Beiträge von Beorn

    Hi.


    Die müsste aber zu finden sein, wenn du so ein wenig nach Süden fährst und doch im Maintal oder Rheintal auf die Suche machst.

    Am Oberrhein entlang ist die immer wieder mal zu finden. Auch nicht gerade häufig, aber auch nicht wirklich selten dort.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Wenn sich zwei einkernige Zellen (bzw. Hyphen. also mehrere Zellen eines Primärmycels) der selben "Art" treffen, verschmelzen zwar die Zellen (Plasma, Zellorganellen), aber nicht die Zellkerne.

    Das ist ein entscheidender Unterschied von Pilzen gegenüber Pflanzen und Tieren.

    Der Pilz lebt dann weiter als zweikerniges Mycel. Die Erbgutverschmelzung bzw. der eigentliche "Sexualakt" findet erst in den Fruchtkörpern statt, die das zweikernige ("geschlechtsreife") Mycel bildet, also erst im Zuge der Bildung der geschlechtlichen Sporen.
    Wenn du also ein Mycel von Pleurotus ostreatus klonst, das zuvor schon mal Fruchtkörper produziert hast, dürfte das bereits ein zweikerniges Mycel sein, kann also immer wieder Fruchtkörper bilden. Auch alle Klone davon. :gzwinkern:

    Ob einkernige Mycelien auch ein Konidienstadium bilden können, weiß ich nicht - Klonen kann man aber auch einkernige Mycelien, nehme ich an. Bringt nur nicht allzu viel, bzw. ist das unsicher, ob die dann Fruchtkörper bilden können.
    Es gibt aber wie bei der Vermehrung von Tieren und Pflanzen auch im Pilzreich ungefähr 9x1099999999999 Sonderfälle und Ausnahmen, wo dieses und jenes dann hier und da doch geht oder anders funktioniert - aber für's grundsätzliche Verständnis ist das eher unwichtig, denke ich.



    LG; Pablo.

    Hallo, Annerose!

    Schizopora passt da auf jeden Fall, makro- wie mikroskopisch.

    Tendenziell würed ich das eher für Schizopora radula halten, jedenfals vom makroskopischen Eindruck her und wegen den zahlreichen kopfigen Elementen (die bei paradoxa eher selten sind nach meinen Erfahrungen). Solche spindeligen Zystidiolen (manchmal auch mit Hälschen, selten mit Kristallschopf) kommen bei radula vor, noch häufiger aber bei Schizopora flavipora (scheidet hier wegen Porengröße und -Form schon aus), bei paradoxa sind die auch etwas seltener.

    Sicherheit geben die Subikulumyphen direkt am Substrat: Die sind bei Schizopora paradoxa quasi ohne Lumen (zumindest ohne durchgehendes Lumen, bei radula und flavipora aber nicht voll, sondern immer mit Lumen (außer mal an den Enden).



    Lg; pablo.

    Hallo, Harald!


    Dann mal Glückwunsch zu dem Fund. :thumbup:

    Ist mir bisher noch nicht gelungen, ich habe nur mal einen aus Österreich zugeschickt bekommen - und die sahen makroskopisch wirklich sehr ähnlich aus wie dein Fund.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Das Thema ist mir wohl durchgerutscht?!?

    OK, zu Nr. 1 hab' ich noch einen Vorschlag: Für mich sieht das sehr nach Ischnoderma benzoinum (Gebänderter Harzporling) aus. Phellinus pini müsste doch größere Poren haben und insgesamt dickere Fruchtkörper bilden?

    Nr. 2 sieht verwegen aus. Sind die Fruchtkörper eher weich - wachsartig oder weich - gazeartig oder eher fest - hornartig? Eine vernünftige Makroidee dazu habe ich aber leider nicht. :(

    Tremella encephala ist ja inzwischen klar; soweit ich weiß, parasitiert die Art tatsächlich ausschließlich Stereum sanguinolentum. Und wird darum auch nur an den Substraten gefunden, an denen dieser Wirt eben auch vorkommt.

    Nr. 7 fällt mir auch nix Anderes ein, als was Frank vorschlägt - mit der ebensolchen einschränkung, daß sich makroskopisch einige andere Porlinge (zB aus den Gattungen Antrodiella und Skeletocutis) nicht sicher ausschließen lassen.

