Beiträge von Beorn

    Servus!


    Das Duplikat dieses Themas ohne Antworten habe ich mal gelöscht.

    Dafür aber dennoch: Herzlich willkommen nach Downunder!

    Was mich interessieren würde: Welche europäischen Pilze kommen denn in Australien vor?
    Einige Arten sind ja global verbreitet, viele andere aber sehr regional. Also ein Großteil der europäischen Artenvielfalt fehlt in Australien - und umgekehrt.


    Das mit dem Grünling möchte ich doch noch mal ein wenig relativieren:
    Der ist ebenso tödlich giftig wie zB Salz, Leitungswasser oder Milch. Es ist abhängig von der Menge. In den Fällen, wo es zu dokumentierten vergiftungen kam (darunter auch einige mit Todesfolge!) wurden Grünlinge in unglaublichen Massen verzehrt. Soll heißen über mehrere Tage hinweg jeden Tag Mengen von 1000 Gramm und mehr.
    Wenn ich mir vorstelle, ein Kilo Grünlinge essen zu müssen, und das mehrere Tage lang, werde ich nur vom Gedanken ganz grün im Gesicht...

    ...obwohl der in normalen Mengen einer meiner absoluten Lieblings - Speisepilze ist, aber Abwechslung muss doch sein.

    Also knapp zusammengefasst: In geringen Mengen verzehrt und in nur wenigen, lang auseinanderliegenden Mahlzeiten im Jahr sind Grünlinge (Tricholoma equestre) nicht gefährlicher als Wiesenchampis oder Steinpilze.
    Aus meiner Sicht jedenfalls (bei normalem Konsum) viel weniger bedenklich als Nebelkappen (Clitocybe nebularis) oder gar Kahle Kremplinge (Paxillus involutus s.l.).



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Der bemooste Stamm auf dem zuletzt gezeigten Bild ist definitiv Nadelholz, sehr wahrscheinlich Fichte.

    Den Becherling würde ich am ehesten für eine der Scheibenlorcheln halten. An Nadelholz mit hoher Wahrscheinlichkeit eben Gyromitra ancilis (Scheibenlorchel), aber sicher wird das erst mittels mikroskopisch reinlinsen. Wobei man bei diesem fruchtkörper sogar sehr gute Aussichten auf eine Bestimmung hat, denn der ist auf jeden Fall reif. g:-)
    Warum dieses scheusliche "wahrscheinlich" und "unsicher" wieder?
    Also auf die Gefahr hin, gleich ein vielfaches entnervtes Aufstöhnen durch den Äther wahrzunehmen, aber >so sieht's nach einigermaßen aktuellem Stand aus<.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Immerhin, das sind schon mal eine ganze Reihe Pilze. Mehr, als ich mir in den letzten wochen angucken konnte. :thumbup:

    Der Nabeling (erster Pilz) ist was richtig Tolles. Deine Idee (Lichenomphalina umbillifera) halte ich auch für plausibel, aber das wäre natürlich wunderbar, wenn das jemand noch absichern könnte.

    Die Peziza würde ich nicht für vesiculosa halten. Peziza vesiculosa wächst eher rasig, viele Fruchtkörper dicht gedrängt, und vor allem auf mit Dung durchsetztem Stroh. Die Kollektionen, die mir bisher begegnet sind, waren immer so im Bereich von Reitwegen oder Reithöfen, wo altes Stroh aus den Ställen (durchsetzt mit Pferdemist) abgelagert wurde.

    Dein Fund dürfte was Anderes sein. Problem nur: Es gibt haufenweise Arten in der Gattung, deren Fruchtkörper jung eben so aussehen.
    Ich fürchte, da müsste man mikroskopieren, und hätte auch dann nur Chancen, wenn man einen einigermaßen eifen Fruchtkörper erwischt.

    Der schwarze Belag an dem dürren Fichtenstämmchen: Könnte auch gut eine Exidia sein. Sowohl Exidia nigricans als auch Exidia pithya besiedeln solches Nadelholz - und wenn die Fruchtkörper eintrocknen, bleibt bei beiden nicht mehr als so ein dünner Belag übrig.

