Beiträge von Menedemos


    Ein erster Härtetest:
    ein voll ausgewachsener Grüner Knollenblätterpilz, Hut in der Mitte olivgrün, am Rand ausgeblasst, Hutdurchmesser 12 cm, hochgeschlagener Hutrand, olivbräunliche Stielnatterung.


    Alle Merkmale des Knolli eingegeben, kein Ergebnis. Wahrscheinlich kommt das Programm nicht damit zurecht, dass ich bei Hutform "Hutmitte vertieft" eingegeben habe, vielleicht passt ihr auch nicht das Merkmal "Hutmitte dunkler", oder "Hutoberfläche radial strukturiert", oder etwas anderes.


    Ich werde den Test demnächst mit einigen anderen Giftpilzen wiederholen. Dennoch fürchte ich jetzt schon, dass man mit dem Programm nur solche Pilze wird bestimmen können, die absolut typisch (sozusagen lehrbuchmäßig) aussehen.


    Hallo Oehrling,


    womit das Programm nicht zurechtkommt ist in der Tat "Hutmitte vertieft" UND "olivbräunlicher Stiel". Andere Merkmale wie "Hutmitte dunkler" oder "radial strukturiert" werden dagegen akzeptiert.


    Vielleicht sollte ich wirklich den Filter großzügiger auslegen, allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass man bei deinen "Härtefällen" ein Anfänger auch mit so manchem Pilzbuch scheitern würde, selbst wenn er es von hinten bis vorne durchläse.


    Ich habe im Grunde schon versucht, auch untypische Merkmale durchgehen zu lassen, aber auf alle Eventualitäten einzugehen ist natürlich schwierig bzw. werden dann wieder zu viele Möglichkeiten angezeigt.


    Trotzdem vielen Dank für deine Meinung, sie gibt mir durchaus zu denken.


    Jörg


    [hr]


    Jetzt muss es aber doch mal klappen.
    Also gut, 3. Versuch:
    Ziegelroter Risspilz, stämmiges, voll entwickeltes Exemplar mit einem eher kurzen Stiel, Hut (8 cm) und Stiel (5 cm) bereits schön ziegelrot angelaufen, absolut typisch aussehend mit dem radialrissigen Hut, gewachsen auf einem Friedhofsrasen unter einer Solitärbuche (ist das jetzt Waldboden oder Freiland? nun gut, Freiland!)


    Tja, da haben wir ein semantisches Problem (das natürlich bei mir liegt):


    Als Mykorrhizapilz ist ein Risspilz natürlich definitionsgemäß NIE im Freiland. Das sollte ich wohl konkretisieren, klarer darstellen. An sich sollte man in solchen Zweifelsfällen aber gar nichts ankreuzen.
    Doch es muss noch einen zusätzlichen Widerspruch geben. Gibt es noch ein Merkmal, das eventuell Schwierigkeiten bereiten könnte?

    Also erst einmal vielen Dank für eure Rückmeldung.


    Ich nehme natürlich alle Anmerkungen/Verbesserungsvorschläge sehr ernst und werde genau darüber nachdenken!


    @ björn


    Danke für dein ausführliches Statement. Manche Punkte habe ich mir auch schon überlegt bzw. bin nicht ganz glücklich damit. Beispiel Fundort. Das Problem ist, dass zwar der User, aber leider das Programm mit "Wegrand" nicht viel allzu viel anfangen kann. Ein Pilz am Wegrand kann biologisch zur Wiese/ zur Brachfläche, aber auch noch zum Wald gehören. Der Gedanke, der bei der Auswahl Pate steht, ist der, dass nur, wenn ein ganz EINDEUTIGER Fundort benannt werden kann, auch ein Kreuzchen gesetzt werden soll. Andernfalls bleibt diese Kategorie halt frei.


    @ Markus
    "danach wieder der Griff zum Buch"


    Nun ja, eine eindeutige Bestimmung ist halt mithilfe eines relativ groben Schemas manchmal oft nicht möglich. Aber dafür stehen ja sieben Links zur Verfügung, die alle direkt zum Stockschwämmchen führen. Andererseits wollte ich mithilfe der Darstellung auch bewusst verhindern, dass sich etwa ein Anfänger allein auf die Bestimmung des Programms verlässt.


    Und ja, es war in der Tat ganz schön viel Arbeit...