    Nr. 9 würde ich für Phellinus pomaceus halten - ob an solchem Substrat noch andere Arten mit dem Aussehen vorkommen können, weiß ich aber nicht. Feuerschwämme sind ja nicht so mein Lieblingsgebiet.



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!


    Famos, danke für die Info! :thumbup:

    Ergibt irgendwie Sinn, weil die meisten Arten in der Gattung (iwS) mal abgesehen von Oxyporus populinus (der ja im grunde woanders hin gehört) so ausgeprägte Hütchen gar nicht bilden können.



    LG; Pablo.

    Hallo, Harald!


    Je nach Literatur wird "Oxyporus ravidus" auch zu Oxyporus corticola gestellt, bzw. als pileat wachsende Form davon verstanden.

    Darum ist zu "ravidus" nicht überall auf den ersten Blick etwas zu finden (dort dann aber in ordentlicher Porlingsliteratur zumindest als Bemerkung unter Oxyporus corticola zu finden).

    Wie das momentan aussieht, ob es da genetische Studien gibt, die eine Vereinigung der beiden Taxa nahelegen oder ausschließen, das weiß ich allerdings so aus dem Kopf gerade nicht... :gkopfkratz:



    LG, Pablo.

    Servus!


    Genau, so wie die Frage aktuell formuliert ist (Danke, Josef!) sollte es echt eindeutig sein, was gemeint ist.

    Die Frage nach "Pilzen nur mit erkennbaren Resten einer Teilhülle" dürfte zB auf Galerina marginata agg. abzielen, wo halt nur der Ring da ist, aber nie erkennbares Velum auf der Huthaut und an der Stielbasis.


    Daß auch da der Ring grundsätzlich aus mehreren Vela zusammengesetzt ist, ist zwar schön zu wissen, aber für das Erkennen der entsprechenden Arten eher unwichtig.



    LG; Pablo.

    Moin, Wastl!


    Oh, daß die sich unterscheiden, da hast du sicher recht!

    Auch wenn's nach wie vor eine einzige Art ist (Zuchtformen und Wildformen sind ja nach wie vor regelmäßig kreuzbar), ist das halt sehr variabel, und Geschmack hat immer auch was damit zu tun, wie und auf was die gezüchtet werden, dann Lagerung, Transport, verpackung und so weiter, das macht sich schon bemerkbar.

    Ich mag schöne, knackige "Wildaustern" auch lieber als die meisten Angebote aus Geschäften.

    Aber wenn du einen Zuchtbetrieb direkt vor Ort hättest, und da direkt einkaufen kannst, dann stimmt immerhin die Frische.



    LG; Pablo.

    Hallo, Wastl!


    Ich halte deine Einschätzung zu allen deinen Funden für richtig. :thumbup:

    Bei Austernseitlingen gibt es keine "Nadelwaldart", aber der ganz normale Austernseitling (Pleurotus ostreatus) kann auch Nadelholz besiedeln, und tut das gebietsweise sogar recht regelmäßig. Der ist sozusagen ein "Allesfresser", was auch einer der Gründe sein dürfte, warum das so ein beliebter Zuchtpilz ist (kann man quasi auf jedem beliebigen Substrat ziehen).



    Lg; Pablo.

    Hallo, Schorsch!


    Die Länge der Röhren ist bei beiden Arten in erster Linie abhängig vom Alter der Fruchtkörper. Bei ausgewachsenen Fruchtkörpern von Tyromyces chioneus können die Röhren genauso lang sein wie bei ausgewachsenen Fruchtkörpern von Postia tephroleuca. Ist halt wieder mal die Sache mit den "namensgebenden Merkmalen", die halt dazu dienen, einem Pilz einen Namen zu geben, aber eben keine Beschreibung sind, und darum eher nicht dazu taugen, einen Pilz anhand des Namens zu bestimmen. :gzwinkern:



    LG; Pablo.

    Hallo, Harald!

    Das sieht makroskopisch allerdings eher aus wie Oxyporus ravidus, finde ich. :gzwinkern:


    Antrodia kuzyana bildet dickere, fleischigere Fruchtkörper. Aber reinlinsen würde ich da auf jeden Fall immer, egal ob die so aussehen wie der Fund von lyd oder der deine. Man erlebt immer wieder Überraschungen dabei.



    LG; Pablo.

    Hallo, Martin!


    Die anamorphen Stadien der Kernpilze sind unheimlich vielfältig und formenreich.