    Der letzte Pilz (nach den Schmetterlingstrameten): Hat ja keine Poren, wenn ich das richtig sehe? Also auch keine Tramete. Was ich mir da gut vorstellen könnte: vertrocknete und darum auch ganz entfärbte Fruchtkörper vom Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum).



    LG; Pablo.

    Moin, Leute!


    Kann man da noch mehr von sehen? Also Ansichten auch von unten, Stieloberfläche, Schnittbild, Standortaufnahmen?
    Ist doch interessant, wenn die Jahr für Jahr an eben dem Fundort so aussehen. Da steckt sciherlich mehr dahinter, als ein schnöder schimmelbefall. Leider lässt sich nur nach dem einen Bild nichts wirklich Zielführendes erkennen. Könnte man aber auch zurückstellen und mal gucken, wie die Fruchtkörper in diesem Jahr dort aussehen, wenn's eben nur das eine Bild gibt.



    LG, Pablo.

    Servus!


    Ob das auch Kröten betrifft: vermutlich schon, ja.
    Seit einiger Zeit ist bekannt, daß weltweit ganze Amphibienbestände dezimiert und teils komplett aussterben. Das betrifft diverse Amphibiengattungen und -arten.
    In letzter Konsequenz ist dafür ein Pilz (oder vielmehr eine ganze Gattung?) verantwortlich: >Batrachochytrium<.
    Selbstverständlich ist die rasante Ausbreitung dieser Pilze und das damit verbundene massenhafte Amphibiensterben aber nur die Folge, nicht die Ursache eines viel grundlegenderen Problems, das vor allem durch den Rückgang der Artenvielfalt und damiat einhergehend durch weltweite, verheerende Biotopvernichtungen entstanden ist.
    Also durch eine Störung von einem natürlichen Gleichgewicht, wodurch die massenhafte Ausbreitung einer einzelnen Species überhaupt erst vollzogen werden kann. Verminderter Konkurrenzdruck und grundsätzlich gestresste Amphibienbestände (eben durch Rückgang von Artenvielfalt in Kombination mit Biotopzerstörung) = beschleunigte, massenhafte Ausbreitung eines einzelnen, lethalen Erregers.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Ein weiterer dieser Antro - Pilze bleibt noch vorzustellen. Ist dann aber auch das letzte Antro - Problem aus dem vergangenen Jahr.


    Gefunden am 07.06.2019 im Odenwald nahe Schriesheim; Nordhänge vom "Weißen Stein" (ca. 350m üNN), schattiger Wirtschaftswald (vorwiegend Douglasien & Fichten); Buntsandstein, bodensauer
    Fruchtkörper resupinat und in den Aushöhlungen einer Wegböschung wachsend, scheinbar direkt auf dem Erdboden; Konsistenz frisch zwar weich, aber fibrös, ähnlich wie bei diversen poroiden trchispora - Arten (bissel fester).
    An welchem (Wurzel?)-Holz der Pilz sitzt und sich ernährt, ist für mich nicht feststellbar. Daß die Fruchtkörper aber irgendwo mit vergrabenem Holz in verbindung stehen sollten, dürfte klar sein. Nadelholz wäre dabei deutlich wahrscheinlicher als Laubholz.
    Auffällig sind die kräftigen, gelblichen Rhizomorphen, die ebenso wie das Subikulum eine recht weiche, wattige Konsistenz aufweisen.


    Die Bilder kann man alle anklicken, in externem Fenster öffnen, und dann in groß und voller Auflösung angucken:











    Ich hatte auch versucht, den bei Oligoporus s.l. (Rhodonia, Postia) einzuordnen, weil die Skeletthyphen doch teils recht undeutlich sind und eben auch dickwandige, aber septierte Hyphen auftreten. Aber es gibt zumindest im Subikulum schon echte Skeletthyphen, und wenn ich trotzdem versuche, den bei Oligoporus reinzustopfen, passt noch weniger nichts zusammen.

    Wenn es eine Antrodia ist, dann wegen den Sporen mit deutlichen Tropfen drin und den eher spärlichen Skeletthyphen wohl in der gleichen Gruppe / Gattung zu suchen, wie >die vermutete Fibroporia gossypium<?
    Anders als die dort vorgestellte Kollektion ist aber hier die Konsistenz der Fruchtkörper und auch die Sporen - die zwar jetzt nicht unbedingt länger sind (siehe aber auch die Sporenanomalie im Parallelthema), aber doch im Schnitt etwas breiter und vor allem anders in der Form: Also eher elliptisch (bauchig) als zylindrisch.
    Komisch finde ich allerdings diese aufgeblähten Elemente, die sich stellenweise in der Röhrentrama finden.

