Beiträge von Beorn

    Ahoi!


    Ja, wird noch a weng dauern, bis der einigermaßen ausgereift ist.

    Ich würde ja gegen Meripilus giganteus (wie auch gegen Laetiporus sulphureus) setzen, aber nach dem zuletzt gezeigten Bild von Jürgen wär's kaum ein faires Angebot von meiner Seite.
    Also ich denke, daß wir nächste Woche schon zumindest ein Stückchen rot glänzende, glatte Hutkruste sehen werden. Und noch eine Woche später vermutlich noch mehr davon, aber nicht mehr lange, weil dann auch bald alles mit braunem Sporenpulver eingepudert wird. Aber warten wir's ab, auch das ist ja nur eine Vermutung.


    Der Becherling ist eine der diversen Becherlingsarten aus der Gattung Peziza, da braucht man leider immer ein Mikroskop für die Bestimmung der Art.

    Der hübsche Gelbe Pilz mit dem streifig - pelzigen Stiel ist ein Goldmistpilz (Bolbitius titubans - oder wie auch immer der momentan heißen mag).



    LG; Pablo.

    Servus!


    Der Porling könnte auch ein Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum) sein.
    Leider ist der Fruchtkörper wohl schon recht jung abgestorben und nun am zerfallen, da ist das vermutlich schwer zu bestimmen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Rotfuß!


    Nuja... Riesenporling (Meripilus giganteus)?



    Ganz junge Fruchtkörper sehen dem Schwefelporling schon mal recht ähnlich, sind auch ganz schön weich (in Taschen / Stoffbeuteln gut zermatschbar) und schwärzen halt bei verletzung / Druck nach einiger Zeit.


    Ob aber das Jürgens Pilz sein kann? Unsicher. Abwarten, gucken.



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    Gut, mit arida var suffocata könnte ich mich in der Tat anfreunden. Sieht schon etwas anders aus als die Funde, die ich bisher als arida eingeordnet habe, aber auch anders als das, was ich bisher für puteana halte.


    Aber die beiden gängigen sind ja auch bei mir sehr häufig, da muss ich einfach mal mehr einsammeln und beobachten, um die Grenzbereiche besser zu verstehen, was vor allem die Sporendextrinoidität betrifft.
    Denn gerade mit der habe ich bislang so meine Schwierigkeiten.

    Also Beispiel mal eine makroskopisch aus meiner Sicht typische arida (an Pinus, zusammen mit Serpula himantioides), Fruchtkörper dünn, filzig, nicht ablösbar:





    Und eine - wie ich finde - recht typische puteana, also makroskopisch jedenfalls mit dicken, ablösbaren, knubbeligen und frisch haptisch fast wachsartigen Fruchtkörpern:





    Also - ich habe da jedenfalls noch Schwierigkeiten, da den Unterschied in der Dextrinoidität zu erkennen...



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    Die KOH - Reaktion ist in der Tat komisch... Das ist auch noch so ein Detail, das ich nicht einordnen kann.

    Jedenfalls:

    Du kannst mir gern das Exsikkat mal zusenden.

    Yippieh! g:-)
    Darf ich die kleine Italien - Antrodia und die zwei vermuteten Fibroporias noch dazu tun?
    Und vielleicht noch einen Pilz, den Beli mir zugeschickt hat, der vermutlich Steccherinum robustius ist, und zu dem ich die Tage noch eine Doku hier einstelle?
    Das wären jedenfalls die einzigen, die sich so im letzten jahr bei mir gesammelt haben, und mir unsicher sind.

    Es ist eben schon schwierig, wenn man so vieles noch nicht kennt, da freue ich mich immer, wenn jemand mit mehr Erfahrung noch drüber guckt.



    LG, Pablo.

    Tach!


    Bei so ganz jungen Fruchtkörpern, die noch kaum mehr als ein orangegelber Knubbel sind, kann ich zumindest ohne Kraftaufwand die Ränder zusammendrücken und manchmal sogar zwischen den Fingern zerschmieren. Das ändert sich zwar rasch, und du hast schon recht: Ein Schwefelporling ist kein angewärmter Butter, aber so wie der hier wirkt...


    Allerdings, siehe Gedankengang von Rotfuß.

