Danke für die rasche Antwort!
LG Matevž
Danke für die rasche Antwort!
LG Matevž
Hallo Hartmut,
Als Erinnerung an Karin Montag möchte ich gerne die Monographie von Guzmán "The genus Psilocybe" kaufen. Kannst Du mir bitte ein Angebot machen?
Interessiert bin ich auch an der Buchversion von "Russularum icones" von Marxmüller, da würde ich gerne den Preis dafür wissen, aber letzteres wird wohl
mein Budget nicht zulassen.
Liebe Grüße,
Matevž
Servus Felli,
Die Lugolreaktion konnte ich noch am Präparat des Vortages machen. Die Fotos sind aber nicht scharf.
Weder die reifen noch die unreifen Asci haben sich an der Spitze blau verfärbt. Der Mucus deutlich blau
und die Zellen des Excipulums im unteren Bereich deulich orangerot bzw. dextrinoid. Da tu ich mir schwer, die dextrinoide Reaktion richtig zu verorten. Die Zellwände sind gelb und es ist wohl der Zellsaft, der reagiert und die Reaktion betrifft nur Teile des äusseren Excipulum.
LG
Matevž
Servus Gabi,
ich orientiere mich nach der Ascobolus und Saccobolus Monographie von Van Brummelen
und nach F. Doveri " Fungi fimicoli italici", dann nach seinem update im Internet. Es gibt auch einen deutschsprachigen Schlüssel, der glaube ich hier im Forum schon mal zum herunterladen eingestellt war.
Viele Einzeldarstellungen gibt es auch hier im Forum.
LG
Matevž
Servus Felli,
in Lugol verfärbt sich der Mucus zwischen den Paraphysen hellblau. In Wasser ist der Mucus farblos. Die Asci sind in Lugol negativ. Teile der Medullazellen
reagieren auf Lugol stark dextrinoid wie auch z.T. das Zytoplasma in den Asci. Die Zellen des ektalen Excipulums sind gelb und reagieren nicht.
Inwieweit diese Reaktion auch mit Melzer übereinstimmt, kann ich nicht sagen, weil ich keine weitere Untersuchung mehr machen kann. Es ist nur 1 Fruchtkörper erschienen.
Van Brummelen hat die Reaktionen nur mit Melzer Reagenz geprüft.
Am Abend werde ich ein paar Fotos von der Lugol Reaktion einstellen.
Ich hatte vor einiger Zeit A. denudatus hier im Forum eingestellt. Da sehe ich, daß sich das Excipulum bei der Art hemiamyloid (rötlich) auf Melzer verfärbt hat.
Also eine etwas andere Reaktion.
Makroskopisch würde ich A. michaudii, denudatus, perplexans und auch furfuraceus doch ausschließen wollen. Die Apothezien dieser Arten sind alle irgendwie stark
gefärbt, von gelb, zitronengelb, grünlich bis okerlich und bräunlich. Hier bin ich makroskopisch bei den hyalinen, weißlichen Arten. Wegen der
kleinen Sporen und den körnigen Auflagerungen auf der Außenseite des Apotheziums möchte ich A. albidus ausschließen und meine,
daß es hier A. sacchariferus oder eine andere Art, die zwischen A. albidus und A. sacchariferus steht, sein sollte.
Sporen, die allesamt unter 20 µm lang sind zähle ich nicht mehr zu A. albidus. Albidus beginnt erst mit 20 µm Länge.
Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Matevž
Grüß' Euch Alle zusammen,
Nachdem auf meiner Pferdedungprobe Ascobolus albidus zu Besuch war, ist unerwartet noch ein anderer, etwas größerer weißlicher Ascobolus aufgetaucht.
Ich habe ihn als Ascobolus sacchariferus angesprochen, weil nichts anderes geht.
Tatsächlich passt die Sporenlänge mit unter 20 µm haargenau und die Apothecien sind auf der Außenseite auch schön körnig. Nur ist
der Zucker da nicht weiß, sondern gelbbraun. Da habe ich auch ein bischen mit dem seltenen Ascobolus perplexans geliebeugelt. Aber
dieser ist nach Van Brummelen jung gelbgrün, später gelbbraun gefärbt, das Sporenornament mit länglichen Rillen und meistens mit
Querstegen.