    Darf eine Fibroporia das?

    Oder bin ich wieder ganz falsch abgebogen?



    LG, Pablo.

    Servus!


    Trametes suaveolens wäre auch meine erste Idee - die darf schon auch mal an Pappel vorkommen, bei mir in der Gegend finde ich sie aber bisher nur an Weiden.

    Eine weitere Option wäre vielleicht noch Tyromyces fissilis (Obstbaum - Saftporling), der auch ein recht großes Substratspektrum hat und auch frisch eine recht stabile Konsistenz aufweisen kann. Dritte Option: Trametes hirsuta bildet manchmal auch komisch fette, dickfleischige Fruchtkörper. Da würde ich aber wenigstens ein bisschen Zonierung auf den Hüten erwarten, die Art, wie die Hutoberfläche hier verwittert scheint dazu nicht gut zu passen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Bei der Bestimmung schließe ich mich an: Ein ziemlich typischer Sklerotienporling (Polyporus tuberaster). Ich denke allerdings nicht, daß das ein alter Fruchtkörper ist. So schick schokobraun sind die eigentlich nur, solange sie noch einigermaßen jung und frisch sind. Später werden sie mehr ockerlich, also deutlich heller. Nur nach Bildern ist das aber nicht siccher einzuschätzen, um die Frische beurteilen zu können, muss man unbedingt auch fühlen und riechen können. Auch junge Pilze können ja irgendwie geschädigt sein.

    Nur warum sollten die eigentlich bitter schmecken? Polyporus tuberaster ist ein sehr guter Speisepilz (solange jung und frisch), den ich persönlich sogar noch deutlich schmackhafter finde als junge Schuppige Porlinge. Einen bitteren Geschmack habe ich da noch nie festgestellt. Im Gegensatz eben zu älteren Schuppigen Porlingen (Polyporus squamosus), die durchaus hin und wieder eine bittere Note entwickeln.



    LG; pablo.

    Hallo, Beli!


    Nach den weiteren Bildern bin ich überzeugt: Das ist ein Pappelstamm. :thumbup:
    Weniger wegen den daneben stehenden Bäumen, aber die Rinde des liegenden Stammes gehört ganz eindeutig zu einer Pappel, auf keinen Fall zu Eiche.
    Der Phellinus ist dann auf jeden Fall was Schickes, egal welche Art es nachher ist: Die Pappelbewohner aus der Gattung sind ja alle selten.

    Ich befürchte aber genau wie Werner, daß man hier wenig machen kann. Die Fruchtkörper sind zu jung, bzw. durch die Lageveränderung gerade am Umstrukturieren. Da wird mikroskopisch wenig zu sehen sein.
    Also abwarten und dann mit Till die Stelle besuchen halte ich für die beste Idee.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Könnte das nicht auch ein Eichenstamm sein?
    Bei der Rindenstruktur würde ich das schon für möglich halten. Über Bilder ist das aber eniger gut einzuschätzen, als direkt vor Ort.



    LG, Pablo.

    Hallo, Sandra!


    Ein so massenhaftes Auftreten einer einzigen Species (so wie diese Alge) ist aber aus ökologischer Sicht wohl kein gutes Zeichen. da ist irgendwass aus dem Gleichgewicht geraten. Hoffentlich pendelt sich das wieder ein, wenn es denn dereinst mal ausgiebiger (und vor allem nachhaltiger, also über einen längeren Zeitraum) regnen sollte.

    Solche Moore brauchen ja auch ein einigermaßen stabiles Klima, sonst leidet das empfindliche Ökosystem.
    Dabei sieht das Gelände so schön aus. Spannend und wild - da würde ich mich sicher aauf anhieb wohl fühlen, wo immer dieses tolle Moor liegen mag.



    LG, Pablo.

    Servus!


