Beiträge von Suillus

    Der Themenstarter hat die auch erhitzt, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Ich bezog mich auf die anderen Rezepte, die die Pilzbutter mit feuchten Komponenten mischen.

    Wenn man sich das Rezept vom Themenstarter genau durchliest, gibt es eigentlich keine Fragen.

    Da wird nicht einfach nur gemischt, sondern ein Teil Butter wird mit der Trockenpilzmischung erhitzt und die Thematik extra erwähnt.

    Das erhitzen ist eh klar, Trockenpilze sind ja noch roh. Aber wenn ich ein Steak durchbrate, zersetzt es sich hinterher ja trotzdem. Der Themenstarter hat das aber schon beantwortet, indem er die Pilzbutter im Gefrierfach aufbewahrt. Ich hatte Kühlschrank gelesen und mich deshalb gewundert. Eingefroren ist das natürlich kein Problem, von daher passt das alles.

    Ich teste das Rezept nachher mal und werde berichten :).

    Hallo,


    ich habe noch ein paar Reste getrockneter Steinpilze und Flockenstieliger Hexenröhrlinge (ca. 50g) vom Vorjahr. Würdet ihr die Butter eher sortenrein machen oder beide mischen? Die beiden Arten schmecken ja doch recht unterschiedlich.


    Außerdem hätte ich noch eine Frage zur Haltbarkeit: Trockene Pilze halten ja bekanntlich quasi ewig. Feuchte Pilze hingegen verderben innerhalb weniger Tage aufgrund von Eiweißzersetzung. Wie ist das dann in der Pilzbutter? Im Rezept vom Themenstarter werden die trockenen, pulverisierten Pilze einfach nur mit Butter gemischt und anschließend erhitzt. Aber in einigen anderen Rezeptvarianten werden noch Kräuter oder Schalotten dazugegeben, welche Feuchtigkeit ins Rezept reinbringen. Klar, das ganze wird aufgekocht, aber hinterher wird die Butter wahrscheinlich über längere Zeiträume im Kühlschrank gelagert. Da geht doch die Eiweißzersetzung weiter, oder? Botulismus ist auch so ein Thema, gerade in einem Rezept mit viel Butter, da diese für eine anaerobe Umgebung sorgt. Wahrscheinlich überdenke ich das Ganze, aber ich bin von der vorsichtigen Truppe ;).


    Liebe Grüße

    Das ist ein guter Einwand von Peter.

    Da fällt mir ein, ihr kommt aus NRW? Welche Ecke denn?

    Ich habe viele Jahre in Aachen gelebt und die angrenzende Nordeifel hat auch einige tolle Pilzhabitate.

    Hallo,

    meine Familie mütterlicherseits kommt aus dem Schwarzwald, von daher kenne ich mich in der Gegend des Südschwarzwalds gut aus.

    Der Schwarzwald ist wunderschön und als Buben sind wir immer mit dem Opa Pfifferlinge sammeln gegangen. In feuchtwarmen Sommern gibt es die eigentlich überall in Massen. Röhrlinge haben wir weniger gefunden, aber da gibt es sicher auch gute Gebiete.


    Das Problem beim Schwarzwald ist, dass er touristisch mittlerweile stellenweise recht überlaufen ist. Insbesondere die Eidgenossen schätzen die günstigen Preise und die schönen Motorradstrecken. Aber auch Pilze werden mittlerweile sehr, sehr viele gesammelt.


    Im Pfälzerwald war ich leider noch nie, aber wenn es dort ruhiger ist, könnte das tatsächlich das lohnenswertere Ziel sein.


    Liebe Grüße Suillus

    Hallo

    In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten.

    In Nationalparks ist das Sammeln in der Kernzone immer verboten.

    Außerhalb der Kernzone ist das unterschiedlich geregelt. Da muss man sich vorher informieren.

    Kannst du das mit der Kernzone näher erläutern? Die Nationalparks Schwarzwald oder Bayerischer Wald sind zum Beispiel riesig und das Pilze sammeln ist dort ja nachweislich erlaubt und sehr verbreitet.