Hier ein paar Daten:
Apothezien weißlich, jung kugelig, sitzend, breiter als hoch, die Scheibe mit einem höher stehenden Rand umgeben. Bei Reife das Hymenium ausgebreitet,
mit einer großen Menge herausragender Asci gefüllt, wobei ein deutlich sichtbarer leerer Rand verbleibt. Die Außenseite körnig kleiig.
Asci 8-sporig. Ascosporen 18-19 (20) x 9,5-10,5 µm groß. Jung hyalin mit seitlicher Gelhülle, dann violett, schließlich bräunlich.
Ornament aus länglich verlaufenden Rillen, diese z.T. anastomosierend und mit schmalen Querstegen versehen.
Paraphysen farblos, schmal, an den Enden oft kugelig verdickt oder verzweigt.
Am Rand des Hymeniums befinden sich Paraphysenähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen, die aus kurzgliedrigen länglichen Zellen bestehen, die Endzelle
länger und an der Spitze keulig verdickt.
Das Excipulum zeigt eine textura globulosa-angularis in Basisnähe, im oberen Bereich eine textura epidermoidea.
Alle Fotos stammen von einem Fruchtkörper.
Aufgrund der Sporengröße möchte ich Ascobolus albidus ausschließen. Die Apothezien sind bei A. albidus an der Außenseite auch nicht angezuckert.
Bei meinen bisherigen Aufsammlungen von A. albidus habe ich am Rand des Hymeniums meistens Paraphysen ähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen mit aufgeblähten
moniliformen Elementen beobachtet. Diese fehlen hier bzw. sind sie anders geformt.
Ascobolus perplexans, den ich gar nicht kenne, kann ich nur von der Apothezienfarbe her ausschließen.
Das Sporenornament erinnert weiters an den überaus häufigen Ascobolus furfuraceus, bei dem die Paraphysen in einem gelben bis grünlichen Mucus eingebettet sind.
Den vermisse ich hier, wiewohl der Fruchtkörper gut gereift ist. Aus diesem Grund bleibe ich bei A. sacchariferus.
Bin neugierig, ob Ihr das auch so seht und danke Euch einstweilen fürs Anschauen der Fotos.
Liebe Grüße
Matevž
Servus Felli,
interessanter Fund!
Ich bin auch für Thelebolus caninus, weil Thelebolus hyalinellus, der auch 32-sporige Asci hat, kleinere, nur 5-6 µm lange Sporen aufweist.
Die Ascomata enthalten bei letzterer Art auch nur 1-5 Asci. Auf deinen Fotos sehe ich ein Dutzend Asci.
F. Doveri schreibt, daß Thelebolus caninus warzige, an den Enden leicht zugespitzte Sporen hat. Auf deinen Fotos schauen sie glatt aus. Die warzige Oberfläche
ist von der Kamera eventuell nicht aufgelöst worden. Vielleicht werden sie in Kongo oder Baumwollblau sichtbar bzw hast du sie eh gesehen.
Die Paraphysen sind apikal verdickt, was zu dieser Art passt. Doveri hat Th. caninus auch auf Rehdung (deer dung) gefunden, also stimmt auch das Substrat.
Thelebolus caninus ist mir noch nicht untergekommen, deshalb kann ich nicht mehr dazu sagen.
Weitere 32-sporige Thelebolus Arten wüsste ich keine. Th. crustaceus hat wiederum 64-sporige Asci.
LG Matevž
Servus Felli,
ja, vielleicht doch. Das wäre auch sehr schön!
Die Sporen sind hier in Kongorot, weil ich eine Deconica "coprophila" untersucht habe. Da wollte ich die Zystiden anfärben.
Ich habe das Pigment des Ornaments von "A. lineolatus" für ein verblasstes Violett gehalten.
Moravec schreibt, daß sich das Ornament der Sporen von Pseudombrophila petrakii in Methylenblau gut anfärben lässt bzw. darin erst sichtbar wird.
