Beiträge von Oehrling

    Hallo,

    Die eosinrote Verfärbung mit SV ist schon ein hartes Kriterium für eine Roseinae. Allerdings gefallen mir für R. velutipes die doch recht gelben Lamellen nicht. Und für R. amara passt die hutfarbe nicht. Hat denn R. pseudointegra eine positive SV-Reaktion?

    Fazit: Es passt hier noch nicht alles zusammen, daher braucht es hier noch die Spp-farbe. Man kann auch noch testen, ob die guajak-reaktion perfekt negativ ist.

    FG

    Oehrling

    Du hast sicher recht. Ich weiß aber noch von einem Kärntner, der immer nach Hornberg fahren musste, wenn er seminarmäßig mikroskopieren wollte.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    Ein derart überaltertes Exemplar kann wahrscheinlich schon mal mild statt bitter schmecken. Auch das blauverhalten ist bei solch einem schlappen nicht mehr verlässlich. Wenn du willst, darfst du selbstverständlich deinen Fund als fechtneri verbuchen, aber mich überzeugen deine Fotos nicht, sorry. Aus welchem Habitat stammt denn der pilz überhaupt?

    FG

    Oehrling

    Hallo digitalpilz,

    Meiner Meinung nach reicht es aus, wenn du mit normalem Menschenverstand und nicht übergierig Pilze sammeln gehst und keine Waschkörbe oder autokofferräume füllst. Und hier im forum keine Fotos von pilzbergen postest so wie manche Leutchen (= selbstbezichtigung!). Ich bin in 50 Jahren pilzesammeln noch nie auf sammelmenge kontrolliert worden.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Vor jahren hatte Peter Kresitschnig (User Habicht) mir erzählt, dass solche seminare nur mitgliedern der ömg offenstehen. Ob das immer noch so ist, weiß ich freilich nicht.

    FG

    Oehrling

    Im Prinzip schon, aber bei täublingen mikroskopiert man in 95 % der Fälle nicht die Lamellen, sondern die huthaut und die abgeworfenen sporen. R. virescens muss man eigentlich gar nicht mikroskopieren, da es keinen anderen pilz gibt, der so aussieht.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Diese Unterscheidung richtet sich an diejenigen pilzbestimmer, die in raustiel- oder filzröhrlingen boleten zu sehen vermeinen. Mit dem Argument, der pilz habe doch ein stielnetz.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    Der verwechslungskandidat zum brätling heisst lactarius ichoratus. Er hat exakt die Farbe eines brätlings, fischelt aber nicht, und es entstehen auch keine braunen Flecken. Eine verwechslung wäre nicht tragisch, denn l. ichoratus ist ungiftig und schmeckt nur etwas herber als der brätling, also etwa so wie ein fichtenreizker. Woher ich das weiß? Nun, ich habe ichoratus auch schon mit dem brätling verwechselt.

    FG

    Oehrling

    Das wäre alles in einer knappen halben Stunde erreichbar. Die Wälder direkt um Philippsburg sind sandige Kiefernforsten, die liefern normalerweise erst Mitte Oktober. Und du würdest von den Rheinschnaken komplett ausgesaugt.


    FG

    Oehrling

    Hallo Hannes,


    die seltene R. anatina (Ententäubling) kann in den Farben von R. vesca daherkommen. Generell ist R. vesca nicht schwer zu erkennen, wenn die Hutfarbe wirklich schinkenrot ist. Und dann die Huthaut auch noch vom Hutrand zurückgezogen ist. Ich muss aber gestehen, dass ich vor vielen Jahren mal auf R. badia hereingefallen bin, die ich mir als vermeintliche R. vesca in die Pfanne gehauen hatte. Nach dem ersten knallescharfen Gäbelchen voll hatte ich freilich gemerkt dass da etwas nicht stimmen konnte.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    auch mein erster Tipp wäre R. integra (Brauner Ledertäubling). Der Hinweis mit der Sporenfarbe ist sehr zielführend. Das ausfallende Sporenpulver müsste kräftig gelb sein. Man schiebt es mit einer Rasierklinge zu einem Häufchen zusammen, bringt es auf einen reinweißen Hintergrund (z. B. Kopierpapier) und drückt das Häufchen mit der Rasierklinge platt.


    Bei der zweiten Kollektion kommt noch etwas anderes in Frage. R. integra ist ein Pilz aus dem mineralreichen, montanen Fichtenwald. Ob diese Habitats-Voraussetzungen auch beim zweiten Fund vorliegen? Das sieht mir eher nach Parkanlage als nach Bergfichtenwald aus, man möge mich gerne korrigieren

    Jedenfalls gibt es ein paar andere Täublinge, die makroskopisch so wie R. integra aussehen können, z. B. die in Parks häufige R. carpini, oder die seltene R. integriformis.


    Den Beweis für R. integra führt man mikroskopisch über inkrustierte Dermatocystiden und die typischen "Integra-Sporen" (groß, subglobos, stachliges und fast isoliertes Ornament)


    FG

    Oehrling

    Hallo Schrumz,


    den vermeintlichen Korkstacheling hättest du mal umdrehen sollen, dann hättest du labyrinthisches Hymenophor festgestellt und den Pilz als Abortiporus biennis bestimmt. Korkstachelinge habe ich auf diesem Friedhof noch nie gesehen, dagegen ist Abortiporus biennis allgegenwärtig.


