linie bzw. ein roter Röhrenboden vorliegt? Falls ja, könnte es sein, dass es sich um einen Netzstieligen Hexenröhrling handelt, dessen Poren halt nicht rot sind? Z. B. beim Flockie kann so was ja vorkommen.

    Den von Rudi gezeigten Pilz finde ich übrigens vom Erscheinungsbild her von Suillellus luridus wesentlich abweichender als die Anfragepilze.

    FG

    Oehrling