Das Substrat für P. petrakii soll Pferde- oder Rinderdung sein. Hier ist es Hasendung.
Weder Ascobolus lineolatus noch Pseudombrophila petrakii kenne ich aus eigener Anschaaung.
Ascobolus Arten schaue ich immer in Wasser an, bei Pseudombrophila nahm ich bisher Baumwollblau wegen des Sporenornaments. Wie sich die
Sporen von Pseudombrophila petrakii in Kongorot verhalten weiß ich nicht.
Das Ornament mit kurzen unterbrochenen horizontalen Linien kommt bei A. lineolatus vor, bei P. petrakii sind die Linien meist durchgehend, wenn ich
die Sporenzeichnungen von Moravec richtig deute.
Vielen Dank für Deine Antwort! Pseudombrophila petrakii muss ich in meine Überlegungen miteinbeziehen.
Grüße,
Matevž
Grüß' Euch Alle,
Leidgeplagt vom Hasendung, den ich im Oktober vorigen Jahres aufgesammelt habe und der mir bestimmungsmäßig
außer 3x Ärger nichts eingebracht hat, war ich zuletzt in einer ganz schlechten Stimmung. Das könnte sich vielleicht ändern, weil
ich vor ein paar Tagen "fremde" Sporen in einem mikroskopischen Präparat gesehen habe, die ich gerne einem Ascobolus zuschreiben möchte.
Ich denke an Ascobolus lineolatus.
Substrat ist Hasendung aus den Karawanken/Oktober 2025.
Insgesamt habe ich 5 Sporen gesehen. Diese elliptisch, gelb, mit einem Ornament aus horizontal verlaufenden Streifen.
Größe: 12 x 7-8 µm ohne Ornament, 12,5-13 x 8-8,5 mit Ornament. Sie zeigen einen Rand, der entstanden ist, weil ich die Sporenfotos gestapelt habe.
Fruchtkörper habe ich keinen gesehen. In der Nähe waren aber weiße Becherlinge, die ich hier im Forum als Coprotus disculus vorgestellt habe.
Ich meine auch ein paar gelbliche Apothezien gesehen zu haben, die ich als "alte" Coprotus Arten dann aber nicht unters Mikro getan habe. Sie sind nicht mehr da.
Für mich passen die Sporen zu A. lineolatus. Sie sind gelb, weil alt oder weil sie im mit KongoNH3 gefärbten Präparat die Farbe gewechselt oder verloren haben.
Ascobolus Sporen sind ja jung hyalin, reif violett und überreif braun. Tote Sporen könnten auch gelb sein. Gelbliche Sporen habe ich letztens bei einem Ascobolus albidus
beobachtet, von dem ich ein Präparat in Aquatex eingelegt habe.
Das ist jetzt natürlich etwas weit hergeholt, aber immer noch besser wie wenn jemand eine Ascobolus Art aus der Erde sequenziert. Ich kann wenigstens Sporen vorweisen.
Die ersten drei Fotos zeigen die Sporen von "A. lineolatus", die anderen gehören zu A. albidus. Wie gesagt, es ist nur eine Vermutung.
Ich hoffe auf die eine oder andere Reaktion.
Liebe Grüße,
Matevž
Ja, das ist nicht einfach.
Die Sporen waren alle über 1o my lang, meistens 11-12 x 7 my. Deshalb habe ich den Arbeitstitel C. disculus gewählt.
Wäre schön, wenn Peter auch was dazu sagen könnte.
LG,
Matevž
Servus Felli,
Ja, habe ich verglichen, und zwar mit den Angaben für C. lacteus, die von I. Kušan, N, Matočec et al. (Un overview of the genus Coprotus, 2018) für diese Art angegeben werden.
Da passen die Ascuslänge und die Sporengröße. Im Übersichtsschlüssel bin ich allerdings nicht zurechtgekommen. Bei Coprotus disculus werden prismatische Randzellen hervorgehoben,
die 15-20 µm lang sind. Bei meinem Fund sind die Endzellen der 2-3 gliedrigen, länglichen Randzellen im Schnitt 8-10 µm lang.