    So am Rande: Den "schwärzenden Brei" finde ich geschmacklich sogar noch besser als Schwefelporling. Man darf sich nur von der Verfärbung nicht überraschen lassen (und nicht aufs Hemd abfärben lassen, das geht nie wieder raus, wie bei Brätlingen!!!) und sollte ihn nicht zu sehr knautschen.



    LG; Pablo.

    Hallo allerseits!


    Junge Coniophora Fruchtkörper sind - Vieles.
    Hübsch? Anders? Heller? Jung?
    Also - vor allem sind sie kaum sinnvoll einzuordnen. Also zumindest wenn's um die Unterscheidung von Coniophora puteana und Coniophora arida geht... Äh.


    Das hier:









    stammt vom 1.1.2020, aus dem Elsass (France), ungefähr selbe Ecke wie >dieses Conferticium<, aber an einem stark zersetzten Stück Nadelholz.

    Die Haptik im Frischzustand war schon wachsig, und weil der Fruchtkörper nur an wenigen Stellen schon ein paar reife Sporen produzierte, insgesamt so hell, daß ich gar nicht an Coniophora dachte. Kam mir eher so vor, wie Phlebiella vaga - von der Konsistenz her, und wegen den Rhizomorphen und warzigem Hymenophor, Farbe natürlich anders.


    Tjo.
    Dann wurde der Pilz beim Trocknen braun, und beim Blick auf die Sporen war's dann klar. Und damit steht man wieder vor diesem Problem, daß mir die Trennung von Coniophora arida und Coniophora puteana anhand von Sporengrößen und Dextrinoidität irgendwie komisch erscheint - weil beide da stark zu variieren scheinen (vor allem dextrinoidität), und die Farbe sowie Größe der Sporen in KOH auch lustig variiert, vor allem je nach Alter der Fruchtkörper. Kein Wunder, sind ja Boletales. Die Sporen von jungen Netzhexen (nur so als Beispiel) sehen auch ganz anders aus als die von alten, wabbeligen und richtig reifen Fruchtkörpern.


    Tendenziell: Coniophora puteana - wegen der wachsartigen Konsistenz des Hymenophors im Frischzustand und den Warzen?
    Oder geht's da anderen auch wie mir, und ihr lasst es bei so jungen Fruchtkörpern einfach bei "Coniophora spec."?

    Oder gibt es das, was gelegentlich als Coniophora suffocata bzw. als Coniophora arida var. suffocata durch die Literatur geistert, tatsächlich?
    Weil an die anderen Arten aus der Gattung glaube ich hier eigentlich nicht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Frank!


    Danke für deine Einschätzung dazu. :thumbup:
    Dann gibt es dazu auch keine aktuelleren Studien, nehme ich mal an, und es dürfte auch noch nicht geklärt sein, ob nordamerikanische Kollektionen tatsächlich zur gleichen "Art" (oder Arten) gehören, wie die europäischen.

    Generell sind unterschiedliche ökologische Amplituden ja auch ein gutes Merkmal - wenn sich diese Amplituden nicht überschneiden. Um das herauszufinden, bräuchte es aber eben umfangreiche (auch genetische) Studien. Was dann in dem Fall vermutlich ohnehin irgendwann kommt.

    Solange habe ich kein Problem damit, ein cf stehen zu lassen.


    Wenn du dir den angucken willst, sende ich ihn dir aber auch gerne zu. Allerdings ist der echt undankbar zu präparieren - war das bei deinen Conferticiums auch so? Also daß die Strukturen so dicht ineinander verflochten und verklebt sind? Alle anderen Arten aus dem Dunstkreis von Gloeocystidiellum s.l., die ich bisher unterm Mikro hatte, gingen da wesentlich leichter zu betrachten.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Sicher? Ich finde, die sehen sehr komisch aus für junge Schwefelporlinge.
    Zumal:

    Feste Konsistenz.

    Laetiporus sulphureus in dem Entwicklungsstadium wäre ja nahezu cremig.


    Ausschließen würde ich es nicht, aber man sollte da mal abwarten. Die Fruchtkörper sind so extrem jung, da kann auch noch was Anderes draus werden. Und das könnte durchaus interessant sein. Müsste man mal im Abstand von ein paar Tagen weiter beobachten.



    LG, Pablo.

    Salve Tutti!


    Also jetzt geht's um folgenden Pilz, der mir seine Fruchtkörper bei einem Nuejahrsausflug (1.1.2020) im Elsass in den Weg stellte.