    Bei diesen Käfermilben gibt es wohl aber auch etliche Arten, die den Käfern selbst gar nicht schaden. Die Käfer werden von den Milben teils wirklich nur als Taxi genutzt, um zB von einem Pferdeapfel zum nächsten mitgenommen zu werden. Und an den Milben kleben dann sicherlich auch massenhaft Pilzsporen, die auf die Weise ebenfalls mobil sind. :)



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Daß das auch jedes Jahr passieren muss...
    Aber jedenfalls: Alles Gute für die kommende Runde, bleib gesund (ist ja derzeit besonders wichtig), und bleib unterwegs und fit in einer hoffentlich immer spannenden und hoffentlich bald auch wieder feuchteren Natur.




    LG; Pablo.

    Tach!

    Hatte ich eben erst auch in der Hand, aber noch keine Doku zusammengebastelt. Kommt aber noch.

    There we go:







    Schwetzinger Hardt; 29.01.2020; auwaldartiges gelände, auf stark morschem Laubholz, vergesellschaftet mit Phlebia livida s.l.

    Leider kein schönes Sporenbild, war wohl zu faul, die ganzen Spörchen überall zusammen zu suchen.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Auch der Flache Lackporling (Ganoderma applanatum) ist richtig bestimmt. :thumbup:

    Und beim Harzporling (Ischnoderma resinosum) bin ich mir schon ganz schön sicher, daß das der ist.


    PS.: Ja, genau: Der Zunderschwamm hat sich mit dem eigene Sporenpulver komplett weiß eingepudert. Es gibt aber in der Tat sehr helle Fruchtkörper bei dieser Art, die zumindest in einigen Zonen ziemlich weiß sind (auch ohne Sporenpulver).



    LG; Pablo.

    Bon Soir Mes Dames et Messieurs!


    Alors, da wäre dann der nächste, irgendwie unklare Porling. Ist ja im weiteren Sinne auch wieder ein Antro - Pilz. Wenn es denn Fibroporia gossypium ist, dann zwar mittlerweile aus der Gattung rausgearbeitet, war aber früher ja mal als Antrodia gossypium bekannt.


    Eingesammelt am 15.12.2019, NSG Hirschacker bei Mannheim, an einem Kiefernstumpf (noch teilweise berindet) auf sandigem, im Sommer recht trockenem Boden.
    Fruchtkörper frisch ziemlich weich, teils fast wachsartig, vor allem zwischen der Rinde und dem Stammholz ausgebildet, resupinat bzw. mit kleineren Vorsprüngen / stufigem Wuchs.

    Getrocknet dann hart, aber ziemlich spröde und brüchig.

    Hyphenstruktur dimitisch, aber Skeletthyphen in der Röhrentrama nur spärlich und schwer zu beobachten.
    Fibroporia gossypium hatte ich vor Jahren einmal gefunden und untesucht, die Bestimmung hat damals aber Frank am Exsikat durchgeführt. Ich meine aber, hier sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch eine sehr große Ähnlichkeit zu beobachten.
    Das einzige Problem: Die komischen Sporen. Siehe unten. Da scheint ein verhältnismäßig hoher Anteil der Sporen im Abwurf komisch deformiert zu sein - und dabei nicht nur etwas komisch geformt (mit Dellen und Bäuchen in der Sporenwand), sondern vereinzelt auch irgendwie zu groß geraten.


    Doku dazu, Bilder kann man anklicken, die sind in Originalauflösung noch größer:







    Die Frage ist nun: Kann das einfach Fibroporia gossypium mit ungewöhnlich geformten Sporen sein? Denn die Mehrzahl der Sporen passt ja ganz gut, nur sind eben auch ungewöhnlich viele zu große und sonderbar geformte Ausreißer dabei. Eine sinnvolle Option bei der Bestimmung gibt es aber nicht, oder?



    LG; Pablo.

    Bon Soir!


    Irgendwo muss ich mal die Kelchbecherlingsbilder aus diesem Frühjahr ablegen.
    Hier? Ja, hier ist gut, denke ich.

    2020 dürfte ein Mastjahr für Kelche gewesen sein, nicht nur für Sarcoscypha austriaca, aber nur den habe ich in diesem Frühjahr beobachten können:






    [trennlinie][/trennlinie]










    LG, Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Das erste Bild schien mir eher als Übersichtsbild zu taugen, wie das Holz so aussieht, an dem du den Pilz beobachtet hast.
    Der Pilz selbst - hatte ich jetzt gedacht - wären die Gelkügelchen it den Tropfen dran auf dem zweiten Bild.