Da war ich dann unsicher, weil ich nicht einschätzen konnte, inwieweit diese Zellen noch länger werden könnten und ob die Einzelzellen zusammengerechnet werden müssten.
Dann käme ich nämlich auf eine Länge von mehr als 20 µm.
Die gekrümmten und apikal kaum verdickten Paraphysen sind bei C. lacteus meines Erachtens auch besser aufgehoben.
Coprotus lacteus war der Verdacht, den ich oben geäußert habe. Die Asci sind kürzer als bei C. disculus. Dazu kommen die biseriat angeordneten Sporen und die stark gebogenen Paraphysen. Die Randzellen sind ein weiteres Differenzierungsmerkmal und wenn Du diese Zellen aufgrund deren Länge eher Coprotus lacteus zuschreiben würdest, möchte ich meine Bestimmung gerne ausbessern. Das wäre dann mein persönlicher Erstfund von Coprotus lacteus. Coprotus glaucellus schließe ich aus, weil diese Art kürzere Sporen und noch stärker gekrümmte Paraphysen hat. Die Randzellen sind bei dieser Art nur bis 10 µm lang. Ich sehe da auch eine gewisse Übereinstimmung meiner Beobachtungen mit den Zeichnungen, die Doveri (Fungi fimicoli italici, 2007) für C. lacteus gemacht hat.
Meine Größenangabe für die Apothezien von 400-500 µm ist ein Spitzenwert, die meisten Fruchtkörper waren viel kleiner, so um die 200 µm im Durchmesser.
Ich danke Dir vielmals für die Rückmeldung!
LG Matevž
Grüß Euch Alle,
Das Neue Jahr hat längst Einzug gehalten und ich bin noch immer mit dem Hasendung vom September 2025 beschäftigt.
Da habe ich vor paar Tagen Besuch von einer Herde von Coprotus Fruchtkörpern bekommen. Ich meine es handelt sich hierbei um Coprotus disculus.
Die relativ großen elliptischen Sporen lassen eine andere Art kaum zu. Coprotus disculus habe ich schon mehrmals gehabt, doch bei diesem Fund
waren die die Asci kleiner, mehr breitkeulig bis breitzylindrisch und die Sporen in den Asci durchwegs biseriat angeordnet. Die Paraphysen oft stark gekrümmt,
was für Coprotus glaucellus oder Coprotus lacteus auch gut passen könnte. Aber letztere Arten haben kleinere Sporen, meist unter 10 µm, wobei
Coprotus lacteus wegen der gekrümmten Paraphysen vielleicht doch noch eine Option wäre.
Bin neugierig, wie Ihr das seht.
Folgende Daten habe ich zusammengetragen:
Die kissenförmigen, rundlichen Apothezien weißlich, mit glattem Rand. Junge Apothezien angedeutet kreiselförmig, dann verflachend. Ca. 400-500 µm im Durchmesser.
Asci breitzylindrisch (65) 70-85 (90) x 14-20 µm. Ascusbasis mit Haken.
Ascosporen elliptisch, glatt, in Baumwollblau mit de Bary Tropfen, der aber erst spät (nach einem Tag) erscheint. Sporengröße: 10-12,5 x 6,5-7,5 µm.
Das ektale Excipulum zeigt eine textura globulosa-angularis.
In der oberen Randzone gibt es längliche, kurzgegliederte Zellen. Die Endzellen 8-10 (12) x 4-5 µm groß.
Liebe Grüße,
Matevž
Grüß Euch Alle,
Zu Weihnachten ist bei mir auf Hasendung ein Kahlkopf erschienen, den ich gerne zur Diskussion stellen möchte.
Aufgrund seiner Erscheinung war meine erste makroskopische Bestimmung Deconica merdaria. Dann habe ich
mikroskopiert und Zystiden gefunden, die eigentlich besser zu Deconica coprophila passen. Da bin ich dann stehen geblieben.
Da nur ein Fruchtkörper gewachsen ist, habe ich ihn etwas früher geerntet, um nicht mikroskopische Merkmale zu verlieren.
Die Sporen sind deshalb nicht ganz ausgereift.
Hier ein paar Details:
Hutdurchmesser 0,7 cm, Stiel ca. 4 cm hoch.