    Vielen Dank jedenfalls auch für deine Einschätzung.


    Gruß Jörg

    Hallo liebe Pilzfreunde!


    Ich habe ein kleines (naja, eher mittelgroßes) Online-Pilzbestimmungsprogramm geschrieben, hier ist der Link:


    http://menedemos.de/pilzschluessel15.htm


    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein Feedback geben würdet.


    Ist die Bedienung verständlich? Sind die Eingabekriterien sinnvoll? Werden die Pilze korrekt bestimmt? Habt ihr Verbesserungsideen? u.s.w...


    Bis auf Weiteres ist das Programm online, aber bitte nicht auf anderen Seiten einbauen, danke für euer Verständnis diesbezüglich.


    Und nun viel Spaß damit!


    Liebe Grüße


    Jörg[hr]
    In den ersten Minuten wurde eine falsche Version angezeigt, jetzt müsste es aber passen. Sorry.

    Ich würde auch auf einen Schwefelkopf tippen, für den Ziegelroten spricht sicher die Farbe. Allerdings sollte die Hutmitte dunkler sein als der Rand und meistens hat er noch sichtbare Velumreste. Vielleicht wäre der Rauchblättrige S. (capnoides) auch eine Möglichkeit, dann müsste man dem Handyfoto allerdings einen gewissen Farbstich zurechnen, denn Capnoides hat Gelbtöne.


    Naja, es bleibt wohl eine ziemliche Spekulation


    Gruß Jörg

    Hallo,


    direkt wissenschaftlich anspruchsvoll ist meine Frage wohl nicht, aber ich weiß nicht, in welches Unterforum damit.


    Gibt es irgendwelche Cortinarienarten (Cortinarien im allgemeinen Sinne) mit hohlem (oder zumindest ausgestopftem) Stiel? Meine Literatur gibt leider keine generelle Antwort darauf oder ich finde sie nicht.


    Mit lieben Grüßen


    Jörg

    Vielen Dank,


    Anna und Ingo, ihr habt meine Vermutung bestätigt, Lepista saeva bzw. personata.


    Ich kannte den Pilz bislang nicht, aber es passt eigentlich alles: Hexenring auf Wiese, Erscheinungszeit relativ spät, Farben, längsrissiger Stiel, knollige Basis etc.


    Ich werde nun eine kleine Kostprobe wagen (selbstverständlich in eigener Verantwortung und nicht aufgrund der Bestimmung im Forum).


    VG Jörg

    Ich habe einen Verdacht, möchte ihn mir aber gerne von unvoreingenommenen Fachleuten bestätigen lassen.


    Fundort: Wiese, vor einiger Zeit wohl gedüngt, Bäume weit und breit nicht vorhanden


    Fundsituation: Hexenring


    Größe: Hüte 10-15 cm breit


    Geruch: für mich nichts Auffallendes


    Farbe: Wie im Foto, Hutoberfläche wie der Rahmen dieses Forums, nur etwas heller; Stiel violett/lila


    Sorry für die nicht besonders guten Fotos, aber das Wesentliche kann man wahrscheinlich erkennen.



    Du hast dir ja nicht gerade die einfachsten Pilze ausgesucht, aber zu der Jahreszeit muss man freilich nehmen, was man kriegt. ;)


    1. Sicher ein Helmling, aber welcher?
    2. In der Tat der Falsche Pfifferling.
    3. Tja...
    4. Wer weiß...?
    5. Vielleicht ein Trichterling? War der Stiel bei allen Exemplaren so dunkelbraun? Oder ist die Farbe eine Verwesungserscheinung?
    6. Eine Marone. Sieht nicht mehr sehr schön aus... - aber: Über die Toten nur Gutes.


    Sorry, dass nichts Substanzielleres kommt, hoffen wir, dass echte Experten vorbeischauen, die Auflösung würde mich auch interessieren.


    Gruß Jörg


    Ja, so ein Schleier erscheint mir auch immer verdächtig. Andererseits wirkte hier das Fleisch noch recht fest. Die Röhren hätte ich in dem Fall aber auf jeden Fall entsorgt und keineswegs zu Pilzpulver verarbeitet.