    Fundort ist am Ostrand der Vogesen, Hanglage zur Rheinebene hin, auf ca. 450 ~ 500 müNN, bei Gueberschwihr (zwischen Colmar und Mulhouse); an einem stark verwitterten (aber im kernholz immer noch granitharten) Eichenstamm.
    Fruchtkörper frisch fest, aber wachsartig, getrocknet extrem hart aber spröde.
    Mikroskopisch ist der Pilz eine echte Herausforderung: Die extrem dichte Hyphenstruktur ist - egal in welchem Medium - kaum auflösbar, also einzelne Hyphen vor allem im Subhymenium / Kontext gar nicht voneinander zu isolieren. Insgesamt sind die Fruchtkörper aber erkennbar monomitisch. Die Schnallenverhältnisse sind schwer zu beurteilen, an den Basidienbasen sind keine zu sehen, auch in den wenigen, etwass lockerer strukturierten Hyphen des (nur stellenweise undeutlich ausgeprägten) Subikulums fehlen Schnallen.
    Die Hyphen sind stellenweise dextrinoid, sowie cyanophil - ebenso wie (noch stärker und konstanter) die Basidien.
    Die Sporen sind dünnwandig, klein (um 3,5-5 x 2,5-3 µm), amyloid, glatt und variabel cyanophil.

    Stellenweise sieht es so aus, als würden die Basidien mehrere Schichten bilden, wobei die basalen Hyphen halt acuh diese dichte Struktur aus +/- zylindrischen, vertikal arrangierten Zellen bilden, die ungefähr auch die Größe von Basidien haben.
    Im hymenium und Subhymenium finden sich eingebettete Gloeozystiden (manche davon in SV schwach reagierend), die eher klein und unscheinbar sind.

    Das Herbarmaterial reagiert mt KOH5% erstaunlich purpurschwarz - was immer das auch bedeuten mag.


    Ein paar kleine Eindrücke des Fundes:










    Nach langem hin und her bin ich mal bei der Gattung Conferticium gelandet (gehörte früher zu Gloeocystidiellum, ist aber in der Tat wohl recht verschieden davon).

    Die Gattung ist offenbar recht übersichtlich - aber das macht's nicht einfacher. Die wenigen Arten scheinen allesamt jetzt nicht wirklich extrem häufig zu sein, so daß es wenig belastbare Dokumentationen gibt. Sowie anscheinend auch ein wenig taxonomische Unsicherheiten.
    Wenn ich das aus meiner spärlichen Literatur dazu (CoNE, FE12, ein paar Uploads von Studien bei MB; keine frei verfügbaren Fachartikel im WWW gefunden) einigermaßen richtig zusammenreime, sollte es in Europa in der Gattung eigentlich nur eine bzw. zwei glattsporige Arten geben. Wobei das auch strittig zu sein scheint, ob Conferticium ochraceum und Conferticium insidiosum getrennt werden können.
    Wenn man sie trennen müsste, dann wäre das hier wegen dem Substrat (Laubholz) und den kleineren Sporen wohl Conferticium insidiosum, richtig?

    Vorausgesetzt, daß die Gattung überhaupt stimmt. Denn so ein paar Unwägbarkeiten bleiben da noch bestehen. Erstens: Diese Struktur der Fruchtkörper, die man ja zB auch bei Stereum pp. findet, das ist schon das, was als "pseudoparenchymatisch" bezeichnet wird, oder?
    zweitens: Die Sporen dieses Fundes sind schon recht klein. Wobei die Angaben zu den Sporengrößen auch zu schwanken scheinen, was eventuell daran liegen könnte, daß C. ochraceum s.l. auf anderen Kontinenten was Anderes ist als C. ochraceum s.l. in Europa? Annarosa Bernicchia gibt zB für C. insidiosum Sporenlängen bis 6µm an, für C. ochraceum sogar bis 6,5µm.
    Was längeres als 5µm kann ich hier jedenfalls nicht finden.
    Drittens: Repetetive Basidien. Auch das ist halt schwer zu beobachten bei so dicht verklebten Strukturen. Hier und da meine ich schon so was zu erkennen, aber sicher ist das nicht. Können auch übereinanderliegende Basidien sein, die sich nicht durchwachsen.