    Alleine schon bei den Kohlenbeeren gibt es ganz unterschiedliche Nebenfruchtformen, und dein Fund muss ja keine Kohlenbeere sein. Optisch wäre eher eine Ähnlichkeit zur Nebenfruchtform von Kretzschmaria deusta (Brandkrustenpilz) erkennbar - wobei es die natürlich nicht ist, sieht ja nochmal etwas anders aus.


    Da könnte man aber reinlinsen, das würde zumindest Hinweise geben, ob's eine Nebenfruchtform oder das Initialstadium irgendwelcher sexueller Fruchtkörper wäre.

    Auf Bild 6 würde ich jedenfalls auch die kleinen Frühstadien der Fruchtkörper von Bjerkandera erkennen. :thumbup:



    Lg; Pablo.

    Servus!


    Bemerkenswert schönes Gepilz! :thumbup:

    Auch sicher trivial, aber hübsch.

    Kann man damit Kartoffeln reiben?

    Vielleicht, wenn die Kartoffeln gut weich gekocht sind?
    Sieht jedenfalls schon aus wie BAsidioradulum radula (Reibeisenpilz), wobei diese Zähnchenkrusten außerordentlich vielfältig und verworren sind.



    LG; Pablo.

    Salve zusammen!


    Wäre es nicht in vielerlei Hinsicht das Einfachste, für solche Prüfungsfragen zwischen wissenschaftlicher Velumsystematik und "optischer" Velumausprägung zu unterscheiden?
    Weil im Grunde geht's ja darum, die optisch erkennbaren Velumstrukturen erkennen und einordnen zu können (Ringstruktur ja / nein; Schleier vorhanden, Hüllreste an Stielbasis und Hut usw.). Für dieses Unterscheidungsdetail zB zwischen einem Scheidenstreifling und einem Grünen oder Kegelhütigen Knolli muss man nicht wissen, daß der Knolliring auch teilweise (unterseitenteilweise) aus Universalvelum aufgebaut ist, und bei einem Scheidenstreifling im oberen Stielteil mikroskopisch auch Zellen nachweisbar sein können, die zu einem im Primordialstadium vorhandenen Teilvelum gehören. :gzwinkern:


    Die einleitende Frage könnte man dann folgendermaßen formulieren:
    "Nennen Sie jeweils eine Pilzart mit makroskopisch erkennbarer Gesamthülle, nur Teilhülle, mit Gesamt- und Teilhülle sowie ohne optisch erkennbare Hüllen."

    Dann wäre das wissenschaftlich einigermaßen korrekt und die Frage behält ihren ursprünglichen Sinn und Zweck.



    LG; Pablo.

    Hallo, Annerose!


    Wenn der Vorschlag von Andreas zutrifft, dann kannst du das leicht überprüfen: Ein Präparat in Wasser anfertigen, Stelle mit reichlich Skeletthyphen (bzw. den dickwandigen, unseptierten Hyphen) raussuchen, anschließend unterm Deckgläschen KOH einfließen lassen (klappt sogar mit 3-5% nur durch Einfließenlassen!!!). Wenn's Cinereomyces ist, kannst du direkt durch die Linsen beobachten, wie die dickwandigen Hyphen erst massiv aufquellen, und sich dann rasch auflösen. Sieht famos aus, und ich kenne keinen anderen PIlz, der das in der Form macht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Schorsch!


    Deine Überlegung geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

    Von den unterschiedlichen taxonomischen Handhabungen in der Literatur musst du dich nicht irritieren lassen:
    "Postia" als Gattung ist inzwischen ziemlich reduziert; Tyromyces und Postia / Oligoporus wurden nicht immer konsequent getrennt (wobei Tyromyces = Braunfäule, Postia s.l. = Weißfäule... oder umgekehrt?); und Postia lactea mit Postia tephroleuca gleichzusetzen ist.


    Dein Fund kann schon ganz gut Postia tephroleuca / lactea sein, wobei der klassische Doppelgänger der Art Tyromyces chioneus ist. Makroskopisch sind die beiden quasi nicht unterscheidbar, und mikroskopisch ist es auch nicht einfach, weil die Sporen sehr ähnlich sind (minimal schmaler bei P. lactea), ebenso wie das Hymenium... Tyromyces chioneus bildet allerdings echte Skeletthyphen im Kontext (dimitisch), P. lactea ist konstant monomitisch, also auch die dickwandigen Hyphen immer irgendwo septiert (mit Schnallen).



    LG; Pablo.

    Hallo, Martin!


