Beiträge von Shroom!

    Da ich gerade über das Thema gestolpert bin, will ich auch noch meine Tips hier einstellen.


    Zur Haltbarmachung: Dörren ist definitiv zu bevorzugen und zwar auf maximal 35 Grad. Dabei gewinnt die Krause Glucke wie ich finde sogar an Aroma und wird deutlich intensiver. Ähnlich wie Steinpilze, welche ja auch erst nach dem Trocknen und einer gewissen Lagerzeit so richtig gut werden.


    Waschen tue ich sie zum trocknen nicht. Auch wenn immer das Gegenteil behauptet wird, finde ich, dass dabei Geschmack verloren geht. Auch beim Blanchieren. Das lasse ich auch bei frischer Verarbeitung bleiben.


    Ich versuche möglichst saubere Exemplare zu sammeln, schneide sie vorsichtig auf und schüttle / zupfe das Getier und andere Fremdkörper dann heraus. Was dann noch drin ist fällt weitgehend beim Trocknen raus und beim späteren Rehydrieren spült es auch noch verbleibenden Dreck raus.


    Zum Aufbewahren gebe ich die getrockneten Stücke in eine Papiertüte und vakuumiere diese dann. Nach ein paar Monaten Lagerung begrüßt einen dann beim Öffnen ein wundervolles Aroma von Marzipan und Schokolade, das sich dann beim Rehydrieren wieder in das typische Glucken-Aroma verwandelt.


    Einfrieren sollte man nur im Notfall machen. Der Pilz büßt dabei deutlich an Aroma ein. Ganz verloren geht der Geschmack nicht, aber gefühlt 50% sind dann weg. Da hilft auch vakuumieren nichts. Also wenn man sie nicht trocknen will oder kann, dann besser frisch verarbeiten.


    Fertig gekochtes mit Krauser Glucke kann man aber durchaus einfrieren. Da geht das Aroma dann nicht mehr so stark verloren. Habe das dieses Jahr mal mit einer weißen Bolognese mit Krauser Glucke drin gemacht. Das war auch nach dem Auftauen noch richtig gut.


    LG Christopher

    Wusste aber nicht ob der Mais gespritzt ist oder nicht.

    Spielt keine Rolle. Die Zeit, in der der Mais gespritzt wurde, ist zu dem Zeitpunkt schon lange vorbei. Und wenn du trotzdem Angst davor hast, dann fragst halt bei einem Bio-Bauern ob du mal durchs Feld streifen darfst. JEDER Maisacker hat Maisbeulendbrand. Man muss nur zur rechten Zeit dort sein und ggf. etwas genauer suchen. Je nach Maissorte sind mal mehr mal weniger Pflanzen befallen und witterungsabhängig ist es auch.


    Oder noch eine Alternative: Von La Costeña den Huitlacoche in der Dose kaufen. Ist allerdings sündhaft teuer.


    LG Christopher

    Regenfälle bisher ohne Ergebnis. Die üblichen Holzbewohner aber ansonsten nichts auf dem Boden. Auch keine Champignons oder Parasole. Diese Woche soll es noch etwas mehr Regen geben. Bin schon gespannt ob und wann da noch was kommt bei den Pilzen. Der Umstand, dass selbst die Hexen seit über einem Monat aufgegeben haben, lässt Böses ahnen.


    LG Christopher

    Die meisten waren leider so dermaßen eingetrocknet, dass es nur für zwei kleine 200ml Gläser gereicht hat.

    Interessant, entweder hattest du ne schlechte Stelle erwischt oder bei dir war die Trockenheit noch schlimmer als bei mir (was schwer vorstellbar ist). Bei mir gab es Brombeeren in Massen, auch groß und in bestem Zustand. Die hat die Trockenheit überhaupt nicht gestört.