    Viertens: Warum sind die Basidien und teils auch subhymenialen Hyphen dextrinoid? Dazu finde ich gar keine Anmerkung. Komisch...

    Also Fragen sind offen, und vielleicht liege ich ja auch mit der Einschätzung falsch, wo der Pilz gattungstechnisch hin gehört.
    Weiß da jemand Rat?



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Dazu scheinen die Sporen nicht zu passen. Es gibt zwar einige Galerina - Arten mit annähernd glatten Sporen, aber die hätten dann eine ganz andere Form.

    Die Lamellen bei diesem Fund sind auch tatsächlich rein weiß - bei Galerina aber normalerweise immer irgendwie gefärbt. Zumindest bei den Arten an Moosen und Gräsern, denke ich.
    Tja, schwieriger Fall... Per Mail bekam ich noch den Hinweis auf Pseudoomphalina (danke!), was ich vorher nicht auf dem Schirm hatte, aber nach einigem Recherchieren auch ausschließen musste.


    LG, Pablo.

    Bon Soir!


    Ach, da hatte Christoph sich den artikel auch schon vorgenommen und durchgearbeitet. :thumbup:
    S. futilis und S. cummata hatte ich gedanklich wohl einfach aus dem Arbeitsspeicher geschubst, weil futilis wohl - abgesehen davon, daß die wohl extrem selten ist - schon deutlich größere Sporen haben sollte, und cummata eben an Nadelholz gehört.
    Ich denke, die Autoren haben schon reichlich Material gesichtet und analysiert, und so wie ich das verstanden habe, sind europäische Kollektionen von S. semipileata schon der Sippe zuzuordnen, auch wenn der Typus aus Nordmaerika stammt. Die ist wohl einfach sowohl in Eurasien als auch Nordamerika verbreitet.

    Ich denke, daß aber wohl vor allem herbarmaterial untersucht wurde für die Studie - und in dem Sinne wird auch Otto Miettinen resigniert haben, noch weiteres Material zu untresuchen, von dem er weiß, daß er es morphologisch eh nicht zuordnen kann.
    Aber - und jetzt kommt meine vielleicht abstruse Idee: Kann ja sein, daß beim Frischmaterial was möglich ist?
    Mal so rum betrachtet: Herbarmaterial von Ritterlingen oder Phlegmacien ist in den meisten Fällen auch nicht morphologisch bestimmbar. Frischmaterial geht aber ganz gut.
    Möglicherweise lässt sich ja auch hier was entdecken - diese Tröpfchen sind mir ja wie erwähnt zB aufgefallen. Die wären im Herbarmaterial eben weg, und vermutlich auch schon im späteren Entwicklungsstadium der Fruchtkörper. Reine Phantasie jetzt, aber das wäre so ein Beispiel, wo vielelicht ncoh was drinstecken könnte. S. nemoralis jung mit roten bis bernsteinfarbenen Tröpfchen, S. semipileata mit weißen... Oder sowas.


    Persönlich finde ich das schon richtig, solche Studien zu veröffentlichen. Auch wenn das Ergebnis erstmal unbefriedigend aussieht. Aber immerhin weiß man dann mal: Genetisch muss man damit rechnen, daß es da mehrere Arten gibt. Also bitte ienfach mal beobachten und dokumentieren, und gucken, was man da so in Zukunft noch rausfinden kann. Ansonsten muss man es halt so machen, daß man ein "agg" oder "cf" dran baut.



    LG; Pablo.

    Hallo in die Runde!


    Folgender Fund stamm vom 15.12.2019 (nach starken Regenfällen) von einer Flugsanddüne bei Mannheim, also von einer nährstoffarmen Sandtrockenrasengesellschaft, vergesellschaftet an der Stelle zB mit Tulostoma brumale, Tulostoma melanocyclum und Hygrocybe cf conicoides...

    Eingesammelt hatte ich den eigentlich nur, um für die dortige Kartierung noch fix Gamundia striatula aufschreiben zu können.
    Weil so wirkte der erstmal makroskopisch auf mich. Unterm Mikro hat er dann aber Ärger gemacht.


    Also die Pilzchen sind recht klein (Hutdurchmesser bis 2cm), das sporenpulver ist im (sehr spärlichen) Abwurf blass graubraun, ein richtiger Rosaton kaum erkennbar.
    Huthaut ist nicht abziehbar; Geruch unbedeutend; Stiel makroskopisch (Lupe) fein bereift.

