Beiträge von OtesOtum

    Hallo Ria,



    Zitat

    „Hallo OtesOtum

    bitte lies den letzten Beitrag von Christoph noch einmal gründlich, um dein Wissen bezüglich der Giftigkeit von Röhrlingen zu hinterfragen. Es ist für die Expertinnen und Experten tatsächlich Aufwand, Lebenszeit, d.h. echte Energie zu antworten. Und es ist sehr schade, wenn Christophs wichtiger Einwand unbeachtet bliebe. Vielleicht ist er schlicht untergegangen- das kann passieren.“



    Man kann bei den vielen Antworten von jeweils unterschiedlichen Nutzern leider leicht den Überblick verlieren. Deshalb habe ich das soeben nochmal gemacht und kann mich da größtenteils zur Erklärung eigentlich nur nochmal wiederholen. Ich habe den Pilz für mich zum damaligen Zeitpunkt nach für mich ausgiebiger Recherche vor dem Verzehr als „Gelben Hexenröhrling“ bereits bestimmt gehabt, dieser wird in der Literatur als essbar deklariert. Der einzelne Pilzfruchtkörper wurde also zu diesem Zeitpunkt bereits entnommen. Nichtsdestotrotz habe ich aus Vorsicht vor dem Erstverzehr (was auch bezüglich Verträglichkeit immer empfohlen wird) nur ein einzelnes Stück davon probiert. Würde ich das jemanden zur Nachahmung empfehlen? Eher nicht, für mich war es eine bewusste Entscheidung und Risikoabwägung und eben nochmal zum Verständnis auch mit der Hintergrundinformation vereinbar, dass bei einer Verzehrsmenge von 5g-10g keine tödlich giftigen Röhrlinge in Deutschland bekannt sind. Dabei wurde auch mit einkalkuliert, dass ich noch relativ jung und körperlich fit bin – bezüglich Magen-Darm-Giftigkeit und geschwächtem Immunsystem usw.. Ist das deiner Auffassung nach immer noch problematisch oder fahrlässig? Ich dachte immer, dass ich eher zur Kategorie „Übervorsichtig“ gehöre, jedenfalls wurde ich meistens als solcher wahrgenommen, aber scheinbar ist dem vielleicht nicht so.



    Zitat

    „Ökologisch ist wahrscheinlich eine einzelne Entnahme meist irrelevant – wenn sie wirklich einzeln bleibt. Deine Argumentation bleibt jedoch auf der Einzelfallebene stehen, während Naturschutz auf Populations- und Systemebene denkt. Gerade deshalb weisen Fachleute hier auf potenziell problematisches Verhalten hin – nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung, um viele Menschen gleichzeitig zu erreichen. Deswegen kann in diesem Forum ungünstiges Verhalten von Einzelnen nicht unkommentiert stehen bleiben.

    Hinzu kommt am Rande, dass oft argumentiert wird, dass der Fruchtkorper nicht das Myzel ist, aber bei sehr seltenen Arten, die selten und kurz fruktifizieren, kann ein fehlender sporender Fruchtkörper durchaus Einfluss auf genetischen Austausch und Populationsdynamik haben – insbesondere in sensiblen Biotopen.“



    Bei diesem Punkt stimme ich dir grundsätzlich zu, jedoch mit Abstrichen. Ich persönlich sehe kein Problem dahinter für meinen persönlichen Fortschritt (einzelne und noch nicht bekannte!) Pilzfruchtkörper zur Bestimmung zu entnehmen, vor allem wenn ich nicht die Möglichkeit erkenne diesen vor Ort gemäß aller Kriterien sicher bestimmen zu können (Hutunterseite etc.). Für mich beschreibt dieses Vorgehen keine Inkonsistenz, jedoch meine persönlich und moralisch vertretbare Leitlinie. Hypothetisch gesehen dürfte man, wenn man den Gedanken verfolgt und mal gezielt darüber nachdenkt nicht mal die befestigten Wege verlassen, da man beispielsweise durch das Zertrampeln mit dem eigenen Schuhwerk super viele Kleinstlebewesen, winzige Pilze etc., welche auf makroskopischer Ebene kaum erkennbar sind zerstören. Die Frage ist dahingehend fast immer eine Abwägung und Kompromiss. Wo fange ich an und wo höre ich auf? Oder wie siehst du das?