    Thema Regen: Bei mir endlich mal wieder nennenswerter Niederschlag. 6 Liter. Und laut Vorhersage soll noch mehr kommen. Wär ja toll, wenn es so kommt. Dann gibt es vielleicht endlich mal wieder was anderes als nur Porlinge zu finden. :D

    LG Christopher

    Mit Pfifferlingen ginge das sicherlich, allerdings würde das wohl deren Eigengeschmack vollständig überdecken. Wäre dann m.E. eher Verschwendung. Beim Schwefelporling ist das schöne, dass hier der etwas eigenwillige Eigengeschmack sehr gut ergänzt wird.


    Mit Krauser Glucke könnte ich mir das auch vorstellen. Eventuell auch mit Anis-Champignons, aber die sind mit der Schadstoffbelastung nicht optimal für sowas.


    Mit Herbsttrompeten gäbe es hier auch noch ein süßes Rezept, allerdings ohne Gewürze: https://foodnutters.com/mushroom-jam-black-trumpet/

    Oder in Süß-Sauer: https://mycoboutique.com/blogs/recipes/black-trumpet-jam

    Und hier noch eine interessante Variante mit Ahornsirup: https://foragerchef.com/maple-black-trumpet-jam/


    LG Christopher

    Knoblauch gebe ich an Austern- oder Lungenseitlingen auch immer direkt mit dran. Pilze scharf in der Pfanne braun braten, zum Schluss noch etwas gehackten Knobi zugeben, salzen und genießen. Passt finde ganz hervorragend. Mehr Gewürze braucht es da gar nicht.


    Navajoa Da gibt es ein gutes Pastarezept wo ähnlich verfahren wird. Dort wird der Knobi allerdings gebräunt. 100 Zehen Knoblauch in Olivenöl langsam simmern lassen, bis sie leicht braun und weich sind. Dann zu einer Creme pürieren, unter Pasta mit einem Schluck vom Nudelwasser mischen, pfeffern, salzen und beim Anrichten ne schöne Ladung Parmesan oder Grana Padano drüber. Da geht jedem Knoblauch-Fan das Herz auf :D


    LG Christopher

    Hallo an die Freunde der kreativen Pilzküche!


    Dass man aus Pilzen weit mehr machen kann, als sie mit Speck und Ei durch die Pfanne zu jagen, dürfte ja mittlerweile hinreichend bekannt sein. Dass man Pilze durchaus auch süß zubereiten kann hingegen weniger. Was solche kreativen Ansätze betrifft, sind wir deutschen ja nach wie vor recht skeptisch. Im Ausland geht es in der Hinsicht wesentlich "bunter" zur Sache und vor allem aus Amerika findet man eine schier unendlich Masse an Zubereitungsansätzen für verschiedenste Arten, auf die bei uns wohl nie jemand kommen würde. Mandel-Feigen-Eiscreme Bitterschokolade und Riesenchampignon-Karamell zum Beispiel. Oder Vanillesauce mit Krauser Glucke. Beides schon von mir getestet und für exzellent befunden.


    Schon länger habe ich vom Blog "Foodnutters" ein interessantes Rezept auf der Liste von Dingen, die ich unbedingt mal ausprobieren möchte. Eingekochten Schwefelporling in süß. Nachdem es kürzlich mal wieder schöne Schwefelporlinge zu finden gab, habe ich das Rezept endlich mal ausgetestet und nach ein paar Tagen Lagerzeit heute mal verkostet. Kam als Topping auf zwei schöne Kugeln Walnuss-Eis.


    Ich muss sagen, ich war sehr positiv überrascht. Die Kombination aus Schwefelporling, Zuckersirup und den Gewürzen (Zimt, Nelke, Zitrusfrüchte, Rosmarin) harmoniert ganz wunderbar. Der typisch Schwefelporlings-Geschmack harmoniert ja allgemein gut mit Zitrus (wer's lieber deftig mag, hier entlang), wandelt sich aber zusammen mit den Gewürzen und dem Zuckeranteil in etwas sehr Fruchtiges. Im englischsprachigen Rezept wird es mit einer Mischung aus Pfirsich, Melone und Papaya beschrieben. Ob ich da ganz mitgehe, weiß ich noch nicht, aber es schmeckt auf jeden Fall richtig lecker und hat exzellent zum Walnuss-Eis gepasst. Die Konsistenz ist auch ganz anders als man es sonst vom Schwefelporling kennt. Gekochte Rote Beete trifft es glaube ich ganz gut. Also bissfest, wie ein Wurzelgemüse und nicht faserig aber auch nicht mehlig. Macht Spaß das zu Essen!