    LG; Pablo.

    Bon Soir!


    Achja, Käferchen hätte ich auch noch eins (eine Käferdame):


    Krabbelte heut vor einer Woche im Waldpark Mannheim über einen viel befahrenen Weg - darum Foto auf der Hand. Wurde anschließend auf einem dicken, alten, liegenden Eichenstamm wieder abgesetzt. Außerhalb des Gefahrenbereiches durch Jogger und Radfahrer.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Zur Abrundung noch die letzte Kollektion von Antrodia serpens, die ich untersucht hatte:





    Stammt vom 22.12.2019 aus Kenzingen (Südbaden) an einem liegenden, ganz entrindeten Laubholzast (keine Ahnung, welches Laubholz).
    Auch die ist in einigen Punkten etwas komisch, weniger wegen dem ziemlich resupinaten Wuchs: Das macht die oft, wenn sie an so dünnem Substrat, das auch eher mal bewegt wird, Fruchtkörper bildet.
    Ungewöhnlich sind hier auch die relativ kleinen Sporen - vermutlich auch weil Fruchtkörper noch relativ jung. Aber die sind dennoch schon ein ganzes Stück größer, als bei der Pergola - Antrodia oben.

    Zudem ungewöhnlich ist die recht starke, gelbbraune Verfärbung beim Trocknen, die mich makroskopisch zunächst an Antrodia kuzyana (ehem. Antrodia malicola) denken ließ - da sehen aber die Skeletthyphen anders aus (pigmentiert, auch immer wieder mal mit verzweigten Elementen dazwischen, die wie Bindehyphen aussehen).

    Soll nur zeigen: Antrodia serpens ist schon eine recht variable Art, ich mag es für die Kollektion oben nicht ausschließen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Sandra!


    Da bin ich eher skeptisch. Makroskopisch erscheinen mir die Haare zu kurz, das Hymenium etwas zu grau und die Apos zu undeutlich gestielt für lachnum virgineum.

    Mikroskopisch könnten die Sporen passen, aber die Haare von Lachnum virgineum müssten anders aussehen, nicht so zugespitzt und nicht so inkrustiert, sondern nur fein granuliert. Auch die lanzettlichen Paraphysen sind hier nicht zu erkennen.

    Wie das idealerweise aussehen sollte, zeigt Ingo zB >hier<.
    Allerdings könnte auch das Medium problematisch sein: Baumwollblau sollte man bei solchen inoperculaten Ascos eigentlich nicht verwenden. Das kann viele Strukturen stark verfälschen. Baumwollblau ist ein gutes Mittel, um das Ornament von cyanophilen Sporen sichtbar zu machen (zB bei vielen operculaten Ascos), oder andere cyanophile Strukturen (zB Skeletthyphen bei einigen Porlingen oder Basidien mit cyanophilem Inhalt bei etlichen Rindenpilzen). Becherchen wie dieses sollte man generell erstmal in Leitungswasser betrachten - nur zur Not, wenn man Strukturen sonst gar nicht beobachten kann, in stark verdünntem Kongorot SDS (so wie in deinem letzten Bild).
    Für die chemischen Reaktionen kann dann noch Lugol (besser als Melzer) und KOH3% wichtig sein.


    Jedenfalls: Ich glaube nicht, daß das hier Lachnum virgineum ist, kenne mich mit diesen Becherchen aber zu wenig aus, um eine sinnvolle Alternative zu benennen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Thorben!


    Was ich zudem noch famos finde:
    Daß man von dir auch immer einen eindruck bekommt, wie diese ominösen Pilzchen makroskopisch aussehen. Und zwar trotz der Schwierigkeit, solche winzigen, kontrastarmen Strukturen zu fotografieren, sogar einen ziemlich Guten. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Salve!


    Schon... Ich meinte allerdings was Anderes: Wenn man jetzt gezielt die Herbarien durchackern und alle als "Antrodia albida" abgespeicherte Belege in Deutschland nachuntersuchen würde, dann müsste man viele davon vermutlich als Antrodia serpens revidieren.