    Zitat

    „Und leider ist es auch so, dass das Argument der Naturnähe, also das Kennenlernen von Arten durch Entnahme nicht bei allen Menschen perspektivisch zu einer Schutzmotivation wird- manchmal bleibt es auch bei der unsensiblen Selbstverständlichkeit von Nutzung von Naturgütern stehen.“


    Das kann sicherlich sein, für mich ist dem nicht so, ich versuche wie gesagt diesbezüglich die Waage zu halten und durch Informationen, Austausch und das Anhören verschiedener Perspektiven meinem eigenen moralischen und ökologischen Kompass zu folgen.



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    „Zur Metaebene: Deutliche Kritik wird häufig als unfreundlich erlebt, besonders dann wenn sie die eigene Argumentation infrage stellt. Das betrifft zunächst die emotionale Wirkung, nicht zwingend die Qualität des Austauschs. Der Inhalt sollte meiner Meinung nach, in einem Fachforum in dem es um inhaltliche Präzision geht, daher im Fordergrund stehen.

    Gleichzeitig stimme ich dir zu, dass ein respektvoller und wohlwollender Ton grundsätzlich wünschenswert ist. Für mich wirkt das hier wie eine normale fachliche Korrektur, wie sie in einem Expertenforum üblich ist. Fehler gehören zum fachlichen Austausch dazu – für uns alle. In diesem Sinne weiterhin viel Freude beim Ergründen der Arten.“



    Abschließend nochmal, es geht mir nicht um Kritik per se, sondern um die Grundlagen der Kommunikation und das Verständnis dafür, dass man zwei gleiche Aussagen komplett unterschiedlich formulieren kann und diese letztendlich dadurch auch auf unterschiedliche Weise beim Empfänger ankommen. Die beispielhafte Gegenüberstellung habe ich ja ausgiebig dargestellt. Ich wollte das Thema eigentlich auch nicht so dermaßen aufblähen, aber es war mir einfach mal ein Anliegen auch für die kommenden mykologisch Interessierten etwas Positives zu hinterlassen.

    Hallo Vidar  Oehrling  Tricholomopsis,



    es geht mir gar nicht ausschließlich um ein vereinzeltes Beispiel, sondern um die grundlegende Dynamik dahinter. Wie bereits erwähnt möchte ich in erster Linie etwas sensibilisieren, dass man eben bitte keine vorschnellen Annahmen fällen sollte und man auch in manchen Bereichen ein wenig Nachsicht walten lassen darf (nicht bezogen auf Verzehrsfreigaben). Hier mal eine kleine Gegenüberstellung aus vergangenen Posts von zwei unterschiedlichen Mitgliedern.



    1. Beispiel:


    „Moin,


    mal ein Tipp.


    Schreibe doch bitte die Namen direkt unter die Fotos und nummeriere diese. Dann fällt es leichter, sich zu orientieren. außerdem, schau dir mal diesen Beitrag zur Pilzbestimmung an. Der hilft bei der Beschreibung und Darstellung deiner zu bestimmenden Pilze.“



    2. Beispiel:


    „Super, und lass dann bitte auch deine Finger auf den Fotos weg. Diese bieten keinerlei Erkenntnisgewinn und verdecken oft bestimmungsrelevante Merkmale des Pilzes. Linse scharfstellen bzw. Autofocus vor dem Knipsen wäre auch nicht schlecht.“




    Ich denke anhand dieser Gegenüberstellung kann man schon nachvollziehen worauf ich hinaus möchte. Ähnliche Message, bringt aber zwei ganz unterschiedliche Emotionen hervor.




    Und die Aussagen:



    „@OtesOtum – habe ich das richtig gelesen? Du sammelst einen Pilz, von dem du nicht mal die Gattung sicher weißt, geschweige denn, welche Art und dann isst du den auch noch? Ernsthaft?“



    „Zum einen ist das sehr schade, denn du hast etwas seltenes der Natur entnommen. Es gibt häufige Speisepilze, warum müssen es Raritäten sein, die man essen will?


    Zumanderen ist es fahrlässig, Pilze zu essen, die man gar nicht kennt. "Es ist kein Satan" ist ein Umkehrschluss, der auch mal nach hinten losgehen kann. Was wäre, wenn es "Boletus" gabretae gewesen wäre und wenn der giftig wäre (hat, denke ich, noch niemand gegessen)?“




    Hat für mich impliziert, dass ich fahrlässig handeln würde in Bezug auf das Sammeln und Verkosten von Pilzen.