Hut jung rotbraun, dann gelbbraun bis bräunlich, gebuckelt, glatt, feucht schmierig, an den Rändern mit wenigen weißlichen Velumresten, undeutlich gerieft (?).
Die Lamellen bräunlich, breit angewachsen, mit hellerer Schneide. Jeweils 3 Zwischenlammellen vorhanden.
Stiel bräunlich mit weißlichen Fasern besetzt. Ohne erkennbare Ringzone. Stiel an der Basis mit weißlichem Filz, nicht wurzelnd.
Die in Frontansicht hexagonalen/rhombischen Sporen mit deutlichem Keimporus in Wasser violettlich, 10-13 x 6,5-8 µm. Die Sporen in Kongorot gelbgrün bis dunkelolivgrün und
in KOH 3% honiggelb, deutlich dickwandig.
Die Cheilozystiden sind schlank lageniform, zwischen 15-25 µm lang.
Pleurozystiden zahlreich, 20-40 µm lang, lageniform bis utriform, oft mit kopfigem Ende. In KOH3% ohne lichtbrechende Masse.
Caulozystiden lageniform oder zylindrisch wellig, in Büscheln.
Die Hutdeckschicht ist eine Ixocutis mit 3-4 µm breiten Hyphen. Septen immer mit Schnallen. Pigment gelbbraun inkrustierend.
Die Hyphen der Subcutis breiter, bis 9 µm. Die Gelschicht ist ca. 150 µm breit.
Die Stielhyphen leuchten bei 400 nm rot bis rotorange.
Nach Doveri bestimmend, habe ich mikroskopisch eindeutig eine Deconica (Psilocybe) coprophila. Makroskopisch gefällt mir das nicht, weil die
Abbildungen in der Literatur deutlich dunklere und kleinere Pilze zeigen. Hier im Forum hat Rainer im November 2025 eine Deconica coprophila
vorgestellt, die mit den dunkelbraunen gerieften Hüten über jeden Zweifel erhaben ist, also ganz anders als mein Fund.
Die Pilze verhalten sich nicht so wie in den Büchern beschrieben. Ich würde gerne eine Deconica merdaria sehen, aber mikroskopisch geht das nicht.
Da habe ich auch Schwierigkeiten mit der Interpretation, weil die Existenz von Pleurozystiden bei D. merdaria und D. coprophila von einigen Autoren in Abrede gestellt wird.
Vielleicht hat jemand eine andere Idee. Mir fehlt da auch ein bischen die Erfahrung mit den Kahlköpfen.
Wenn es keine Deconica ist, dann bietet sich noch die Gattung Stropharia an.
Aber eine Stropharia ( alcis) geht nur von der Sporengrösse her, weil ich in KOH keine lichtbrechende Masse bei den Zystiden feststellen konnte. Bei jungen Pilzen ist die
lichtbrechende Masse wahrscheinlich noch nicht da.
Nachdem ich jetzt doch etwas Abstand von dem Ganzen genommen habe, komme ich zu folgendem Endergebnis:
Ich halte meinen Fund für eine Deconica (Psilocybe) merdaria s.l. und stelle ihn in die Nähe von Deconica (Psilocybe) merdaria var. exigua.
Mit dem im Verhältnis zu D. coprophila doch recht freudig bräunlich gefärbten und kaum (nicht?) gerieften Hut und den langen Stiel passt sie meines Erachtens recht gut in
dieses Umfeld. Die Ringzone am Stiel fehlt, weil die Velumreste wohl am Hutrand haften geblieben sind.
Die in Frontansicht eckigen Sporen von 10-12(13) x 7-8 µm decken sich mit dem Wert, den E. Ludwig (Pilzkompendium I) für var. exigua angibt.
Die Pleurozystiden bleiben für mich ein Problem. Bei D. merdaria wurden lt. Literaturangaben keine gefunden.
Bei D. coprophila wurden sie gefunden, einmal ja und ein anderes Mal wieder nicht. Die Formen, die ich bei meinem Fund gesehen habe, passen zu D. coprophila.
Das lasse ich so stehen.