    Hallo,


    Käppchenmorchel müsste hinkommen. Eine Verzehrfreigabe wird dir hier aber niemand geben. Davon abgesehen dass eine sichere Bestimmung nur in Person möglich ist, kann auch die Frische des Fruchtkörpers nicht anhand von Fotos beurteilt werden.

    Die FK könnten auf Fotos erstmal einwandfrei aussehen, aber an einer kleinen Stelle schon Schimmel aufweisen. Das kann man nur beurteilen, wenn man den Pilz in der Hand hält.


    Ich würde dir empfehlen, dir die Stelle zu merken und nächstes Mal direkt zu einem Pilzsachverständigen in der Nähe zu gehen, dann hast du Gewissheit.


    Liebe Grüße

    Hallo Sabine,


    das hat Wutzi hier mal sehr anschaulich aufgeschrieben, da wird auch das Artentablett gezeigt: PSV-Prüfung und Vorbereitung


    Gruß Suillus

    Hallo Stefan,


    wow, danke für den Hinweis. Ich habe schonmal von Sklerotien gehört, aber heute zum ersten Mal was über das Thema gelesen. Das ist ja hochinteressant.
    Das mit dem Scharbockskraut kann gut sein. Buschwindröschen meine ich keine gesehen zu haben. Ich war sicher nicht das letzte Mal auf der Wiese und werde beim nächsten Mal vorsichtig graben 😊.


    Liebe Grüße Suillus

    Servus Cornelius,


    wie sieht das zeitlich aus? Die Schlüsselblumen blühen hier schon, aber die Apfelbäume zeigen gerade erst erstes Grün. Bis zur Blüte dauert es vermutlich noch 1 - 2 Wochen und dann ist schon Mai =O.


    Gruß Suillus

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    war heute auf einer ungedüngten Streuobstwiese mit vielen alten, knorrigen Apfelbäumen. Der Untergrund ist eher auf der kalkigen Seite am Fuß der schwäbischen Alb und es wachsen viele Schlüsselblumen.


    Viel zu sehen war nicht, aber ich entdeckte folgende Becherlinge. Da ich mich mit Becherlingen noch null komma null auskenne, würde ich mich hier um ein paar Hinweise freuen. Sie standen direkt unter einem Apfelbaum inmitten von Schlüsselblumen.


    Geruch: unspezifisch, ein Hauch von feuchter Erde.

    Größe: sehr klein, der Größte vielleicht so groß wie eine 1-Centmünze (sehen auf den Bildern deutlich größer aus).




    Außerdem sah ich noch diesen netten Baumpilz parasitierend an einem Apfelbaum:



    Das wars auch schon. Heute nacht hat es ganz gut geregnet und für die nächsten Tage sind noch vereinzelte Niederschläge angesagt, von daher besteht die Hoffnung, dass man bald etwas mehr sieht. Wir haben aber immer noch ein enormes Niederschlagsdefizit von bald wahrscheinlich mehreren hundert Litern akkumuliert seit Jahresanfang ;(.


    Gruß Suillus

    Hallo Suillus ,


    Wenn du in Ehingen wohnst, bist du dann zufällig beim Ulmer Pilzverein ( amu-pilze.de )?

    Der würde am kommenden Sonntag (27.4.) eine Morchelwanderung im Silberwald südlich von Ulm machen - vielleicht fändest du dort deine erste Morchel ;)

    Hallo Michael,

    nein, beim Ulmer Pilzverein bin ich nicht. Wohne etwas flussaufwärts, ca. 50 Minuten von Ulm im Landkreis Sigmaringen. Vielen Dank für den lieben Hinweis, das klingt in der Tat interessant. Darf man da als Gast einfach teilnehmen oder ist das intern? Die Anfahrt würde ich zur Not auf mich nehmen, müsste nur meine Frau überreden, die hatte glaube ich Pläne an dem Tag ^^.

