Ascobolus sacchariferus

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 430 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Gabi H.

  • Grüß' Euch Alle zusammen,


    Nachdem auf meiner Pferdedungprobe Ascobolus albidus zu Besuch war, ist unerwartet noch ein anderer, etwas größerer weißlicher Ascobolus aufgetaucht.

    Ich habe ihn als Ascobolus sacchariferus angesprochen, weil nichts anderes geht.

    Tatsächlich passt die Sporenlänge mit unter 20 µm haargenau und die Apothecien sind auf der Außenseite auch schön körnig. Nur ist

    der Zucker da nicht weiß, sondern gelbbraun. Da habe ich auch ein bischen mit dem seltenen Ascobolus perplexans geliebeugelt. Aber

    dieser ist nach Van Brummelen jung gelbgrün, später gelbbraun gefärbt, das Sporenornament mit länglichen Rillen und meistens mit

    Querstegen.


    Hier ein paar Daten:


    Apothezien weißlich, jung kugelig, sitzend, breiter als hoch, die Scheibe mit einem höher stehenden Rand umgeben. Bei Reife das Hymenium ausgebreitet,

    mit einer großen Menge herausragender Asci gefüllt, wobei ein deutlich sichtbarer leerer Rand verbleibt. Die Außenseite körnig kleiig.

    Asci 8-sporig. Ascosporen 18-19 (20) x 9,5-10,5 µm groß. Jung hyalin mit seitlicher Gelhülle, dann violett, schließlich bräunlich.

    Ornament aus länglich verlaufenden Rillen, diese z.T. anastomosierend und mit schmalen Querstegen versehen.

    Paraphysen farblos, schmal, an den Enden oft kugelig verdickt oder verzweigt.

    Am Rand des Hymeniums befinden sich Paraphysenähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen, die aus kurzgliedrigen länglichen Zellen bestehen, die Endzelle

    länger und an der Spitze keulig verdickt.

    Das Excipulum zeigt eine textura globulosa-angularis in Basisnähe, im oberen Bereich eine textura epidermoidea.

    Alle Fotos stammen von einem Fruchtkörper.


    Aufgrund der Sporengröße möchte ich Ascobolus albidus ausschließen. Die Apothezien sind bei A. albidus an der Außenseite auch nicht angezuckert.

    Bei meinen bisherigen Aufsammlungen von A. albidus habe ich am Rand des Hymeniums meistens Paraphysen ähnliche Zellen bzw. andere Paraphysen mit aufgeblähten

    moniliformen Elementen beobachtet. Diese fehlen hier bzw. sind sie anders geformt.

    Ascobolus perplexans, den ich gar nicht kenne, kann ich nur von der Apothezienfarbe her ausschließen.

    Das Sporenornament erinnert weiters an den überaus häufigen Ascobolus furfuraceus, bei dem die Paraphysen in einem gelben bis grünlichen Mucus eingebettet sind.

    Den vermisse ich hier, wiewohl der Fruchtkörper gut gereift ist. Aus diesem Grund bleibe ich bei A. sacchariferus.


    Bin neugierig, ob Ihr das auch so seht und danke Euch einstweilen fürs Anschauen der Fotos.


    Liebe Grüße

    Matevž

  • Servus Matevž,

    So wie du halt ich das für A. saccheriferus. Wobei die Makroskopie schon etwas abweicht.

    A.perplexans und A. michaudii hatte ich allerdings noch nicht sicher unterm Mikroskop und kann das also selbst nicht vergleichen.

    Diese unförmigen Paraphysen und die Sporengröße sprechen aber deutlich für A.saccheriferus.

    Wie ist denn die Lugolreaktion?

    Bei A. perplexans soll es fast keine Reaktion - selbst bei jungen Asci- geben.


    Ich bin gerade selber sehr unsicher bei 2 Ascoboli auf Rehdung ob das nicht doch A. michaudii/ A perplexans sein könnte. Vielleicht stell ich die Beiden demnächst noch ein.


    Grüße

    Felli

  • Servus Felli,


    in Lugol verfärbt sich der Mucus zwischen den Paraphysen hellblau. In Wasser ist der Mucus farblos. Die Asci sind in Lugol negativ. Teile der Medullazellen

    reagieren auf Lugol stark dextrinoid wie auch z.T. das Zytoplasma in den Asci. Die Zellen des ektalen Excipulums sind gelb und reagieren nicht.

    Inwieweit diese Reaktion auch mit Melzer übereinstimmt, kann ich nicht sagen, weil ich keine weitere Untersuchung mehr machen kann. Es ist nur 1 Fruchtkörper erschienen.

    Van Brummelen hat die Reaktionen nur mit Melzer Reagenz geprüft.

    Am Abend werde ich ein paar Fotos von der Lugol Reaktion einstellen.

    Ich hatte vor einiger Zeit A. denudatus hier im Forum eingestellt. Da sehe ich, daß sich das Excipulum bei der Art hemiamyloid (rötlich) auf Melzer verfärbt hat.

    Also eine etwas andere Reaktion.


    Makroskopisch würde ich A. michaudii, denudatus, perplexans und auch furfuraceus doch ausschließen wollen. Die Apothezien dieser Arten sind alle irgendwie stark

    gefärbt, von gelb, zitronengelb, grünlich bis okerlich und bräunlich. Hier bin ich makroskopisch bei den hyalinen, weißlichen Arten. Wegen der

    kleinen Sporen und den körnigen Auflagerungen auf der Außenseite des Apotheziums möchte ich A. albidus ausschließen und meine,

    daß es hier A. sacchariferus oder eine andere Art, die zwischen A. albidus und A. sacchariferus steht, sein sollte.

    Sporen, die allesamt unter 20 µm lang sind zähle ich nicht mehr zu A. albidus. Albidus beginnt erst mit 20 µm Länge.


    Vielen Dank für Deinen Kommentar!

    Matevž

  • Servus,

    ich habe auch vor, in der nächsten Zeit mal von ein paar unterschiedlichen Ställen Pferdeäpfel mitzunehmen und schauen, was da wachst.

    Kannst du mir bitte sagen, welche Schlüssel du da verwendet hast. Ev. bitte auch mit link.

    Danke schon mal im voraus,

    lg

    Gabi :)

  • Servus Gabi,


    ich orientiere mich nach der Ascobolus und Saccobolus Monographie von Van Brummelen

    und nach F. Doveri " Fungi fimicoli italici", dann nach seinem update im Internet. Es gibt auch einen deutschsprachigen Schlüssel, der glaube ich hier im Forum schon mal zum herunterladen eingestellt war.

    Viele Einzeldarstellungen gibt es auch hier im Forum.


    LG

    Matevž

  • Servus Felli,


    Die Lugolreaktion konnte ich noch am Präparat des Vortages machen. Die Fotos sind aber nicht scharf.

    Weder die reifen noch die unreifen Asci haben sich an der Spitze blau verfärbt. Der Mucus deutlich blau

    und die Zellen des Excipulums im unteren Bereich deulich orangerot bzw. dextrinoid. Da tu ich mir schwer, die dextrinoide Reaktion richtig zu verorten. Die Zellwände sind gelb und es ist wohl der Zellsaft, der reagiert und die Reaktion betrifft nur Teile des äusseren Excipulum.


    LG

    Matevž

  • DANKESCHÖN :)