    Bei der Amanita denke ich an den Igel-Wulstling. Die Basisknolle von A. strobiliformis steckt typischerweise tief in der Erde, so dass man den Pilz gar nicht heil pflücken kann, sondern ihn ausgraben müsste.


    FG

    Oehrling

    Hallo Cornelius,


    so verkopft muss man an die Sache eigentlich nicht rangehen. Auskünfte erfahrener Pilzkundler helfen da schon auch, Stichwort Bottenbach, Stichwort Blutsee, Stichwort Neroberg, Stichwort Hofgarten... Und natürlich die ganzen einschlägig bekannten Friedhöfe und Neidparks. Wenn es dir wirklich darum geht, die ganzen Arten überhaupt erst einmal zu sehen, sollte es dir egal sein, ob es an einem wohlbekannten oder einem bisher unbekannten Fundort geschieht. Fast alle meiner seltenen Röhrlinge habe ich an Orten gesehen, die mir eingeflüstert wurden.


    FG

    Oehrling

    Hallo Sabine,


    ist das das Philippsburg in der Oberrheinebene/Kurpfalz?

    Da wäre der Karlsruher Stadtpark (rund um das Schloss) eine Fahrt wert, ebenso die Wälder um Pfinztal-Wöschbach, SCHWÖBELs altes Täublingsgebiet.

    Ist so mitten im Hochsommer natürlich generell etwas schwierig, aber das momentane Wetter ist ja durchaus pilzfreundlich.


    FG

    Oehrling

    Hallo Hannes,

    dazu würde ich auch R. vesca sagen. Zu der Frage, ob es überhaupt was anderes sein kann: es gibt ca. 150 verschiedene Täublinge in Mitteleuropa, darunter etliche milde rothütige Weißsporer. Ist aber dazu die Hutfarbe so schinkenrot wie hier, ist der Verdacht natürlich sehr groß.

    FG

    Oehrling

    Diese Teile mit den Teufelshörnchen oben dran, das sind die Basidien. An den Hörnchenspitzen reifen die Sporen heran und werden dann irgendwann abgeschleudert. Zystiden sind dagegen grundsätzlich unbehörnt.

    Hallo zusammen,


    man kann auch einfach die reichlich fließende, süßlich schmeckende Milch schlecken. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Irgendwann riecht halt alles fischig, daran darf man sich nicht stören.


    FG

    Oehrling

    Hallo ibex,


    schon makroskopisch hätte ich bei deinem Fund auf R. rhodopus getippt. Der Verwechslungskandidat heisst R. helodes. Er sieht makroskopisch fast genauso aus, steht aber an feuchten Stellen über schwingendem Moorboden, welcher unter deinen Schritten federt. R. rhodopus bevorzugt dagegen trockenere Stellen im Bergfichtenwald. D. h. du müsstest bei deinem Fund eine Entscheidung zwischen R. rhodopus oder der selteneren R. helodes treffen. Worin die mikroskopischen Unterschiede zwischen den beiden bestehen, müsste ich jetzt erstmal nachlesen, aber das lässt sich mit einem guten Standardwerk ermitteln.


    Die kleinen, spitzen, kaum sichtbaren Knubbelchen an den Pileozystiden, das sind die Divertikel. Grösserflächige Ausbuchtungen bezechnet man als Verzweigungen der Pileozystiden.


    FG

    Oehrling

    Hallo,

    er Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass der Grünling in Deutschland durch die Bundesartenschutzverordnung ohne Ausnahmeregelung geschützt ist. Selbst wenn die Sache mit der Giftigkeit nicht wäre, dürfte man den weder selbst sammeln, noch freigeben.

    Ja, das ist formal richtig, da gebe ich dir recht. Kann man erwähnen. Und doch ist es eine der größten Lächerlichkeiten der Artenschutzgesetzgebung, die damit berechtigte Naturschutzanliegen ungewollt diskreditiert. Jeder, der schon zur Pilzzeit in den einschlägigen Sandkiefernwäldern zum Pilzesuchen unterwegs war, weiß, was ich meine. Der Grünling ist dort ein absoluter Massen- und Trivialpilz, den man waschkörbeweise ausgraben und einsammeln könnte, wenn es denn erlaubt wäre. Dagegen ist der ebenfalls dort vorkommende, aber wesentlich seltenere Halsbandritterling komischerweise nicht geschützt. Ebenso nicht der auch seltenere Schwarzfaserige Ritterling. Aber wie schon gesagt - den Grünling wird ein PSV aufgrund der Rechts- und Faktenlage nicht freigeben.


    FG

    Oehrling

    Ich persönlich finde, die Aussagen zu den Tätigkeiten des Pilzberaters, die hier getroffen wurden, sind wesentlich erkenntnisreicher als die ziemlich fruchtlose Diskussion, ob das hier vermutlich ein Reifpilz oder ein Perlpilz (wohl eher nicht) sein könnte. Daher habe ich persönlich kein Problem damit, wohin die Diskussion gelaufen ist.


    Ich selber habe bei mir eine große, große Biotonne, da dürfen die Klienten ihre überalterten Schlappen als Service gerne reintun. Dafür und für die Beratung erhalte ich dann öfters ein materielles Dankeschön.


    Man hat außerdem als PSV das Recht, zu jemandem, der nicht kapieren will, wie eine Pilzberatung funktioniert, zu sagen: ich berate Sie nicht, und tschüss. Und nein, selbstverständlich ist der PSV nicht rechtlich dafür verantwortlich, was ein Klient mit einem gegebenen Rat anfängt.


    FG

    Oehrling