Eine Stropharia geht nicht. Ich habe noch mehr Material angeschaut, aber keine Pleurozystiden als Chrysozystiden angetroffen.
Die Sporen waren im Prinzip auch reif, weil sich in Kongo nur wenige unreife rote Sporen befunden haben. Deshalb sollten die Werte auch stimmen.
Damit bin ich für mich fertig.
Danke fürs Anschauen und weiterhin eine angenehme weihnachtliche Zeit,
Matevž
Servus Peter,
vielen Dank für den Artikel!
Liebe Grüsse,
Matevž
Hallo Andreas,
ich habe noch nicht so viele P. roridus unter der Lupe gehabt, aber die Gestalt und Sporengröße kommen mir bekannt vor.
Die etwas langgezogenen Vesikel mit flach aufsitzender kleinen Sporenkappe verweisen auf P. roridus, würde ich sagen.
Die Sporengröße war bei meinen letzten Funden auf Schafdung 6-7 x 3-4 µm. Die Sporen eigentlich farblos und mit körnigem Inhalt.
Auf deinem Foto sind sie gelbgrün, das ist wahrscheinlich objektivbedingt und etwas unscharf abgebildet, weil du gezoomt hast.
Macht aber nix.
LG
Matevž
Ich habe dann auch reife Sporen gefunden. Bezüglich der Größe hat sich im Prinzip aber nichts geändert.
Die unreifen Sporen sind deutlich breiter und zum Teil auch länger und für eine Messung nicht geeignet.
Was den Aufbau der Peridie betrifft, ergab eine neuerliche Überprüfung nur, daß ich keine Haare vorgefunden habe.
Das liegt wohl daran, daß der Fruchtkörper nur wenig im Substrat eingesenkt war.
Das Excipulum außen eine textura angularis bis epidermoidea, und innen eine textura angularis.
Ich füge noch ein paar Fotos an und schließe damit das Thema.
Liebe Grüße,
Matevž
Mit den Haaren habe ich mir sehr schwer getan.
Die nächste Art im Schlüssel ist ja Arnium villosum, das dem Namen nach ein "zottiges" Perithezium haben sollte, oder es sind mit "villosum" die Haare selber damit gemeint. Leider kenne ich die Art nicht. Weder Lundquist noch Doveri beschreiben sie und der Artikel von Mirza & Cain (1972) ist mir nicht zugänglich. Die Sporengrösse würde bei meinem Fund nämlich zu A. villosum sehr passen. Es kann auch sein, dass ich bei der Fruchtkörperentnahme zu viel Material verloren habe.
Aber ich bleibe dennoch bei A. mendax, weil die Merkmale auch für dich nachvollziehbar sind.
Danke noch einmal für deine Antwort!
Servus Peter,
Herzlichen Dank für die nachträgliche Bestätigung von Arnium mendax! Das gibt mir wieder etwas mehr Sicherheit bei der Bestimmung weiterer Arten.
Ich bin hier vor allem wegen der Caudae gestolpert. Bei meinem Fund ist der Kanal der Caudae kaum erkennbar bzw. ganz schmal und undeutlich.
Deshalb konnte ich bei deinem Schlüssel ab dem Punkt 27 nicht weiter, weil man ja entscheiden muss, ob die Caudae einen Kanal aufweisen.
Gut, daß Du die Zeichnung von Lundquist eingestellt hast. Ich meine, dass hier der Kanal wirklich sehr dezent und schmal gezeichnet ist, wie wenn
es einen Porustrakt gäbe, der sich nach außen verlängert. Anschließend folgt noch eine Zeichnung von Sporen mit Caudae, die einen deutlich ausgeprägten
Kanal zeigen, diese Art stellt Lundquist aber zu Arnium spec.
Die Haare habe ich soweit möglich genau angeschaut. Ich bin der Meinung, daß sie mit einer dickeren Fußzelle am äußeren Excipulum angewachsen sind.
Lundquist beschreibt die Perithezien von Arnium mendax auch als behaart, wobei die bräunlichen Haare ca. 2,5 µm breit und septiert sind. Das sehe ich
bei meinem Fund auch so. Ich hänge noch ein paar Fotos an.