    Lange Rede kurzer Sinn: Wer kulinarischen Experimenten nicht abgeneigt ist, dem sei Nachmachen empfohlen. Ich kann mir das Ergebnis auch sehr gut mit Milchreis, einem Zimtparfait oder als Topping für ein Galaktoboureko (griechischer Grieskuchen) vorstellen. Letzteres wird ohnehin mit Sirup übergossen und den bringt das Schwefelporlings-Rezept praktischerweise gleich mit - inklusive der Zitronen und Orangenscheiben.


    Zur Erleichterung an dieser Stelle mal eine Übersetzung des Rezepts:


    Eingelegter Schwefelporling (Chicken of the Woods) – süßes Pilzdessert


    Zutaten

    • 1kg Schwefelporling
    • 1kg Zucker
    • 1,5 Liter Wasser
    • 1 Bio-Orange
    • 1 Bio-Zitrone
    • 1 Esslöffel abgeriebene Zitronenschale
    • 1 Esslöffel abgeriebene Orangenschale (meine Modifikation)
    • 2 Teelöffel gemahlener Zimt
    • 1 Teelöffel getrockneter Rosmarin (ein frischer kleiner Zweig im Glas ginge auch)
    • 4 Gewürznelken

    Zubereitung

    1. Pilze blanchieren: Schwefelporling sauber machen und in Scheiben oder Würfel schneiden. Großen Topf Wasser zum Kochen bringen, Pilze hineingeben und etwa 20 Minuten köcheln lassen. Baut primär die Oxalsäure ab.
    2. Parallel in einem zweiten Topf den Zucker mit den 1,5 Liter Wasser verrühren. Bei niedriger Hitze erwärmen, bis er klar und glatt ist, dann auf gemäßigter Temperatur am Köcheln halten bis die Pilze fertig sind.
    3. Nebenbei noch die Schale der Orange und Zitrone abreiben, danach beide in dünne Scheiben schneiden. Gewürze abmessen oder bereitstellen.
    4. Die gekochten Pilze abgießen und kurz ausdampfen lassen. Dann in den Topf mit dem Zuckersirup geben. Die Zitronen und Orangenscheiben unterheben und danach die Gewürze einarbeiten.
    5. Bei niedriger Hitze weiter köcheln lassen, bis der Sirup eindickt und sich als glänzende Schicht über die Pilzstücke legt.
    6. Währenddessen Gläser auswaschen oder wer auf Nummer sicher gehen will sterilisieren.
    7. Wenn der Sirup die richtige Konsistenz hat, in die Gläser füllen und verschließen. Wer maximale Haltbarkeit will, sollte sie nochmal in den Ofen auf ein Blech mit Wasser stellen und bei 105 Grad für eine Stunde einkochen. So habe ich es gemacht, damit ich die Gläser ungekühlt für ein paar Monate lagern kann.

    Viel Spaß beim Nachmachen und frohes Naschen!


    LG Christopher

    Die von mir gezeigten Expemplare wären für mich definitiv zu fest und demzufolge zu zäh gewesen.

    Musst du mal ausprobieren ob dem wirklich so ist, wenn entsprechend geschnitten, einmal getrocknet und wieder rehydriert. Die Konsistenz verändert sch dadurch nämlich nochmal. Ist beim Schwefelporling auch so. Den finde ich ja in dem Stadium, wo er beginn sehr fest zu werden und schon etwas Farbe an der Oberseite eingebüßt hat am besten. Nach dem Trocknen und Rehydrieren ergeben genau solche Fruchtkörper die beste Hühnerfleisch-Konsistenz. Und beim Riesenporling ist es auch so, nur dass man es dort mit Rindfleisch-Konsistenz zu tun hat.