    Die Sporen sind dickwandig, inamyloid, in BWB und Kongo erscheint die Sporenwand vereinzelt ganz schwach unregelmäßig rauh, wie mit einzelnen, winzigen Warzen besetzt.
    Pleuros fehlen, Cheilos siehe Bilder, null gloeophere Hyphen oder Gloeozystiden; alle Septen ohne Schnallen.






    Nach einigem Hin und Her und Theater habe ich mich mit mir auf die Gattung Rhodocybe verständigt, und da geht dann im Grunde nur noch Rhodocybe hirneola - die MIkromerkmale passen auch ganz gut, wenn ich das richtig verstehe, aber makroskopisch ?!?
    Ich meine, die Literatur und Abbildungen, die ich zu der Art dingfest machen kann, sind ohnehin reichlich spärlich, aber was mir da von plausiblen Quellen als Rhodocybe hirneola verkauft wird, sieht makroskopisch schon meistens etwas anders aus. oder mag es daran liegen, daß diese Kollektion einfach stark verregnet ist?

    Frage also: Kennt jemand von euch Rhodocybe hirneola, oder hatte sowas hier schon mal in der Hand?
    Oder wüsste ein wirklich gutes Stückchen Literatur, wo man noch weiter vergleichen könnte (FN, Gröger, Ludwig, also das Gängige habe ich schon durch)?



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    2018 erschien eine Arbeit von Aku Korhonen et Al. in Mycokeys mit dem Titel "Cryptic species diversity in polypores: the Skeletocutis nivea species complex".

    Man ahnt es schon bei der Überschrift: Wieder eine Art weniger, die man bisher als leicht zu bestimmen glaubte, die nun aber in ein Durcheinander von morphologisch kaum zuordenbaren genetischen Sippen zerplatzt ist.
    Nun, man kann das bejammern, aber so ist das eben in der Forschung: Nicht jede Erkenntnis ist unbedingt bequem.
    Was die effus-reflexen bis pileaten Aufsammlungen aus der Gruppe betrifft: So schlimm ist das gar nicht. Zunächst mal ganz praktisch: Skeletocutis nivea s.str. kommt wohl in europa ar nicht vor.
    Damit wären die hütchenbildenden, europäischen Arten mit winzigen Sporen nur noch zweie, nämlich Skeletocutis semipileata und Skeletocutis nemoralis.
    Die beiden sind morphologisch nach der zitierten Arbeit tatsächlich nicht wirklich trennbar. Minimale, quantitative Unterschiede in Porengröße und Sporengröße lassen meiner Ansicht nach keine sichere Trennung zu - und nach Ansicht der Autoren wohl auch nicht.
    Tendenziell wären die Verbreitungsschwerpunkte wohl ein wenig anders, und Skeletocutis semipileata soll wohl eher an dünneren Ästen und Skeletocutis nemoralis eher an dickem Substrat (Stämme, Stümpfe) vorkommen.

    Skeletocutis nemoralis wäre die Art mit etwas süddlicherer Verbreitungstendenz, also nicht so weit nach Nordosten vorrückend wie Skeletocutis semipileata.

    Ich kann es selbst natürlich nicht sicher erkennen, würde folgende, durchaus hübsche Kollektion aber angesichts der ökologischen Umstände (fetter, liegender Ahornstamm in einem thermophilen Auwald) aber einfach mal als Skeletocutis nemoralis vorstellen:







    Eine ziemlich junge Kollektion wohl, und sehr schick fand ich die roten bis bernsteinfarbenen Guttationstropfen, zu denen ich übrigens auch keine Literaturhinweise finde.

    Jung heißt hier leider auch: Kaum Sporen zu finden, zudem ist es ohnehin eine Pein, solche Winzspörchen zu fotografieren - bzw. es ist kaum wirklcih möglich.


    Eine andere Möglichkeit als das Substrat, um Skeletocutis nemoralis und Skeletocutis semipileata zu trennen, wüsste ich momentan nicht.
    Aber ich halte mal Ausschau nach weiteren Kollektionen, vielleicht findet sich noch hier und da was Interessantes...



    LG; Pablo.

    Hallo, Peter!