    Zitat

    PS: Morchelbecherlinge gabs hier bei Ulm Anfang April, Morcheln habe ich außer bei uns im Garten zwei kleine auch noch nicht finden können - aber jetzt wirds ja grade etwas feuchter... ;)

    Da bin ich ja beruhigt, dass mit meinen Augen alles in Ordnung ist. Hab heute nochmal ein paar alte Streuobstwiesen besucht, aber alles ist sehr trocken. Aktuell regnet es ja ganz gut und soll weiterhin nass bleiben, vielleicht tut sich ja noch was :).

    Hier wurden jetzt schon einige Erklärungsversuche gebracht. Ich finde besonders die Erklärung von Wolfgang P. schlüssig, dass Sammler bei einem großen Fund von Frischmorcheln eher zu übermäßigem Verzehr neigen als bei gekaufter, teurer Trockenware.


    Kann es zusätzlich noch sein, dass Trockenpilze auch deshalb besser vertragen werden, weil man diese vor dem Kochen lange wässern muss und dann automatisch etwas länger in der Pfanne lässt, um das überschüssige Wasser wieder auszukochen? Womöglich führt eine komplette Durchfeuchtung des Fruchtkörpers sogar zu besserem Wärmetransfer? Das wäre doch mal ein spannendes Thema für eine Versuchsreihe :).


    Interessant ist, dass M. norvegiensis in der Eifel seid 30 Jahren ohne Probleme gegessen wird (immer getrocknet übrigens). Gleichzeitig hatte Wolfgang einen Vergiftungsfall, nachgewiesenermaßen ebenfalls eine M.norvegiensis. Hier scheint die Art alleine also nichts zu erklären. Es sind dann wohl Verzehrmenge und individuelle Verträglichkeit (ich würde vielleicht von individueller Metabolisierung sprechen) eine Erklärung. Wobei ich nicht weiß, ob in dem Fall der Vergiftung frische Morcheln zubereitet wurden und in welcher Menge? Weißt du das Wolfgang P.

    Bei dem Fall aus Ehingen mit M. norvegiensis haben wenige Fruchtkörper, frisch zubereitet, bei vier Erwachsenen schwere Symptome ausgelöst.


    Auch im aktuellen ZfM-Heft S. 194 nachzulesen.

    Das ist ja hochinteressant. Ich wohne unweit von Ehingen etwas flussaufwärts und war gestern noch in den Donauauen unterwegs (völlige Fehlanzeige, nichtmal ein Morchelbecherling zu sehen). Ich habe noch nie Morcheln gegessen, aber falls ich mal welche finde, werde ich die Verträglichkeit erst mit kleinen Proben testen.

    Da gibt's ein paar schöne Fotos von meinen Großeltern in den 80ern mit gigantischen Steinpilzen im Südtirolurlaub. An den sonnenbegünstigten Südhängen ist der Herbst lang und mild. Wenn es dann noch genug regnet, ist es sicher ein Traum.

    Ich war selber in den letzten 10 Jahren drei mal in Südtirol (immer August/September) und leider scheinen aufgrund der zunehmenden Wetteranomalien auch die wochenlangen Trockenperioden immer häufiger aufzutreten. Es war jedesmal alles knochentrocken und außer ein paar Hallimasch gab es wenig zu sehen.

    Hallo martindr846 , ich bin in einer ähnlichen Situation wie du (noch Anfänger, aber möchte irgendwann PSV werden) und ich glaube, du solltest deine Erwartungen etwas zurückschrauben.

    Ich mache das Ganze jetzt seit ein paar Jahren und kann auch schon einige Dutzend Arten recht sattelfest erkennen (zumindest rede ich mir das ein 😉), aber ich merke, je mehr ich lerne, desto mehr wird mir klar was es noch zu lernen gibt. Und das ist enorm!

    Genieße doch die Reise und mach dir keinen künstlichen Druck! Pilze sind unfassbar faszinierende Lebewesen. Lass dir Zeit und besuche über die nächsten Jahre mal das eine oder andere Seminar, geh mal zu einer Pilzschule wie von Austernseitling vorgeschlagen, lies Bücher zu dem Thema und ganz wichtig: sei so oft draußen in der Natur wie möglich und lerne die unterschiedlichen Habitate kennen.