    Gruß Jörg

    Der menschliche Geschmackssinn ist eigentlich von Natur aus für nichts so gut sensibilisiert wie für verdorbene Nahrungsmittel. Wenn das Pilzgericht irgendwie komisch schmeckt, würde ich sie nicht mehr essen (egal wie oft sie aufgekocht sind). Schmecken sie lecker, ist alles okay.


    Man sollte eigentlich grundsätzlich nur Sachen essen, die schmecken! :)

    Ich hätte auch auf einen Rübling getippt (kenne mich da aber wenig aus).


    Im Übrigen schreibt Lothar immer von einem gelben Pilz. Auf den Fotos kann ich aber nichts Gelbes erkennen, beim besten Willen nicht. Sind die Fotos farbecht?


    Gruß Jörg

    Aufgrund der konzentrisch angeordneten Schuppen, dem im Vergleich zur übrigen Hutoberfläche dunkleren Buckel, den weißen, wohl freistehenden Lamellen sehe ich hier einen Schirmpilz.

    Hallo anouk!


    Du hast dir schon einige Mühe gemacht, aber wie die anderen schon geschrieben haben, die Abbildungen sind einfach zu klein. Pilz 2 müsste ich zB auf jeden Fall größer sehen. Und noch ein Tipp: Nimm beim nächsten Mal wenn möglich für jede Art je einen jungen und einen alten (allerdings keinen vergammelten) Fruchtkörper mit, da zeigen sich zusätzliche Merkmale.
    Grünblättriger Schwefelkopf und Rotfußröhrling stimmen übrigens m.E.

    Also ich finde die Trompetenpfifferlinge nicht so besonders aromatisch. Außerdem gilt es zu bedenken, dass sie zu den Pilzen (neben Maronen und Zigeunern) gehören, die noch immer eine sehr hohe Verstrahlung aufweisen (regional natürlich unterschiedlich).


    Vom Umriss des von mir fotografierten Sporenkörperhaufens ("Pseudaethalium) her kann man sich an einen Hund erinnert fühlen.


    Also zumindest die Gattung canis lupus familiaris (gemeiner Haushund) würde ich mit einer gewissen Sicherheit ausschließen. Ich hoffe, das hilft, deine Suche etwas einzugrenzen... ;)

    Und zu Pilz 2 hat niemand auch nur eine vage Idee?


    Wenn keiner was gegen das Pilzchen sagt, esse ich ihn jetzt nämlich einfach auf, und schnipple ihn roh in meinen Salat hinein!


    Nein, keine Sorge, nur ein kleiner Scherz zur Abendstunde... ;)


    Tja, ich gebe zu, es ist ein ziemlicher Antiheld, graubraun, mehr grau als braun. Gut riechen tut er auch nicht. Wahrscheinlich lebt er auch noch saprophytisch und hilft keinerlei Baum beim Wachstum. Er ist einfach nur da und weiß selbst nicht, wozu.


    Aber gerade deshalb wollte ich ihm ein bisschen Aufmerksamkeit schenken.


    Ist das ein Grünling?
    ...
    Darf man die essen???


    Nichts für ungut, aber wenn du diese Pilze für Grünlinge hältst, solltest du deine Kenntnisse bzgl. Lamellenpilzen deutlich vertiefen und erst einmal die Finger davon lassen.
    Übrigens gilt der Grünling mittlerweile auch als GIFTIG, er hat schon Todesfälle verursacht.


    Gruß Jörg

    Danke Harry, du hast wohl recht.
    Ich glaubte den Falschen Pfifferling zu kennen, habe aber seltsamerweise nicht darangedacht; wahrscheinlich hat mich die bisweilen doch recht stattliche Größe und der rötliche Stiel verwirrt.


    Gruß Jörg

    Was haltet ihr von diesen beiden Pilzarten?


    Pilz 1:


    Fundort: Mischwald (Kiefern, Lärchen, Buchen), nicht an Holz, in größerer Gruppe


    Geruch: angenehm pilzig


    Größe: Exemplare mit Hutdurchmesser bis zu 10cm, die fotografierten sind etwas kleiner


    Farbe: die Farben auf dem Foto entsprechen der Realität


    nicht milchend




    Pilz 2:


    Fundort: wie Pilz 1


    Geruch: muffig, unangenehm


    Größe: wie Pilz 1


    Farbe: realistisch wiedergegeben, also ziemlich gräulich überall




    Vielen Dank schon im Voraus!