Ascobolus sacchariferus

  • Grüß' Euch Alle zusammen,


    Nachdem auf meiner Pferdedungprobe Ascobolus albidus zu Besuch war, ist unerwartet noch ein anderer, etwas größerer weißlicher Ascobolus aufgetaucht.

    Ich habe ihn als Ascobolus sacchariferus angesprochen, weil nichts anderes geht.

    Tatsächlich passt die Sporenlänge mit unter 20 µm haargenau und die Apothecien sind auf der Außenseite auch schön körnig. Nur ist

    der Zucker da nicht weiß, sondern gelbbraun. Da habe ich auch ein bischen mit dem seltenen Ascobolus perplexans geliebeugelt. Aber

    dieser ist nach Van Brummelen jung gelbgrün, später gelbbraun gefärbt, das Sporenornament mit länglichen Rillen und meistens mit

    Querstegen.


    Hier ein paar Daten:


    Apothezien weißlich, jung kugelig, sitzend, breiter als hoch, die Scheibe mit einem höher stehenden Rand umgeben. Bei Reife das Hymenium ausgebreitet,

    mit einer großen Menge herausragender Asci gefüllt, wobei ein deutlich sichtbarer leerer Rand verbleibt. Die Außenseite körnig kleiig.

    Asci 8-sporig. Ascosporen 18-19 (20) x 9,5-10,5 µm groß. Jung hyalin mit seitlicher Gelhülle, dann violett, schließlich bräunlich.

    Ornament aus länglich verlaufenden Rillen, diese z.T. anastomosierend und mit schmalen Querstegen versehen.

    Paraphysen farblos, schmal, an den Enden oft kugelig verdickt oder verzweigt.

    Am Rand des Hymeniums befinden sich Paraphysenähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen, die aus kurzgliedrigen länglichen Zellen bestehen, die Endzelle

    länger und an der Spitze keulig verdickt.

    Das Excipulum zeigt eine textura globulosa-angularis in Basisnähe, im oberen Bereich eine textura epidermoidea.

    Alle Fotos stammen von einem Fruchtkörper.


    Aufgrund der Sporengröße möchte ich Ascobolus albidus ausschließen. Die Apothezien sind bei A. albidus an der Außenseite auch nicht angezuckert.

    Bei meinen bisherigen Aufsammlungen von A. albidus habe ich am Rand des Hymeniums meistens Paraphysen ähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen mit aufgeblähten

    moniliformen Elementen beobachtet. Diese fehlen hier bzw. sind sie anders geformt.

    Ascobolus perplexans, den ich gar nicht kenne, kann ich nur von der Apothezienfarbe her ausschließen.

    Das Sporenornament erinnert weiters an den überaus häufigen Ascobolus furfuraceus, bei dem die Paraphysen in einem gelben bis grünlichen Mucus eingebettet sind.

    Den vermisse ich hier, wiewohl der Fruchtkörper gut gereift ist. Aus diesem Grund bleibe ich bei A. sacchariferus.


    Bin neugierig, ob Ihr das auch so seht und danke Euch einstweilen fürs Anschauen der Fotos.


    Liebe Grüße

    Matevž