    Ich mach dann fast immer Gyros draus. Entweder für Pilzdöner oder einfach so als "Grillteller" mit etwas Gemüse, Käse und Reis oder Fladenbrot und Tsatsiki dazu. Herrliche Sache. Und mit der Einweichbrühe vom Pilz kannst du eine klassische Rinderbrühe ohne Rind ansetzen. Ist dann eine wunderbare Basis für Suppen und Saucen. Kann man auch wunderbar einkochen, dann hat man sie griffbereit wenn man sie braucht. Dieses Jahr habe ich in der Bärlauchsaison mal aus Riesenporling eine vegane Rinderbrühe mit Bärlauch-Griesnockerln drin gemacht. War der Renner bei den Mitessern. Die wollten gar nicht glauben, dass das keine Fleischbrühe ist. :D


    LG Christopher

    Natürlich sind sie in diesen Stadien nicht mehr für allfällige Speisezwecke geeignet.

    Die Exemplare die du zeigt sind noch einwandfrei. Die schwarze Verfärbung bei dem jungen, dicken Knubbel ist ein Trockenschaden. Wenn die durch Hitze und Wind aufreißen, färben sie umgehend schwarz um. Den Effekt siehst du bei meinen Bildern auch an einigen Exemplaren. Wenn der Geruch gut ist und es nicht draufgeregnet hat, sind die trotzdem noch brauchbar.


    Und ein kleiner Tipp für die zähen Teile des Fruchtkörpers: Einfach gegen die Faser in Streifen schneiden und trocknen. Zarte Teile schneide ich hingegen mit der Faser. Ergibt dann in der Mischung eine schöne fleischig-zähe Konsistenz. Gefällt mir persönlich sehr.


    Wenn es einem trotz der Schnitttechnik zu zäh ist, dann die festen Stücke separieren und nur für Pilzbrühe nutzen oder zu Würzpulver verarbeiten. Der Pilz ist so eine Geschmacksbombe (vor allem nach dem Trocknen), dass es schade ist, die zähen Teile zu entsorgen.


    Zum Maisbeulenbrand: Da interessiert mich deine Meinung auch sehr. :)


    LG Christopher

    Noch ein letztes mal am Riesenporling bedient. Jahresvorrat sollte jetzt gesichert sein. Die Größe ist einfach immer wieder beeindruckend.


    Abseits der großen Porlinge lässt sich immer noch nichts Pilziges finden. Keine Parasole, keine Champignons, keine Täublinge und auch keine Röhrlinge.


    Die Schmetterlingstrameten fangen allerdings an zu schieben.


    LG Christopher

    Ist da eigentlich etwas (gesichert) bekannt über Unverträglichkeiten?

    Nein, wird in Mexiko seit Ewigkeiten gegessen und gezielt kultiviert. Da eine Verwandtschaft zum Mutterkorn besteht, gibt es das sich hartnäckig haltende Gerücht, dass der Genuss für Schwangere problematisch ist. Das wurde allerdings widerlegt. Die problematischen Alkaloide aus dem Mutterkorn konnten im Maisbeulenbrand nicht nachgewiesen werden.


    LG Christopher

    Wer macht denn so was?

    Ich. Finde es ja spannend Pilze zu probieren die als ungenießbar gelten. Manchmal kann ich das nicht nachvollziehen, bei der Art aber schon. Dann lieber ausgewachsene Stinkmorchel. Stinkt nur, schmeckt aber nicht schlecht. Faszinierend oder? Geschmacklich wie das junge Hexenei nach Rettich und die Sporenmasse zusätzlich stark süß. Wenn man das mal gemacht hat, kann man nachvollziehen, warum ausgewachsene Stinkmorcheln in Thailand (dort die Schleierdame) ein Marktpilz sind. Man kann den stinkenden Teil auch abschneiden und einfach den geruchsneutralen Stiel verwenden. Schmeckt knusprig gebraten erstaunlich gut und man hat mehr davon als wenn man nur die kleinen Hexeneiner verwertet + der Pilz kann sich weiter verbreiten wenn man den olfaktorischen Störfaktor im Wald belässt.


    LG Christopher