    Die klassischen heteromorphas aus den klassischen heteromorpha - Ökologien sind ja in Deutschland mindestens seit den Untersuchungen von Jahn auch als solche abgelegt.
    Die meisten Laubholz - Funde in eher thermophilen Gegenden aber als Antrodia albida.
    Wenn es denn tatsächlich noch eine weitere Spezies dazwischen geben sollte, dann wird's wirklich verzwickt - aber irgendwie habe ich da meine Zweifel, und in eben dem zitierten Artikel wird ja die sowohl an Nadel- als auch selten an Laubholz wohnende "echte" Antrodia albida zu Antrodia heteromorpha gestellt.


    Aber irgendwie glaube ich nach wie vor nicht recht, daß diese kleine Balken - Antrodia aus Norditalien da dazu gehört.
    Antrodia heteromorpha ist das auf keinen Fall, und Antrodia serpens sehe ich bei mir in der Gegend immer wieder mal - die sieht schon auch noch mal etwas anders aus (Porenform, Sporengröße). Wobei ich da vielleicht einfach mein "Gesamtbild" der Art noch etwas korrigieren muss...



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli & Frank & Werner!


    Die Breite der Sporen steht oben nur im Bild (unterstes BIld im Beitrag), im Text habe ich die Zahl offenbar vergessen...
    Die Sporenbreite (und damit Sporenform) passt nicht zu Cartilosoma rene-hentic (und damit auch nicht zu Antrodia / Cartilosoma ramentacea), die sind bei den beiden Cartilosomas schon deutlich schmaler und dadurch auch viel "zylindrischer".

    Dazu kommt auch die Hyphenstruktur, die bei Cartilosoma rene-hentic und Cartilosoma ramentacea ja auch wieder recht ähnlich ist: Nämlich daß da zumindest die Röhrentrama nahezu monomitisch ist, also eher aussieht wie bei manchen Oligoporus (s.l.) und Tyromyces - Arten.
    Hier dominieren dagegen die Skeletthyphen, und die sind auch sehr deutlich als Skeletthyphen ausgeprägt - eben so wie bei den Arten um Antrodia albida, serpens, heteromorpha (= Antrodia s.str.).


    In der Gruppe bin ich übrigens ähnlich hilflos wie du, Werner: Die Identität von Antrodia albida (wenn es die denn in Europa tatsächlich gibt) ist für mich auch ein komisches Rätsel. Das, was früher generell als Antrodia albida (an Laubholz) bestimmt wurde, und jetzt wohl Antrodia serpens heißen muss, ist bei mir in der Gegend nicht selten. Die taucht immer wieder mal auf, es gibt dabei Kollektionen mit ausgeprägten Hütchen und aber auch rein resupinate Fruchtkörper (vor allem wenn an dünneren Ästen wachsend).
    Die typische Antrodia heteromorpha hatte ich erst zwei Mal in der Hand (beides Zusendungen, also noch nie frisch am Fundort beobachten können), die scheint mikroskopisch sehr ähnlich zu sein, aber eben außer der anderen ökologischen Amplitude (eher kühles Klima und in autochthonen Fichtenbeständen) auch noch etwas gröber und unregelmäßiger in der Form des Hymenophors / Poren.


    Als was die in meiner Gegend durchaus häufige Cartilosoma rene-hentic früher bestimmt wurde (also bevor die Art beschrieben war) würde mich allerdings auch mal interessieren. Ich vermute mal, auch entweder als Antrodia (albida? Trotz den kleineren Sporen und anderer Hyphenstruktur?) oder aber als eine Oligoporus - Art? Aber mit welchem Saftporling könnte man die verwechseln (angesichts der großen Sporen und großen Poren)?


    Hilft aber alles für diesen komischen Fund nicht weiter.
    Ich war mit beiden Optionen (Antrodia tanakai & Antrodia macra) nicht wirklich zufrieden, kenne aber freilich beide nicht aus eigenen Untersuchungen.
    nach dem Artikel von Spirin, Vlasak, Niemelä & Miettinen in Mycologia, 105(6), 2013 "What is Antrodia sensu stricto?" wäre tanakai das Naheliegendste, passt aber auch nicht wirklich (weil eben zB nur selten resupinat, normalerweise mit Hütchenbildung), und Antrodia macra passt ökologisch einfach nicht.


    Hm...



    LG; Pablo.