    Klar verstößt das nicht gegen die Richtlinien und für manche wirkt das womöglich vielleicht sensibel, aber es geht mir eben wie bereits schon gesagt darum, dass man als Gemeinschaft ggf. etwas rücksichtsvoller im Umgangston miteinander ist und man für die Zukunft es vorziehen könnte freundlich nachzufragen als indirekt Dinge zu unterstellen. Und natürlich freue ich mich prinzipiell erstmal über jeden der antwortet und es darf selbstverständlich auch gerne konstruktive und wohlwollende Kritik sein. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist zu beschreiben um was es mir im Kern der Sache hier geht.



    Und nur nochmal um kurz Klarheit zu schaffen, ich habe lediglich einen einzigen Fruchtkörper davon entnommen um ihn bestimmen zu können. Ich würde niemals wahllos zig Exemplare herausreisen und wild irgendwelche Verkostungen starten. Den Pilz habe ich nach mehrmaliger Recherche (Erkenntnis: Falscher Schwefelröhrling) und dem Wissen, dass es eben keine tödlich giftigen Exemplare in der Gattung der Röhrlinge gibt probiert und davon auch nur ein Stück und nicht den kompletten Fruchtkörper.



    Und ja, ich finde Naturschutz und Artenvielfalt auch sehr wichtig, jedoch aber auch realistisch. Ich glaube demnach nicht, dass ich als Einzelperson wegen einer einzelnen Entnahme von einem einzigen Fruchtkörper für die Biodiversität und das Vorkommen gewisser Arten in Deutschland verantwortlich bin. Davor fallen mir bestimmt 20 Punkte ein, welche merklich weitreichenderen Einfluss darauf haben (Monokulturen, Entnahme von Totholz, Kahlschlag, Überdüngung, Klimawandel usw.).


    Anders gesagt, durch das Kennenlernen und das Verständnis für die Pilzwelt wird man meines Erachtens auch naturverbundener und sich der Bedeutung dieser noch mehr bewusst. Ich für meinen Teil nehme beispielsweise auch auf jeder Pilzrunde immer einen Müllbeutel mit um eben der Natur wieder etwas zurückzugeben...

    Hallo Oehrling,


    ja man muss sich auch nicht immer an schlechten Beispielen bemessen oder wie siehst du das? Empfinde ich zumindest als ziemlich unreflektiert.. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man vielleicht auch mal etwas mehr Nachsicht haben haben kann bezüglich Einsteigern und nicht direkt vorschnell urteilen sollte. Habe es leider schon öfters erleben müssen, dass sich einige echt aufgeilen und fast schon darauf warten, wenn jemand "Neues" etwas postet was nicht ganz in den Vorstellungen der Experten steht. Ich möchte damit eigentlich nur mal zum Nachdenken anstoßen und daran erinnern, dass alle mal irgenwo angefangen haben und man als Community auch etwas nachsichtiger und freundlicher handeln könnte :) .

    Tricholomopsis Ich glaube, dass du hier ein bisschen vorschnell urteilst. Ich habe den Pilz selbstverständlich vor dem Verzehr recherchiert und bin ebenso wie du auf den "Falschen Schwefelröhrling" gestoßen, welcher ja klar als "Essbar" deklariert ist. Außerdem ist mir durchaus bewusst, dass es keine "giftigen", abseits Magen-Darm-giftigen, Röhrlinge in Deutschland gibt. Falls doch, dann lasse ich mich natürlich gerne eines Besseren belehren.


    Weshalb sollte es dann problematisch sein einen einzigen Fruchtkörper zu entnehmen, zu bestimmen und dann zu probieren? Ganz nebenbei, der zweite Fruchtkörper verblieb übrigens im Habitat.


    Ich finde es wirklich sehr schade, dass sich in den Pilzforen einige Persönlichkeiten wirklich etwas überheblich und direkt verurteilend verhalten. Die ganzen Kommentare bezüglich der Pilzbestimmung finde ich übrigens auch etwas drüber, wenn ich lediglich nach einer groben Einordnung frage und eben nicht nach einer Essensfreigabe oder dergleichen. Ich finde das verdirbt einem als Einsteiger ein bisschen den Spaß und könnte an mancher Stelle freundlicher vermittelt werden..