    Ich finde eher nicht, daß das nach dem Initialstadium der Fruchtkörper von Bjerkandera adusta aussieht.

    Eher erinnert mich das an Anamorphen, zB von diversen Kohlenbeeren und anderen Pyrenomyceten, die sich gerne mal so oder so ähnlich verhalten.

    Grauschwarz bis schwarz überzogenes Totholz kann viele verschiedene Ursachen haben. Vielleicht kann Mycel von Bjerkandera auch so einen Effekt haben, das weiß ich nicht, und kenne auch keine Literaturangaben dazu. Bewusst wahrgenommen habe ich das bei dem Pilz aber noch nicht.

    Viele andere Pilze (vor allem etliche Pyrenos) können sowas aber hervorrufen, dann natürlich Feuer ( :gzwinkern: ) und vermutlich auch diverse Bakterien und / oder Bakterien-Pilz-Kombinationen.

    Soll meinen: Von der Oberflächenfarbe des Substrates auf einen bestimmten Pilz zu schließen, funktioniert nicht. Bzw. nur (mit einschränkungen) in wenigen Fällen (zB das spezielle Grün von Holz mit Chlorociboria dran).



    LG; Pablo.

    Servus Bernd!


    4) dürfte nicht Phellinus pomaceus sein, sondern Phellinus alni (der geht auch an so allerhand verschiedene Laubhölzer, gerne auch an Prunus spec.).

    Phellinus pomaceus hätte eine andere, knubbeligere Wuchsform, der bildet nicht solche schönen, ausladenden Konsolen.

    Ansonsten halte ich ich bei den Phellinüssen lieber bedeckt, das ist ein recht weites und sehr komplexes Feld.

    Bei 5) würde ich eher eine andere Antrodia (s.l.) vermuten, Antrodia xantha verwittert nach meiner Erfahrung etwas anders (weil bröckelig / krümelig in der Konsistenz).

    Der Reibeisenpilz (8) steht meiner Ansicht nach unter erhöhtem Schizopora-paradoxa-Verdacht!



    Lg; pablo.

    Salve!


    In der Tat.

    Beim zweiten Bild habe ich nämlich schon den Verdacht, daß da Poren unten drunter sind.
    Die anderen könnten - sofern die Unterseite dazu passt!!! - allesamt Stereum hirsutum (striegeliger Schichtpilz) sein.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Bei der Koralle würde ich eher zu einer der mykorrhizabildenden Atren tendieren - also nicht die Arten um Ramaria stricta. Die Astenden wären da anders geformt. Eine Bestimmung ohne ein paar mikroskopische Eckdaten dürfte allerdings aussichtslos sein. Korallen (Ramaria) sind komplex, da gibt es auch kaum mehr als ein bis zwei handvoll Leute im Land, die in der Lage sind, mehr als drei oder vier Arten sicher makroskopisch zu erkennen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Annerose!


    Da auch die sickwandigen Hyphen septiert zu sein scheinen (also keine echten Skeletthyphen?) könnte das zu Oligoporus / Postia s.l. gehören.

    Um es genauer einzugrenzen (bzw. die These zu bestätigen oder zu verwerfen) wird man aber schon noch ein paar Sporen brauchen - und auch nach Zystiden suchen, die sind bei Oligoporus s.l. wichtig, um in die entsprechende Sektion / Gattung zu kommen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Ist das nicht eine Eiche?
    Inonotus radiatus an Eiche wäre schon extfrem ausgefallen (wohl aber nicht unmöglich).

    Eine Option könnte noch zB Inonotus cuticularis (Flacher Schillerporling) sein, dessen Lieblingssubstrat wäre allerdings Rotbuche - immerhin nicht ganz so weit entfernt von Eiche wie Erle (systematisch).

    Bei so stark verwitterten Fruchtkörperüberresten ist es alelrdings schon oft ein Ding der Unmöglichkeit, die noch irgendwie einer Art zuzuordnen.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Tja, was soll man da sagen: Danke, Norbert!

    Auch wenn's bei mir in diesem Jahr nicht reingepasst hat, als Rätselmeister hast du dir alle Anerkennung verdient.
    Aber da das nicht alles ist, und viel mehr im Leben von größerer Bedeutung ist: Bleib gesund, lass dich vom Leben entspannt durchs Jahr tragen und nimm das mit, was für dich das Schönste ist (gerne auch Pilze). :)




    LG, Pablo.