    Ich finde die oft an Pappeln, Weiden und Eschen, aber grundsätzlich können die wohl so ziemlcih jedes Laubholz besiedeln.
    Es gibt ein paar entfernt ähnliche Arten in Mitteleuropa (zB. Polyporus melanopus, Polyporus tubaeformis), die ich hier bei deinem Fund aber ausschließen würde.

    Meiner Ansicht nach liegst du jedenfalls richtig.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Die Stielbekleidung beim ersten finde ich ungewöhnlich für Pholiota alnicola. So derb sparrig abstehend habe ich das bei der Art bisher noch nie gesehen - aber was Besseres fällt mir momentan nicht ein.


    PS.: Pholiota limonella kann wohl auch an Rotbuche vorkommen (wenns, auch wohl selten passiert), und der komisch kegelig gebuckelte Hut sowie das eher einzelne Wachstum sind hier schon nicht ganz so wie bei den meisten Funden von Pholiota adiposa, die ich sonst in der Hand hatte - muss aber nichts sagen. ich denke mittlerweile, die beiden sind wirklch nur mikroskopisch sicher trennbar.

    "Pholiota aurivella" wäre nach der Monografie von Jan Holec ein unklares Taxon, und wird von ihm darum auch nicht verwendet. "Pholiota aurivella" ist in aller Regel entweder Pholiota adiposa oder eben Pholiota limonella.



    Lg; Pablo.

    Hallo, Kröti!


    Bei den Morcheln solltest du mal noch einen Längsschnitt machen, damit sich erkennen lässt, wo der Übergang vom Hut zum Stiel liegt. Ich denke aber, daß das Käppchenmorcheln (Morchella semilibera agg.) sind. Die vielen kleinen am Baumstamm sollten nach Hallenbad gerochen haben, dann wären es Gelbstilige Nitrathelmlinge (Mycena renati), und der Dachpilz ist auf jeden Fall eine der Arten aus der Rehbraunen Gruppe (Pluteus cervinus agg.).



    LG, Pablo.

    Tach allerseits!


    Die ersten beiden (Fundstelle 1 = Bilder 1 & 2, Fundstelle 2 = Bilder 3 & 4, Fundstelle 3 = letztes Bild; richtig?) sehen für mich schon eher wie Faserlinge als wie Düngerlinge (auch Panaeolina) aus. Die wirken so verletzlich, dünn, leicht... Sehr schwer zu beschreiben, weil es leuter Winzigkeiten sind, die den Gedanken eher zu Psathyrella ziehen lassen. So wie das Aussehen der Hutränder, der Verlauf der Lamellenschneide zum Stiel hin, die Stieloberfläche an der Stielspitze. Wois net, ist irgednwie komisch, wie sich dieses "Gefühl" zusammensetzt. Psathyrella wäre natürlich dann die Endstation. Die könnte dann auch mikroskopisch mit Herbarmaterial kaum noch zu knacken sein.

    Beim letzten bin ich unschlüssig. So wie die Huthaut da aufgerissen und verwittert ist, kann's im grunde keine Psathyrella sein.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Noch drei Kollektiönchen, würde ich allesamt mal als "Tulostoma fimbriatum s.l." bezeichnen - wobei winterhoffii natürlich nicht eingeschlossen ist, der ist hier wieder nicht dabei.





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    LG; Pablo.

    Hallo, Bernhard!


    Ist ja auch kein Schüppling, sondern ein Glockenschüppling. Pholiotina hat mit Pholiota nicht besonders viel zu tun. Pholiotina ist am nächsten mit den Samthäubchen (Conocybe) verwand...

    ...und kleine Anekdote am Rande: Pholiotina teneroides (Zweisporiger Glockenschüppling) ist eine der Arten (nicht die einzige) die makroskopisch identisch aussieht. Den einzigen Fund von Pholiota teneroides hatte ich im Januar. Auf Erscheinungszeiten sollte man nicht allzu viel geben, jedenfalls nicht für Bestimmungen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Schaugst:



    Die können schon recht fette Flatschen bilden.
    und es ist ja so, daß bis vor ein paar Jahren alle scheibenförmigen Gyromitras an Nadelholz einfach als "Gyromitra ancilis" bezeichnet wurden. Weil man es einfach nicht anders wusste.
    Kann man nach wie vor immerr noch so machen, und einfach ein "s.l." hinten an den namen hängen, dann passt das auch.



    LG; Pablo.