Liebe Grüße,
Matevž
Grüß Euch Alle,
Auf Hasendung, den ich Ende Oktober in den Karawanken gesammelt und seither in einer Feuchtkammer habe, sind in den letzten Tagen Fruchtkörper einer Arnium Art erschienen.
Die Sporen reifen schon heran und sind grün gefärbt. Da die Merkmale mehr oder weniger entwickelt sind, habe ich mich an eine Bestimmung getraut und bin nach
persönlicher Gewichtung der Merkmale auf Arnium mendax gekommen. Ich habe 3 Arnium Schlüssel, denen ich gefolgt bin: Lundquist, Doveri und Peter Welt.
Bei dem Schlüssel von Peter Welt bin ich nur zu Punkt 27 gekommen, dann konnte ich nicht weiter. Deshalb stelle ich die Art hier vor, um eine oder mehr Meinungen einzuholen.
Folgende Merkmale kann ich anbieten:
Perithecien bis zum Hals im Substrat eingesenkt. Die rundlichen Perithecien 1 x 0,6 mm groß, braun, stark behaart, der Hals schwarz und glatt.
Die flexiblen Haare sind 2-3 µm breit und bilden einen dicken Pelz um die Peridie. Darunter zeigt die Peridie eine textura angularis. Im Halsbereich ein relativ breites Band
länglicher Zellen, die ich als textura epidermoidea interpretiere.
Asci 8-sporig, mit Apikalapparat, dieser 2,5-3 µm breit, gut sichtbar in Kongorot oder Baumwollblau.
Sporen im Ascus biseriat angeordnet, gleichmäßig elliptisch, nicht abgeflacht, mit 2 Keimporen und mit jeweils einer zentral angehefteten Cauda.
Sporengröße: 37-41 x 19-23 µm, die meisten Sporen aber um 40 x 20 µm.
Der Keimporus ca. 1 µm im Durchmesser, gut sichtbar in Chlorazolschwarz/Phasenkontrast, aber auch in Wasser einwandfrei zu erkennen.
Die bis 10 µm breiten und bis 100 µm langen Caudae sind mehr oder weniger glatt, ohne einen Kanal bzw. ist dieser so undeutlich ausgeprägt, daß ich ihn nicht sehe.
Ja, von der Sporengröße her würde auch Arnium villosum passen, diese Art hat jedoch Asci mit breiterem Apikalapparat und eine sehr dunkle Peridie, die keine klare Struktur erkennen lässt,
wie Peter Welt in seinem online Schlüssel vermerkt hat.
Arnium inaequilaterale mit einseitig abgeflachten Sporen möchte ich ausschließen, diese Art hat schon Charlotte hier im Forum (2018) eindrucksvoll vorgestellt.
Arnium mendax wurde hier im Forum mehrmals vorgestellt. Hier sehe ich Caudae mit einem deutlich ausgeprägten Kanal.
Lundquist schreibt, daß die Caudae bei A. mendax keinen oder nur einen undeutlichen Kanal aufweisen, sofern ich die englische Diagnose richtig verstanden habe.
Ich bin schon neugierig, wie Ihr meinen Fund einschätzt und danke fürs Anschauen!
Liebe Grüße,
Matevž
Sehr traurig!
Die Pilzdokumentationen von Matthias sind kunstvoll gefertigt und faszinieren mich immer wieder.
Daß er nicht mehr da ist, kann ich schwer begreifen.
Matthias hat mir bei einigen Bestimmungsanfragen weitergeholfen, dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Mein aufrichtiges Beileid der Familie und den Angehörigen!
Matevž
Schönen Dank für Deine Einschätzung!
Ehrlich gesagt, habe ich ein wenig gehofft, dass eine Bestimmung meines Fundes doch noch geht.
Nun ja, Saccobolus bleibt weiter spannend.
Wenigstens weiss ich jetzt, dass es zahlreiche ähnlich gelagerte Funde gibt.
Viele Grüsse,
Matevž
Servus Felli,
Vielen Dank für Deine Antwort!