    Ich bin mir sicher, wenn du irgendwann bereit für die PSV-Prüfung bist, dann weißt du es.

    In Rastatt war ich zwar noch nicht, aber habe in Karlsruhe studiert, von daher werden die Bedingungen sehr vergleichbar sein. Da die Ecke zu den wärmsten von ganz Deutschland gehört, kannst du dich darauf einstellen, dass die Funga Ende Mai schon sehr weit fortgeschritten ist. Sicher spannend, was da in den Auwäldern zu finden ist.


    Für den Fall, dass du einen Tag dranhängen kannst: der herrliche Schwarzwald ist sehr nah und ein Abstecher lohnt immer :) .

    Also nach meiner Beobachtung wuchert Allium ursinum schon wie der Teufel - eine alte Dame hat hier vor 2 Jahren Bärlauch im Garten gepflanzt und der hat sich schon mehrere Meter in alle Richtungen ausgebreitet. Wie sehr muss dann Allium paradoxum erst wuchern? =O

    Lieber Christopher,


    danke für die tollen Tipps! Genau das von dir beschriebene Problem hatte ich, meine Steinpilze aus dem Dörrautomat (staubtrocken, wie es überall empfohlen wird) sind leider nur wenig aromatisch. Ich habe dann durch Zufall rausgefunden, dass die Lufttrocknung viel intensivere Aromen erzeugt, was vermutlich daran liegt, dass bei der langsamen Trocknung gewisse enzymatische Prozesse ablaufen, welche das atemberaubende Aroma erzeugen. Deinen Tipp mit dem langen kalt wässern werde ich auf jeden Fall mal testen und schauen, ob man da noch was rauskitzeln kann.

    Ein Vakuumiergerät habe ich auch, da kann ich deine andere Methode auch mal testen. Ich bin sehr gespannt und werde berichten! :)

    Ich find's ja immer wieder interessant, wie unterschiedlich bei den Pilzen die Wahrnehmung sein kann. Für mich schmecken die Dinger getrocknet wie Herbsttrompeten. Nur nicht ganz so intensiv.


    LG Christopher

    Nicht zu unterschätzen ist da auch, dass es zum einen eine teils erhebliche Variation bei Geruch/Geschmack der lokalen Populationen geben kann, was wahrscheinlich auf genetische Unterschiede und/oder auf wechselnde Umweltbedingungen (Witterung, Bodenverhältnisse etc.) zurückzuführen ist, aber auch die Art der Trocknung wohl das Endprodukt erheblich beeinflussen kann.

    Ich habe dieses Jahr eine Menge Steinpilze von der selben Stelle auf unterschiedliche Weisen getrocknet (Dörrautomat, Backofen, Heizung) und was alleine dabei an unterschiedlichen Geschmäckern rauskam, ist schon verrückt.


    Außerdem habe ich eine lokale Population von Amethystschuppigen Pfifferlingen entdeckt, die merkwürdigerweise fast geschmacks- und geruchsneutral waren. An meinem Geruchssinn lag es nicht, nur wenige Tage später habe ich in Vorarlberg feinste Pfifferlinge an den Berghängen gesammelt und die rochen ganz wunderbar, wie man es gewohnt ist.

    Ich würde noch hinzufügen, dass neben ausreichender Garzeit auch ausreichendes Kauen aufgrund des Chitingehalts die Verträglichkeit von Pilzen stark verbessert. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber mein Bruder arbeitet in der Chirurgie und er hatte während der Pfifferlingszeit schon mehrfach Patienten mit völligem Darmverschluss auf dem Tisch. Bei der Öffnung des Darms offenbarten sich völlig unverdaute und intakte Pfifferlingsfruchtkörper, die offenbar nicht ausreichend gegart und anschließend einfach runtergeschlungen wurden. Der Magen kann diese durch Verdauungssäfte allein dann nicht aufschließen und sie wandern unverdaut in den Darm.