Kann jeder ja sehen, wie er meint, ich bleib bei weniger ist mehr. Es geht weder um Neid, wenn einer drei Meter vor mir im Wald nen riesen Steinpilz findet, da ärger ich mich nicht, da gratulier ich dem Finder und möchte allenfalls mal das Ding anschauen. Der Wald ist komplexes Ökosystem, was uns alle am Leben erhält und damit müssen wir pfleglich umgehen. Die Pilze haben nicht nur die Aufgabe unsere Ernährung zu bereichern, das darf man nicht vergessen. Weitere unzählige Lebewesen sind ebenfalls auf die Pilze angewiesen, hauptsächlich auch als Nahrungsquelle und als potentielle Verbreiter der Sporen. Es ist nur sinnig einen größeren Teil im Wald zu lassen und sich zurück zu halten.
Dieser Punkt kommt mir in vielen Antworten eindeutig zu kurz. Wenn wir uns an allem des Waldes, so lange bedienen, bis nichts mehr über ist, dann ist das für uns alle sehr schlecht.
Die angesprochene Vermüllung ist ein weiteres Thema.
Und gerade deswegen ist weniger eindeutig mehr, ich sammel deshalb nur kleine Mengen und genieße sie. Dann such ich mir ein paar schöne raus, der Rest bleibt da. Und ernährungsbedingte Notzeiten haben wir ja nun nicht momentan bei uns. Das mit dem Abwiegen ist auch für Arten gedacht, die ich nicht einfrieren kann, weil das nicht wirklich was taugt und ich das gesammelte am Abend allein bzw. mit Freunden oder Familie essen möchte. Wozu brauch ich dann zwei Kg Reizker, wenn wir zu viert nur ein kg essen?
Bei Perlpilzen handhabe ich das auch so.
Für ein bestimmtes Rezept brauch ich vielleicht 300 g Perlpilze, wenns die zu kaufen gäbe würd ich 300g kaufen, und nicht 1 kg.
Natürlich bezahle ich im Wald nichts dafür, das werden manche als Argument anbringen, aber ist das wirklich so?
Wenn wir uns alle den Wald nicht so bestmöglich erhalten wie es möglich ist, dann zahlen wir alle drauf und zwar mit unserer Gesundheit und spielen Roulette mit unseren Lebenserhaltungssystemen und das auch noch ohne jegliche Not.
Es geht nicht darum, dem anderen nichts zu gönnen, und schon gar nicht darum sich als Hilfsförster aufzuspielen, es geht darum, ob wir es uns leisten können so viel aus dem Wald zu entnehmen ohne dem Ökosystem zu schaden, das betrifft nicht nur Pilze, auch Früchte, Kräuter, Holz natürlich.
Das ist der Hauptgrund, warum ich solche Mengen strikt ablehne, das ist eindeutig zu viel und wenn alle das so handhaben würden, was dann?
So eine unsägliche Gierigkeit ist mir äußerst zuwider. Ich habe für mich und meine Frau und meine Eltern etwa 3 kg eingefroren, das reicht für locker 5 Mal schön zusammen was leckeres kochen. Wenn wir einmal im Monat so einen Abend zusammen verbringen, dann reicht das bis nach Ostern, dann gibts doch bald schon wieder die nächsten, wenn man sich besser auskennt, dann kannst du doch eh je nach Wetterlage vom 01.01 bis 31.12. immer frische haben, irgendwas wächst immer. Und wenn man sich eben noch nicht auskennt, dann eben keine, bis es wieder welche gibt. Ich esse nicht so wirklich oft welche, jetzt im Herbst bei dem riesen Angebot natürlich auch mal jede Woche. Ansonsten so einmal im Monat.
Das ist für mich kein alltägliches Lebensmittel wie ein Brötchen, für mich ist das eine zum Teil sehr gesunde Delikatesse, die mir die Natur bietet, so lange ich sie pfleglich behandle, damit ist nicht nur der Wald gemeint, unser gesamtes Verhalten gegenüber unserer Umwelt, denn allzu viele haben es scheinbar immer noch nicht verstanden, das auch sie lebensnotwendig drauf angewiesen sind. Daher versuche ich auch mein Leben so nachhaltig wie möglich zu gestalten, weniger Müll zu produzieren u.a.,nicht immer neues zu kaufen, obwohl das alte, z.b. Möbel, noch tadellos ist. Ich kaufe seitdem ich mit 18 zu Hause ausgezogen bin daher auch grundsätzlich bis auf ein zwei Ausnahmen seitdem, nur gebrauchte Möbel. Viele andere Haushaltsgegenstände auch, na und, wer weiß wie viele vor mir in der Kneipe aus dem Glas schon getrunken haben, interessiert doch keinen wirklich.
Also Flohmarkt und Co. und dann ein zweimal heiß einweichen und gut ist. Diese Wegwerfgesellschaft ist doch auch Teil des Problems, was dem Wald zu schaffen macht, dazu noch eine weit verbreitete zum Himmel stinkende Ignoranz, das einem die Ohren wackeln.
So können und dürfen wir alle nicht weiter machen auf Dauer, das ist eine Sackgasse.