    Hallo ich hätte nochmal zwei Funde aus dem letzten Jahr zum Abgleich (keine Essensfreigabe) und wollte fragen ob ich diesbezüglich wahrscheinlich richtig liege:


    1. Grünspanträuschling:





    2. Buchenschleimrübling:




    Und noch zuletzt ein Fund vom heutigen Tag - ich vermute es ist der Fichtenzapfenhelmling (Geruch war auch leicht chemisch unangenehm):




    Ich würde mich über Rückmeldungen freuen und bemühe mich in Zukunft über bessere Detailaufnahmen :)!

    EmilS Hallo, ja eigentlich schon so ziemlich, ich hatte mir ein Stück herausgebraten zum Probieren und der Geschmack war sehr bitter. Vielleicht ist aber auch einfach etwas bei der Zubereitung schiefgelaufen. LG

    matthias0 Danke nochmal für die Rückmeldung, gibt es bezüglich Bestimmung noch ein paar Tipps? Und könnte man sich auch mit Reagenzien behelfen um andere Fruchtkörper auszuschließen?

    matthias0 Danke für die Rückmeldung, das ist durchaus plausibel. Ich war nur sehr irritiert, da er so einen haarigen Fuß hatte und im Geschmack bitter war. Vielleicht habe ich mir das aber mit der bitteren Note auch eingebildet?

    zuehli


    Hallo Harald, meinst du den weißen Pilz der aussieht wie eine Honigwabe?


    Den Zimtfarbenen Weichporling hatte ich glaube ich nämlich weiter oben vermerkt - braun/zimtfarben.


    LG



    Liege ich hierbei mit dem Reifpilz richtig und hat jemand für mich noch Tipps zur Bestimmung im Herbst? Gibt es ggf. auch die Möglichkeit chemisch den Pilz zu bestimmen (Pilzreagenzien hätte ich zur Verfügung)?


    Danke im Voraus








    Ich hatte vom letzten Jahr noch einige Pilze bei denen ich mir nicht ganz sicher war mit der Pilzbestimmung und wollte fragen ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege?:



    1. Laubholzknäueling


    2. Mönchskopf


    3. Nebelkappen


    4. Violetter Schleierling


    5. Zimtfarbener Weichporling


    6. Ästiger Stachelbart


    7. Schwammporling (welcher?)


    8. Schmetterlingstramete


    9. Stockschwämmchen



    Vielen Dank im Voraus


    Diesen Pilz habe ich bei uns im Nadelwald schon öfters gefunden, konnte bisher aber noch nicht herausfinden um welche Art es sich hierbei handelt. Hätte jemand einen Tipp für mich?


    Danke im Voraus


    Ich hatte im letzten Herbst diesen Röhrling mit leicht filzigem / haarigem Fuß und bitterem Geschmack im Nadelwald gefunden. Hat jemand eine Ahnung welcher das sein könnte?


    Danke im Voraus

    Danke, gut zu wissen - also ist dann quasi eher unbedenklich. Die Frage wäre wahrscheinlich sowieso, ob bei einem bereits (länger) abgestorbenem Baum die Giftstoffe noch vorhanden sind oder nicht.. Kann mir ebenso gut vorstellen, dass dem nicht so ist, aber ich weiß es natürlich auch nicht genau - dementsprechend würde ich mich nicht darauf verlassen wollen..


    Viele Grüße

    Robinien haben eine Rinde die so aussieht, wie Deine Bildbeispiele. Ich könnte das jetzt nicht ausschliessen. Das Holz der Robinie ist sehr viel härter, als das Weidenholz, aber ob das bei Totholz weiterhilft? Ich weiss nicht - im Zweifel dran lassen, oder?

    Danke für die Rückmeldung, hätte eher gedacht, dass es sich um eine Weide handelt wegen der Wuchsform und da Robinie eher trockenere Stellen als direkt am Fluss bevorzugt. Die Borke scheint ja doch sehr ähnlich zu sein und abseits des Härtegrades vom Holz gibt es da sonst nichts woran man es noch erkennen könnte bei Totholz? Ja, da geb ich dir auf jeden Fall recht. Viele Grüße