Hast schon recht, bei meinem gabs keine gelben Apothezien noch gelbe Paraphysen und die Sporen waren in den Paketen nach dem Muster
2-3-3 angeordnet. Da bin ich in der Sektion Eriobolus. Den Fund habe ich ursprünglich falsch als S. depauperatus abgelegt, aber dieser hat die Gelkappe
über die gesamte Paketlänge.
Deshalb habe ich mich über Eure viel interessanteren Beiträge sehr gefreut!
Das mit Saccobolus minimus var. tuberculatus aus dem Beitrag vom 14. Januar habe ich jedoch falsch aufgenommen. Das sollte eine Art sein,
die Björn Wergen in Amerika gefunden hat. Diese hat angeblich farblose Paraphysen, aber die Apothezien werden zwischen den Excipulumzellen
wohl gelbe Einlagerungen haben. Das ist jetzt nur eine Vermutung, weil ich Sacc. minimus var. tuberculatus nicht kenne. Saccobolus minimus kenne ich aber
schon.
Bei meinem Fund tu ich mir weiterhin schwer. S. tuberculatus geht mir durch den Kopf, aber das ist wahrscheinlich ebenso falsch wegen der fast glatten Sporen.
Vielleicht sagt Matthias noch was dazu.
Viele Grüße,
Matevž
Hallo Felli und Matthias,
ich habe voriges Jahr einen ähnlichen Saccobolus auf Schafdung unters Mikro bekommen und konnte meinen Fund auch nicht richtig einordnen wegen der zwei
polaren Gelkappen. Dank Eurer sehr schönen Dokumentation glaube ich jetzt, daß ich meinen alten, bisher falsch bestimmten Fund eventuell bestimmen kann, nämlich als
Saccobolus minimus var. (tuberculatus ?). Passt zu dem Fund von Matthias, den er am 14 Januar hier eingestellt hat.
Bei mir waren die Sporenpakete unter 40 µm lang und die Sporen fast glatt. Die Sporenpakete mit der Anordnung 2-3-3. Die Paraphysen farblos.
Wohin Fellis Saccobolus hingehört, weiß ich auch nicht.
Aber der ist definitiv anders als mein Fund, von dem ich ein paar Fotos anhänge. Vielleicht könnt Ihr beide einen Blick darauf werfen und mich eventuell korrigieren.
Viele Grüße,
Matevž
ich heiße jetzt nicht mehr Matthaeus, kann aber meinen Namen in den Profildaten nicht ändern.
Gerne, ist im Anhang.
Liebe Grüße und Danke für Deine Mühe!
Matthaeus
Lieber Peter,
Vielen Dank für Deine Einschätzung des Fundes!
Ja, von Nobis Pilzwissen wollte ich mehr haben, nur bin ich erst spät auf das Dungpilzforum aufmerksam geworden und konnte nur kurz von seinem Wissen profitieren.
Doveri spricht auch von den Haaren am Perithezienhals und dann von den Haaren um das Perithezium herum. Aber die Squamufolien sind doch eigene, dickwandige Zellen, die sich von den dünnen Haaren der Perithezienaußenseite deutlich abheben.
Ich habe noch einen Fruchtkörper dieser Cercophora untersucht und kann mit Sicherheit sagen, daß die ein- bis zweizelligen Squamufolien nur 7-15(17) µm lang sind. Von daher ergibt sich für mich nach Doveri bestimmend Cercophora brevifila. Die Sporen habe ich wieder gemessen und komme auf folgende Werte:
braune Zelle 18-20 x 8-10 µm,
Pedicel, manchmal septiert 35-40 x 4-5 µm,
unreife Sporen hyalin, bis 50 µm lang und mit 12-20 Öltropfen. Die Länge der Caudae konnte ich wegen "schlechter Sicht" dieses Mal nicht ermitteln.
Die Asci sind um 200 µm lang und die Sporen biseriat oder triseriat angeordnet. Das Perithezium dieses Mal mit ca 700 x 500 µm kleiner als bei den letzten Funden.
Ich würde meinen, das könnte für Cercophora brevifila reichen. Im Anhang noch ein paar Fotos.
Liebe Grüße, Matthaeus
